Kündigung erhalten welchen Anwalt nehmen

6. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
go525103-7
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigung erhalten welchen Anwalt nehmen

hi forum
habe gestern kündigung erhalten,war 10 jahre in diesen unternehmen tätig ,
wegen wirtschaftlicher lage wurde mir gekündigt
laut BR wurde ein sozialplan erstellt
er hatt mir geraten ich soll sofort klage einreichen ,und soll einen anwalt aufsuchen der IGM gewerkschaft
jetz meine frage
soll ich mir lieber Privat einen rechtsanwalt nehmen ,(bin rechtschutzversichert)
oder soll ich das lieber den Anwalt von der gewerkschaft übergeben
hatt jemand damit erfahrung

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17734 Beiträge, 6581x hilfreich)

Wozu überhaupt einen Anwalt? Es geht auch ohne.
Wenn dein Rechtschutz auch Arbeitsrecht umfasst, dann nutzt du deine Versicherung.
Für einen Anwalt der Gewerkschaft musst du Mitglied dort sein.
Ansonsten:
Bei einer Kündigung aus betrieblichen Gründen wird die unternehmerische Entscheidung selbst nicht überprüft. Überprüft wird allein, ob die Regeln eingehalten werden, also Auswahl, ggf. Sozialplan.

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#2
 Von 
Holperik
Status:
Praktikant
(569 Beiträge, 185x hilfreich)

Kommt auf den Fall an. Grundsätzlich würde ich eher nicht zum Anwalt der Gewerkschaft gehen, wenn ich eine Alternative habe. Die haben sie, weil sie rexhtschutzversichert sind. Bei den Gewerkschaftsanwälten ist oft das Problem, dass die zunächst mal die Akten und Vorgänge nicht kennen, gerade wenn es etwas komplizierter wird.

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#3
 Von 
sonmischt
Status:
Schüler
(250 Beiträge, 53x hilfreich)

Ausdrücklich nur meine Meinung: zumindest wenn die Rechtsschutz greift, niemals einen Anwalt der Gewerkschaft nehmen. Ich habe schon einige Verfahren mit denen bzw. gegen die erlebt und noch keinen guten oder auch nur halbwegs akzeptablen Anwalt. Völlig inakzeptable Fehler.
Wie gesagt: nur meine Meinung, ist sicher auch von der jeweiligen Person abhängig und mag andernorts vielleicht auch anders sein.

-- Editiert von User am 6. Juli 2024 21:35

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122458 Beiträge, 40140x hilfreich)

Zitat (von go525103-7):
soll ich mir lieber Privat einen rechtsanwalt nehmen ,(bin rechtschutzversichert)
oder soll ich das lieber den Anwalt von der gewerkschaft übergeben

Die Rechtsschutz vergibt für jede Deckungszusage Minuspunkte. Sind genug zusammen, wird gekündigt. Dann eine neue Versicherung zu akzeptablen Preisen zu finden, dürfte schwer sein.
Insofern sollte man diese nur für wirklich wichtige Sachen genommen werden, wo man unbedingt einen Anwalt benötigt.



Zitat (von blaubär+):
Bei einer Kündigung aus betrieblichen Gründen wird die unternehmerische Entscheidung selbst nicht überprüft

Zumindest nicht automatisch.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17734 Beiträge, 6581x hilfreich)

Erläuterung zur Frage, wieso K'Schutzklage ohne RA sinnvoll ist / sein kann:
Eine K'Schutzklage ist rechtlich eher nicht von der Art, dass AN deswegen unbedingt einen RA bemühen müsste. Wenn aber die Deckungszusage der Versicherung vorliegt und AN meint, nicht ohne RA .... - dann okay.
Wenn aber nicht, muss AN wissen, dass Kosten für den RA selbst zu tragen sind, auch im Falle, dass AN gewinnt. Viele Auseinandersetzungen vor dem Arbeitsgericht enden aber mit einem Vergleich.
RA ist also nicht nötig; Rechtspfleger beim Arbeitsgericht helfen, den Antrag zu formulieren. Das kriegt jeder AN hin.
Die Klage selbst will überlegt sein:
Gegen eine Kündigung aus betrieblichen Gründen zu klagen, erscheint i.d.R. nur dann sinnvoll, wenn es Zweifel an der Sozialauswahl gibt, oder gar die betrieblichen Gründe zweifelhaft erscheinen; hier wurde gar ein Sozialplan ausgehandelt, für den Gerichte deutliche Spielräume zulassen. Ggf. mag anzuraten sein, den BR zu fragen, wieso er zu einem Anwalt rät. 'Reflexartig' gegen die Kündigung zu klagen, dürfte vergebliche Mühe sein.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38997 Beiträge, 14084x hilfreich)

Zur Aufklärung: ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, in denen der von den Gewerkschaften bezahlte Anwalt wirklich ein Anwalt war, also zwei Staatsexamina hatte, die Befähigung zum Richteramt vorlag. Die haben dann auch auf Augenhöhe mit Gerichten, Anwälten auf der Gegenseite verhandelt. Das war völlig in Ordnung.

In den letzten Jahren haben wir es insoweit jedoch nicht mit Volljuristen zu tun, sondern mit "angelernten" Gewerkschaftssekretären. Die müssen nicht unbedingt schlecht sein. Aber, das ist dann schon eher Glückssache.

Bei einer Personalkündigung mit Sozialplan haben wir doch ein recht komplexes Verfahren. Da ist der Sozialplan per se zu überprüfen, dann auch noch, ob die Sozialauswahl zutreffend ist. Ob das der Gewerkschaftssekretär kann, ich weiß es nicht. Hinzu kommt ja noch, dass die Gewerkschaften beim Aushandeln von Sozialplänen ja häufig beteiligt sind. Wir könnten also auch zu einer Interessenkollision kommen. Denn wer trägt schon gerne vor, dass der Sozialplan, an dessen Gestaltung man beteiligt war, Blödsinn ist? In so Fällen würde ich immer einen mit dieser sehr speziellen Materie vertrauten Fachanwalt nehmen.

wirdwerden

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#7
 Von 
go525103-7
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Gegen eine Kündigung aus betrieblichen Gründen zu klagen, erscheint i.d.R. nur dann sinnvoll, wenn es Zweifel an der Sozialauswahl gibt, oder gar die betrieblichen Gründe zweifelhaft


guten morgen
ja genau aus den grund gehe ich zum anwalt
ich war über 10 jahre in den betrieb hab mir nie was zu schulden kommen lassen
und dann wird man gekündigt,wobei noch einige in der firma sind die noch befristet eingestellt sind (kroaten Ungarn u.s.w
nicht falsch verstehen ich habe nichts gegen ausländer ,aber denke mal da sie billiger arbeiten..
kündigen wir einfach den dummen deutschen
so denke ich ist das abgelaufen
und auch der BR steckt da mit dabei

werde mein Privat rechtschutz in anspruch nehemn und mir einen guten anwalt suchen ,den gewerkschaft RA lass ich dann lieber sein

danke

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17734 Beiträge, 6581x hilfreich)

Zitat (von go525103-7):
hab mir nie was zu schulden kommen lassen ... wobei noch einige in der firma sind die noch befristet eingestellt sind

Angemerkt:
- für eine Kündigung aus betrieblichen Gründen muss man sich nichts zuschulden kommen lassen, es reicht eine unternehmerische Entscheidung
- andere AN haben u.U. andere rechtliche Rahmen, die zu anderen Konsequenzen führen.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33234 Beiträge, 5786x hilfreich)

Zitat (von go525103-7):
laut BR wurde ein sozialplan erstellt
Was steht drin in dem Sozialplan? Was bietet der AG, der zusammen mit dem BR diesen Plan aufgestellt hat?

Ein Anwalt der IGM muss es nicht sein.
Aber trotzdem kann/sollte man KS-Klage erheben--- oder der Sozialplan enthält schon positive Punkte für den AN, die man nicht erst per Klage feststellen lassen muss?

IdR gehen diejenigen zuerst, die befristet oder noch nicht so lange dort beschäftigt sind oder nicht zwingend sozial *abgefedert* werden müssten.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(859 Beiträge, 104x hilfreich)

Zitat (von go525103-7):

laut BR wurde ein sozialplan erstellt


Was soll denn das für ein Sozialplan sein der den Mitarbeitern die gekündigt wurden nicht einmal inhaltlich bekannt gemacht wurde?

Da befürchte ich doch eher das es gar keinen Sozialplan gibt und nur eine Sozialauswahl stattgefunden hat.
Was wird den gekündigten Mitarbeitern den im Rahmen des Sozialplan angeboten (so es einen gibt)?
Was hat den der Betriebsrat zur Auswahl des betroffenen Mitarbeiters gesagt?

Unter diesen Vorzeichen würde ich auch dringend zu einem freien Rechtsanwalt für Arbeitsrecht raten.

-- Editiert von User am 7. Juli 2024 11:37

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122458 Beiträge, 40140x hilfreich)

Zitat (von go525103-7):
ich war über 10 jahre in den betrieb hab mir nie was zu schulden kommen lassen
und dann wird man gekündigt,

Bei betriebsbedingten Kündigungen völlig egal, denn man wird ja gekündigt, weil man nicht mehr gebraucht wird.



Zitat (von go525103-7):
wobei noch einige in der firma sind die noch befristet eingestellt sind (kroaten Ungarn u.s.w

Befristete Verträge sind meist nicht kündbar.
Also kündigt man die, welche man kündigen kann.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(138 Beiträge, 5x hilfreich)

Zitat (von go525103-7):
werde mein Privat rechtschutz in anspruch nehemn und mir einen guten anwalt suchen ,den gewerkschaft RA lass ich dann lieber sein


Würde ich auch machen, sofern ich mich anwaltlich vertreten lasse. Tipp dazu noch, solltest Du eine Selbstbeteiligung haben und die Versicherung bietet Dir an, einen Vertragsanwalt zu nehmen, damit dieser Selbstbehalt vorgerichtlich nicht fällig wird, rate ich dazu, dies abzulehnen.

Selber erst schlechte Erfahrungen gemacht....

Genau für solche Fälle hat man ja seine RSV. Wenn man die dann nie nützt um nicht gekündigt zu werden??

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