Kündigung-Abfindung-Wiedereinstellung

27. Juli 2013 Thema abonnieren
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)
Kündigung-Abfindung-Wiedereinstellung

Hallo, zusammen, ich hab da mal eine hypotetische Frage:

meinem Mann wurde zum 31.08.2013 rechtswirksam "betriebsbedingt" unter Zahlung einer Abfindung gekündigt. Nun wurde der Geschäftsführer der Firma (der hat alle Leute, die länger da waren als er, entweder rausgemobbt oder unter fadenscheinigen Gründen-wie auch meine Mann- entlassen)fristlos unter Erteilung Hausverbot an die Luft gesetzt. Nun erwägt man, da es der Firma dank dieses Herrn nicht so besonders gut geht, wieder einige der "Alten" ins Boot zu bekommen. Von denen, die jetzt da sind, hat kaum einer Ahnung von der Materie und die "Alten" würden dringend gebraucht, um die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen.

Wie verhält es sich mit der Abfindung, würde man an meinen Mann herantreten und ihn bitten, wieder für die Firma zu arbeiten? Müsste er diese zurückzahlen oder würde sie auf das dann vereinbarte Gehalt angerechnet?

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17 Antworten
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#1
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2533x hilfreich)

quote:
Wie verhält es sich mit der Abfindung, würde man an meinen Mann herantreten und ihn bitten, wieder für die Firma zu arbeiten? Müsste er diese zurückzahlen oder würde sie auf das dann vereinbarte Gehalt angerechnet?


Das wäre meines Erachtens reine Verhandlungssache, es sei denn bei der Abfindungszahlung wurde breits vereinbart, dass diese Zurückzuzahlen ist, sollte der AN wieder eingestellt werden. Aber auch in dem Fall kann man ja entsprechend verhandeln und sagen, nur wenn ich das Geld behalten darf, kehre ich zurück.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121762 Beiträge, 40059x hilfreich)

Da hier ein neuer Arbeitsvertrag entstehen würde, wäre die Abfindung normalerweise nicht relevant.

Es sei denn es wurde etwas anderes vereinbart, was aber eher unüblich wäre.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#3
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1264x hilfreich)

Die Abfindung ist "Schnee von gestern".
Mir scheint, dass dein Mann - wie auch die anderen, die wiederkommen sollen - eine ausgesprochen gute Verhandlungsposition haben: Der Betrieb ist auf sie angewiesen!

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#4
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)

Danke für die Antworten, dann sähe es ja mal für den Fall der Fälle ganz gut aus. Ich hab eigentlich auch so ähnlich gedacht. Zurück ja, aber nur zu seinen Bedingungen. Vereinbart wurde nichts hinsichtlich Wiedereinstellung; der "alte" -gefeuerte- :-) Geschäftsführer wollte ihn ja um jeden Preis loswerden, da mein Mann den größeren Durchblick und den besseren Ruf in der Branche hatte.

-- Editiert 66sumse am 28.07.2013 11:35

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38860 Beiträge, 14069x hilfreich)

Es gibt durchaus Tarifverträge, in denen der Fall geregelt ist. Das wäre doch die erste Frage, die zu klären ist.

wirdwerden

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#6
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)

Die Firma ist so klein, da greift kein Tarifvertrag (ca. 25 Mitarbeiter)

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121762 Beiträge, 40059x hilfreich)

Die Gültigkeit eines Tarifvertrags ist nicht immer von der Mitarbeiterzahl abhängig.

Manchmal reicht schon die Mitgliedschaft in einem Verband, manchmal sind Tarifverträge allgemeinverbindlich, ...





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#8
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)

Nein, nix dergleichen, es gibt auch keinen Personal- oder Betriebsrat oder sonst irgendetwas, was die Mitarbeiter vor solchen Leuten geschützt hätte, wie dieser Typ einer war.Aber das steht woanders...

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#9
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3685 Beiträge, 1414x hilfreich)

Der Betriebsrat schützt niemanden, außer sich selbst vor der Arbeit.

Der Hinweis auf die gute Verhandlungsposition ist richtig. Mehr Gehalt dürfte möglich sein.

Die Abfindung auf keinen Fall abschwatzen lassen. Es ist eher unwahrscheinlich, daß sie vertraglich oder tariflich zurückzuzahlen wäre (und das müßte der AG erstmal nachweisen). Das ist eben Lehrgeld für die Firma, und Schmerzensgeld für den Entlassenen.

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"Morgenstund ist ungesund."

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#10
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1264x hilfreich)

/// Von denen, die jetzt da sind, hat kaum einer Ahnung von der Materie und die "Alten" würden dringend gebraucht, um die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen.

Eine solche Umkehr eines AG ist insgesamt schon ungewöhnlich, tatsächlich den Verursacher der Misere zu feuern und sich auf die Qualität derjenigen zu besinnen, die gegangen wurden. Da kann der AG es sich kaum leisten, die Leute, die er dringend braucht, auch noch über den Tisch ziehen zu wollen. Vielleicht jammert er rum, dass die Kassen leer sind - für den Fall ließe sich aber vereinbaren, dass später ein Nachschlag kommt, wenn dies oder jenes erreicht ist. Vielleicht sollten die Rückkehrer gemeinsam handeln oder wenigstens eine gemeinsame Strategie haben.

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#11
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3685 Beiträge, 1414x hilfreich)

Ja, die sollten sich verständigen, damit sie auch nicht gegeneinander ausgespielt werden können.

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"Morgenstund ist ungesund."

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)

Das war in den letzten Jahren in der Firma an der Tagesordnung. Die Geschäftsführer wurden gewechselt, wie die Unterhemden. Kaum einer war länger als 2 Jahre da. Ist alles ein bischen kompliziert. Mein Mann sagte, die Firma lief am besten zu den Zeiten, in denen kein Geschäftsführer da war und man die Leute hat ihre Arbeit machen lassen. Seit den ständigen Wechseln hat jeder GF nur noch sein Ding machen wollen, was bei dieser kleinen Firma halt tödlich war - nicht nur für die GF, die allesamt gegangen worden sind, weil der Umsatz nicht mehr stimmte.

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1x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)

Und schon hat die Firma tatsächlich angeklopft und gaaaaanz viel geschmeichelt, um ihn wieder zu gewinnen...

2x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
TiA2010
Status:
Praktikant
(982 Beiträge, 514x hilfreich)

Vielleicht sollte dein Mann dann auf Geschäftsführer setzen? Wenn er schon mehr Ahnung wie der alte hatte.

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#15
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)

Ha, ha, ich lache später. Das ist nicht sein Bestreben und das war es auch nie.

Aber es ist logisch, dass jemand der fast 20 Jahre dabei ist, einfach mehr Ahnung hat, als jemand der frisch kommt. Vielleicht hätte der "alte" GF einfach nur das Wissen der vorhandenen Belegschaft nutzen sollen, anstatt alle "alten" Mitarbeiter gegen neue auszutauschen und die Firma damit immer mehr Richtung Wand zu lenken?

1x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Gehaltserhöhung
Status:
Beginner
(67 Beiträge, 32x hilfreich)

quote:
Aber es ist logisch, dass jemand der fast 20 Jahre dabei ist, einfach mehr Ahnung hat, als jemand der frisch kommt.


Nein. Wenn man heute noch so arbeitet, wie vor 20 Jahren, macht man auch was falsch. Gerade Geschäftsführer sind nicht "frisch", sondern haben bereits an anderen Stellen gearbeitet. Nicht alle Führungskräfte sind Windhosen. Wenn ein einziger Mann soviele Entscheidungen alleine treffen darf, stimmt in der Firma reichlich nicht.

1x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
66sumse
Status:
Beginner
(97 Beiträge, 26x hilfreich)

Selbstverständlich hat sich die Belegschaft in den letzten 20 Jahren weiterentwickelt und die Firma hatte vor dieser "Windhose" durchaus gute schwarze Zahlen geschrieben. Aber das dürfte der "Windhose" in den nächsten Jahren wohl egal sein. Nur 2 Stichpunkte: Unterschlagung und Veruntreuung von Firmengeldern in schwindelerregender Höhe. Da er eine "Wiederholungswindhose" zu sein scheint (in seinem Lebenslauf gibt es wohl ein paar ungeklärte Lücken, schon allein deswegen hätte ICH den nie eingestellt...) ist davon auszugehen, dass er in nächster Zeit wohl die Gardinen tauschen wird.

Aber egal: mein Mann hatte die Woche ein Gespräch mit dem neuen Vorstand der Firma: er ist unter Anrechnung seiner kompletten Dienstzeit, und Gewährung aller bisher gewährten Sozialleistungen, Zusatzvergütungen und was es da noch alles gab, nahtlos wieder eingestellt. Er darf seine Arbeit selbst einteilen, er darf bestimmen, wieviel er arbeitet, von wo aus er arbeitet, Hauptsache, er kommt wieder. Von dem, was die Firma ursprünglich mal ausgemacht hat, ist er der Einzige, der das noch kann, alle anderen wurden ausgetauscht. Und sein Wissen und Können ist mehr denn je gefragt. Die Firma schwimmt und schreibt wohl derzeit nicht zuletzt auch wegen der "Windhose", die das Geld, das eigentlich nicht da war,mit großen Eimern zum Fenster rausgeschmissen hat, kaum noch schwarze Zahlen.

Wir sind froh, dass das Gehalt weiter fließt, man hat schließlich so seine Kosten und das Alo-Geld fällt halt irgendwann mal weg und dann gibt es bis zur Rente nix mehr. In seinem Alter ists halt schwer, nochwas zu finden.

Jetzt gilt es, den neuen Vertrag aufzusetzen. Da soll mein Mann ebenfalls seine Vorstellungen vorbringen, die berücksichtigt (!!!) werden. So viele Zugeständnisse, die müssen wirklich verzweifelt sein. Und er wird sich entsprechend absichern, dass er in ein paar Monaten nicht wieder in der gleichen Situation ist...

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