Kündigung und Abmahnung zusammen in der Probezeit

29. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigung und Abmahnung zusammen in der Probezeit

Mal angenommen, Mitarbeiter X bekommt während der Probezeit am Tag X eine Abmahnung wegen Nichterscheinens auf der Arbeit und am selben Tag auch eine Kündigung ohne Nennung von gründen. Laut höchstrichterlicher Rechtssprechung verzichtet der Arbeitgeber ja mit einer Abmahnung auf eine Kündigung wegen derselben Sache und das auch in der Probezeit. Der Arbeitgeber könnte aber theoretisch wegen einer anderen Sache kündigen, wenn z .B. der Mitarbeiter nach der Abmahnung auf den Chef losgeht oder was auch immer.

Wie sieht es nun aus: Der Arbeitgeber dürfte ja nun bezüglich anderer gründe, die nun zur Kündigung geführt haben laut höchstrichterlicher Rechtsprechung beweisbelastet sein und das auch in der Probezeit, da man bei einer zeitgleichen Kündigung und Abmahnung erstmal davon ausgeht, dass beide wegen ein und derselben Sache geschehen sind. Könnte der Arbeitgeber nun sagen, ja ich habe zwar wegen Nichterscheinens abgemahnt, aber die Kündigung ist wegen "zu oft krank" o.ä. Oder darf er gründe, die er bei der Abmahnung schon kannte, nicht mehr für die Begründung der Kündigung verwenden.

Also darf er bei dieser Konstellation nur kündigen, wenn nach der Abmahnung neue gründe aufgetreten sind bzw. ihm nach der Abmahnung gründe neu bekannt wurde, die schon vor der Abmahnung aufgetreten sind?

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34 Antworten
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#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32724 Beiträge, 17216x hilfreich)

Er darf ohne Grund kündigen - Probezeit. Im Übrigen erwähnen Sie nirgends, ob die Kündigung nun eigentlich fristlos war oder nicht.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Er darf ohne Grund kündigen - Probezeit


Mit einer Abmahnung und Kündigung zusammen, verzichtet man konkludent auf das Kündigungsrecht, laut bag auch in der Probezeit. Wenn ein Ag zeitgleich abmahnt und kündigt, ist er - obwohl er das in der Probezeit eigentlich nicht ist - aufeinmal darlegungs- und beweisbelastet.

Siehe hier: Quelle: https://www.channelpartner.de/a/abmahnung-verbraucht-das-kuendigungsrecht,256457#:~:text=Trotzdem%20hat%20das%20BAG%20entschieden,kann%2C%20aber%20nicht%20beides%20gleichzeitig.

"In einem neuen Urteil hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) diesen Grundsatz nun auch in einem Fall angewandt, in dem sich der betreffende Mitarbeiter noch in der Probezeit seines Arbeitsverhältnisses befand. Der Arbeitgeber hatte dem Mitarbeiter eine Abmahnung geschickt und sprach am selben Tag auch noch eine ordentliche Kündigung aus. Zu diesem Zeitpunkt war der Arbeitnehmer aber noch keine 6 Monate in dem Betrieb beschäftigt und befand sich noch in der Probezeit. Damit war das Kündigungsschutzgesetz zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht anwendbar und eine Begründung der Kündigung wäre nicht nötig gewesen.

Trotzdem hat das BAG entschieden, dass der Ausspruch einer Abmahnung auch in der Probezeit das Kündigungsrecht verbrauchen kann, weil der Arbeitgeber wegen eines Fehlverhaltens nur abmahnen oder kündigen kann, aber nicht beides gleichzeitig.

Die Richter waren wegen dem zeitlichen Zusammenhang der Ansicht, dass auch die Kündigung wegen der Pflichtverletzung erfolgt sei. In so einer Situation sei es dann Sache des Arbeitgebers darzulegen, dass ihn andere Gründe zur Kündigung bewogen hätten."

Es war eine ordentliche Kündigung.

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32724 Beiträge, 17216x hilfreich)

Na, dann klagen Sie halt dagegen...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#4
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31586 Beiträge, 5575x hilfreich)

Zitat (von shakathe):
Mitarbeiter X bekommt während der Probezeit am Tag X eine Abmahnung wegen Nichterscheinens auf der Arbeit und am selben Tag auch eine Kündigung ohne Nennung von gründen.
Ja, das darf der AG tun.
Zitat (von shakathe):
Laut höchstrichterlicher Rechtssprechung verzichtet der Arbeitgeber ja mit einer Abmahnung auf eine Kündigung wegen derselben Sache
Welches höchste Gericht hätte so entschieden?
Zitat (von shakathe):
Wie sieht es nun aus:
Vermutlich recht einfach. Der Mitarbeiter X ist seinen Job innerhalb der Probezeit los. Angabe von Gründen ist nicht erforderlich.
Zitat (von shakathe):
Könnte der Arbeitgeber nun sagen, ja ich habe zwar wegen Nichterscheinens abgemahnt, aber die Kündigung ist wegen "zu oft krank" o.ä.
Könnte er, aber warum sollte er? Und vor allem, wem sollte er das sagen?
Zitat (von shakathe):
Also darf er bei dieser Konstellation nur kündigen, wenn nach der Abmahnung neue gründe aufgetreten sind
Nö.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Welches höchste Gericht hätte so entschieden?


Siehe hier: Quelle: https://www.channelpartner.de/a/abmahnung-verbraucht-das-kuendigungsrecht,256457#:~:text=Trotzdem%20hat%20das%20BAG%20entschieden,kann%2C%20aber%20nicht%20beides%20gleichzeitig.

"In einem neuen Urteil hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) diesen Grundsatz nun auch in einem Fall angewandt, in dem sich der betreffende Mitarbeiter noch in der Probezeit seines Arbeitsverhältnisses befand. Der Arbeitgeber hatte dem Mitarbeiter eine Abmahnung geschickt und sprach am selben Tag auch noch eine ordentliche Kündigung aus. Zu diesem Zeitpunkt war der Arbeitnehmer aber noch keine 6 Monate in dem Betrieb beschäftigt und befand sich noch in der Probezeit. Damit war das Kündigungsschutzgesetz zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht anwendbar und eine Begründung der Kündigung wäre nicht nötig gewesen.

Trotzdem hat das BAG entschieden, dass der Ausspruch einer Abmahnung auch in der Probezeit das Kündigungsrecht verbrauchen kann, weil der Arbeitgeber wegen eines Fehlverhaltens nur abmahnen oder kündigen kann, aber nicht beides gleichzeitig.

Die Richter waren wegen dem zeitlichen Zusammenhang der Ansicht, dass auch die Kündigung wegen der Pflichtverletzung erfolgt sei. In so einer Situation sei es dann Sache des Arbeitgebers darzulegen, dass ihn andere Gründe zur Kündigung bewogen hätten."

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#6
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Na, dann klagen Sie halt dagegen...


Die Frage ist ja, ob gründe, die er zum Zeitpunkt der Abmahnung schon kannte, als Kündigungsgrund reichen. Mit einer Abmahnung signalisiert man ja erstmal, dass man an dem Arbeitsverhältnis festhalten möchte.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Na, dann klagen Sie halt dagegen...


Die Frage ist ja, ob gründe, die er zum Zeitpunkt der Abmahnung schon kannte, als Kündigungsgrund reichen. Mit einer Abmahnung signalisiert man ja erstmal, dass man an dem Arbeitsverhältnis festhalten möchte.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von shakathe):
Die Frage ist ja, ob gründe, die er zum Zeitpunkt der Abmahnung schon kannte, als Kündigungsgrund reichen.

Klar.



Zitat (von shakathe):
Könnte der Arbeitgeber nun sagen, ja ich habe zwar wegen Nichterscheinens abgemahnt, aber die Kündigung ist wegen "zu oft krank" o.ä.

Idealerweise nimmt man etwas, bei dem das Gericht erfahrungsgemäß nicht groß prüft und der AG möglichst wenig Beweislast hat.
Also so was wie "betriebsbedingt" oder "wir mögen den nicht".



Zitat (von shakathe):
Mitarbeiter X bekommt während der Probezeit am Tag X eine Abmahnung wegen Nichterscheinens auf der Arbeit und am selben Tag auch eine Kündigung ohne Nennung von gründen.

Das war natürlich außerordentlich dumm vom AG.



Zitat (von shakathe):
Mit einer Abmahnung und Kündigung zusammen, verzichtet man konkludent auf das Kündigungsrecht, laut bag auch in der Probezeit.

Keine Ahnung wie man auf diese merkwürdige Theorie kommt, aber sie ist schlicht falsch.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#9
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Keine Ahnung wie man auf diese merkwürdige Theorie kommt, aber sie ist schlicht falsch.


es fehlt "wegen der selben Sache"

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Idealerweise nimmt man etwas, bei dem das Gericht erfahrungsgemäß nicht groß prüft und der AG möglichst wenig Beweislast hat.
Also so was wie "betriebsbedingt" oder "wir mögen den nicht".


Nur etwas blöd, wenn der Arbeitgeber in der Abmahnung schreibt, "ändern Sie ihr verhalten, damit wir weiterhin erfolgreich zusammen arbeiten können" Da ist es nicht sehr glaubwürdig, wenn der Arbeitgeber, dann gründe vorträgt.

Wie sähe es aus wenn der gekündigte Zeugen hat, wo ihm dem AN vom Chef mitgeteilt wurde, dass man die Kündigung auch wegen des abgemahnten grundes getätigt hat, nachdem man über die Sache nochmal in Ruhr nachgedacht hat?

-- Editiert von User am 29. Oktober 2023 15:40

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von shakathe):
Wie sähe es aus wenn der gekündigte Zeugen hat, wo ihm dem AN vom Chef mitgeteilt wurde, dass man die Kündigung auch wegen des abgemahnten grundes getätigt hat, nachdem man über die Sache nochmal in Ruhr nachgedacht hat?

Wenn die Zeugen glaubwürdig sind, würde es mich wundern wenn der AG vor Gericht gewinnen würde ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31586 Beiträge, 5575x hilfreich)

Zitat (von shakathe):
Siehe hier: Quelle:
Danke, ging das nicht gleich im EP ?...und dann ganz ohne Abschreiberei und Doppel?

Ja dann, schließe ich mich @muemmel an...Klag doch gegen die Kündigung.
Zitat (von shakathe):
Die Frage ist ja, ob gründe, die er zum Zeitpunkt der Abmahnung schon kannte, als Kündigungsgrund reichen.
Das beantwortet dann später das Arbeitsgericht. Dieses liest sich uU alles genau durch und hört auch alle Seiten an. Im Gütetermin. Der AG ist bis dahin frei in der Suche nach Gründen.
Zitat (von shakathe):
"ändern Sie ihr verhalten, damit wir weiterhin erfolgreich zusammen arbeiten können
Auch das ging nicht schon im EP?. Warum bringst du hier solche Bröckchen? :augenroll:
Zitat (von shakathe):
Wie sähe es aus ...
Ganz anders oder genau so. Das erklärt uU auch später das Arbeitsgericht.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Auch das ging nicht schon im EP?. Warum bringst du hier solche Bröckchen?


Wenn ich mir deine erste Antwort auf die Frage durchlesen, hast du die juristische Frage und den Sachverhalt gar nicht verstanden. Wie kannst du da vorwerfen, nur Bröckchen zu liefern.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Auch das ging nicht schon im EP?. Warum bringst du hier solche Bröckchen?


ist das denn relevant?

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31586 Beiträge, 5575x hilfreich)

Zitat (von shakathe):
Wenn ich mir deine erste Antwort auf die Frage durchlesen,
Hättest du deine Brocken gleich in den EP gepackt--- hätte ich evtl. überhaupt nicht geantwortet.

Die juristische Frage klärt das Arbeitsgericht.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Hättest du deine Brocken gleich in den EP gepackt--- hätte ich evtl. überhaupt nicht geantwortet.


Die Frage dahinter war eindeutig.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

Keine Ahnung, ob es wirklich um eine Fallkonstruktion a la 'nehmen wir Mal an' handelt, oder ob tatsächlich dieser Fall gegeben ist; in dem Link jedenfalls ist zu lesen, dass die Richter des BAG ob der Gleichzeitigkeit von Abmahnung und Kündigung einen Zusammenhang zwischen beiden gesehen haben, und Beides zusammen geht nun Mal nicht.
Aber es wäre wohl entschieden überzogen zu schlussfolgern, dass keine Probezeitkündigung mehr möglich sein soll, weil diese Kombi Abmahnung+Kündigung nicht standgehalten hat; der AG könnte immer noch in der Probezeit und ganz ohne Angabe von Gründen erneut kündigen und sei es am letzten Tag der Probezeit.

-- Editiert von User am 29. Oktober 2023 16:33

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#18
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Aber es wäre wohl entschieden überzogen zu schlussfolgern, dass keine Probezeitkündigung mehr möglich sein soll, weil diese Kombi einer Abmahungs-Kündigung nicht standgehalten hat; der AG könnte immer noch in der Probezeit und ganz ohne Angabe von Gründen erneut kündigen und sei es am letzten Tag der Probezeit.


Da hast du vollkommen recht. Vermutlich wird der Arbeitgeber, wenn denn eine Klage bei ihm eingeht, sofort erneut kündigen und dagegen wäre man machtlos. Wenn zwischen Abmahnung und Kündigung mehrere Tage gelegen hätten und der Arbeitnehmer zum Bespiel dazwischen auch auf der Arbeit war, gäbe es genug Spielraum für weitere gründe, die eine Kündigung zur Folge hätten, die von keinem gericht in Deutschland gekippt werden würde. Es geht nur um die gleichzeitige Kündigung plus Abmahnung und laut bag liegt da nunmal der Verdacht nahe, dass sie wegen ein und derselben Sache erfolgt ist.

-- Editiert von User am 29. Oktober 2023 16:37

-- Editiert von User am 29. Oktober 2023 16:41

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von shakathe):
Wenn ich mir deine erste Antwort auf die Frage durchlesen, hast du die juristische Frage und den Sachverhalt gar nicht verstanden.

Ein kleiner Hinweis:
Es gibt - wie in all solchen Foren - User, die gerne mit einer Mischung aus Bauchgefühl, Hausfrauenforum der „Bäckerblume", mangelnder Vorstellungskraft, Ausblendung der Realität, Unkenntnis der Rechtslage, … zu antworten.
Die Beiträge geben daher oft keinen Hinweis auf die Realität bzw. die tatsächliche Rechtslage, es ist mitunter sinnvoller, die sie einfach zu ignorieren oder zumindest mit Vorsicht zu betrachten, da sie bei befolgen in (massiven) Nachteilen enden könnten.



Zitat (von blaubär+):
und Beides zusammen geht nun Mal nicht.

Doch, es geht.
Man muss halt nur höllisch aufpassen - insofern ist diese Kombination einfach nur dumm.



Zitat (von shakathe):
laut bag liegt da nunmal der Verdacht nahe, dass sie wegen ein und derselben Sache erfolgt ist.

Und hier hätte man sogar als AN die Chance es zu beweisen ...


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
shakathe
Status:
Frischling
(46 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
insofern ist diese Kombination einfach nur dumm.


Findest du die Abmahnung in diesem Kontext auch dumm formuliert oder ist das egal?

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von shakathe):
Findest du die Abmahnung in diesem Kontext auch dumm formuliert

Ja.



Zitat (von shakathe):
ist das egal?

Nö. Es ist als Kläger immer gut, wenn die Gegenseite eine möglichst große Summe an Dummheiten begeht.


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16324 Beiträge, 9241x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nö. Es ist als Kläger immer gut, wenn die Gegenseite eine möglichst große Summe an Dummheiten begeht.

Ja - aber wenn es zu einer Klage kommt, wird der Arbeitgeber sehr wahrscheinlich einen Anwalt beauftragen - und die sind dann meist nicht mehr so dumm.

Solche höchsrichterlichen Urteile sind immer ein zweischneidiges Schwert.
Zum einen hat hier der Arbeitnehmer einen Präzedenzfall zu seinen Gunsten.
Zum anderen weiß jetzt aber der Arbeitgeber (bzw. sein Anwalt) worauf man als Arbeitgeber achten muss, damit sich so ein (für den Arbeitnehmer günstiges) Urteil nicht wiederholt.
Jedes Urteil enthält quasi gratis eine Anleitung, was man hätte anders machen müssen, damit das Urteil anders ausgefallen wäre.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
und die sind dann meist nicht mehr so dumm.

Richtig - überaus fraglich, ob der AG Anwalt hier noch was retten kann ...



Zitat (von drkabo):
Jedes Urteil enthält quasi gratis eine Anleitung, was man hätte anders machen müssen, damit das Urteil anders ausgefallen wäre.

Auch Richtig.

Hier ist die Lösung recht einfach, Probezeitkündigung ohne vorherige Abmahnung.

Allerdings gibt es hier einen Haken, denn sofort erneut kündigen dürfte bei der Vorgeschichte nicht einfach werden wenn es wieder vor Gericht ginge - Stichwort "Rechtsmissbräuchlichkeit".


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
chiara123123
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Richtig - überaus fraglich, ob der AG Anwalt hier noch was retten kann ...


Das er weitere gründe hat oder findet, dürfte kein Problem sein, bei einer Bürotätigkeit fallen die täglich an, aber ob das dann in der Zusammenschau glaubhaft ist, ist dann eine andere Frage.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

Zitat (von chiara123123):
Dass er weitere gründe hat oder findet ..

Muss gar nicht bei einer Probezeitkündigung.

0x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von chiara123123):
Das er weitere gründe hat oder findet, dürfte kein Problem sein, bei einer Bürotätigkeit fallen die täglich an

Wenn dem tatsächlich so wäre, würde mich als Arbeitnehmer sowas mehr als nachdenklich machen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
chiara123123
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Wenn dem tatsächlich so wäre, würde mich als Arbeitnehmer sowas mehr als nachdenklich machen ...


Eine Zeitarbeitsfirma, die Bürokräfte entleiht, ist gut geübt darin, Tatsachen zu verdrehen und sie anders darzustellen als sie waren. Und bei zu einer Zeitbudse arbeiten ausreichend Mitarbeiter die gefügig sind und jeden Mist bezeugen, den sie gar nicht miterlebt haben.

0x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von chiara123123):
Zeitbudse

Hab ich mir schon gedacht, hoch toxische Umgebung ...


Signatur:

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0x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1840 Beiträge, 485x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Solche höchsrichterlichen Urteile sind immer ein zweischneidiges Schwert.
Zum einen hat hier der Arbeitnehmer einen Präzedenzfall zu seinen Gunsten.
Zum anderen weiß jetzt aber der Arbeitgeber (bzw. sein Anwalt) worauf man als Arbeitgeber achten muss, damit sich so ein (für den Arbeitnehmer günstiges) Urteil nicht wiederholt.
Jedes Urteil enthält quasi gratis eine Anleitung, was man hätte anders machen müssen, damit das Urteil anders ausgefallen wäre.


Ob das wirklich so ein Präzedenzfall ist, wie hier dargestellt wird, ist die Frage. Wahrscheinlich lässt er sich auch sehr leicht umgehen.

Wenn man die letzten Abschnitte des BAG-Urteils liest, hatte der Arbeitgeber andere Gründe vorgetragen und das LAG hat den Vortrag des AN dazu ignoriert, weil er den abgemahnten Grund als ausreichend angesehen hatte.

https://lexetius.com/2007,4124

Ob diese Klage wirklich erfolgreich war, wissen wir nicht, ich bezweifle es, vielleicht gab es eine Einigung auf ein besseres Zeugnis.


Beim Arbeitsgericht spielt die menschliche Komponente auch immer eine große Rolle, gerade in der Probezeit.

Natürlich ist ein unentschuldigtes Fehlen – was hier auch nicht bestritten wird – ein großes Ärgernis für einen Arbeitgeber. Er kann im ersten Moment – z.B. wegen einer zu geringen Personaldecke – von einer Kündigung abgesehen haben. Aber so ein Ärgernis stößt natürlich ein Denkprozess an und es ist sehr wahrscheinlich, dass der Arbeitgeber andere Reibungspunkte mit dem AN finden wird/gefunden hat. Diese darf der Arbeitgeber nach so einem Ärgernis natürlich anders bewerten als vorher und in der Probezeit ist er in der Bewertung auch recht frei.

Ich glaube daher nicht, dass man das Arbeitsverhältnis nach einem solchen Vorfall noch retten kann.


-- Editiert von User am 1. November 2023 09:41

Signatur:

Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung!

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31586 Beiträge, 5575x hilfreich)

Zitat (von MitEtwasErfahrung):
Ich glaube daher nicht, dass man das Arbeitsverhältnis nach einem solchen Vorfall noch retten kann.
Das sagt mir mein Bauchgefühl auch.
...Es war aber zum Glück nur eine ---mal angenommene--- Situation...

In der Realität (etwa in 2024) würde das zuständige Gericht entscheiden...oder eben erst wieder das BAG. Vermutlich und hoffentlich nicht nach Bauchgefühl und eigener Meinung, sondern nach Vortrag der Argumente der Beteiligten...usw.
Das sah übrigens der Kommentar aus 2008 der TE-Quelle auch so:
Die Richter waren wegen dem zeitlichen Zusammenhang der Ansicht, dass auch die Kündigung wegen der Pflichtverletzung erfolgt sei. In so einer Situation sei es dann Sache des Arbeitgebers darzulegen, dass ihn andere Gründe zur Kündigung bewogen hätten.
Und wie ging diese Sache nach Zurückweisung ans LAG aus?
Mein Bauchgefühl sagt mir--- man hat sich geeinigt, weil der AG noch andere Gründe *fand*.

Zurück zur Frage:
Zitat (von shakathe):
Also darf er bei dieser Konstellation nur kündigen,..
Nein, der AG darf auch ohne neue Gründe kündigen.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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