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Leihfirma

4.5.2011 Thema abonnieren
 Von 
guest-12320.10.2011 11:52:26
Status:
Praktikant
(782 Beiträge, 395x hilfreich)
Leihfirma

moin,

muß eine zeitarbeitsfirma zuschläge die von dem einsatzort gezahlt werden an den arbeitnehmer weiterleiten?

bsp.: sonntag 22 Uhr beginn nachtschicht.
22-00 uhr normaler std lohn + sonntagszulage
00-06 uhr ganz normalen std lohn.

die firma zahlt aber für 8 std die sonntagszulage, der an bekommt aber die zulage nur für 2 std. die restliche zulage behält die zeitarbeitsfirma.

ist das rechtens?

desweiteren fällt mir gerade ein. wenn der einsatzort den leiharbeiter übernimmt und einen 1 jahresvertrag gibt, nach dem jahr wieder ein jahresvertrag gibt, wie oft kann sie das tun oder ist man ab dem dritten jahr festangestellter?

:)


:)

-----------------
"

Im ewigen Gedenken."

-- Editiert am 04.05.2011 23:39

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2516x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>muß eine zeitarbeitsfirma zuschläge die von dem einsatzort gezahlt werden an den arbeitnehmer weiterleiten? <hr size=1 noshade>


Bezahlt die Entleihfirma diese Zuschläge den eigenen Mitarbeitern oder auch den Leihfirmen? Und woher wissen Sie das? Davon abgesehen, kann hier bei diesem Beispiel eigentlich nicht für 8h Sonntagszuschlag gezahlt werden. Keine Ahnung warum eine Firma das überhaupt machen sollte. Steuer- und SC-rechtlich dürfte das auch nicht einwandfrei sein.

Massgeblich für etwaige Sonn- und Nachtzuschläge ist für den LAN immer der eigen AV und der zu Grunde liegende Tarifvertrag (den ein 123-Philosoph auch gerne mal gleich mit im ersten Beitrag nennen darf, ohne das man erst nachfragen muss).

quote:<hr size=1 noshade>desweiteren fällt mir gerade ein. wenn der einsatzort den leiharbeiter übernimmt und einen 1 jahresvertrag gibt, nach dem jahr wieder ein jahresvertrag gibt, wie oft kann sie das tun oder ist man ab dem dritten jahr festangestellter? <hr size=1 noshade>


Laut TzBfG § 14 Abs.2 bis zu 2 Jahre mit max. 3 Verlängerungen. In einem TV können aber abweichende Regelungen vereinbart sein. Z.B. sind im BZA-TV abweichend bis zu 4 Verlängerungen möglich. Vielleicht gibt es auch TVs, wo die Höchstdauer nicht nur 2 Jahre dauert.

Sollte es sich um ein neues Unternehmen handeln, dann wären nach Abs. 2a Befristungen ohne Sachgrund auch bis zu 4 Jahren möglich.
"2a) In den ersten vier Jahren nach der Gründung eines Unternehmens ist die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zur Dauer von vier Jahren zulässig; bis zu dieser Gesamtdauer von vier Jahren ist auch die mehrfache Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig. "

Und automatisch festangestellt ist man danach immer noch nicht. Theoretisch gingen dann immer noch sachgrundbezogene Befristungen nach § 14 Abs.1 TzBfG , also z.B. Elternzeitvertretung u.ä.



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#2
 Von 
guest-12330.08.2015 11:38:25
Status:
Lehrling
(1436 Beiträge, 556x hilfreich)

quote:
Davon abgesehen, kann hier bei diesem Beispiel eigentlich nicht für 8h Sonntagszuschlag gezahlt werden. Keine Ahnung warum eine Firma das überhaupt machen sollte.


Eine Firma kann (an ihre eigenen Mitarbeiter) selbstverständlich Zuschläge auch weit über die Freigrenzen hinaus zahlen - bloß sind diese dann eben nicht mehr steuer- und sv-frei.

quote:
Steuer- und SC-rechtlich dürfte das auch nicht einwandfrei sein.


Die ZA-Firma ist für die Einsatzfirma kein Arbeitnehmer, von daher stellt sich die Frage nach der steuer- und sv-rechtlichen Beurteilung überhaupt nicht. Die Grundlage hierfür bildet der Vertrag zwischen Einsatzfirma und ZA-Firma.

Im übrigen ist es in ZA-Firmen oft üblich, dass den Einsatzfirmen Zuschläge berechnet werden, die den Leiharbeitnehmern aufgrund des ihrem Vertrag zugrunde liegenden TVs nicht zustehen.

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"Viele Leute glauben, daß sie denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen. (W. James)"

-- Editiert am 05.05.2011 12:28

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5011 Beiträge, 2516x hilfreich)

quote:
Die ZA-Firma ist für die Einsatzfirma kein Arbeitnehmer, von daher stellt sich die Frage nach der steuer- und sv-rechtlichen Beurteilung überhaupt nicht. Die Grundlage hierfür bildet der Vertrag zwischen Einsatzfirma und ZA-Firma.


Meine Aussage bezog sich auf die Steuer- und SV-pflichtigkeit des Sonntagszuschlags, der angeblich den eigenen Mitarbeitern gezahlt wird, wenn die Nachtschicht Sonntags 22Uhr beginnt.


quote:
Im übrigen ist es in ZA-Firmen oft üblich, dass den Einsatzfirmen Zuschläge berechnet werden, die den Leiharbeitnehmern aufgrund des ihrem Vertrag zugrunde liegenden TVs nicht zustehen.



Ehrlich? Und die Entleihfirmen kennen die Tarifverträge nicht? Ich habe eher vermutet, dass ein knallharter Preiskampf bei den Leihfirmen herrscht, natürlich auf Kosten der eigenen Leiharbeiter.

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#4
 Von 
guest-12330.08.2015 11:38:25
Status:
Lehrling
(1436 Beiträge, 556x hilfreich)

Jo, war halt ein bißl missverständlich formuliert, vor allem für Laien.

quote:
Ehrlich? Und die Entleihfirmen kennen die Tarifverträge nicht? Ich habe eher vermutet, dass ein knallharter Preiskampf bei den Leihfirmen herrscht, natürlich auf Kosten der eigenen Leiharbeiter.


Dieser Preiskampf (der derzeit nicht wirklich stattfindet, denn sowohl Unternehmen wie ZA-Firmen haben das Problem des Fachkräftemangels) wird auf dem Rücken der Leiharbeitnehmer ausgetragen, richtig. Aber wie viele Unternehmer juckts ob ein gezahlter Zuschlag weitergegeben wird?
Ich bezweifle, dass sich jeder Personaler die Mühe macht, die Tarifverträge der einzelnen ZA-Firmen zu Gemüte zu führen und mit dem Angebot bzw. den AGBs abzugleichen. Ansonsten dürften etliche ZA-Firmen (u.a. bundesweit agierende) aus meiner Sicht eigentlich keine Aufträge mehr bekommen. Und von mir bekommen sie auch keine - genau deswegen. Unmotivierte Mitarbeiter kommen schließlich letztlich immer teurer.

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"Viele Leute glauben, daß sie denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen. (W. James)"

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