Kurzarbeit und Urlaub.

24. Januar 2021 Thema abonnieren
 Von 
Stopfinger
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Kurzarbeit und Urlaub.

Ich habe ein Problem, ich hoffe hier kann mir wer helfen.
Folgendes, ich arbeite mit noch 4 Festangestellten in der Gastronomie.
Alle 450 Euro Kräfte wurden letztes Jahr wegen Corona ausgestellt, bis auf eine und um die geht es hier.
Keiner von uns Festangestellten bekommt aktuell die Monatlichen Soll Stunden zusammen, was wegen Corona auch fast unmöglich ist. Der Chef zahlte aber den Lohn trotzdem weiter und wir fuhren alle Minusstunden.
Die eine 450 Euro Kraft arbeitete wie sie lustig ist, und wir konnten uns nach ihr richten. Vor Weihnachten rief sie an, sie kommt im Dezember nicht mehr erst im Januar wieder, weil sie anscheinend Weihnachten keinen Bock hatte zu arbeiten. Wir schrieben die Dienstpläne neu, und alles lief auch ohne sie.
Am 02.01.21 stand sie wieder da und sagte sie möchte jetzt wieder Arbeiten.
Auf dass hin hat mich mein Chef den kompletten Januar in meinen Resturlaub geschickt. Und sie konnte meine Schichten übernehmen.
Wohin auch mit den ganzen Leuten wenn keine Arbeit da ist?
Jetzt wurden wir im Januar, alle in Kurzarbeit geschickt, ich habe es von meiner Kollegin erfahren, nicht mal vom Chef persönlich! Naja dachte ich mir schaun wir mal, wenn ich an 01.02 wieder in der Arbeit bin, wie es weitergeht.
Gestern rief mich eine Kollegin an und sagte, dass sich der Chef erkundigt hätte wie es mir geht, und ob ich in der Firma von meinen Mann was zu tun hätte, weil wenn ich da genug zu tun hätte, würde er mich auch auf Kurzarbeit schicken, und stattdessen soll die 450 Euro Kraft meine Schichten übernehmen.
Jetzt verstehe ich gerade die Welt nicht mehr, er schickt uns festen in die Kurzarbeit und holt sich dann stattdessen 450 Euro Kräfte.
Ich gehe ab 01.02. Wieder in die Arbeit, der kann mich gerne anrufen, dann werde ich ihm dass auch genauso sagen.
Nun meine Frage, ist denn dass überhaupt Rechtens? Kurzarbeit anmelden, Leute daheim lassen die gerne arbeiten würden, bestimmen wann man seinen Resturlaub nehmen muss, und dann 450 Euro Kräfte arbeiten lassen? Kann ich auf meinen Arbeitsantritt bestehen?

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(15201 Beiträge, 5842x hilfreich)

//// ... ist denn dass überhaupt Rechtens?
- Kurzarbeit anmelden, (ist rechtens)

- Leute daheim lassen die gerne arbeiten würden,
(ist rechtens, wenn die Leute auch bezahlt werden, nennt sich dann Freistellung)

- bestimmen wann man seinen Resturlaub nehmen muss,
(ist nicht rechtens; lies BUrlG § 7: § 7 Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs (1) Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, daß ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.)

- und dann 450 Euro Kräfte arbeiten lassen?
(kann dir egal sein)

- Kann ich auf meinen Arbeitsantritt bestehen?
(nicht wirklich, solange der Chef seine Pflichten dir gegenüber erfüllt. Das Direktionsrecht des AG gibt ihm das Recht zu bestimmen, wann, wo, wie und wie lange AN zu arbeiten hat. Er hat sich an den Vertrag zu halten und an die Arbeitsrechtsgesetze und -regeln).

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#2
 Von 
Stopfinger
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für deine Antwort.
Das Kurzarbeit Rechtens ist, ist mir bewusst.
Ich verstehe nur die Logik nicht so wirklich, mich will er mit Kurzarbeit daheim lassen und dafür 450 Euro Kräfte einteilen?!
Dass widerspricht sich doch.
Angenommen er würde mich "Freistellen" im Februar, bekomme ich dann meinen vollen Lohn?

Zitat (von blaubär+):
Er hat sich an den Vertrag zu halten und an die Arbeitsrechtsgesetze und -regeln).

Aber dann muss er mich ja arbeiten lassen?! Zumindest meine festen Tage oder verstehe ich das falsch?

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#3
 Von 
dummfragerin
Status:
Praktikant
(641 Beiträge, 309x hilfreich)

Für dich kann er Kurzarbeitergeld bekommen, für den Minijobber nicht. Da ist es doch klar, dass er den arbeiten lässt, den er so oder so bezahlen muss.

Und dein Urlaub aus dem Vorjahr muss eh weg, sonst gibt es kein Kurzarbeitergeld.

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#4
 Von 
Stopfinger
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von dummfragerin):
Für dich kann er Kurzarbeitergeld bekommen, für den Minijobber nicht. Da ist es doch klar, dass er den arbeiten lässt, den er so oder so bezahlen muss.


Genau das ist der Punkt, mich muss er so und so bezahlen weil Festangestellt. Für mich bekommt er Geld vom Staat, und die 450 Euro Kraft, die er aus eigener Tasche zahlen muss, soll arbeiten?!
Ja hat er jetzt Geld oder nicht?!
Die 450 Euro Kraft kann er ja ausstellen, wenn schon die festen nicht auf Ihre Stunden kommen.
Ich kenne mich leider noch zu wenig mit dem Thema Kurzarbeit aus, auch was das für meinen Lohn bedeutet.

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#5
 Von 
Stopfinger
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass wenn es in einem Betrieb nicht läuft, erst die ganze Jobber gehen müssen bevor die Festangestellten gehen...

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(35962 Beiträge, 13456x hilfreich)

Eine 450-€ Kraft ist kein Jobber.

wirdwerden

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#7
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26564 Beiträge, 4933x hilfreich)

Zitat (von Stopfinger):
Ja hat er jetzt Geld oder nicht?!
Warum kümmerst du dich um das Geld des Chefs?
Wenn du am 1.2. zur Arbeit kommst, wird sich ergeben, was dann ---für dich-- Sache ist.
Bis dahin hast du noch ausreichend Zeit, mal genau nachzulesen, wie das mit der Kurzarbeit und dem Kurzarbeitergeld eigentlich ist. Für deinen Fall.
Im Urlaub muss dein AG dir den Lohn wie üblich zahlen. Du bist also jetzt nicht in Kurzarbeit.
Zitat (von Stopfinger):
Für mich bekommt er Geld vom Staat,
Nö. Nicht unbedingt und nicht immer. Ein AN in Kurzarbeit kann durchaus auch weiterhin vom AG bezahlt werden.
Zitat (von Stopfinger):
Angenommen er würde mich "Freistellen" im Februar, bekomme ich dann meinen vollen Lohn?
Ja. Doch warum sollte er das tun ? Er hat ja Minijobber (für dein bisschen Arbeit, die noch ist).


Generell gilt: Erstmal die Plusstunden runter, dann den Urlaub weg, dann in die Minusstunden, dann erst Kurzarbeit. Dann erst Kurzarbeitergeld.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#8
 Von 
Stopfinger
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von Stopfinger):
Ja hat er jetzt Geld oder nicht?!

Weil er uns jeden Tag sagt dass er keines mehr hat, und seinen Kindern nichts zu Weihnachten kaufen kann usw.
Er heizt nicht mal mehr ein, wir arbeiten alle in Winterjacke, wir sind auf dem Land, da hat es gleich a paar Grad Minus. Weil wir sparen müssen, sagt er.
Darum meine Frage wegen der 450 Euro Kraft, die er ja aus seiner eigenen Tasche zahlen muss und sich die ja sparen könnte.
So die Festen mehr Stunden arbeiten könnten und ihm vielleicht dann auch etwas mehr Geld bleibt.

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#9
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(15201 Beiträge, 5842x hilfreich)
1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26564 Beiträge, 4933x hilfreich)

Zitat (von Stopfinger):
Darum meine Frage wegen der 450 Euro Kraft,
Die ist ja nun zur Genüge beantwortet.
Du bist doch zu Hause---im Urlaub. Da kannst du heizen, bis der Arzt kommt.

Was ab 1.2. ist---wird sich ergeben.

Was soll das Gelaber über wenn und aber ab nächste Woche? Und über Weihnachten?
Gehts noch?

Sein Wirtschaften geht dich absolut nichts an, so lange er die arbeitsrechtlichen Regeln befolgt. So lange du deinen Lohn bekommst.
Also schau auf dein Konto am Zahltag---

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107534 Beiträge, 38033x hilfreich)

Zitat (von Stopfinger):
Der Chef zahlte aber den Lohn trotzdem weiter und wir fuhren alle Minusstunden.

Gibt es denn ein vertraglich vereinbartes Arbeitszeitkonto? Ansonsten gibt es schlicht keine Minusstunden aber volles Gehalt.



Zitat (von Stopfinger):
Er heizt nicht mal mehr ein, wir arbeiten alle in Winterjacke

Man hat Anspruch auf eine erträgliche Raumtemperatur.


Beides müsste man dann dem Arbeitgeber bei weiterer Uneinsichtigkeit notfalls per Arbeitsgericht beibringen.



Zitat (von Stopfinger):
Weil er uns jeden Tag sagt dass er keines mehr hat, und seinen Kindern nichts zu Weihnachten kaufen kann usw.

Welcher Arbeitgeber jammert denn nicht? Einfach ignorieren.



Zitat (von Anami):
Generell gilt: Erstmal die Plusstunden runter, dann den Urlaub weg, dann in die Minusstunden, dann erst Kurzarbeit. Dann erst Kurzarbeitergeld.

Unfug. Wo soll das denn gelten? In Deutschland zumindest nicht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
dummfragerin
Status:
Praktikant
(641 Beiträge, 309x hilfreich)

Warum soll er der 450 Euro-Kraft kündigen und dir nicht? Ich sehe da keinen Unterschied, dass dein Arbeitsverhältnis besser geschützt werden soll. Vielleicht ist die 450 Euro-Kraft schon lange dabei und die Kündigungsfrist wäre entsprechend lang. Dann bringt eine Kündigung jetzt nichts.

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