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Kündigungsschutz geringfügige Beschäftigung

 Von 
go271628-10
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigungsschutz geringfügige Beschäftigung

Hallo,

es geht um folgendes:
Ich war auf 400€-Basis für eine stundenweise Aushilfstätigkeit in der Gastronomie angestellt. Die Probezeit betrug 6 Monate. Für die Probezeit wurde eine Kündigungsfrist von 7 Tagen im Vertrag festgelegt. Es gab keine Mindeststundenanzahl pro Woche.
Nun wurde mir am 6.1. zum 15.1. gekündigt. Am 15.1. wäre auch meine Probezeit vorbeigewesen. Zwischen dem 6.1. und dem 15.1. wurde ich dann einfach nicht mehr zum Arbeiten eingeteilt.
Jetzt habe ich dazu 2 Fragen:
1. Ist die Kündigungsfrist von 7 Tagen überhaubt gültig, obwohl die gesetzliche Frist in der Probezeit bei 2 Wochen liegt? Falls nein: liegt dann die Kündigung nichtmehr in der Probezeit und müsste ihr damit dann eine längere Frist vorrausgehen?
2. Ich habe gelesen, dass der Arbeitgeber, selbst wenn er die Arbeit plötzlich nicht mehr abruft mindestens 10 Stunden pro Woche zahlen muss. Habe ich dann bis zum wirksamwerden der Kündigung ein Anrecht auf diese 10 Stunden ?

Vielen Dank und liebe Grüße :)

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Kündigungsfrist Probezeit Woche Frist


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
arbeits-zorro
Status:
Schüler
(304 Beiträge, 288x hilfreich)

Hallo

Hier meine Meinung zum Thema:

quote:
1. Ist die Kündigungsfrist von 7 Tagen überhaubt gültig, obwohl die gesetzliche Frist in der Probezeit bei 2 Wochen liegt?

Die gestzliche Probezeit-KÜ-Frist von 14 Tagen kann einzelvertraglich nicht abbedungen werden. Nur ein auf das AV anzuwendender Tarifvertrag könnte wirksam kürzere Fristen vorsehen.

quote:
Falls nein: liegt dann die Kündigung nichtmehr in der Probezeit und müsste ihr damit dann eine längere Frist vorrausgehen?

Dass die Kündigungsfrist noch innerhalb der Probezeizt ablaufen müsste, ist ein Trugschluss. Auch am letzten Tag der Probezeit kann noch mit der Probezeit-Kü-Frist gekündigt werden. Das AV verlängert sich dann nur um die Zeit der Kü-Frist.

Um die nächste Frage gleich vorwegzunehmen: Durch eine unwirksame Kündigungsfrist wird eine Kündigung nicht unwirksam, vielmehr wird die Kündigung zum richtigen Datum umgedeutet. Dummerweise muss nach neuester Rechtsprechung dafür trotzdem innerhalb von 3 Wochen vor dem Arbeitsgericht geklagt werden, sonst wird die Kündigung zum "falschen Datum" wirksam und man hat keinen darüber hinaus gehenden Entgeltanspruch.


quote:
2. Ich habe gelesen, dass der Arbeitgeber, selbst wenn er die Arbeit plötzlich nicht mehr abruft mindestens 10 Stunden pro Woche zahlen muss. Habe ich dann bis zum wirksamwerden der Kündigung ein Anrecht auf diese 10 Stunden ?


Wenn keine Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit festgelegt wurde, greift § 12 Abs.1 TzBfG. Demnach würde eine Vereinbarung von 10h pro Woche fingiert auf die natürlich auch ein Rechtsanspruch bestünde.


Gruß
AZ

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-- Editiert am 10.01.2011 02:00

-- Editiert am 10.01.2011 02:04

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#2
 Von 
go271628-10
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Super Danke !!

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