Kündigung vor 1. Arbeitstag

22. April 2011 Thema abonnieren
 Von 
mikeeagle
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigung vor 1. Arbeitstag

Hallo,

ich bin im Moment noch über eine Zeitarbeitsfirma bei einem Unternehmen eingesetzt (seit Januar 2011). Das Unternehmen hat mir vor einigen Wochen einen festen Vertrag (ab 1.6.11) angeboten, der noch in der gleichen Woche von beiden Seiten unterzeichnet wurde. Jetzt (letzten Montag) wurde mir (mündlich im Gespräch mit einem Personaler und meinem Abteilungsleiter) mitgeteilt, dass man vom Vertrag zurücktreten will und ich meinen Vertrag zurückgeben solle. Außerdem wurde mein Einsatz über die Zeitarbeitsfirma per Ende April vorzeitig beendet. Die Zeitarbeitsfirma hat mir noch am gleichen Tag innerhalb der Probezeit gekündigt.
Meine Fragen:
1. Soll ich den Arbeitsvertrag im Original wirklich zurückgeben und genügt es für meine Rechte eine Kopie davon zu behalten. Das Original haben mehrere Bekannte gesehen und können es bezeugen. Ich habe Angst, dass man mich unter Druck setzt und vielleicht mit einer schlechten Beurteilung für die Zeitarbeit droht, wenn ich den Vertrag nicht zurückgebe.
2. Soll ich mich beim Unternehmen am 31.5. melden und sagen, dass ich ab 1.Juni zur Verfügung stehe und meine Arbeit antreten will? Um so zumindest für 2 Wochen Gehalt zu beziehen.
3. Können irgendwelche "Verfehlungen" aus der Zeit als Zeitarbeiter als Grund für eine fristlose Kündigung beim Unternehmen selbst (ab 1.Juni) angeführt werden oder sind das "2 paar Stiefel" und es können einem nur Verfehlungen ab dem eigentlichen Vertragsbeginn geltend gemacht werden?

Vielen Dank!

-- Editiert am 22.04.2011 19:06

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1840 Beiträge, 485x hilfreich)

Sie scheinen hier zwischen die Fronten Zeitarbeitsfirma und deren Kunde geraten zu sein.

Nicht selten gibt es Klauseln in den Verträgen zwischen Zeitarbeitsfirma und Kunde, dass der Kunde einen MA der Zeitarbeitsfirma nicht abwerben darf.

Es ist zu vermuten, dass der Firma, an die Sie verliehen wurde, diesen Passus erst zu spät erkannte. Der Hinweis auf diesen kam sicherlich von Ihrer Zeitarbeitsfirma, welche dann wiederum den Vertrag mit Ihnen in der Probezeit gekündigt hat.

zu 1:

Das der neue AG den Vertrag zurückbekommen will ist verwunderlich und für Sie sogar gefährlich.

Der neue Arbeitgeber hat natürlich keine Rechte den Vertrag von Ihnen zurückzuverlangen. Vielmehr kann dies kritisch sein, wenn er den Vertrag auf seiner Seite behält. Theoretisch kann er dann sogar Schadensersatzansprüche geltend machen, wenn Sie nicht zur Arbeit erscheinen und u.U. Kündigung vor Arbeitsantritt vertraglich ausgeschlossen ist. Wenn dann beispielsweise eine Pauschalzahlung für eine Kündigung vor Arbeitsantritt drin steht, müssten Sie diese evtl. noch leisten.


Richtiger Weg wäre folgender:

Sie schließen mit dem neuen AG einen Auflösungsvertrag ab. Das sichert beide Seiten ab.


zu 2:

Wenn die Kündigung vor Vertragsbeginn ausgeschlossen ist, bleibt Ihnen das natürlich unbenommen. Sie sollten sich jedoch auf die Suche nach einer neuen Stelle konzentrieren und dafür sind dann Streitigkeiten, welche dadurch entstehen, natürlich nicht unbedingt förderlich.


zu 3:

Prinzipiell ja, wenn dadurch dem neuen AG die Beschäftigung bis zur Kündigungsfrist nicht zumutbar ist. Schließlich haben Sie für Ihn gearbeitet und wenn da Verfehlungen vorliegen, die mit der geleisteten Arbeit zusammenhängen, kann ein fristloser Kündigungsgrund vorliegen.


-----------------
"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

-- Editiert am 22.04.2011 19:48

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
mikeeagle
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antwort!

Die Zeitarbeitsfirma und das Unternehmen hatten sich geeinigt, dass ich zum 1.6.11 den Arbeitgeber wechsle. Das war also kein Problem.

Zu den Verfehlungen. In einer Zusatz-Vereinbarung stand, dass "Privates Internetsurfen nicht erwünscht" ist. Es stand nicht verboten drin. Daraus könnte man einem vielleicht einen Strick drehen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
MitEtwasErfahrung
Status:
Lehrling
(1840 Beiträge, 485x hilfreich)

quote:
u den Verfehlungen. In einer Zusatz-Vereinbarung stand, dass "Privates Internetsurfen nicht erwünscht" ist. Es stand nicht verboten drin. Daraus könnte man einem vielleicht einen Strick drehen.


Ich glaube nicht, dass das ein Grund für eine fristlose Kündigung sein kann. Normalerweise ist das ein Verhalten, das erst abgemahnt werden müsste. Aber wie es ein Richter bewertet, wenn es Teil des Vertrages war, steht in den Sternen.

War das wirklich eine Zusatzvereinbarung, die Sie unterschrieben haben?


Aber wie ich schon oben sagte, wichtig ist, dass Sie sich auf die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz konzentrieren. Die 14 Tage, die Sie allenfalls gewinnen, sind selten den Ärger und Stress wert, den man sich dadurch einhandelt.



-----------------
"Nur meine Meinung, keine Rechtsberatung! "

-- Editiert am 22.04.2011 21:25

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Knietot
Status:
Schüler
(213 Beiträge, 59x hilfreich)

Auszug aus dem Merkblatt der Arbeitsagentur, für Leiharbeitnehmer:

5. Der Verleiher darf Ihnen nicht untersagen, nach Beendigung Ihres Leiharbeitsverhältnisses ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher einzugehen. Entsprechende Vereinbarungen sowie ähnliche Vereinbarungen zwischen Entleiher und Verleiher sind grundsätzlich unwirksam.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.347 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
106.970 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen