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Kündigung, Resturlaub, Fristen?

30.3.2020 Thema abonnieren
 Von 
milkini
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigung, Resturlaub, Fristen?

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich würde mich über Infos zu folgendem fiktiven Fall freuen:

Arbeitnehmer A hatte am 16.03.2020 ein Personalgespräch. Inhalt war die Mitteilung, dass der Vereinsvorstand überlegt, A zu kündigen. Das Gespräch verlief wenig fruchtbar. A ist seit dem Gespräch freigestellt. A hat sich die Freistellung bestätigen lassen und ist bis auf weiteres (original Wortlaut) freigestellt. A war vom 07.11.2019 bis 12.03.2020 arbeitsunfähig. Es wurden innerhalb dieser Zeit zwei Wiedereingliederungen vom AG abgelehnt. A hat noch 10 Tage Resturlaub aus 2019 und vermutlich Anspruch auf 10 Urlaubstage in 2020.

A erwartet täglich die Kündigung (KSG greift nicht). A arbeitet in einem e. V., der Vorstand muss die Kündigung noch beschließen. A ist seit dem 01.05.2015 dort angestellt.

Was sollte A jetzt unbedingt beachten?

A hat gelesen, dass die Freistellung aufgrund der Formulierung widerruflich ist und er deshalb sowie wegen der Erkrankung seinen gesamten Urlaubsanspruch von 20 Tagen nun nicht nehmen kann. A würde ihn sich gerne auszahlen lassen...?

A schildert vllt später noch den gesamten Verlauf, da seiner Meinung nach eine Fürsorgepflichtverletzung der GF bestand. Er möchte einschätzen, ob trotz fehlendem KSG Rechtsmittel Sinn machen.

Vorerst bedankt sich A aber schonmal vorab für die Antworten und Ratschläge :-)

Bleibt gesund!

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(11154 Beiträge, 4701x hilfreich)

In einem Kleinbetrieb kann leicht und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Du weißt ja selbst, dass das KSchG nicht greift. Insofern wird es auch müßig sein, die ganze Version der traurigen Geschichte ins Netz zu stellen.

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#2
 Von 
milkini
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

vielen Dank für deine Einschätzung, blaubär ;-)

Die traurige Geschichte ist bereits verschriftlicht. Allerdings zum Zwecke des Schutzes des Vereins. Ich möchte dort "gerade" und mit gutem Gewissen enden. Sie wird nach der Kündigung an die Vorstandsmitglieder versendet. Die Kündigung ansich ist für mich kein Drama. Ich sehe das mittlerweile pragmatisch und freue mich nun auf neue Abenteuer :-)

Hat denn sonst noch jemand hilfreiche Tipps?

Konkret ist mir noch eine Frage bzgl. Resturlaub und Freistellung beim Stöbern hier im Forum aufgefallen. Nach meinem Verständnis wurde ich widerruflich freigestellt. Das bedeutet doch, dass derzeit kein Urlaub planbar ist. Insofern müsste der Resturlaub sowie aktueller Urlaubsanspruch doch ausgezahlt werden, oder?

Falls das korrekt ist, wie sollte ich vorgehen?

MfG & bleibt gesund!

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(11154 Beiträge, 4701x hilfreich)

'Planbar' ist dein Urlaub durchaus - du kannst / musst ihn ja nur beantragen. Dann hast du Sicherheit.

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#4
 Von 
milkini
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ich möchte derzeit aber keinen Urlaub nehmen ;-)

Also nochmals die Frage: Wie sollte ich mich jetzt verhalten? Was darf oder kann der AG machen?

MfG

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#5
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Student
(2469 Beiträge, 474x hilfreich)

Zitat (von milkini):
ich möchte derzeit aber keinen Urlaub nehmen ;-) Also nochmals die Frage: Wie sollte ich mich jetzt verhalten?

Nichts, es "läuft" doch für Dich.

Zitat (von milkini):
Was darf oder kann der AG machen?

Er kann Dich kündigen und Dich dann unwiderruflich unter Anrechnung Deiner Urlaubsansprüche freistellen.

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#6
 Von 
milkini
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für deine Hilfe :-)

Zitat (von Ratsuchender@123net):

Er kann Dich kündigen und Dich dann unwiderruflich unter Anrechnung Deiner Urlaubsansprüche freistellen.

Muss mein AG das extra so formulieren bzw. seine widerrufliche
Freistellung widerrufen oder reicht es, wenn er mir bspw. per Email mitteilt, dass der Urlaubsanspruch verrechnet werden kann?

Ich frage das so genau, weil der AG mir die Freistellung nicht schriftlich bestätigen wollte und ich dann einen kurzen Einzeiler inkl. "bis auf weiteres " ausgedruckt habe und mir von ihm hab unterschreiben lassen. Ich vermute, die damit bestätige widerrufliche Freistellung ist ihm nicht bewusst...

Bleibt gesund!

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#7
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(11154 Beiträge, 4701x hilfreich)

Was willst denn du?
Wenn du 'jetzt keinen Urlaub nehmen' willst, arbeitest du doch anscheinend auf Auszahlung hin. Dann solltest du in der Tat die Füße still halten.
Andererseits moserst du rum, dass/ob der AG dich doch unwiderruflich freistellt, freistellen soll, sich diesbezüglich erklären soll (oder was auch immer) - mit der beachten oder unbedachten Folge, dass dir dann der Resturlaub wohl in der Freistellung angewiesen würde. AN muss AG nicht wirklich und nicht unbedingt mit der Nase auf mögliche 'Fehler' stupsen.

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#8
 Von 
milkini
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Was willst denn du?

Hallo blaubär, bereits in meinem ersten Beitrag habe ich geschrieben, dass ich eine Auszahlung präferiere.


Zitat:
Wenn du 'jetzt keinen Urlaub nehmen' willst, arbeitest du doch anscheinend auf Auszahlung hin.


Ich "arbeite" nicht auf eine Auszahlung hin. Mein AG hat mich gegen meinen Willen freigestellt. Ich bin arbeitswillig und möchte derzeit keinen Urlaub nehmen.


Zitat:

Andererseits moserst du rum, dass/ob der AG dich doch unwiderruflich freistellt, freistellen soll, sich diesbezüglich erklären soll (oder was auch immer) - mit der beachten oder unbedachten Folge, dass dir dann der Resturlaub wohl in der Freistellung angewiesen würde.


Dein Ton passt nicht! Mein AG ist Anwalt. Entsprechend hilflos fühle ich mich in dieser rechtlichen Situation nun. Was ich möchte, ergibt sich aus meinen konkreten Fragen sowie dem Kontext. Jedoch steht bspw. nirgends, dass ich rummoser, dass sich mein AG bzgl. Freistellung erklären soll...

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie wirkst du, blaubär, in dieser Sache contra. Ich möchte dich bitten, dich hier nicht weiter zu beteiligen. Vielen Dank!

@andere Forenmitglieder
Antworten auf meine Fragen, hilfreiche Tipps oder Einlassungen darüber, was da noch kommen kann, sind weiterhin sehr willkommen.

Bleibt gesund!

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#9
 Von 
guest-12321.04.2020 21:07:37
Status:
Schüler
(325 Beiträge, 87x hilfreich)

Hallo milkini,

auch wenn dir der Ton nicht gefällt - in der Sache hat blaubär+ Recht.

Der Arbeitgeber wird dir nicht schriftlich geben (können), dass Urlaub angerechnet werden kann. Wenn, dann wird er dir mitteilen, dass Urlaub angerechnet werden wird. Und dann ist die erhoffte Auszahlung dahin.

Wenn du also arbeiten möchtest, solltest du nicht weiter drängeln, dass sich der Arbeitgeber festlegt.

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#10
 Von 
Anami
Status:
Philosoph
(12140 Beiträge, 1878x hilfreich)

Zitat (von milkini):
A erwartet täglich die Kündigung
Du bist A. Hast du die Kündigung denn inzwischen erhalten? Du wartest schon seit 30.3.
Zitat (von milkini):
Mein AG hat mich gegen meinen Willen freigestellt
Eine Freistellung erfolgt nicht mit Willensbekundung des AN. Das ist eine betriebliche Anordnung.

Zitat (von milkini):
Ich vermute, die damit bestätige widerrufliche Freistellung ist ihm nicht bewusst...
Er ist Anwalt. Er sollte wissen, wie er eine wirksame Kündigung zustande bringt.
Bitte frag doch gern wieder nach, wenn du Fakten in der Hand hast. Wenn die Kündigung da ist. Vorher kannst du doch gar nichts machen.

Die Antworten von @blaubär passen sehr genau. Und sind total in deinem Sinne. Und gerade deswegen solltest du seine Beiträge genau lesen und verstehen und den Hinweisen folgen.

Zitat (von milkini):
und möchte derzeit keinen Urlaub nehmen...
...also auf Auszahlung hinarbeiten. Etwas anderes gibts nicht.
Dann wird die Kündigung wahrscheinlich wirksam zum xxx. Dein anteiliger Jahresurlaub würde dann abgegolten. Das ist die *Auszahlung*.

Fazit: Füsse still halten. Nichts tun.
Kein anderer Rat ist hilfreich.

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