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Kündigung durch Arbeitnehmer: Gilt gesetzliche oder vertragliche Kündigungsfrist?

7.11.2017 Thema abonnieren
 Von 
SapMan
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigung durch Arbeitnehmer: Gilt gesetzliche oder vertragliche Kündigungsfrist?

Ich habe mein Arbeitsverhältnis als außertariflicher Arbeitnehmer am 30.10.2017 ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt gekündigt.

Beginn der Beschäftigung: 01.02.2011
Eingang der Kündigung: 30.10.2017

Dauer des Arbeitsverhältnisses: 6,6 Jahre

Gesetzliche Kündigungsfrist: 2 Monate zum Monatsende (= 31.12.2017)
Vertragliche Kündigungsfrist: Beidseitig 6 Monate zum Quartalsende (= 30.06.2018)

Ich möchte das Unternehmen bereits zum 31.12.2017 verlassen.

Habe ich einen rechtlichen Anspruch auf den 31.12.2017, oder gilt die vertragliche Frist, obwohl diese für mich als Arbeitnehmer die ungünstigere Variante ist?

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(42496 Beiträge, 15191x hilfreich)

Es gilt die vertragliche Kündigungsfrist, d.h. Du kannst das Unternehmen erst zum 31.03.2018 verlassen, es sei denn das Unternehmen ist kulant und akzeptiert einen Aufhebungsvertrag.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
SapMan
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die schnelle Antwort.

Stehen gesetzliche Regelungen nicht generell über vertraglichen Regelungen?
Dienen Kündigungsfristen etwa nicht zum Schutz / Vorteil des Arbeitnehmers?

In diesem Fall werde ich als Arbeitnehmer benachteiligt. Das kann doch nicht im Interesse des Gesetzgebers sein.

Weitere seriöse Meinungen sind herzlich willkommen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
so475670-44
Status:
Praktikant
(532 Beiträge, 185x hilfreich)

Zustimmung zu @hh.

Zitat (von SapMan):
Stehen gesetzliche Regelungen nicht generell über vertraglichen Regelungen?

Nur, wenn es ausdrücklich so im Gesetz steht. Regelungen des BGB sind jedoch meistens "abdingbar", d.h. sie können durch abweichende individuelle vertragliche Vereinbarungen außer Kraft gesetzt werden. So ist es auch hier, also geht die vertragliche Regelung der gesetzlichen vor.

Zitat (von SapMan):
Dienen Kündigungsfristen etwa nicht zum Schutz / Vorteil des Arbeitnehmers?

Grundsätzlich schon, nur geht der Gesetzgeber davon aus, dass erwachsene Menschen die Folgen ihres Tuns überschauen und beim Abschluss eines Vertrages die Rechtsfolgen bedenken.

Zitat (von SapMan):
In diesem Fall werde ich als Arbeitnehmer benachteiligt.

Nein, sondern du hast auf ein gesetzliches Privileg verzichtet, das war deine - mehr oder weniger - freie Entscheidung.

Einen Aufhebungsvertrag zu schließen, halte ich in so einem Falle auch für die beste Lösung, besonders wenn du bereits zum 01.01.2018 eine neue Beschäftigung hast oder eine selbstständige Tätigkeit beginnen willst. Dagegen wird sich kaum ein Arbeitgeber sperren, denn da gilt der Satz: "Reisende soll man ziehen lassen".

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13342 Beiträge, 8368x hilfreich)

Zitat:
Stehen gesetzliche Regelungen nicht generell über vertraglichen Regelungen?

Nein, nicht generell.

Zitat:
Dienen Kündigungsfristen etwa nicht zum Schutz / Vorteil des Arbeitnehmers?

Ja. Aber rechtlich gesehen ist eine möglichst lange Kündigungsfrist ein Vorteil für den Arbeitnehmer, da der Arbeitnehmer dadurch länger abgesichert ist (Lohnzahlung, Sozialabgaben,...).
Mit dem Argument "eine lange Kündigungsfrist ist ein Nachteil für den Arbeitnehmer" werden Sie bei einem Arbeitsgericht irgendwas zwischen Achselzucken und Gelächter ernten.

Zitat:
Das kann doch nicht im Interesse des Gesetzgebers sein.

Dass es Fälle geben kann, wo eine kurze Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer vorteilhaft sein mag, hat der Gesetzgeber dadurch berücksichtigt, dass nach der gesetzlichen Regelung der Arbeitnehmer mit einer Frist von 4 Wochen kündigen kann, während für den Arbeitgeber längere, nach Betriebszugehörigkeit gestaffelte Fristen gelten (§622 BGB ).
Sie haben freiwillig einen Arbeitsvertrag unterzeichnet, der von der gesetzlichen Regelung abweicht - dafür kann der Gesetzgeber nichts.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Ohadle
Status:
Schüler
(209 Beiträge, 76x hilfreich)

kleine Korrektur zu hh Beitrag 2

Kündigung abgegeben am 30.10.
6 Monate zum Quartalsende = Ende ist 30.06.

Bis 31.03. sind es nur 5 Monate

0x Hilfreiche Antwort

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