Fristlose Kündigung ohne Grund! kann ich etwas dagegen tun?

26. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Mynameisrogue
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Fristlose Kündigung ohne Grund! kann ich etwas dagegen tun?

Hallo und guten Abend,

Ich bin seit dem 5 August bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt. Heute habe ich dem zuständigen Geschäftsleiter mitgeteilt dass Ich nicht in die Arbeit gehen kann weil es mir nicht gut geht. Er meinte zuerst dass er mir dann auch die 50€ (welches mir seitdem 15 September zustehen die er immernoch nicht bezahlt hat) ja nicht zahlen kann weil ich ja Krank bin, und diese erst mit dem nächsten Lohn kommen. Daraufhin kam noch eine "Gute Besserung".
Nach 20 Minuten bekam ich dann diese Email von ihm

"Ihr Einsatz ist mit heutigem Tage bei der Firma xxxx beendet.

Die Fristlose Kündigung auf Grund Ihres Verhaltens geht heute an Sie raus!

Wir bedauern den Schritt, aber leider lassen Sie auf Grund Ihres Verhaltens keine Wahl."

Wie bitte? Ich hab weder auf der Arbeit noch bei Ihm mich jemals Respektlos verhalten! Ich war schockiert. Und dann kam die Kündigung per Email mit folgender Begründung:


"Hiermit kündigen wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis fristlos zum 26.10.23 , hilfsweise fristgerecht zum nächstmöglichen termin.

Die gründe die zur dieser Kündigung geführt haben, ist Ihnen bekannt.(Häää welche dann und was ist das für eine Begründung????)

Wir sind aufkeinenfall bereit das Arbeitsverhältnis mit Ihnen weiter fortzsetzen"

So, ich bin zwar in der Probezeit aber selbst da muss eine Fristlose Kündigung einen Grund haben oder nicht? Was ist denn "die gründe sind Ihnen bekannt" für ein Grund sein?
Ich habe mich lediglich für den heutigen Tag Krankgemeldet!

Ich fange sowieso ab dem 15.11.2023 eine Neue Arbeitsstelle an, aber mir gehts nur darum dass ich mit dieser Kündigung eine Sperre bekomme für die 2 Wochen vom Arbeitsamt und dazu noch die 15 Tage ja arbeiten könnte und es nicht mehr kann weil ich fristlos gekündigt werde und mir diese 2 Wochen bzw. Der Gehalt fehlen werden.

Ich habe auch keinen Rechtsschutz wie kann ich am besten vorgehen würde mich über Hilfe sehr freuen!

Nachtrag: vor einpaar Wochen im Gespräch wollte ich Kündigen da ich mit der Firma nicht zu frinden war, daraufhin meinte der Geschäftsführer dass ich dies könnte, aber sollte Ich fristlos Kündigen dass er mich auf Schadensersatz verklagen will. Wieao darf er das und ich nicht?






-- Editiert von User am 26. Oktober 2023 19:33

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(644 Beiträge, 80x hilfreich)

Für eine fristlose Kündigung bedarf es immer (auch in der Probezeit) eines tragfähigen Grundes, ein solcher Grund ist im EP nicht zu erkennen.

Gleichwohl kann der AG in der Probezeit auch ohne Grund kündigen allerdings nur mit der ordentlichen Kündigungsfrist.

Zu guter letzt liegt z.Z. aber noch überhaupt keine formgerechte Kündigung vor. Die Kündigung kann nur schriftlich erfolgen. Die mündlichen Äußerungen und die Email kann man daher bestenfalls als eine Kündigungsankündigung verstehen. Daher sollte man warten bis man ein Kündigungsschreiben erhält und erst dann reagieren.

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#2
 Von 
Mynameisrogue
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Zu guter letzt liegt z.Z. aber noch überhaupt keine formgerechte Kündigung vor. Die Kündigung kann nur schriftlich erfolgen. Die mündlichen Äußerungen und die Email kann man daher bestenfalls als eine Kündigungsankündigung verstehen. Daher sollte man warten bis man ein Kündigungsschreiben erhält und erst dann reagieren.


Danke für deine Antwort.

Die Kündigung wird die kommenden Tage da sein. Was kann ich denn dagegen tun zum Arbeitsgericht gehen? Und würde die ganze sache meine neue Arbeitsstelle beinflussen bei dem ich am 15.11 anfange?

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118551 Beiträge, 39588x hilfreich)

Zitat (von Mynameisrogue):
Und würde die ganze sache meine neue Arbeitsstelle beinflussen bei dem ich am 15.11 anfange?

Nun, dann sollte man doch mal schnellstens selber rechtswirksam kündigen falls nicht schon geschehen.



Zitat (von Mynameisrogue):
zum Arbeitsgericht gehen?

Wenn man mit den Inhalt nicht einverstanden ist, wäre das der Weg.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
Mynameisrogue
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nun, dann sollte man doch mal schnellstens selber rechtswirksam kündigen falls nicht schon geschehen.


Zusätzlich zu der Fristlosen Kündigung? Ich meine das Arbeitsverhältnis ist ja ohnehin schon dadurch beendet oder?

Zitat (von Harry van Sell):
Wenn man mit den Inhalt nicht einverstanden ist, wäre das der Weg.


Weißt du vielleicht ob es was kostet? Bzw. Einfach mit der Kündigung da hingehen?

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118551 Beiträge, 39588x hilfreich)

Zitat (von Mynameisrogue):
Zusätzlich zu der Fristlosen Kündigung?

Zum einen gibt es keine, zum anderen will man diese ja vor Gericht angreifen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
Mynameisrogue
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zum einen gibt es keine, zum anderen will man diese ja vor Gericht angreifen


Ich habe nicht gesagt dass es keine gibt. Im Raum steht eine Fristlose Kündigung ob gerechtfertigtoder nicht weiß Ich nicht deshalb frage ich ja.

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#7
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17224 Beiträge, 6428x hilfreich)

Gegen die 'Fristlose' solltest du m.E. unbedingt klagen und sei es nur mit dem Ziel, dass es eine ordentliche Kündigung gibt. 'Fristlose' machen sich nicht gut im Lebenslauf.
Ein Thema, das daneben unter geht, ist deine Forderung von 50 Euro. Wenn das Geld dir zusteht, solltest du auch darauf beharren, dass du es bekommst. Auch, wenn es 'nur' 50 Euro sind, und du nicht ausführst, wieso das Geld dir zusteht.

Eins verstehe ich nicht: Wieso soll die Zahlung dieses Geldes (angeblich) davon abhängen, dass du dich für diesen Tag als arbeitsunfähig abgemeldet hast)

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#8
 Von 
Mynameisrogue
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
, und du nicht ausführst, wieso das Geld dir zusteht.


Ich hatte im August einen Vorschuss von 350 Euro genommen. Abgezogen wurden mir aber 400 und seitdem habe ich die 50 Euro die zu viel abgezogen wurden nicht mehr gesehen. Die Frage ist ja auch, wenn ich dagegen klage, und während der Klage was bestimmt wochen dauert das Geld überwiesen wird. Ist dann alles umsonst und das Verfahren wird eingestellt?

Zitat (von blaubär+):
Eins verstehe ich nicht: Wieso soll die Zahlung dieses Geldes (angeblich) davon abhängen, dass du dich für diesen Tag als arbeitsunfähig abgemeldet hast)


Er wollte mir das Geld bar bezahlen weil ich gedroht hatte zum Arbeitsgericht zu gehen. Habe mich aber dann Krankgemeldet und er meinte dann er kanns doch nicht mehr auszahlen und es kommt mit dem nächsten Lohn (15.11.23) . Übliche masche von Zeitarbeitsfirmen

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17224 Beiträge, 6428x hilfreich)

Zitat (von Mynameisrogue):
Weißt du vielleicht ob es was kostet? Bzw. einfach mit der Kündigung da hingehen?

Das sind zwei ganz verschiedene Themen:
a) Kosten können beim Arbeitsgericht entstehen, am Ende aber nur, wenn es zu einem Urteil kommt. Und auch dann sind es Gebühren in sehr überschaubarer Höhe. Beim Arbeitsgericht helfen Rechtspfleger dir, deinen Antrag zu formulieren. Oft werden Streitfragen aber schon beim Gütetermin beerdigt.
b) Kündigung kostet dich das Papier und die Mühe, sie aufzusetzen. Deine Eigenkündigung ist eine Erklärung, die nicht der Zustimmung des anderen bedarf, wohl aber zeitgerecht zugestellt werden muss. Zeitgerecht: mindestens wie es die Kündigungsfrist vorsieht.

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#10
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47255 Beiträge, 16737x hilfreich)

Ich würde hier auch eine Eigenkündigung zum 15.11. empfehlen und gleichzeitig die Klage gegen die AG-seitige fristlose Kündigung.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(963 Beiträge, 102x hilfreich)

Zitat (von Mynameisrogue):
Zusätzlich zu der Fristlosen Kündigung? Ich meine das Arbeitsverhältnis ist ja ohnehin schon dadurch beendet oder?


Das Arbeitsverhältnis ist beendet, wenn du die Kündigung akzeptierst - also nichts weiter unternimmst.

Willst du dagegen vorgehen (und zum 15.11. eine neue Stelle antreten) musst du selber fristgerecht kündigen und kannst gegen die fristlose Kündigung vorgehen.

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#12
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(644 Beiträge, 80x hilfreich)

Die Kündigung ist noch nicht schriftlich eingegangen, folglich weißt du auch noch nicht zu 100% was im Kündigungsschreiben steht und wann es bei dir eintrifft. Vielleicht weiß der AG von deiner neuen Stelle und will dich noch ein wenig ärgeren und kündigt dir erst zum 30.11.2023 unter Einhaltung der ordentlichen Frist.

Wenn Du also zum 15.11 eine neue Stelle hast solltest du aus eigenen Interesse selber umgehend selbst ordentlich kündige. Die Kündigungsfrist in der Probezeit beträgt i.d.R. zwei Wochen.

Wenn dann das Kündigungsschreiben des AG eintrifft und er dann wirklich fristlos kündigen sollte kannst du immer noch dagegen vorgehen. Kündigungsgründe braucht der AG im Schreiben noch nicht zu nennen, im Fall eines Kündigungsschutzprozesses wird er dies beim Arbeitsgericht aber umfassend darlegen müssen.

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