Kündigung: Resturlaub zum neuen Arbeitgeber mitnehmen

8. Oktober 2015 Thema abonnieren
 Von 
guest-12312.09.2019 16:34:50
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 7x hilfreich)
Kündigung: Resturlaub zum neuen Arbeitgeber mitnehmen

Hallo,

ich habe meinen Arbeitsvertrag auf Grund eines neuen Jobs zum 25.10. gekündigt. Ich war bereits mehr als sechs Monate im Unternehmen und habe 5 Tage die Woche gearbeitet, habe also 20 Tage gesetzlichen Urlaubsanspruch (zusätzlichen Urlaub gibt es bei dem Arbeitgeber nicht). Aus letztem Jahr hatte ich noch 3 Tage des gesetzlichen Urlaubes über. Da ich bereits 19 Tage genommen habe, stehen mir noch 4 Tage zu, richtig?
Ich habe jetzt den Urlaub beantragt und er wurde abgelehnt. Die Quote (Mitarbeiter die gleichzeitig Urlaub nehmen dürfen) sei bereits überschritten und ich sei schon bis zum 25.10. zurückgemeldet (also meine Schicht ist schon im Dienstplan eingetragen). Als Zusatzinfo sollte ich vielleicht sagen, dass ich aktuell im Callcenter arbeite.
Habe ich eine Chance, den Urlaub doch noch zu erhalten oder reicht die genannte Begründung für eine Ablehnung aus und ich muss mir den Urlaub auszahlen lassen? Dann würde ich stattdessen lieber versuchen, den Resturlaub zum neuen Arbeitgeber mitzunehmen. Auch wenn ich eventuell in der Probezeit anfangs keinen Urlaub nehmen darf, könnte ich diesen ja dann ins nächste Jahr mitnehmen. Muss ich da irgendwas beachten? Muss ich den Urlaub beim neuen Arbeitgeber innerhalb einer bestimmten Frist beantragen oder würde dieser automatisch ins nächste Jahr übertragen?

Danke und beste Grüße

regentropfen123

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3146x hilfreich)

Du rechnest ein klein wenig falsch. Du hast 20 Tage gesetzlichen Urlaubsanspruch für das gesamte Jahr, nimmst Du den komplett beim alten Arbeitgeber oder lässt ihn auszahlen, dann ist Dein gesetzlicher Urlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber für das Restjahr exakt 0 Tage.

Lässt Du die 4 Tage hingegen stehen, dann entspricht das genau dem Anspruch von (gerundet) 4 Tagen beim neuen Arbeitgeber.

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12312.09.2019 16:34:50
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo,

ja, genauso habe ich das doch auch gemeint. Habe ich das irgendwie missverständlich geschrieben?

Na ja, meine Frage ist vor allem: Habe ich eine Möglichkeit, den Urlaub doch noch beim alten Arbeitgeber zu nehmen? Also könnte ich mich beschweren, dass der Urlaub abgelehnt wurde, oder kann der Arbeitgeber das frei entscheiden?
Falls ich den Urlaub NICHT beim alten Arbeitgeber nehme, würde ich ihn ja zum neuen Arbeitgeber mitnehmen. Hier dann die Frage, ob ich dies irgendwie extra beantragen muss (also die Mitnahme des Urlaubs, ggfs. auch die Mitnahme ins nächste Jahr).

5x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17228 Beiträge, 6429x hilfreich)

Beim neuen AG hast du in den ersten 6 Monaten keinen Anspruch auf Urlaub. Das hast du richtig erkannt. D.h. aber nicht notwendig, dass du keinen Urlaub bekommst (evtl. über die Weihnachtsfeiertage oder zwischen den Jahren); und wenn nicht, wird der Urlaub ins kommende Jahr übernommen und kann bis zum 31. März genommen werden.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Sie erwerben auch in der Probezeit einen Urlaubsanspruch, Sie dürfen halt nur noch keinen Urlaub nehmen, wenn der AG das nicht will.
Der Urlaubsanspruch kann hier auf das kommende Jahr übertragen werden und muss nicht (weil das nicht geht) bis zum 31.03. des Folgejahres genommen werden. Sie müssen die Übertragung beantragen.

Bundesurlaubsgesetz

Zitat:
§ 5 Teilurlaub
(1) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer
a) für Zeiten eines Kalenderjahrs, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt;
§ 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs
(3) ... Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist ein nach § 5 Abs. 1 Buchstabe a entstehender Teilurlaub jedoch auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.


und das bedeutet:
http://netkey40.igmetall.de/homepages/virtueller-gewerkschaftssekretaer/8urlaubundfreistellungvonderarbeit/81urlaub/817kannichmeinenurlaubsanspruchindasfolgejahrbertragen.html
Zitat:
Eine Übertragung in das nächste Kalenderjahr ist ebenfalls möglich, wenn der/die Arbeitnehmer/in erst im zweiten Halbjahr mit einer Probezeit eingestellt wurde und keinen Urlaub nehmen konnte. In diesen Fällen kann der Urlaub auf Antrag des/der Arbeitnehmer/in zum Urlaubsanspruch in das neue Jahr übernommen werden und während des Kalenderjahres genommen werden. Der Urlaub verfällt in diesem Fall nicht nach drei Monaten (§7 Abs.3 Satz 4 BUrlG ).

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Ortillia
Status:
Schüler
(445 Beiträge, 201x hilfreich)

Irgendwie scheint keiner auf Deine Frage einzugehen.
Nach m.E, kann der "alte" AG durchaus den 4x UT in Oktober noch ablehnen, mit der Begründung der Kapazität sei ausgeschöpft. Es kann nicht alle gleichzeitig im Urlaub gehen, irgend einer muß doch schaffen!
Über den Anspruch beim alten AG, bin mir auch nicht sicher - es geht aus dem Eingangsinfo nicht hervor, seit wann Du bei diesem AG schaffst:
"Ich war bereits mehr als sechs Monate im Unternehmen und habe 5 Tage die Woche gearbeitet,"
Nachdem wir jetzt Oktober haben, was ist zwischen Januar-Marz 2015 ?

Gruß

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12312.09.2019 16:34:50
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 7x hilfreich)

Vielen Dank für die Antworten!

Ich habe also die Möglichkeit, den Rest des gesetzlichen Urlaubes beim neuen Arbeitgeber zu beantragen und ggf. ins nächste Jahr mitzunehmen. Aber am liebsten würde ich den Resturlaub ja jetzt noch nehmen (und habe dann natürlich beim neuen Arbeitgeber für dies Jahr keinen Urlaubsanspruch mehr). Ist die im ersten Beitrag genannte Begründung meines Arbeitgebers zur Ablehnung des Urlaubs anfechtbar?

an Ortillia: ich bin seit April 2014 bei meinem aktuellen Arbeitgeber angestellt

-- Editiert von regentropfen123 am 09.10.2015 22:18

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Ich schätze, die Erfolgsaussichten einer "Anfechtung, genauer Klage" sind gleich null. Wenn schon mehrere Arbeitnehmer in Urlaub sind zur gewünschten Zeit ist das ein anerkannter Grund, einen Urlaubsantrag abzulehnen.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Start4u
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 122x hilfreich)

Ich bin absolut kein Experte auf dem Gebiet aber mir stellt sich die Frage was der neue Arbeitgeber mit dem Urlaubsanspruch gegenüber dem alten Arbeitgeber zu tun hat.

Einfach mal überspitzt formuliert:
Ich habe Anspruch auf 30 Tage Jahresurlaub. Ich nehme diesen Urlaub aus zeitlichen Gründen das gesamte Jahr nicht und kündige mein Arbeitsverhältnis zum 31.12. weil ich ab 01.01 ein neues Arbeitsverhältnis beginne. Und jetzt soll ich die 30 Tage Urlaub mit zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können? Das würde den neuen Arbeitgeber doch arg benachteiligen, oder?

Für mein Verständnis gibt es nur 2 Möglichkeiten:
- Ich bekomme den Urlaub beim alten Arbeitgeber
- Ich erhalte einen finanziellen Ausgleich beim alten Arbeitgeber für Urlaub den ich nicht nehmen kann

Am besten ich nehme noch Resturlaub vom alten Arbeitgeber mit und lasse ihn mir dann in meinem besser bezahlten neuen Job auszahlen ;o))) *Ironiemodus Off*

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6996 Beiträge, 3917x hilfreich)

Zitat (von Start4u):
Ich habe Anspruch auf 30 Tage Jahresurlaub. Ich nehme diesen Urlaub aus zeitlichen Gründen das gesamte Jahr nicht und kündige mein Arbeitsverhältnis zum 31.12. weil ich ab 01.01 ein neues Arbeitsverhältnis beginne. Und jetzt soll ich die 30 Tage Urlaub mit zum neuen Arbeitgeber mitnehmen können?


Das geht natürlich nicht. Hier geht es aber auch um einen anderen Fall.

Das Arbeitsverhältnis endet unterjährig. Da es in der 2. Jahreshälfte endet, könnte man gegenüber dem alten AG den gesamten Jahresurlaub 2015 geltend machen, entweder durch Freistellung oder durch Abgeltung. Eine Verpflichtung für den AN den ganzen Jahresurlaub beim alten AG zu nehmen oder ihn abgelten zu lassen besteht jedoch nicht. Entschließt sich der AN für dieses Vorgehen, dann hat er den gesamten Jahresurlaub 2015 verbraucht und ein neuer AG, bei dem er unmittelbar im Anschluss an die Vorbeschäftigung eintritt, für 2015 gar keinen Urlaub mehr gewähren und zwar auch keinen anteiligen (es sei denn der neue AG würde mehr Urlaub gewähren als der alte AG). Der AN kann sich aber auch dazu entschließen nur den zeitanteiligen Urlaubsanspruch beim alten AG geltend zu machen. Dann entsteht beim neuen AG auch ein zeitanteiliger Urlaubsanspruch.

1x Hilfreiche Antwort

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