Gekündigt ohne Lohnzahlung

6. März 2008 Thema abonnieren
 Von 
Erwin-HH
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Gekündigt ohne Lohnzahlung

Guten Tag,

Ich war für Knapp 5 Monate in einem Call-Center angestellt auf Teilzeitbasis 20Std/Woche.
Nun hat man mich im Januar während ich Krank war ohne Angaben von Gründen gekündigt.
Kurz nach der Kündigung erhielt ich sogar noch eine Fristlose Kündigung dazu.
Ebenfalls ohne Begründung.

Da diese Art von Tätigkeit nun sowieso nicht gerade Seriös b.z.w. die ganze Firma ziemlich unseriös ist, war ich auch nicht gerade traurig über die Kündigung.
Was mich aber stört ist, das man mir das Restgehalt vom Januar bis heute nicht gezahlt hat.
Nach hin und her Telefonieren hat man mir gesagt das an der AU-Bescheinigung gezweifelt wird und deshalb man mir die Lohnzahlung verweigert hat.

Desweiteren könnte ich ja meinen Arzt von der Schweigepflicht endbinden und von ihm ein Schreiben aufsetzen lassen, in dem geschrieben steht, dass ich wirklich krank war.
Leider ist mein Arbeitgeber nicht bereit mir dass Schriftlich mitzuteilen.

Meine Frage ist:
Wie kann ich jetzt am Intelligentesten vorgehen um meinen Rest Lohn zu bekommen???

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Sie brauchen überhaupt nichts zu tun wegen der Krankschreibung. Es ist vollkommen egal, ob Ihr AG die anzweifelt. Es besteht kein Recht wegen sowas Gehalt zurückzuhalten.

Sie fordern Ihren AG auf, dass er bis spätestens in einer Woche das Gehalt auf Ihr Konto zu überweisen hat.
Gleichzeitig teilen Sie ihm mit, dass Sie sonst juristische Schritte einleiten.
Sie können direkt beim Arbeitsgericht den AG auf Zahlung des ausstehenden Gehalts verklagen, dafür braucht man keinen Anwalt.
Das ist dort Alltag.

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#2
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

@erwin hh

manche arb.geber haben den schuss immer noch nicht gehört.
hätte es zweifel an der au gegeben, hat der ag die möglichkeit den mdk einzuschalten.

wieso läßt du eine fristlose auf dir sitzen?

was den lohn betrifft, schau bitte vorsichtshalber nach ausschlussfristen im vertrag und ansonsten würde ich so vorgehen, wie @hambugerin schreibt. und zwar subito.

sunbee

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12313.03.2009 19:03:35
Status:
Lehrling
(1677 Beiträge, 256x hilfreich)

Ja, in manchen Branchen wird es immer wieder versucht, weil sich die meisten einschüchtern lassen.

Kündigung nach 5 Monaten deutet auf Probezeit hin. Der AG muß normalerweise keine Begründung liefern. Das wäre dann in Ordnung.
Es gibt aber auch in der Probezeit Fristen von mind. 14 Tagen wofür es dann Gehalt zu geben hat. Genaueres steht im Vertrag,.

Wenn es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass die AU ernsthaft angezweifelt werden könnte, ist der Arbeitgeber in der Beweispflicht.
Am Telefon ist das wertlos.

In jedem Fall ist der Arbeitgeber in der nachvollziehbaren Beweispflicht. Du musst nur beweisen, dass Du nicht klein beigibst.

Die AU braucht der Arzt nicht nochmal zu bestätigen. Krank ist krank. Ein Vertrauensarzt macht wahrscheinlich nach so langer Zeit eh keinen Sinn mehr.

Am besten RA aufsuchen, der die restlichen Gelder per Mahnbescheid einfordert. Kostet aber geld,wenn Du keine Rechtsschutzversicherung hat.

Ansonsten kannst Du vorher noch in einem höflichen aber bestimmten Brief per Einschreiben mit Rückschein die Geschäftsführung (nicht die Leute vor Ort) auffordern die ausstehenden fälligen Beträge innerhalb einer Frist von 10 Tagen zu überweisen.

Hiermit fordere ich Sie auf den restlichen vertragsgemäßen Lohn in Höhe von .... (netto/brutto) für ... Zeitraum ... innerhalb von 10 Tagen zu überweisen.

Ansonsten sehe ich mich gezwungen meinen Rechtsbeistand einzuschalten.


Dann kriegen die aber Richtig Muffensausen, weil ein erfahrener Anwalt ziemlich viele Register ziehen kann, solange der Mandant keinen Dreck am Stecken hat. Gerade bei so einem Laden findet er schnell viele Leichen im Keller.

Vielleicht reicht statt Post auch vorher noch ein netter Anruf bei Verantwortlichen , mit dem Hinweis dass man kurz davor ist einen Rechtsanwalt einzuschalten.



Viel Glück

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Erwin-HH
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

Danke erstmal für die Tips.

Nun habe ich keine Rechtschutzversicherung.
Damit währe das Thema Anwalt nehmen wohle vom Tisch.
Und ohne Anwalt kann man dann wohl auch nicht die Fristlose Kundigung anfechten?
In meinem Vertrag steht auch nichts vom Lohnzurückhalten.
Außerdem hat die Firma mir auch keine Lohnabrechnung zugesendet.
Wenn man aber auch ohne Anwalt beim Arbeitsgericht Klage einreichen kann, werde ich das wohl auch tun.
Natürlich erst nach einem Mahnschreiben meinerseits.
Gibt es da vielleicht eine Art von vorlage oder was ähnliches??

Gruß

Erwin-HH

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

@erwinhh


für menschen, die das geld nicht haben, gibt es beratungshilfescheine b. amtsgericht. mit denen hättest du nen anwalt aufsuchen können. dieser hätte prozesskostenhilfe beantragt.
das dazu.
du hättest auch ohne anwalt klagen können, der rechtspfleger hilft dabei kostenlos.

wieso willst du dich mit mahnungen, die übrigens nicht kostenlos sind, aufhalten? aufforderung binnen einer woche zu zahlen an d. ag (ich würde die zu diesem zeitpunkt gar nicht mehr machen) und dann
klage beim arb.gericht und fertig.

sunbee

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Stefan 5
Status:
Bachelor
(3905 Beiträge, 1298x hilfreich)

Gehen Sie zum Arbeitsgericht und beantragen einen Mahnbescheid gegen den Arbeitgeber auf Zahlung des ausstehenden Lohnes.

Dies ist die kostengünstigte Alternative.
Sollte er wider erwarten Einspruch einlegen reichen Sie Klage ein (dies geht auch ohne Anwalt).

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6996 Beiträge, 3914x hilfreich)

Für mich besteht hier:

das Restgehalt vom Januar bis heute nicht gezahlt

noch etwas Interpretationsspielraum.

Was genau ist denn eigentlich mit Restgehalt gemeint? Wurde für Januar überhaupt etwas gezahlt und nur die Krankheitszeit nicht? Wann soll der Gehaltsanspruch enden? Mit Zugang der fristlosen Kündigung? Oder ggf. erst mit Auslaufen der ordentlichen Kündigungsfrist von der ersten Kündigung?

Da gegen die fristlose Kündigung, die ja wohl auch im Januar kam, offensichtlich nichts getan wurde und zwischenzeitlich die Frist zur Erhebung einer Kündigungsschutzklage von drei Wochen bei weitem abgelaufen sein wird, dürfte die fristlose Kündigung auch wirksam sein. Daher kann nur bis zum Zugang der fristlosen Kündigung ein Gehaltsanspruch geltend gemacht werden.

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