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Kündigung den Kollegen sagen

 Von 
brolafff
Status:
Frischling
(44 Beiträge, 14x hilfreich)
Kündigung den Kollegen sagen

Hallo,

mir stellt sich folgende Frage:
Der Arbeitnehmer hat bei seinem Arbeitgeber gekündigt, die Kündigung wurde persönlich abgegeben.
Der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber führen darauf noch ein kleines Gespräch.
In dem Gespräch erwähnt der Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer bitte die Kündigung noch nicht den anderen Mitarbeitern/Kollegen mitteilen soll, da aktuell ein hohes Arbeitsaufkommen vorhanden ist und die Gefahr besteht, dass dann Unruhe im Unternehmen entsteht.
Kann der Arbeitgeber dies?

Wenn ja, der Arbeitnehmer möchte aber zwei Kollegen dies mitteilen aus Höflichkeit, da dies nicht mehr nur Kollegen sondern auch Freunde sind.

Kann der Arbeitnehmer in seiner Mittagspause bzw. nach der Arbeit, sprich in seiner privaten Zeit, denen mitteilen dass er zum Datum X eine neue Stelle anfängt? Somit erwähnt er auch nicht direkt die Kündigung, sondern nur indirekt oder?

Oder kann er mit den Kollegen ein Gespräch führen, diese darauf hinweisen, dass dies ein vertrauliches Gespräch ist und die Information nicht nach außen getragen werden soll und dann von der Kündigung erzählen?

Oder kann beides Probleme machen wenn der Arbeitgeber davon erfährt?
(Wäre so etwas ein Fristloser Kündigungsgrund? Es gab bis jetzt keine Abmahnung oder vergleichbares.)

Viele Grüße

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Arbeitgeber Arbeitnehmer Kündigung


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(63761 Beiträge, 30909x hilfreich)

Zitat (von brolafff):
Kann der Arbeitgeber dies?

Komische Frage. Das er es kann, sieht man doch daran, dass er es bereits getan hat?

Die relevantere Frage ist doch eher, wie erfolgreich er damit bei der Durchsetzung wäre.

Normalerweise kann der Arbeitgeber nicht verbieten, das man im privaten Bereich über so etwas wie Gehalt, Arbeitsbedingungen etc. redet.

Hier hat der Arbeitgeber jedoch einen betrieblichen Grund vorgebracht, da könnte er durchaus mit Erfolg haben. Hängt aber von der individuellen Situation ab.
Zumal er ja sagte "noch nicht", was schon was anderes ist als "gar nicht".

Allerdings sollte man überlegen ob es sinnvoll ist, den Wunsch des Arbeitgebers nicht zu respektieren.



Zitat (von brolafff):
Oder kann er mit den Kollegen ein Gespräch führen, diese darauf hinweisen, dass dies ein vertrauliches Gespräch ist und die Information nicht nach außen getragen werden soll

Das kann er. Nur wenn die sich nicht daran halten ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
magistros
Status:
Beginner
(55 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von brolafff):
In dem Gespräch erwähnt der Arbeitgeber, dass der Arbeitnehmer bitte die Kündigung noch nicht den anderen Mitarbeitern/Kollegen mitteilen soll, da aktuell ein hohes Arbeitsaufkommen vorhanden ist und die Gefahr besteht, dass dann Unruhe im Unternehmen entsteht.
Kann der Arbeitgeber dies?

Klar kann er den AN bitten, es nicht zu erzählen. Weshalb auch nicht?

Zitat (von brolafff):
Kann der Arbeitnehmer in seiner Mittagspause bzw. nach der Arbeit, sprich in seiner privaten Zeit, denen mitteilen dass er zum Datum X eine neue Stelle anfängt? Somit erwähnt er auch nicht direkt die Kündigung, sondern nur indirekt oder?

Natürlich kannst du auf privater Ebene von deiner Kündigung erzählen.

Zitat (von brolafff):
Oder kann beides Probleme machen wenn der Arbeitgeber davon erfährt?

Ja.

Zitat (von brolafff):
(Wäre so etwas ein Fristloser Kündigungsgrund? Es gab bis jetzt keine Abmahnung oder vergleichbares.)

Wahrscheinlich eher nicht. Aber was ist mit dem Arbeitszeugnis?

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#3
 Von 
NikSeib
Status:
Praktikant
(675 Beiträge, 286x hilfreich)

Natürlich kann der Arbeitgeber das er hat es ja schon gemacht.

DIe entscheidende Frage ist ob diesem Anliegen Folge geleistet werden muss, und das ist mit einem klaren nein zu beantworten wenn der Arbeitnehmer das ausserhalb der Arbeitszeit anderen mitteilen möchten kann er dies ohne Folgen befürchten zu müssen.

Natürlich kann der Arbeitgeber dann auch fristlos kündigen aber auch diese wird dann bei entsprechender Gegenwehr als unzulässig verworfen.

Grundsätzlich könnte aber das Arbeitszeugnis zum Problem werden wenn der Arbeitgeber dies dazu nutzen könnte das Arbeitszeugnis negativer zu formulieren als ursprünglich vorgesehen und hiergegen vor zu gehen ist deutlich komplexer.

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#4
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16807 Beiträge, 7349x hilfreich)

Was für Antworten, seufz.
Ihr alle 3 müsst dem TE unbedingt mitteilen, dass der AG etwas kann, was er schon getan hat.

Ihr wisst schon beim Schreiben, dass brolafff natürlich wissen will, ob der AG das darf, und nicht, ob er das kann.

Aber es macht einfach Spass, hier Fragesteller vorzuführen, oder was soll die Anmerkung in jeder Antwort?

Hallo brolaff, Sorry für den Umgang hier,
kurz gesagt, Sie dürfen über die Kündigung reden! Viel Erfolg!

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#5
 Von 
hiphappy
Status:
Bachelor
(3547 Beiträge, 1967x hilfreich)

Zitat (von altona01):
kurz gesagt, Sie dürfen über die Kündigung reden!

Natürlich darf er über die Kündigung reden. Die Frage ist ja, ob er Konsequenzen zurück den Arbeitgeber zu fürchten hat.

Auch darauf ist die Antwort natürlich ja. Die Frage ist nur, ob die Konsequenzen rechtmäßig sind.

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