Gehaltskürzung - Für mich ist der Vertrag doch unwirksam oder?

18. September 2006 Thema abonnieren
 Von 
styve
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Gehaltskürzung - Für mich ist der Vertrag doch unwirksam oder?

Hallo,

ich habe ein arbeitsrechtliches Problem, welches ich kurz Schieltern und Eure Meinung dazu erhalten möchte.

Meine Freundin arbeitet ab Anfang dieses Jahres nach der Praktikantenzeit des Studiums bei einem Pharmaunternehmen.
Ihr wurde Anfangs eine Gehalt nennen wir es „wenig“ per Vertrag für ein Jahr befristeten Arbeitsvertrag zugesichert. Im laufe des ersten Monats wurde dann folgendermaßen losgemauschelt:

Werte Frau Mustermann der Betriebsrat ist mit der Summe „wenig“ nicht einverstanden es gibt ja auch seitens des Herstellungsleiters keine korrekte Stellenbeschreiben zu dieser Stelle. Somit wurde ein Gehalt „wenig“ minus 200 Euro vereinbart, welches meiner Freundin mal so nebenbei vom Personalleiter und Herstellleiter offeriert wurde. Natürlich hat sich meine Freundin beschwert und das auch offen mit dem zuständigen Personalchef angesprochen. Daraufhin wurde ein Zusatzschreiben aufgelegt, welches beschreibt, dass bei der nächsten Gehalterhöhung die fehlende Summe von 200 Euro/Monat über die Laufzeit per Einmalzahlung ausgezahlt wird. Dieses ist auch vom Personalchef unterschrieben.

Für mich stellt sich jetzt die Frage ist so etwas überhaupt möglich? Gib es hierzu einen rechtlichen Hintergrund? Für mich ist der Vertrag doch unwirksam oder?
Ein weiteres Problem was ich sehe, ist der geschickte Schachzug der Firma zu versuchen sich eine Gehaltserhöhung nach Übernahme in den unbefristeten Arbeitsvertrag zu ersparen. Mit der Aussage: Frau Mustermann wir haben Ihnen ihr Gehalt auf die Summe „wenig“ erhöhen können und zusätzlich bekommen sie ja noch die Einmalzahlung des letzten Jahres.

Was kann Sie machen? Den Hammer fallen lassen ist sicherlich die falsche Methode.

Vielen Dank im Voraus für Eure Unterstützung,

Stefan.

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
nutellamonster
Status:
Schüler
(217 Beiträge, 29x hilfreich)

Moment mal.

Lass uns bitte die Fakten auflisten:

1) Deine Freundin bekommt einen schriftlichen Arbeitsvertrag, in dem ihr ein Gehalt X zugesichert wird.

2) eine Änderung dieses Gehalts stellt eine Änderungskündigung dar (-> Google)

3) einer Änderungskündigung muss der Betriebsrat zustimmen.

4) einer Änderungskündigung muss der Angestellte zustimmen

5) würde ein Betriebsrat von sich aus zum Arbeitgeber gehen, um zu sagen, Angestellter X verdient zu viel Geld? Ich glaube nicht...

6) ein Gehalt ist im Normalfall nicht an eine Stelle / Stellenbeschreibung gebunden, sondern Verhandlungssache. (Einen Tarifvertrag scheint es im Unternehmen nicht zu geben?)

7) Du redest von einem Schreiben, nicht davon, dass Deine Freundin das unterschrieben hätte. Hat sie das? (das wäre nämlich dann die Änderungskündigung gewesen)

8) Die fehlenden 200 Euro wird sie nicht früher bekommen, wenn sie unterschrieben hat, dass sie die mit der nächsten Gehaltserhöhung bekommen wird - wenn es nicht betriebsüblich ist, dass es turnusmäßige Gehaltserhöhungen gibt, kann sich das ganz schön lange hinziehen - ins eigene Bein geschossen, würde ich sagen.

9) durch die Übernahme in einen unbefristeten Arbeitsvertrag wird sie vermutlich nicht automatisch mehr Geld bekommen. War bei mir auch nicht so. Ist vermutlich auch hier Verhandlungssache. Wie man Gehaltsverhandlungen führt, ist jedoch ein Thema, über das es viele, viele Bücher gibt...

Ich schätze das so ein:

- für den Moment in den sauren Apfel beißen
- evtl. nachfragen, ob sie die 200 Euro jetzt schon bekommen kann bzw. für den Fall, dass sie vor einer Gehaltserhöhung aus dem Unternehmen ausscheidet, sie spätestens dann bekommt
- beim Betriebsrat massiv beschweren, wie die denn bitte schön ihre Interessen vertreten. Das ist ein Unding!

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
blaubär49
Status:
Schlichter
(7434 Beiträge, 2001x hilfreich)

... man muss damit rechnen, dass der br als buhmann vorgeschoben wird. ich kenne mich in der industrie nicht aus, aber meines wissens steht in § 87 betrvg nichts von zustimmung zum gehalt. im öd gibt es die zustimmung zur eingruppierung, aber auch das nur im sinne einer richtigkeitsüberprüfung. das gehalt ist sache des AN.

wenn deiner freundin das gehalt per vertrag zusgesichert worden ist, gibt es keinerlei veranlassung, davon abzurücken. gleichwohl: ihre position ist mit einem befristeten vertrag schwach, weil man die hoffnung auf übernahme in ein unbefristetes verhältnis nicht durch unangemessene kühnheit gefährden will. aber es ist auch keineswegs gesagt, dass sie übernommen wird, wenn sie duckt und schluckt.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
styve
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

danke euch Beiden.

zu Nutellamonster-Frage Nr.7
Hat sie Gott sei Dank nicht nur der Personalchef hat das mit seiner U-Schrift ihr bestätigt.

Vielen Dank im Voraus,

Styve

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.865 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.166 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen