Kurzarbeit anstatt Krankheit auf der Abrechnung.

7. März 2016 Thema abonnieren
 Von 
Bigsiwy
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 47x hilfreich)
Kurzarbeit anstatt Krankheit auf der Abrechnung.

ICh frage mich ob das zulässig ist,

Letzten Monat ist mein Schwager am einem Freitag krank zur Arbeit hin gegangen.(Gartenbau)
Der Chef hat gesehen dass er Krank ist und hat ihm zum Arzt geschickt.
Bis ende der drauffolgender Woche hatte war er Krankgeschrieben.

Auf seiner Abrechnung sind die Tage aber nicht als Krankheits Tage sondern als KuK (Kurzarbeit) aufgelistet. Viel weniger Geld als sonst bekommt man dafür auch.


Ist sowas erlaubt?

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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17785 Beiträge, 6589x hilfreich)

Wenn dein Schwager die AU eingereicht hat, ist er natürlich krank und nicht auf Kurzarbeit.
Das Erste wäre doch, beim AG auf Korrektur zu drängen, oder?

18x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Bigsiwy
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 47x hilfreich)

Ist es 100% sicher? nicht dass er da hingeht und nicht im recht ist.

9x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

War der AN vorher in Kurzarbeit? falls nicht, dann ist ganz normal das vertraglich vereinbarte Entgeld zu zahlen. Hat sich der AN in Kurzarbeit befunden und wurde dann krank, so ist das verminderte Gehalt der Kurzarbeit anzusetzen.

4x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Bigsiwy
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 47x hilfreich)

Die ganze Woche davor Montag-Donnerstag hat er normal 8h am Tag gearbeitet.

Am Freitag ist er "krank" zu Arbeit gekommen, und wurde von Chef nach hause geschickt (sollte zum Arzt gehen)

Bei der Firma wo er arbeitet werden meiner Meinung nach die "dummen" Arbeiter (mit schlechten Deutschkenntnisen ausgenutzt)
zB. Die Reinigungskraft die dort arbeitet, bekommt nicht mal den mindeslohn von 9,55 was Putzfrauen normalerweise bekommen.(Sie bekommt 9 €)

4x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Zitat (von Bigsiwy):
Die ganze Woche davor Montag-Donnerstag hat er normal 8h am Tag gearbeitet.

Darauf kommt es nicht an. Hat die Firma Kurzarbeit angemeldet und war dein Schwager davon betroffen oder nicht?
Siehe dazu § 4 Abs. 3 EFZG

2x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Bigsiwy
Status:
Beginner
(105 Beiträge, 47x hilfreich)

Zitat (von micbu):
Zitat (von Bigsiwy):Die ganze Woche davor Montag-Donnerstag hat er normal 8h am Tag gearbeitet.
Darauf kommt es nicht an. Hat die Firma Kurzarbeit angemeldet und war dein Schwager davon betroffen oder nicht?
Siehe dazu § 4 Abs. 3 EFZG


Wie kann man das herausfinden?

Ich wette die Firma hat den ganzen Winter Kurzarbeit gemeldet.. Gartenbau / Strassenbau(Pflasterarbeiten) und Winterdienst.
Normalerweise müsste er mindesens aber an den Tag wo er nach Hause geschickt wurde kein KuK haben. Da gabs ja Arbeit...

2x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Zitat (von Bigsiwy):
Normalerweise müsste er mindesens aber an den Tag wo er nach Hause geschickt wurde kein KuK haben. Da gabs ja Arbeit...

Noch einmal: Das spielt keine Rolle!
Wenn die Firma Kurzarbeit angemeldet hat und wenn für deinen Schwager für März Kurzarbeit geplant war, dann hat er nur Anspruch auf das gekürzte Gehalt:
Zitat § 4 Abs. 3 EFZG :
Zitat:
(3) Wird in dem Betrieb verkürzt gearbeitet und würde deshalb das Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers im Falle
seiner Arbeitsfähigkeit gemindert, so ist die verkürzte Arbeitszeit für ihre Dauer als die für den Arbeitnehmer
maßgebende regelmäßige Arbeitszeit im Sinne des Absatzes 1 anzusehen. Dies gilt nicht im Falle des § 2 Abs. 2


Die Aussage von Blaubär ist schlicht falsch.

-- Editiert von micbu am 07.03.2016 12:52

2x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2533x hilfreich)

Zitat (von micbu):
Zitat (von Bigsiwy):Normalerweise müsste er mindesens aber an den Tag wo er nach Hause geschickt wurde kein KuK haben. Da gabs ja Arbeit...
Noch einmal: Das spielt keine Rolle!
Wenn die Firma Kurzarbeit angemeldet hat und wenn für deinen Schwager für März Kurzarbeit geplant war, dann hat er nur Anspruch auf das gekürzte Gehalt:
Zitat § 4 Abs. 3 EFZG :
Zitat:(3) Wird in dem Betrieb verkürzt gearbeitet und würde deshalb das Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers im Falle
seiner Arbeitsfähigkeit gemindert, so ist die verkürzte Arbeitszeit für ihre Dauer als die für den Arbeitnehmer
maßgebende regelmäßige Arbeitszeit im Sinne des Absatzes 1 anzusehen. Dies gilt nicht im Falle des § 2 Abs. 2
Die Aussage von Blaubär ist schlicht falsch.
-- Editiert von micbu am 07.03.2016 12:52


Bevor Du die Antworten anderer als schlicht falsch abkanzelst, solltest Du vielleicht an Deiner Argumentation arbeiten.
Deine Aussage ist nicht weniger verwirrend fuer den TE.

Was soll man denn mit der Aussage anfangen, ob fuer den AN fuer Maerz Kurzarbeit angemeldet war? Ja klar hat die Firma offensichtlich Kurzarbeit angemeldet. Es kommt aber nicht darauf an, ob die fuer den Monat pauschal angemeldet wurde, sondern ob fuer den AN an diesen konkreten Tagen Kurzarbeit angedacht ist.

In der Praxis passiert es dann ganz oft, dass die AN eigentlich voll arbeiten sollen an einem bestimmten Tag oder gar die komplette Woche, kommt jedoch die AUB rein, dann wird ploetzlich auf Krank waehrend Kurzarbeit umgeschwenkt. Das ist natuerlich nicht korrekt, aber oft wehrt sich keiner dagegen.
Das spiel kann man insbesonders bei Kurzarbeit wegen vorruebergehendem Arbeitsausfall (Entfall von Auftraegen) beobachten. Bei Saison-KUG ist es offenbar nicht anders.

2x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Zitat (von 1000kleinesachen):
Deine Aussage ist nicht weniger verwirrend fuer den TE.

Da ist nix verwirrend, das EFZG ist da ganz klar an der Stelle. Dass dem AG dadurch ein deutlicher Spielraum zur Verfügung steht ist auch ganz klar und das ist auch gut so.

2x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Schwarzwalder
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 33x hilfreich)

Bei meiner Frau im Betrieb läuft gerade die gleiche Nummer ab. Verarbeitendes Gewerbe, seit Dezember Kurzarbeit gemeldet, variabel je nach Auftragslage und Qualifizierung für die anfallende Arbeit, im Regelfall ein Tag pro Woche. Als letztens meine Frau wegen Krankheit eine Woche arbeitsunfähig war, wurden ihr für diese Woche zwei Tage Kurzarbeit angerechnet, dafür hatte ihre Kollegin die mit derselben Arbeit betraut ist eine Fünftagewoche! Den Vorgesetzten auf diesen Umstand angesprochen meinte dieser nur, dass es in seinem Ermessen liege ob er "rückwirkend" einen Tag mehr Kurzarbeit anrechnet oder nicht! Nach seiner Aussage wäre er auch dahingehend berechtigt seine Mitarbeiter eine Stunde nach Arbeitsbeginn wieder nach Hause zu schicken. Hat er in beiden fällen Recht, und wenn ja, auf welche Gesetzgebung beruft er sich?

4x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2533x hilfreich)

Zitat (von micbu):
Zitat (von 1000kleinesachen):Deine Aussage ist nicht weniger verwirrend fuer den TE.
Da ist nix verwirrend, das EFZG ist da ganz klar an der Stelle. Dass dem AG dadurch ein deutlicher Spielraum zur Verfügung steht ist auch ganz klar und das ist auch gut so.


Das Entgeltfortzahlungsgesetz mag an dieser Stelle klar sein, leider verstehst Du diese Passage dann offensichtlich nicht richtig.
Wenn der AN am Donnerstag und Freitag (trotz von der Firma angemeldeten Kurzarbeit) voll eingeplant ist und sich plötzlich AU meldet, dann kann der AG den AN für diese Tage nicht (quasi rückwirkend) auf Kurzarbeit setzen, nur um damit die volle Entgeltfortzahlung zu sparen. Viele AG machen das trotzdem, es ist und bleibt nicht von der Gesetzgebung gedeckt.

2x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Von Rückwirkend hat niemand etwas geschrieben!
Beispiel:
5 Arbeitnehmer haben eine 5Tage Woche. In dieser Woche soll jeden Tag soll ein anderer wegen Kurzarbeit zu Hause bleiben.
Montag wird einer der Arbeiter krank geschrieben. Es ist legitim, dass dieser Arbeitnehmer dann die ganze Zeit als Kurzarbeiter krank geschrieben ist und die anderen 4 normal arbeiten gehen. Dem Kranken steht dann nur das Kurzarbeitergeld zu (ausser für den ersten Tag an dem er normal gearbeitet hätte)

2x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2533x hilfreich)

Zitat (von micbu):
Von Rückwirkend hat niemand etwas geschrieben!
Beispiel:
5 Arbeitnehmer haben eine 5Tage Woche. In dieser Woche soll jeden Tag soll ein anderer wegen Kurzarbeit zu Hause bleiben.
Montag wird einer der Arbeiter krank geschrieben. Es ist legitim, dass dieser Arbeitnehmer dann die ganze Zeit als Kurzarbeiter krank geschrieben ist und die anderen 4 normal arbeiten gehen. Dem Kranken steht dann nur das Kurzarbeitergeld zu (ausser für den ersten Tag an dem er normal gearbeitet hätte)


Nein, das ist eben nicht legitim. Du verstehst es nicht. Dem erkrankten AN muss dann 4 mal Voll und ein Mal Entgeltfortzahlung in Höhe KUG geleistet werden.

-- Editiert von 1000kleinesachen am 20.04.2016 10:27

4x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Nein, das hatten wir bei uns in 2010 mehrfach. Wir haben das von unserem Firmenanwalt prüfen lassen. Das Ergebnis war, dass es legitim sei.
Wenn du der Meinung bist, das sei nicht legitim, dann verlink doch bitte den entsprechenden Paragraphen gegen den verstossen werden soll oder ein entsprechendes Urteil darüber.
Der Chef darf arbeitsbdedingt auch kurzfristig die Arbeitnehmer anders einteilen. Rückwirkend geht das nicht, für die Zukunft aber sehr wohl.

3x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Schwarzwalder
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 33x hilfreich)

Warum nennst du uns nicht den Paragraphen auf den sich euer Firmenanwalt beruft?

4x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Du hast das mit den Gesetzen anscheinend noch nicht so ganz verstanden. Es gibt nicht für alles Paragraphen. Man darf aber nicht gegen bestehende verstossen.
Daher die Gegenfrage an dich: Gegen welchen Paragraphen soll diese Regelung denn verstossen?

2x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Schwarzwalder
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 33x hilfreich)

Jetzt mach doch nicht so einen grossen Wind und teil hier doch einfach mit, wo deine Aussage von oben niedergeschrieben ist: >Der Chef darf arbeitsbdedingt auch kurzfristig die Arbeitnehmer anders einteilen.<

4x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Ich mache keinen Wind.
Und schon wieder: Wo steht, dass er es nicht darf? Wenn es betrieblich, unvorhergesehen, also arbeitsbedingt (wir reden hier immer noch von Kurzarbeit!!!), notwendig ist, dann kann ein AG sehr viel, umplanen. Er darf sogar anwesende Angestellte/Arbeiter wieder nach Hause schicken und Mitarbeiter die zu Hause sind zur Arbeit rufen. Kurzarbeit ist kein Urlaub!

-- Editiert von micbu am 03.05.2016 10:07

3x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Schwarzwalder
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 33x hilfreich)

Ich versteh deine Geheimniskrämerei nicht! Warum schreibst du nicht einfach wie das mit Kurzarbeit geregelt ist? Ist das eine individuelle Vereinbarung des AG mit dem Arbeitsamt, wenn nicht muss es doch irgendwo ein Regelwerk geben nach dem der AG verfahren kann?

3x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17256 Beiträge, 5931x hilfreich)

Das ist doch keine Geheimniskrämerei. Das ist eine Vereinbarung des AG mit dem BR oder u.U. sogar direkt mit den Angestellten im Rahmen der geltenden Gesetze. Es kann dazu eine Betriebs- oder individuelle Vereinbarungen geben. Wenn es einen BR gibt, dann muss dieser in jedem Fall zustimmen. Ausserdem muss der AG die Kurzarbeit auch noch beantragen. Vieles ist auch in Tarifverträgen geregelt (sofern einer existiert).
Es gibt da nicht wirklich etwas 08/15.

5x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Schwarzwalder
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 33x hilfreich)

DANKE, das wollte ich nur wissen.

6x Hilfreiche Antwort

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