Kann ich ein per Mail zugesagtes Jobangebot absagen, wenn ein besseres Angebot kommt?

17. März 2018 Thema abonnieren
 Von 
MissMango1988
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Kann ich ein per Mail zugesagtes Jobangebot absagen, wenn ein besseres Angebot kommt?

Hi zusammen,

vielleicht könnt ihr mir ja helfen. Ich habe probiert mich so schon schlau zu machen, aber so eine Situation wie bei mir grad, hab ich nicht finden können. Folgender Sachverhalt:

Ich habe mich bei verschiedenen Unternehmen beworben und wurde u.a. bei Firma A zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Das lief anscheinend ganz gut, da ich auch zum Probearbeiten da war. Danach wurde ich etwas hingehalten - sie hätten eben noch andere Bewerber aber ich wäre schon eine Finalistin. Nach einem erneuten (recht unangenehmen) Telefoninterview hielt man mich erneut ein paar Tage hin bis letztendendes eine Zusage meiner zukünftigen Chefin kam, dass die Personalabteilung sich bei mir melden würde. Das passierte auch und eine Einstellung zum 15.03.18 wäre möglich. Nun waren wir uns beim Gehalt nicht ganz einig und ich wollte nochmal eine Nacht drüber schlafen. Ende vom Lied: Ich habe das Jobangebot per Mail zugesagt. In der Mail standen erstmal nur Beginn(jetzt 01.04.18, da das zeitlich nicht mehr umsetzbar gewesen wäre zum 15.03.18), Arbeitsstunden, Gehalt und Überstundenregelung. Den Arbeitsvertrag würde man mir per Mail und per Post zukommen lassen.
Da der gesamte Bewerbungsprozess nicht ideal ablief, nahm ich zu diesem Zeitpunkt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch von Firma B an. Diese hatte mich über einen "Social Media Job Portal" angeschrieben. Es fanden an einem Tag zwei Gespräche statt und jetzt wollen die sich bis Dienstag bei mir melden (heute ist Samstag).
Den Arbeitsvertrag von Firma A hatte ich gestern im Briefkasten.

Sollte sich Firma B für mich entscheiden (die haben eindeutig das lukrativere/bessere Angebot für mich), kann ich Firma A telefonisch/schriftlich absagen? Oder bin ich durch die Zusage per Mail schon einen Vertrag eingegangen?

Ganz lieben Dank für eure Hilfe!

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Nervin
Status:
Schüler
(287 Beiträge, 178x hilfreich)

Guten Tag,

die fiese Lösung: Du kannst den per Post erhaltenen Arbeitsvertrag akribisch prüfen, ob es Abweichungen zu den Mails gibt. In diesem Fall hast Du einen Ansatzpunkt, den Arbeitsvertrag, den Du per Post erhalten hast, abzulehnen

die faire Lösung: Du bittest Firma A um Vertragsauflösung. Keine Firma wird einen Mitarbeiter einstellen, der am ersten Arbeistag seine Kündigung vorlegt.

Viel Glück,

Nervin

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17197 Beiträge, 6425x hilfreich)

... oder - wenn der Vertrag eine Kündigung vor Arbeitsaufnahme nicht ausschließt - du kündigst umgehend bei A.

2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
MissMango1988
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke für die Antworten :)

zu Möglichkeiten A und C) Im Vertrag sind mir zwei Sachen aufgefallen, die so per Mail nicht abgesprochen wurden. Erstens kann ich "beliebig eingesetzt werden" sprich ich werde bei Bedarf in andere Teams gesetzt..?. Zweitens, dass die Kündigung vor Dienstantritt ausgeschlossen ist. Da aber der Vertrag von keiner Seite unterschrieben wurde, müsste ich doch noch von meiner Zusage zurücktreten könne, oder?

Möglichkeit B) Denke auch, dass die keinen haben wollen, der gleich wieder weg will.

Ich bekomme morgen Abend Bescheid, ob das bei der anderen Firma klappt. Würde dann auf eine schnelle Vertragsunterschrift pochen und Firma A danach anrufen und sagen, dass ich ein besseres Angebot habe und leider meine Zusage zurückziehe. Wenn Sie dann Faxen machen und sagen, dass ich aber einen Vertrag eingegangen bin, kann ich immer noch mit den zwei Punkten oben kommen und sagen, dass ich damit nicht einverstanden bin und Sie um eine Vertragsauflösung bitte.
Klingt das nach was??

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
little-beagle
Status:
Student
(2181 Beiträge, 1247x hilfreich)

"und sagen, dass ich ein besseres Angebot habe" würde ich mir schenken. Das geht den Arbeitgeber nichts an.

2x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Nervin
Status:
Schüler
(287 Beiträge, 178x hilfreich)

Guten Tag,

3 Anmerkungen habe ich noch:

1. Arbeitsverträge müssen nicht zwingend schriftlich geschlossen werden. Falls man sich z.B. mündlich über alle Eckpunkte (Gehalt, Urlaub, Tätigkeit, Einsatzort, …) einig ist, liegt bereits ein Arbeitsvertrag vor.

2. Falls vor Arbeitsbeginn die Kündigung ausgeschlossen ist und der Mitarbeiter trotzdem vorher kündigt, macht sich der Mitarbeiter schadensersatzpflichtig. Allerdings muss die Firma den exakten Schaden nachweisen. Falls der Mitarbeiter vertragsgemäß zur Arbeit erscheint und sofort fristgemäß kündigt, liegt natürlich kein Schaden vor. Ein Schaden wird demnach gering sein und kaum exakt zu bestimmen sein.

3. Falls ich Personalchef wäre und mir jemand mitteilt, dass er sich anderweitig entschieden hat, würde ich dem Betreffenden für seine Offenheit danken (!!!). Es besteht ja die Gefahr, dass der Mitarbeiter am ersten Arbeitstag erscheint und sofort kündigt und am zweiten Arbeitstag sich krank meldet und dann noch ein Zeugnis verlangt…

Viele Grüße

Nervin

1x Hilfreiche Antwort

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