Kündigung während der Krankheit - Kündigungschutzklage einreichen sinnvoll?

2. November 2008 Thema abonnieren
 Von 
Lunafrow
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigung während der Krankheit - Kündigungschutzklage einreichen sinnvoll?

Hallo zusammen,

Der AN ist seit 13 Monaten in einen Betrieb tätig der mehr als 20 Mitarbeiter hat. Er war in der Zeit nicht übermassig Krank (1mal 5Tage, schon länger her).
Seit 2 Monaten hat er Probleme mit seinen Fuß und Rücken, diese hatten aber erstmal keine Auswirkungen auf seine Arbeitsleistung. Er musste in der Zeit 2mal während der Arbeitszeit zum Arzt und ist danach wieder zur Arbeit erschienen. Nun ist er in Behandlung seit genau 3 Wochen und in dieser Zeit auch Krankgeschrieben. Krankenmeldung ging bis Freitag, er hat in der Firma am Freitag nach seinen Arztbesuch angerufen und denen mitgeteilt das er am Montag früh nochmal zum anderen Arzt muss und dieser auch entscheidet ob er wieder ab Dienstag Arbeiten gehen kann oder nicht.

2 Stunden später klingelt ein Mitarbeiter der Firma als Bote und wollte ihn die Kündigung übergeben, da er dazu ein Zettel unterschreiben sollte in dem Stand..."hiermit AKTZEPTIERE ich die Kündigung......"er hat gesagt das er diese nicht Akzeptiere und nix unterschreibe. Der AG kann die Kündigung ja ganz normal per Post schicken...Der Bote dann diese einfach danach in den Briefkasten geschmissen.

In der Kündigung steht "Betriebsbedingt" am 31.10 zum 31.11.
Betriebsbedingt klingt sehr erfunden, da die Stelle weiterhin besetzt wird von jemanden der "teurer" ist.

Der AG hatte weder nach den Krankheitverlauf gefragt noch sonstige Infos...ob diese noch länger bestehen könnten.

Gut,Kündigungschutzklage einreichen sinnvoll? Denke ja, aber wie sieht es mit Hilfe bei Kosten aus oder ist es sinnvoll diese selber beim Arbeitsgericht? einzureichen, wenn man selber wenig Ahnung hat?
Wer kann da am schnellsten helfen, da man nur max 3 Wochen zeit hat.
Wie sollte man am besten den AG jetzt begegnen, es gibt noch viel Resturlaub und denke das der AG diesen jetzt geben will. Sollte man das annhemen? Weiterhin seine Arbeit anbieten und erscheinen (denke das will der AG nicht mehr) sofern er nicht weiter Krankgeschrieben bin.

Für Rückmeldungen wie immer Dankbar...

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12313.03.2009 19:03:35
Status:
Lehrling
(1677 Beiträge, 256x hilfreich)

Hallo,

dass man die Kündigung durch akzeptieren soll ist eine Frechheit. Seriös wäre nur den Empfang mit Datum quittieren zu lassen um Rechtssicherheit für alle zu schaffen. Aber egal. Durch den Boten ist das Schreiben wirksam zugegangen.


Von den 20 Mitarbeitern müssen mehr als 10 Vollzeit dabeisein, Azubis zählen nicht, und Teilzeitkräfte abhängig von der Menge der Arbeitszeit. Dann gilt allgemeiner Kündigungsschutz.

Wurdest Du freigestellt ? Wenn ja, hast Du Anspruch auf Auszahlung des Resturlaubs, wenn nein musst Du am nächsten Arbeitstag wie gewohnt arbeiten
und den Resturlaub nehmen oder auszahlen lässen. Das wäre frühzeitig abzuklären.


Die 3 Wochen-Frist muss unbedingt eingehalten werden. Daher wäre sofort ein Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen. Der kann dann alle Details abklopfen.
Lass Dir die möglichen Kosten genau aufschlüsseln, wenn Du keine Arbeitsrechtssversicherung oder Gewerkschaftsmitgliedschaft hast, die einspringt.

Bei betriebsbedingten Kündigungen muss eine Sozialauswahl erfolgen.
Es reicht schon wenn ein Mitarbeiter mit halbwegs vergleichbaren Tätigkeiten wenn nach Dir eingestellt worden war und weniger Unterhaltspflichten als Du hast (zu versorgende Lebenspartner, Kinder,....)
Das Gehalt ist sicherlich nicht ausschlaggebend. Denn der könnte ja auch mehr Kinder haben.

Der Anwalt kann dann nach einigen Fragen an Dich einschätzen ob sich eine Kündigungsschutzklage lohnt.
Rechne Dir aber nicht zu viel Abfindung aus, die der Arbeitgeber im Klagefall wahrscheinlich anbietet, wenn die betriebsbedingte Kündigung auf wackeligen Füßen steht). Mit einer krankheitsbedingten K. werden die wohl nicht durchkommen.
Ein steuerbegünstigtes halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr wäre ein realistischer Preis,wenn sich die Firma davon "freikaufen" wollte, Dich wieder einzustellen.
Manchmal aber selten kommt es vor , dass man auch dort wieder arbeiten kann.

Man muss auch auf jeden Fall drei Werktage nach ZUgang einer Kündigung (ob wirksam oder nicht) zum Arbeitsamt und sich arbeitssuchend melden. (Schreiben und Personalausweis mitnehmen).

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#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8075x hilfreich)

Als Ergänzung scheint mir hier sinnvoll noch zu schreiben, dass Sie sich natürlich beim Arbeitsamt erst melden müssen, wenn Sie wieder gesund sind. Dann aber umgehend!
Und dass eine Klage gegen die Kündigung höchstwahrscheinlich erst mal einen Gütetermin zur Folge hat, dann müssen Sie nur die Kosten Ihres Anwalts übernehmen.
In Ihrer Situation würde ich auch auf jeden Fall einen Fachanwalt für Arbeitsrecht hinzuziehen.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Lunafrow
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal vielmals für die Antworten.
Bin ab morgen wieder arbeitsfähig und werde nun ein Fachanwalt für ein erstes Beratungsgespräch hinzuziehen.

Was passiert wenn der AG die Tage eine erneute Kündigung zustellt mit neuen Datum außerhalb der Krankenzeit, sprich ab morgen? Interessant wäre auch was mit den Resturlaub passiert der nur anteilsmässig genommen werden kann, da wie eben Telefonich zugesagt in 2 Wochen nochmals eine Op am Fuss ansteht.

-- Editiert von Hustler am 03.11.2008 10:52

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#4
 Von 
Lunafrow
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Nochmals eine Frage, bis zum Termin beim Anwalt nächste Woche.

Der AG wurde soeben informiert das ich ab morgen Einsatzbereit bin und zu Arbeit wie gewohnt erscheinen werde. Der AG meinte das sie für mich keine Verwendung mehr haben, da diese letzte Woche schon jemand neues für meinen Posten angelernt haben. Der AG will den Resturlaub der die Zeit der Kündigungsfrist beträgt jetzt verrechnen.
Muss ich diesen Urlaub ab morgen annehmen?
Da ich aber auf (Kündigungschutzklage) Weiterbeschäftigung Klagen will, würde ich doch gerne meinen Urlaub an Weihnachten nehmen, wie ich ihn eingereicht habe und nicht jetzt die 4 Wochen verbraten. Wie geht man da am besten morgen beim AG vor?

Vielen Dank.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Eidechse
Status:
Schlichter
(7003 Beiträge, 3924x hilfreich)

Der AG darf nicht einfach einseitig darüber bestimmen, dass der Resturlaub genommen wird. Allerdings ist in deiner Situation schon etwas problematisch, wie man am Besten reagiert. Wenn nämlich der AG Gelgenheit zur Urlaubsnahme innerhalb der Kündigungfrist gegeben hat, könnte ein Gericht auch auf die Idee kommen, dass hier keine Urlaubsabgeltung mehr in Betracht kommt, weil der Urlaub nicht wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sondern der Unwilligkeit des AN nicht mehr genommen werden konnte. Hier ist taktisches Vorgehen gefragt.

Lass dir vom AG am besten alles schriftlich geben.

Warum kommst im Übrigen auf die Idee, dass der AG dir noch mal eine Kündigung geben wird, nachdem du nun wieder arbeitsfähig bist? Dadurch dass die Kündigung dir während der Krankheit zugegangen ist, ist sie nicht unwirksam. Der AG hat daher keine Veranlassung dir noch mal eine Kündigung zukommen zu lassen.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47734 Beiträge, 16865x hilfreich)

Ob Du krank bist oder nicht, spielt für die Wirksamkeit der Kündigung keine Rolle. Es ist ein weit verbretetes Märchen, dass während einer Krankheit nicht gekündigt werden kann.

Bei einer betriebsbedingten Kündigung muss der AG jedoch nachweisen, dass er eine Sozialauwahl durchgeführthat. Daran scheint es hier zu fehlen, so das eine Kündigungsschutzklage Erfolg versprechend sein dürfte.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2433x hilfreich)

@hamburgerin

*wink*:)

ich muß dir ausnahmsweise widersprechen.
der te muss sich trotz arb.unfähigkeit umgehend arbeitsLOS melden. lediglich eine arbeitSUCHEND meldung geht währenddessen nicht.
meine damaligen probleme hätten sich fast noch verschlimmert, wenn ich nicht zufällig eine anwältin gehabt hätte, die früher für das arb.amt tätig war;)

@hustler

du mußt dich also arbeitslos melden (und auch arbeitsuchend, wenn du nicht mehr au bist) innerhalb 3!! tagen nach kenntins der kündigung. dabei ist es egal, ob du klage erhebst oder nicht.

was die restl. arbeitszeit betrifft, sag dem ag doch, er möge dich schriftlich freistellen.

sunbee

-- Editiert von Sunbee1 am 03.11.2008 21:44

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8075x hilfreich)

Hallo sunbee,
ich mag auch Widersprüche, aus denen lerne ich ja nur !

Du hast recht, aber meinst du nicht auch, das hängt doch sehr davon ab, ob jemand bettlägrig ist oder mobil? D.h. wenn die Arbeitsagentur deshalb kürzen will, müßte ein Nachweis über mangelnde Mobilität genügen?

Oder kann man sich telefonisch arbeitslos melden?
Lieber Gruß

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10618 Beiträge, 2433x hilfreich)

@hamburgerin

eine arb.losmeldung muss immer persönlich erfolgen. notfalls muss jemand bevollmächtigt werden. nur not op, koma o.ä. wird sicher von der afa akzeptiert als grund einer verspäteten meldung.

ich habe, als ich alg2 zusätzlich beantragen mußte und wieder mal operiert fußlahm war, jemanden hingeschickt mit dem antrag. das wurde akzeptiert und die folgenden termine wurden seitens des jobcenters absolut auf mich und m. erkrankung abgestimmt. keine minute wartezeit und superbemühte sachbearbeiter:)
-ich weiß, das ist nicht immer so, aber es geht.

sunbee

0x Hilfreiche Antwort

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