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Höhere Einstufung der Berufsjahre im Bankentarifvertrag

11.2.2020 Thema abonnieren
 Von 
Bankangestellter
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Höhere Einstufung der Berufsjahre im Bankentarifvertrag

Hallo zusammen,

mein Arbeitgeber (privates Bankengewerbe mit Tarifbindung) hat mich letztes Jahr im März in die Tarifgruppe 9 befördert. Dabei fängt die Tarifgruppe 9 mit mindestens 9 Berufsjahren an. Somit wurde ich also in die Tarifgruppe 9 mit 9 Berufsjahren eingegliedert, was mir auch schriftlich (inkl. der Eingliederung ins 9. Berufsjahr) bestätigt worden ist. Faktisch habe ich diese Berufsjahre noch nicht erreicht, sondern erst in 4 Jahren.

Zum 01.01. habe ich dann erwartet, dass ich in das nächste Berufsjahr (10. Berufsjahr im der Tarifgruppe 9) hochgestuft werde, da im Manteltarifvertrag unter §8 Absatz 2 folgendes vermerkt ist: "2. Das Aufrücken in ein höheres Berufsjahr erfolgt am 1. Januar."

Dies hat mein Arbeitgeber nicht umgesetzt und beruft sich darauf, dass ich die tatsächlichen Berufsjahre noch nicht erreicht hätte. Der Arbeitgeber beruft sich dabei auf §8 des Manteltarifvertrages, allerdings auf Absatz 3: "3. Als Berufsjahre gelten die Jahre, in denen der Arbeitnehmer bei einem Bank oder Kreditinstitut tätig war. Ausbildungsjahre rechnen dann nicht mit, wenn sie vor der Vollendung des 20. Lebensjahres liegen. Das erste Berufsjahr beginnt frühestens mit dem 1. Januar des Kalenderjahres, in dem der Arbeitnehmer sein 20. Lebensjahr vollendet." Diese verstehe ich wiederum als Mindeststandard und kein Arbeitnehmer darf schlechter gestellt werden als die Berechnung der Berufsjahre nach dem zuvor stehenden Vorgehen.

Da mir schriftlich bestätigt worden ist, dass ich ins 9. Berufsjahr eingruppiert worden bin, beharre ich weiterhin auf die Höhergruppierung die im 2. Absatz geregelt ist, da ich der Meinung bin, dass individuelle Vereinbarung (im positiven Sinne) über den Standard des Manteltarifvertrages hinausgehen und dann wieder Absatz 2 mit der Höhergruppierung zum 01.01 greift. Absatz 3. stellt für mich die Mindesteinstufung dar und begrenzt nicht die Höhergruppierung.

In §8 Absatz 1 steht übrigens folgendes: "1. Das Mindestgehalt aller Arbeitnehmer richtet sich nach Berufsjahren. Jugendliche Arbeitnehmer erhalten bis zur Vollendung des 20. Lebensjahres das Gehalt des 1. Berufsjahres der betreffenden Tarifgruppe. In den Tarifgruppen 6 bis 9 ist unabhängig von den Berufsjahren mindestens das ausgewiesene Eingangsgehalt zu zahlen."

Wie seht Ihr den Sachverhalt? Könnt Ihr meine Meinung teilen?

Vielen Dank für Eure Einschätzung!

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(10846 Beiträge, 4617x hilfreich)

Früher gab es einen Scherz: Wer A sagt, muss noch lange nicht _denauer sagen (Adenauer, der erste Bundeskanzler).
Dass man dir früher, als es tatsächlich zutrifft, die Besoldung nach 9 Berufsjahren zubilligt, heißt noch lange nicht, dass es so weiter gehen muss mit 10, 11, ...
"Beharren" kannst du - dann musst du es wohl ausfechten.

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#2
 Von 
spatenklopper
Status:
Schlichter
(7563 Beiträge, 3437x hilfreich)

Zitat (von Bankangestellter):
Diese verstehe ich wiederum als Mindeststandard und kein Arbeitnehmer darf schlechter gestellt werden als die Berechnung der Berufsjahre nach dem zuvor stehenden Vorgehen.

Wirst Du ja auch nicht, das Gegenteil ist doch bei Dir der Fall.
Aktuell bist Du mit der Eingruppierung 4 Jahre in der Zukunft.

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