Hilfe, ich werde überwacht

24. Juni 2007 Thema abonnieren
 Von 
guest-12330.07.2020 09:41:20
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 8x hilfreich)
Hilfe, ich werde überwacht

Hallo,
habe vor 4 Wochen eine neue Stelle angefangen. Der Arbeitsvertrag war eigentlich schon "die Härte", wie z.B. 24 Monate Probezeit mit 14 tägiger Kündigungsfrist, Urlaubsantrag muss 3 Monate vorher gestellt werden, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keine Zulagen, keine Vermögenswirksame Leistungen, 40Stunden-Woche + 10% Überstunden im Gehalt enthalten, usw..
Letzte Woche erklärte mir ein Kollege, ich müsse aufpassen was ich den Kunden am Telefon sage, die Chefin würde die Gespräche mithören. Außerdem würden alle PC's überwacht. Er hat mir auch gleich gezeigt woran man das sieht. Ich bin entsetzt.
Dass das Betriebsklima ziemlich frostig ist, hatte ich schon am ersten Arbeitstag gemerkt.
Die Arbeitsweise ist folgermaßen: wenn eine Kunde von mir Informationen per E-Mail möchte, schreibe ich in Word eine Mail, schreibe den Pfad der hinterlegten Datei auf, drucke eine Kopie des Schreibens aus und gebe dies der Chefin. Die Bearbeitung bei ihr kann dann schon mal bis zu 2 Tage dauern. Internet kann ich erst seit ein paar Tagen benutzen, allerdings sehr eingeschränkt. Also was soll dann die Überwachung des PC's?
Wie wehre ich mich dagegen, dass meine Telefongespräche mitgehört werden?


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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär49
Status:
Schlichter
(7434 Beiträge, 2001x hilfreich)

24 mon probezeit sind ungesetzlich.
für urlaubsanträge kann es vorschriften geben
die übrigen vertragsbestandteile solltest du eigentlich vorher gewusst oder spätestens im anstellungsgespräch erfragt haben - dann wären es mindestens keine überraschungen mehr.
das mithören von telefonaten ist meines wissens verboten, für die überwachung der pc dürfte ähnliches gelten, soweit es keine betriebsvereinbarung gibt, was wiederum einen br voraussetzen würde. - die andere frage ist der nachweis der überwachung.

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#2
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

@blaubär

das mithören, mitschneiden ist durchgängig übliche praxis in call centern. dient der qualitätssicherung heißt es da. ebenso die pc überwachung.
gewollt sind natürlich nur die schlagzahlen des agents :(
@luciffer

was den urlaub u. die probezeit angeht, hat es @blaubär schon geschrieben.

sunbee

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#3
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

das mit dem überwachen wäre ich vorsichtig, da es ein Fernmelde-und Postgeheimnis gibt, darf der AG nur überprüfen ob der Arbeitnehmer telefon und das internet zu privaten oder betrieblichen zwecken verwendet, allerdings mithören ist ohne seine einwilligung untersagt.

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#4
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

Ein Unternehmen ist nicht verpflichtet, private E-mail und Internetnutzung zuzulassen. Wird die private Nutzung dennoch gestatten, wird das Unternehmen im Sinne des Teledienste-Datenschutzgesetzes (TDDSG) Diensteanbieter und ist damit zur Wahrung des Fernmeldegeheimnisses verpflichtet. Um Klarheit über das erlaubte Maß an privater Nutzung zu schaffen, empfiehlt sich die Aufstellung von Nutzungsbedingungen. In dieser nutzunggsordnung sollte eindeutig geregelt werden, dass auch im Rahmen einer Missbrauchskontrolle grundsätzlich vom Inhalt privater E-Mails nicht Kenntnis genommen werden darf, ebenso wennig wie private Telefongesprächen mitgehört werden dürfen.

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"Handelsfachwirt/ jun.Produktmanager im Elektro Consumer Segment"

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#5
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

Der Schriftverkehr mit Emails zu dienstlichen/gescäftlichen Zwecken unterliegt gegenüber der Unternehmensleitung ebenso wenig wie geschäfltiche Briefpost dem Fernmeldegeheimnis, da die Mitarbeiter/innen im Ramen ihrer dienstlichen Aufgaben für das Unternehmen tätig werden. Wie bei herkömmlicher Briefpost können Vorgesetzte sich daher dienstliche Emails vorlegen lassen bzw. sich einen Zugang hierzu einräumen lassen. Darüber hinaus dürfen Firmen auch aus Sicherheitsgründen ein-und ausgehende Emails geschäftlicher und privater Natur auf Virenbefall kontrollieren, wenn die Kontrolle automatisch erfolgt. Die zu diesem Zweck gespeicherten Daten dürfen allerdings auch nur zu dem gennanten Zweck verwendet werden, eine Kontrolle beispielsweise des Arbeits-und Leistungsverhaltens der Mitarbeiter ist unzulässig. Das Gebot der Transparenz der Datenverarbeitung beinhaltet in diesem Zusammenhang allerdings die Verpflichtung des Unternehmens, die Mitarbeiter über diesen Umstand zu informieren.



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"Handelsfachwirt/ jun.Produktmanager im Elektro Consumer Segment"

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#6
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

Der Arbeitgeber ist befugt, Angaben über Telefongesprächen zu verarbeiten, die von seinem Firmenanschlüssen aus geführt werden. hierbei ist zu unterscheiden zwischen geschäftlichen und privaten Gesprächen. Da die Firmenleitung darüber zu wachen hat, dass mit den zur Verfügung stehenden Geldern wirtschaftlich und sparsam umgegangen wird,ist sie auch befugt das Führen von Geschäftsgesprächen zu überprüfen. Dafür ist es zulässig die Zielrufnummer vollständig zu erfassen. Im Rahmen von Stichproben und bei einem begründeten Verdacht, dass unbefugt Privatgespräche auf Kosten des Unternehmens geführt werden, kann eine diesbezügliche Überprüfung der Telefondaten zulässig sein. Eine regelmäßige Auswertung der Telefondaten zur Überprüfung des allgemeinen Arbeisverhaltens der Beschäftigen ist sowohl aus datenschutzrechtlicher Sicht als auch nach der Rechtsprechung der Arbeitsgerichte unzulässig.

ICH HOFFE DAS HILFT WEITER!

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"Handelsfachwirt/ jun.Produktmanager im Elektro Consumer Segment"

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#7
 Von 
guest-12330.07.2020 09:41:20
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 8x hilfreich)

Danke für die Infos.

Vielleicht habe ich mich nicht ganz korrekt ausgedrückt:
Den Arbeitsvertrag habe ich erst eine Woche nach Arbeitsantritt erhalten. Hätte ich mich dagegen gewehrt, wäre ich gleich wieder arbeitslos geworden. Beim Einstellungsgespräch hörte sich das alles ganz anders an. Begründung auf meinen Einwand: Das hat unser Rechtsanwalt so erstellt, dafür können wir nichts.
Ich arbeite dort als Vertriebsassistentin, dass heißt ich führe viele Telefongespräche mit Kunden, bzw. potentiellen Kunden, es ist aber kein Call Center. Privatgespräche sind verboten und die führe ich, wenn überhaupt in der Pause über mein Handy.
Grundsätzlich hätte ich auch nichts dagegen, dass bei einem Einzelnachweis überprüft werden kann, ob ich Kundenkontakte hatte.
Was mich aufregt, ist, dass offensichtlich Gespräche mitgehört werden, und, sollte ich mal etwas sagen, was nicht "lupenrein" ist bzw. der Chefin nicht gefällt wird dies notiert und in die Personalakte gelegt.
Diese Vorgehensweise hat mir ein Kollege schon bestätigt. Dieser wollte nach 3 Jahren eine Gehaltserhöhung und da wurden ihm sämtliche "Vergehen" vorgelegt. Wobei man nach 3 Jahren nicht mehr so wirklich weiß was man irgend wann mal gesagt oder getan, bzw. nicht getan hat. Aber es hat Wirkung gezeigt, denn eine Gehaltserhöhung hat er nicht bekommen und sucht seit längerem einen neuen Job.


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#8
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

@luciffer

nagel es nicht am begriff fest. ob es sich nun cc nennt oder vertriebsbüro oder weiß der geier wie. der ag wird immer sagen, es dient zur qualitätssicherung.
egal was gesetze dazu sagen.
dann wird eben angeblich nicht regelmäßig sondern nur stichprobenartig überwacht.

man hat als an nur die wahl, sich einen anderen job zu suchen. ich hab das nur als nebenbeschäftigung mal gemacht u. wunderte mich über so manches.

sunbee

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#9
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

hahahaha*** ist Ihnen bewusst wie es eigentlich aussieht wenn Sie einen Arbeitsvertrag erst eine Woche nach Dienstantritt unterschreiben? Dieser Arbeitsvertrag ist gesetzlich normalerweise unbefristet!!!

Im normalfall werden Arbeitsverträger davor oder am ersten Arbeitstag unterzeichnet.

egal ich würde hier mal einen Betriebsrat einschalten oder sogar mal das Gewerbeaufsichtsamt rufen, falls sich Ihre Detailierung bestätigt, könnten Sie evtl sogar Arbeitsgerichtlich vorgehen.

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#10
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

@kai aus hawai

wo steht, dass der av vor antritt o. am ersten tag unterzeichnet werden muß? wird ein av nur mündlich geschlossen, so ist es verlangt, dass nach spätestens 4 wochen ein schruftlicher av erfolgt.

http://www.arbeitsvertrag.de/schriftform-arbeitsvertrag/index.html

willst du mit der befristung auf § 14 Absatz 4 raus? ist doch makulatur, ein befristeter wurde unterschrieben seitens des an.

sunbee

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#11
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

hatte mich nicht korrekt ausgedrückt

=das heist der Vertrag wurde zuerst mündlich vereinbart, da aber die meisten Chefs nur sagen, Sie können an dem Tag anfangen und bekommen so viel in € Gehalt und sagen Okay einverstanden und gehen.Und wenn der schriftliche Vertrag erst nach Arbeitsbeginn unterzeichnet wird und dort eine befristung drinnen steht, ist das Vertragsbruch, da ja mit dem Arbeitgeber keine Befristung ausgemacht wurde. so hatte ich das gemeint, wobei ich natürlich nicht weis wie das hier in diesem Fall war.

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#12
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2327x hilfreich)

quote:
ein befristeter wurde unterschrieben seitens des an.


@sunbee und wo liest du das?

@kai_aus_hawaii sei so gut und gib doch bitte bei fremden Texten die Quelle an.

MfG

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

???

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#14
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2327x hilfreich)

<font color=red>'Urheberrecht: Quellenangabe, die beim Zitieren eines fremden Werkes in vielen Fällen vorgeschriebene (§ 63 Urheberrechtsgesetz) Angabe der Herkunft des Zitats.'</font>

http://lexikon.meyers.de/meyers/Quelle

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#15
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

@venotis

öhm, unbefristeter...hätte es heißen müssen. stimmt.kommt davon, wenn man mit einem ohr 'am tatort' is....

*wink*

sunbee

-- Editiert von sunbee1 am 24.06.2007 21:59:35

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#16
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2327x hilfreich)

@sunbee *wink* macht ja nichts ;) ... hatte mich nur gewundert.

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#17
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

->off topic

dafür wußte ich dann gleich, wer der mörder war:)
vielleicht kein abmahnbüro sondern ein detektivbüro? kassenwart wirste trotzdem.da kann ich dann schön am schreibtisch mit ohne funktionablem fuß :cheers:

-- Editiert von sunbee1 am 24.06.2007 22:08:51

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#18
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2327x hilfreich)

quote:
wer der mörder war


Ich dachte, dass ist immer der Gärtner(?) *grübel*

quote:
vielleicht kein abmahnbüro sondern ein detektivbüro?


Detektiv? Ich find meist ja nicht mal alle Socken in der Waschmaschine wieder. :augenroll:

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#19
 Von 
kai_aus_hawaii
Status:
Schüler
(235 Beiträge, 19x hilfreich)

i need a detective

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
venotis
Status:
Unparteiischer
(9555 Beiträge, 2327x hilfreich)

quote:
i need a detective


Okay, wieviel Schokoladentaler bietest du? Fabrikat der Waschmaschine? Wo wurden die Socken zuletzt gesehen?




:)

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#21
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2432x hilfreich)

-> off topic

@venotis, du brauchst nur aufs geld aufpassen.

@kai aus hawai

die wichtigste fragen aber lauten: welche farbe haben die socken? hatten sie löcher oder waren sie neu?
es könnt durchaus sein, dass sie zum geschäft zurück sind, weil sie die umhüllung von füssen verweigern, wenn die umhüllung zu groß o. klein ist :crazy: das kenn ich schon. ermittlungen werden aber nur, wie @venotis schon andeutet, gegen schokotaler aufgenommen.

:)

sunbee

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