Kein Berufsabschluss vorhanden

30. November 2014 Thema abonnieren
 Von 
guest-12311.02.2015 10:42:43
Status:
Beginner
(112 Beiträge, 21x hilfreich)
Kein Berufsabschluss vorhanden

Hallo,

eine Frage für eine Bekannte:

Folgender fiktiver Fall:
Nach Beendigung der Berufsausbildung nach Beendigung keinen Abschluss wegen Krankheit vorhanden, Prüfung wurde um ein halbes Jahr verschoben, dann aber nicht Teilnahme an der Prüfung, somit kein Berufsabschluss ohne Zertifikat.

Muss das bei einer schriftlichen Bewerbung zu einer Stelle erwähnt werden, dass man keinen Berufsabschluss bzw. Zertifikat hat?
Oder reicht es bei einer schriftlichen Bewerbung auch aus, sich lediglich um eine Stelle zu bewerben ohne Hinweis, dass das Zertifikat nicht vorhanden ist?

Was wäre, wenn man dennoch eingestellt wird, und Jahre später herauskommt, dass man keinen Berufsabschluss bzw. Zertifat vorweisen kann. Ein Arbeitvertrag wurde beiderseits berits zu Beginn unterschrieben. Anschließend wird durch AG das Zertifikat verlangt.
Was könnte arbeitsrechtlich oder sonstiges passieren.

Gruss Pit Hegau

-- Editiert PitHegau am 30.11.2014 13:13

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9 Antworten
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#1
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1264x hilfreich)

Zunächst mal ist es Sache des Arbeitgebers, dafür zu sorgen beziehungsweise zu prüfen , dass die erforderliche Qualifikation auch vorhanden ist. Wenn nun der Arbeitgeber das Zertifikat nachfordert und der Arbeitgeber ist nicht beibringen kann, kann der Vertrag wieder aufgelöst werden, weil er latent unwirksam war. Ob nun der Arbeitnehmer in seiner Bewerbung ausdrücklich darauf hinweisen muss , dass das Zertifikat nicht vorhanden ist, ist nicht ganz so einfach zu sagen: es gibt sozusagen auch die Lüge durch Weglassen. Wenn also der Arbeitsnehmer den Eindruck erweckt ( ansonsten wäre das Nachfordern wohl sinnlos ) , er habe das Zertifikat, mag das als arglistige Täuschung gelten, und der Arbeitsvertrag kann ggf auch Jahre später noch deswegen aufgelöst werden.

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#2
 Von 
Herr Müller 176
Status:
Schüler
(188 Beiträge, 147x hilfreich)

quote:
Muss das bei einer schriftlichen Bewerbung zu einer Stelle erwähnt werden, dass man keinen Berufsabschluss bzw. Zertifikat hat?
Oder reicht es bei einer schriftlichen Bewerbung auch aus, sich lediglich um eine Stelle zu bewerben ohne Hinweis, dass das Zertifikat nicht vorhanden ist?


eine bewerbung kann auch so aussehen:

ey leute ich habe bock drauf bei euch zu arbeiten

dies wäre dann das anschreiben, gefordert werden dann in der regel lebenslauf und zeugnisse

kritisch wird es dann beim lebeslauf: diesen darf mann/frau bedingt "schönen": arbeitslos heißt dann aktive arbeitssuche, neuorientierung, bildungsgutschein heißt qualifizierung, ... (das wissen allerdings auch die personaler)

falsche angaben über z.b. berufsabschlüsse/zertifikate sind allerdings fatal und können (wie blaubär schreibt) zur fristlosen kündigung führen

andererseits

sind sie ja (trotz fehlender zertifikate) eingestellt worden
ihr ag hat nun 2 möglichkeiten:
feststellen das ihre qualifikation nicht den anforderungen der stelle entspricht (kündigung)
oder
änderungskündigung verbunden mit einordnung in niedrigere "gehaltsklasse"

@blaubär

quote:
Wenn nun der Arbeitgeber das Zertifikat nachfordert und der Arbeitgeber ist nicht beibringen kann, kann der Vertrag wieder aufgelöst werden, weil er latent unwirksam war.


hört sich gut an, allein der sinn erschließt sich mir nicht !?

interpretation:
... und der an es nicht ..

ob es:
latent unwirksame arbeitsverträge gibt ?














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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38222 Beiträge, 13956x hilfreich)

Es kommt doch auf die Ausschreibung an. Wenn tatsächlich jemand mit einer bestimmten Qualifikation gesucht wird, man dieselbe nicht hat, trotzdem meint, für die Stelle geeignet zu sein, dann sollte man das auch schreiben/sagen. Jedenfalls nicht (unter gar keinen Umständen) so tun, als wenn man die Qualifikation hat. Da bewegt man sich möglicherweise sogar im strafrechtlichen Bereich. Der Vertrag ist zwar wirklsam, aber fristlos kündbar mit allen Konsequenzen.

wirdwerden

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118852 Beiträge, 39644x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Nach Beendigung der Berufsausbildung nach Beendigung keinen Abschluss wegen Krankheit vorhanden, Prüfung wurde um ein halbes Jahr verschoben, dann aber nicht Teilnahme an der Prüfung, somit kein Berufsabschluss ohne Zertifikat. <hr size=1 noshade>

War das der Grundkurs Deutsch wo das Zertifikat fehlt?

Wnen die Bewerbung genauso geschrieben wird wie der Post hier, bedarf es bezüglich der Qualifikation keiner Rückfragen mehr ...



Ansonsten ergibt sich dad fehlen oder Vorhandensein von Schul- und/oder Berufsabschluss sowie von Zertifikaten aus dem Lebenslauf.
Was nicht drin steht hat man nicht. So einfach ist das.


Wenn man sich also auf die ausgeschriebene Stelle als theoretischer Elementarphysiker bewirbt, und bei Schulabschluss "Hauptschule abgebrochen" steht, ist es kein Verschulden des Bewerbers wenn er dennoch eingestellt wird.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#5
 Von 
dummfragerin
Status:
Praktikant
(759 Beiträge, 335x hilfreich)

Ich vermute der Bewerber hat geschrieben (oder will schreiben):

mm/jj - mm/jj Ausbildung zum ABC

Was ja den Tatsachen entspricht. Er hat die Ausbildung gemacht. Wenn die Ausbildungsdauer der regulären Dauer entspricht, geht der Personaler erstmal von einem erfolgreichen Abschluss aus. Ob das eine Täuschung ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wahrscheinlich nicht.

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#6
 Von 
galabaer
Status:
Praktikant
(691 Beiträge, 457x hilfreich)

quote:
Ansonsten ergibt sich dad fehlen oder Vorhandensein von Schul- und/oder Berufsabschluss sowie von Zertifikaten aus dem Lebenslauf.
Was nicht drin steht hat man nicht. So einfach ist das.

Wenn man sich also auf die ausgeschriebene Stelle als theoretischer Elementarphysiker bewirbt, und bei Schulabschluss "Hauptschule abgebrochen" steht


der TE will doch offensichtlich das abgebrochen verschweigen und nur sowas schreiben wie "von X/2011 bis Y/2014 Ausbildung zum XYZ", wo man als Leser ja davon ausgehen kann, dass die Ausbildung auch abgeschlossen wurde, es aber eben nicht explizit behauptet wird...

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Herr Müller 176
Status:
Schüler
(188 Beiträge, 147x hilfreich)

frage wäre:

quote:
wo man als Leser ja davon ausgehen kann, dass die Ausbildung auch abgeschlossen wurde, es aber eben nicht explizit behauptet wird...


wer ist leser ?
als personal"chef" würden bei mir doch "rote lämpchen" aufleuchten wenn
a. (wie es zum lebenslauf gehört) unter abschlüsse/zertifikate nichts steht
b. entsprechende unterlagen nicht beigefügt sind

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118852 Beiträge, 39644x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>feststellen das ihre qualifikation nicht den anforderungen der stelle entspricht (kündigung) <hr size=1 noshade>

Ich frage mich gerade ob so eine Kündigung vor Gericht durch gehen würde, wenn man die geforderte Leistung tatsächlich erbringt und nur die Qualifikation auf dem Papier fehlt ... sofern die Qualifikation nicht gesetzlich gefordert ist (wie z.B. §34a GewO ).





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16390 Beiträge, 9257x hilfreich)


quote:<hr size=1 noshade>Ich frage mich gerade ob so eine Kündigung vor Gericht durch gehen würde, wenn man die geforderte Leistung tatsächlich erbringt und nur die Qualifikation auf dem Papier fehlt ... sofern die Qualifikation nicht gesetzlich gefordert ist (wie z.B. §34a GewO ). <hr size=1 noshade>

Tendenziell wohl schon.

Einen Fall, wo es um korrekt ausgeführte Arbeit trotz fehlender Qualifikation geht, hatte der BGH kürzlich entschieden - zwar nicht aus arbeitsrechtlicher Sicht, aber trotzdem interessant.
http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/4/14/4-21-14.php

Grundaussagen:
Arbeit von unqualifizierten Personen ist weniger wert - auch dann wenn sie korrekt ausgeführt wird.
Wird dafür der volle Lohn gezahlt (weil der Auftraggeber von der fehlenden Qualifikation nichts weiß), dann ist der Auftraggeber geschädigt.
Und damit Täuschung + Irrtum + Schaden = Betrug.
Und Betrug dürfte für eine Kündigung reichen.


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"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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