Kann der Arbeitgeber meine Resttage vor der Kündigung einfach so verschieben?

13. Februar 2024 Thema abonnieren
 Von 
kanindo
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Kann der Arbeitgeber meine Resttage vor der Kündigung einfach so verschieben?

Ich arbeite bei meinem aktuellen Arbeitgeber Montag und Freitag im Homeoffice. Dienstag bis Donnerstag arbeite ich vor Ort im Büro. Ich bin am 05.02.24. bis ursprünglich geplant 05.04.24 in Elternzeit. Da ich Elterngeld Plus beziehe, arbeite ich während der Elternzeit in Teilzeit. Dies 8 Stunden pro Woche, also einem Tag.

Statt einmal pro Woche einen Tag zu kommen, habe ich mit meinem Arbeitgeber vereinbart, dass ich stattdessen an einem Block durchgängig arbeite. Vereinbart war der 21.02.-01.03. Also einmal drei und einmal fünf Tage. Die dann ganz normal mit den Homeoffice- und Bürotagen wie sonst auch. Ich arbeite in einer kleinen Werbeagentur. Das Einzige, was davon schriftlich festgehalten wurde, ist unser Slack-Chat in welchem mein Chef mich gefragt hat, ob wir die Tage so festhalten wollen und ich habe gesagt, dass das so für mich passt. Dass sowas mündlich oder im Chat besprochen und festgehalten wird, ist in der Firma gängige Praxis.

Nun habe ich mein Arbeitsverhältnis fristgerecht zum Ende März 2023 gekündigt, weil ich nach dem Ende meiner Elternzeit bei ner anderen Firma arbeiten werde. Nach Abzug meines Resturlaubs muss ich während der Elternzeit noch 5,5 Tage arbeiten.

Mein Chef hat mich einen Tag nach meiner Kündigung ins Büro gerufen und gesagt, dass er die Resttage nun anders aufteilen möchte. Und zwar möchte er, dass ich jeweils am 20.02. - 22.02. drei volle Tage und am 27.02 - 29.02 zwei volle Tage und einen halben Tag vor Ort im Büro arbeite. Die Begründung war, dass ich meine Restarbeitszeit so viel wie möglich vor Ort sein soll, da es der Firma am meisten nützt.

Ich weiß nicht, ob es rechtlich relevant ist, aber zur Info: Meines Erachtens gibt es keinen Grund, warum das so stimmt. Im Gegenteil. Aktuell arbeite ich ja bis zum nächsten Block gar nicht. Da ich mein aktuelles Projekt bis zu meiner Freizeit nicht fertigstellen konnte, wäre es aus Firmensicht besser gewesen, hätte ich einfach meine Resttage an den Anfang der Elternzeit (05.02.) gelegt und dann das Projekt fertiggestellt. Ich sehe es als Schikane an, dass mein Chef mich als Pendler so oft wie möglich über zwei Wochen ins Büro bestellt, weil er über meine Kündigung verärgert ist. Dass er Kündigungen persönlich nimmt und in solch einer Art reagiert, haben mir auch schon andere Mitarbeiter aus dem Projektmanagement bestätigt.

Nun habe, ich als mein Chef dies mündlich verkündigt hat, mehrmals geäußert, dass ich diese Änderung natürlich als extra Belastung empfinde und dass es meines Erachtens für die Firma besser wäre, wenn ich durcharbeite und dass dies für mich persönlich auch besser wäre. Auch sich an die ursprüngliche Abmachung zu halten und somit nur noch eine Woche zu arbeiten (und den halben Tag als Überstunden auf die anderen Tage zu verteilen) wäre für mich besser. Das wurde von meinem Chef aber abgelehnt.

Da ich noch dringende Dinge fertig bearbeiten musste, hat mein Chef zugestimmt, dass ich am 05.02. einen halben Tag im Homeoffice arbeitete. Nun muss ich Dienstag und Donnerstag am 20.02. und 22.02. sowie Dienstag bis Donnerstag am 27.02. bis 29.02. ins Büro. Dass ich das nicht gut finde und gerne früher die Restzeit abarbeiten möchte und natürlich auch als Pendler mit den Homeoffice-Tagen habe ich geäußert. Mein Chef sagte nur, dass er sich bei Bedarf meldet, falls es für die Firma besser passt.

Nun frage ich mich, ob ich nicht auf die ursprünglichen Arbeitstage bestehen kann. Im Arbeitskalender online steht die für mich ungünstige Lösung. Aber an keiner Stelle wurde halt schriftlich vereinbart, dass das so okay für mich ist.

Nun habe ich folgende Fragen:

- Kann ich auf die ursprüngliche Vereinbarung bestehen? Kann ich das so durchsetzen, in dem ich zu meinem Chef sage, dass ich die andere Lösung nicht akzeptabel finde und einfach komme, wie ursprünglich vereinbart? - Wahrscheinlich nicht, oder?

- Was wäre, wenn ich an meinem ersten Tag ins Büro komme, meinen Arbeits-Laptop (aktuell bei mir Zuhause) fertig zur Übergabe vorbereite, krank werde (mit Krankmeldung vom Arzt), für die restlichen Arbeitstage krankgeschrieben bin und dann einfach meine mitteile, dass ich meine Büroschlüssel in den Folgetagen abgeben werde und der Rest schon fertiggestellt ist? Hat mein Chef da irgendeine Handhabe dann wiederum auf andere Arbeitstage zu bestehen oder einfach die Zahlung des Gehalts zu verwehren?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Familienmensch1971
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 7x hilfreich)

Krank machen ist keine gute Idee:

https://www.arbeitsrecht-rheinland-pfalz.de/andere-gerichte/detailansicht/artikel/durchgehend-krankgeschrieben-keine-entgeltfortzahlung-waehrend-der-kuendigungsfrist.html

Mit den Arbeitstagen im Home-Office oder Büro:
Selbst wenn Du das mit dem Chat nachweisen kannst, würde ich dahin tendieren, dass sich für deinen Chef aufgrund Deiner Kündigung eine neue Situation ergeben hat und er deswegen (bessere Übergabe Deiner aktuellen Arbeit usw) durchaus ein berechtigtes Interesse haben könnte, Dich ins Büro zu beordern.

Der Ausgangspunkt für die Home-Office Vereinbarung war ja unter anderen Umständen.

Evtl. wird ein anderer User nun gleich posten:

Zitat (von kanindo):
Nun frage ich mich, ob ich nicht auf die ursprünglichen Arbeitstage bestehen kann.


Darauf kann man sicher bestehen, Probleme gibt es dann regelmäßig beim rechtlich Durchsetzen der Forderung.... :grins:

Signatur:

User auf Ignore-Liste:
Anami, da keine sinnvollen Beiträge zu erwarten sind.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(120045 Beiträge, 39822x hilfreich)

Zitat (von kanindo):
- Was wäre, wenn ich an meinem ersten Tag ins Büro komme, meinen Arbeits-Laptop (aktuell bei mir Zuhause) fertig zur Übergabe vorbereite, krank werde (mit Krankmeldung vom Arzt),

Betrug zu begehen ist selten eine gute Idee - insbesondere wenn der so schlecht getarnt ist.



Zitat (von Familienmensch1971):
Evtl. wird ein anderer User nun gleich posten:

Er könnte auf die Frage
Zitat (von kanindo):
Kann der Arbeitgeber meine Resttage vor der Kündigung einfach so verschieben?

auch antworten
"Er macht es doch schon, da ist die Frage ob man es [i]kann doch irgendwie sinnlos?"[/i]
oder
"Können kann man vieles, in Abhängigkeit der persönlichen Talente, der Motivation und des finanziellen Spielraumes.
Rechtlich ist das „können" aber regelmäßig wesentlich unrelevanter als das „dürfen"."




Zitat (von kanindo):
Das Einzige, was davon schriftlich festgehalten wurde, ist unser Slack-Chat

Mal abgesehen davon, das man in einem Slack-Chat nichts schriftlich festhalten kann, müsste man erst man den Wortlaut der Kommunikation kennen um sinnvoll darüber diskutieren zu können.

Denn es geht um Verbindlichkeit einerseits, gegen das Direktionsrecht andererseits.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
kanindo
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Familienmensch1971):
Darauf kann man sicher bestehen, Probleme gibt es dann regelmäßig beim rechtlich Durchsetzen der Forderung....

Was wäre denn, wenn ich ab dem ursprünglichen einfach online komme im Homeoffice und sage ich arbeite es ab jetzt ab und er sagt nein und ich mache es trotzdem?

Zitat (von Familienmensch1971):
Mit den Arbeitstagen im Home-Office oder Büro:
Selbst wenn Du das mit dem Chat nachweisen kannst, würde ich dahin tendieren, dass sich für deinen Chef aufgrund Deiner Kündigung eine neue Situation ergeben hat und er deswegen (bessere Übergabe Deiner aktuellen Arbeit usw) durchaus ein berechtigtes Interesse haben könnte, Dich ins Büro zu beordern.

Argumentativ stimmt das. In dem konkreten Fall aber nicht.

Im Gegenteil ich musste die jetzt offenen Dinge als Mail übergeben. Wenn ich zurückkomme sind die abgearbeitet. Ich weiß jetzt schon, dass es gar nicht genügend Arbeit für die Resttage geben wird und ich daher sowieso Leerlauf haben erde. Daher gibt es weder Aufgaben, da ich besser mit Personen vor Ort bespreche bzw. erfordern, dass ich jeden der Resttage (ich wäre ja einen Teil auch so vor Ort gewesen) vor Ort verbringe und auch wird es wohl keine Übergabe geben.
Wie schon gesagt, scheint solch eine Aktion nicht das erste Mal zu sein, wenn ein Mitarbeiter kündigt. Spielt aber wohl in der rechtlichen Bewertung sicherlich keine Rolle.

Zitat (von Harry van Sell):
Mal abgesehen davon, das man in einem Slack-Chat nichts schriftlich festhalten kann, müsste man erst man den Wortlaut der Kommunikation kennen um sinnvoll darüber diskutieren zu können.

Chef: 21.02-01.03. wäre okay. Sollen wir das mal festhalten?
Ich: Ja können wir so festhalten

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1062 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Betrug zu begehen ist selten eine gute Idee - insbesondere wenn der so schlecht getarnt ist.


Letztendlich müsste einem der Arbeitgeber aber auch nachweisen, dass man nicht arbeitsunfähig ist.

Ob ihm das der Aufwand wert ist (und ob er den Beweis überhaupt führen kann), steht wieder auf einem anderen Blatt.

Nichtsdestotrotz würde ich so nicht aus einem Arbeitsverhältnis ausscheiden oder mich auf den letzten Metern noch rumstreiten wollen.

Was spricht also dagegen, liebe TE, wenn du in den sauren Apfel beißt und an den von deinem AG gewünschten Tagen arbeitest?

Ist doch nur für eine sehr kurze Zeit.


-- Editiert von User am 14. Februar 2024 12:26

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1062 Beiträge, 119x hilfreich)

Zitat (von Familienmensch1971):
Krank machen ist keine gute Idee:

https://www.arbeitsrecht-rheinland-pfalz.de/andere-gerichte/detailansicht/artikel/durchgehend-krankgeschrieben-keine-entgeltfortzahlung-waehrend-der-kuendigungsfrist.html


In deinem Text geht es um eine Krankmeldung unmittelbar nach der Kündigung.

Das scheint mir auf den hier diskutierten Fall nicht zuzutreffen.


-- Editiert von User am 14. Februar 2024 12:29

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10689 Beiträge, 4206x hilfreich)

Zitat (von kanindo):
Die Begründung war, dass ich meine Restarbeitszeit so viel wie möglich vor Ort sein soll, da es der Firma am meisten nützt.

Ich weiß nicht, ob es rechtlich relevant ist, aber zur Info: Meines Erachtens gibt es keinen Grund, warum das so stimmt. Im Gegenteil.


Es ist ziemlich simpel, Übergabe/Einarbeitung deines Nachfolgers / deiner Nachfolgerin.
Das funktioniert schlecht aus dem Homeoffice und sollte mit den Arbeitszeiten deines Nachfolgers / deiner Nachfolgerin schon halbwegs übereinstimmen.

Zitat (von kanindo):
dass ich diese Änderung natürlich als extra Belastung empfinde und dass es meines Erachtens für die Firma besser wäre, wenn ich durcharbeite und dass dies für mich persönlich auch besser wäre.

Es kommen grandiose Zeiten auf die deutsche Wirtschaft zu, wenn Arbeitnehmer nun schon wegen 4 1/2 Tagen (=5 mal Pendeln) an ihre Belastungsgrenze kommen und darüber nachdenken sich für den quersitzenden Furz krankschreiben zu lassen.....

2x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
kanindo
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Es ist ziemlich simpel, Übergabe/Einarbeitung deines Nachfolgers / deiner Nachfolgerin.
Das funktioniert schlecht aus dem Homeoffice und sollte mit den Arbeitszeiten deines Nachfolgers / deiner Nachfolgerin schon halbwegs übereinstimmen.

Wie schon oben erwähnt: Diese Argumentation ist zwar allgemein richtig und nachvollziehbar, aber in dem konkreten Fall stimmt das eben nicht.

Ich habe ohnehin keinen Nachfolger, da meine Stelle erst nach meinem Abgang besetzt wird. Das heißt ich mache meine Übergabe an meinen Kollegen, der gleichen Abteilung, welcher wiederum auch meinen Nachfolger einarbeitet, sobald es einen geben wird.

So wie es jetzt gehandhabt wird/wurde musste ich Alles vor meinem jetzigen Block Freizeit/Elternzeit (Übergabe an Projekten, die vor meiner Elternzeit jetzt noch offen waren, sowie allgemeine Übergabe mit Zugängen, Mailverläufen, Code-Erläuterungen...) schon online per Mail übergeben, weil mein letzen Tage vor dem kommenden letzten Arbeitsblock Homeoffice-Tage waren.
Wenn ich im kommenden Block die komplette Arbeit, die noch da ist/neu kommt selbst abarbeite, habe ich somit 100% online und 0% vor Ort übergeben. Bleibt noch Arbeit übrig, dann muss ich nur das vor Ort übergeben. Dann hätte man immer noch 90% online und 10% vor Ort.

Hätte ich einfach meine Restzeit direkt dranhängen können, hätte ich meine Restarbeit abarbeiten können und somit gar nicht übergeben müssen. Denn allgemeinen Kram, den ich so jetzt online übergeben hätte, hätte ich dann vor Ort übergeben, da ich ja auch in der vorher besprochenen Variante zum Teil vor Ort gewesen wäre.
Sprich so wie es der Chef vorgegeben hat = Mehr Arbeit muss übergeben werden, davon 90 - 100% online und 0 - 10% vor Ort
So wie es ursprünglich gedacht war = Weniger Arbeit muss übergeben werden, davon 100% vor Ort

Wenn ich sage, dass es der Firma nicht nutzt, ist mir solch ein No-Brainer schon klar, dass ne Einarbeitung vor Ort besser ist. Nur kann ich selbst die konkrete Situation wohl besser einschätzen und weiß, dass das daher einfach nicht stimmt.

Zitat (von spatenklopper):
Es kommen grandiose Zeiten auf die deutsche Wirtschaft zu, wenn Arbeitnehmer nun schon wegen 4 1/2 Tagen (=5 mal Pendeln) an ihre Belastungsgrenze kommen und darüber nachdenken sich für den quersitzenden Furz krankschreiben zu lassen.....

Nach dieser überheblichen Einschätzung hat überhaupt niemand gefragt. Darüber hinaus, weißt du doch gar nicht, warum mich das so stört.

Ich bin aktuell zwei Monate in Elternzeit (mit Teilzeit). Das bedeutet natürlich eine finanzielle Belastung, da Elterngeld Plus mit dem zusätzlich Zuverdienst weitaus weniger Geld ist als mein Gehalt. Diese finanzielle Einbuße mache ich um mehr Zeit mit meiner Frau und meinem kleinen Baby zu verbringen und in dieser besonderen Zeit bei meiner Familie sein zu können. Als Pendler habe ich mit aktuellen Umbaumaßnahmen der Bahn, Streiks und Verkehrschaos zwischen 90 und 150 Minuten Weg pro Fahrt. Das heißt ich bin zwischen 12 und 14 Stunden weg und sehe mein Kind an den Tagen gar nicht. Wenn mein Chef mir die Anwesendheitstage so legt, dass ich zwei Wochen hintereinander Dienstag bis Donnerstag an den Präsenztagen vor Ort bin und extra die Homeoffice-Tage auslasse, kann ich in den zwei Wochen nichts planen, was mehrtägig ist und sehe mein Kind für den Großteil nicht. Die Elternzeit mitsamt der finanziellen Einbuße habe ich genommen, um mein Kind sehen zu können. Natürlich wurmt es mich daher, wenn mein Chef nach der Kündigung ohne triftigen Grund meine Anwesenheitstage so umlegt, dass es mich maximal viel Zeit mit meinem Kind kostet. Inklusive dem halben Tag, wo ich mehr unterwegs als Arbeitsstunden vor Ort bin. Gäbe es einen nachvollziehbaren Grund, warum die Firma profitiert, könnte ich ja noch verstehen, warum mein Chef das Firmenbedürfnis höher als das des ausscheidenden Mitarbeiters stellt. So ärgert mich das natürlich ungemein. Das hat nichts mit nem "quersitzenden Furz" zu tun, sondern dass ich das als beruflich unprofessionell und menschlich charakterschwach erachte, weil es eben nur gemacht wird, um mir aus Ärger über meine Kündigung extra ein Loch in meine Elternzeit zu reißen.

Zitat (von Nana71):
Nichtsdestotrotz würde ich so nicht aus einem Arbeitsverhältnis ausscheiden oder mich auf den letzten Metern noch rumstreiten wollen.

Was spricht also dagegen, liebe TE, wenn du in den sauren Apfel beißt und an den von deinem AG gewünschten Tagen arbeitest?

Ist doch nur für eine sehr kurze Zeit.

Mir geht es genauso. Ich möchte mich bei nem Arbeitsverhältnis egal ob ausscheidend oder nicht lieber professionell verhalten und nicht rumstreiten.

Ursprünglich wollte ich meine Teilzeit-Arbeitszeit während der Elternzeit sogar komplett am Anfang meiner Elternzeit ableisten, sodass ich die Elternzeit komplett ohne Arbeitszeit dazwischen frei habe. Das war auch so besprochen. Den Block in der Mitte habe ich schon für die Firma gemacht. Mein Kollege ist länger ausgefallen und zum Zeitpunkt der Vereinbarung hätte es sein können, dass dieser während meiner kompletten Elternzeit ausfällt. Ich habe für die Firma zugestimmt den Block in der Mitte zu machen, da mein Kollege und ich die einzigen Mitarbeiter der Abteilung sind und ich somit helfen wollte, dass die Abteilung nicht so lange komplett unbesetzt ist. Das hätte ich nicht tun müssen. Als ich noch nicht gekündigt habe, war mein Chef noch auf ne Lösung aus, die auch zu meiner Zufriedenheit ist, sodass ich auch hätte am Anfang im Block arbeiten können.

Darüber hinaus habe ich einen Monat Kündigungsfrist. Mit Resturlaub und Elternzeit hätte ich auch einfach bis zum letzten Tag nichts sagen und dann die Kündigung am letzten Tag einreichen können. Nur weil ich als menchlisch und professionell fair erachte, habe ich die Kündigung mit so viel Vorlauf eingereicht bzw. vorher mit meinem Chef noch das persönliche Gespräch gesucht.

Das heißt aus meiner Sicht habe ich extra darauf geachtet, dass mein Ausscheiden für die Firma als auch meinen Kollegen in der Abteilung möglichst glimpflich verläuft, weil ich einen Ausfall der Abteilung so gut wie möglich abgefedert hätte und auch so früh wie möglich Bescheid gegeben habe, was ich beides nicht hätte machen Nüssen.

Die Gründe warum ich jetzt solch ein Fass aufmache sind eben, einerseits, dass es meine Elternzeit schon massiv beeinträchtigt, weil es die Freizeitgestaltung mit Kind eben beeinflusst, wenn ich mittendrin über 2 von den 8 Wochen Elternzeit so viele Tage wie möglich mein Kind nicht sehe, weil es noch im Bett ist, wenn ich losgehe und schon fast wieder im Bett liegt, wenn ich die Tür rein komme.

Andererseits bin ich menschlich schlicht weg enttäuscht, da ich versucht habe mich möglichst fair zu verhalten und mein Chef wiederum aus Ärgernis mir Steine in den Weg legt. Und das obwohl es ihm nichts bringt und ihm auch klar ist, dass ihm das nur möglich ist, weil ich mich so fair verhalten habe.

Ich sehe schon, mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, weil der Streitwert für die wenigen Resttage nicht groß genug ist solch ein Faß aufzumachen und daher muss ich in den sauren Apfel beißen. Warum ich vorher andere Möglichkeiten ausloten wollte, ist jetzt hoffentlich nachvollziehbare.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Familienmensch1971
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von kanindo):
Wie schon oben erwähnt: Diese Argumentation ist zwar allgemein richtig und nachvollziehbar, aber in dem konkreten Fall stimmt das eben nicht.


Doch, ist sie.....
Wenn Dein Chef diese Argumentation nimmt, dass er sicherheitshalber Deine die letzten Tage im Büro haben wollte, um eine bestmögliche Übergabe zu gewährleisten, dann hat er damit erst mal Recht.

Da geht es gar nicht drum, ob das Online auch ginge.....

Zitat (von Nana71):
In deinem Text geht es um eine Krankmeldung unmittelbar nach der Kündigung.

Das scheint mir auf den hier diskutierten Fall nicht zuzutreffen.


Doch, Arbeitnehmer kündigt, Chef nimmt ihm sein "geliebtes" Home-Office, AN meldet sich krank....
Der Chef kann dann erst mal die Lohnfortzahlung stoppen und der AN muss Klagen und sich erklären.

Signatur:

User auf Ignore-Liste:
Anami, da keine sinnvollen Beiträge zu erwarten sind.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 267.763 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
108.220 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen