Letzter Arbeitstag vom AG bestätigt, jetzt noch ändern?

2. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Ryuteshi
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Letzter Arbeitstag vom AG bestätigt, jetzt noch ändern?

Hallo zusammen,

ich habe vor einigen Wochen gekündigt mit dem Austrittsdatum 31.12.23.
Bezüglich Resturlaub und dem daraus resultierenden letzten Arbeitstag sollte ich mit der Sekretärin reden, die diesen verwaltet. Mir wurde gesagt ich habe noch 17 Urlaubstage und damit den 27.11. als letzten Arbeitstag (4-Tage-Woche).
Dies hat der AG bestätigt.
Heute nun kommt eine e-Mail, dass sie noch einen Urlaubsantrag von mir gefunden hat und es nur noch 9 Tage Resturlaub sind, damit dann der 11.12. als letzten Arbeitstag.

Meine Frage nun:
Kann ich auf den 27.11. als letzten Arbeitstag unter voller Bezahlung bis 31.12. beharren, da so vom AG bestätigt, oder muss ich die Änderung auf den 11.12. zulassen?

VG

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17 Antworten
Sortierung:

#2
 Von 
Ryuteshi
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Bamboooo):
Es wurde doch die Bestätigung des AG widerrufen und neu bestätigt..im übrigen sollte man doch selber wissen, wieviel Urlaubstage man hat und nicht betrügen..


Wurde sie eben nicht. Es kam nur die Nachricht der Sekretärin sie hat sich verrechnet, sonst nichts.
Und ich weiß sehr wohl wie viele Urlaubstage ich habe, sage aber natürlich nicht nein wenn man nach Durchsicht der offiziellen Anträge mir noch 8 Tage mehr zugesteht obwohl ich im Vorfeld immer von 9 Resturlaubstagen gesprochen habe.
Mir deswegen Betrug vorzuwerfen geht deutlich zu weit.

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#3
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10565 Beiträge, 4182x hilfreich)

Zitat (von Ryuteshi):
Kann ich auf den 27.11. als letzten Arbeitstag unter voller Bezahlung bis 31.12. beharren, da so vom AG bestätigt, oder muss ich die Änderung auf den 11.12. zulassen?


Es wurde ein Fehler gemacht, dieser wurde berichtigt.
Unter voller Bezahlung wirst Du nicht zum 27.11. ausscheiden können.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(821 Beiträge, 128x hilfreich)

Zitat (von Ryuteshi):
Kann ich auf den 27.11. als letzten Arbeitstag unter voller Bezahlung bis 31.12. beharren
Nein.

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#5
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6885 Beiträge, 1457x hilfreich)

Zitat (von Ryuteshi):
Und ich weiß sehr wohl wie viele Urlaubstage ich habe, sage aber natürlich nicht nein wenn man nach Durchsicht der offiziellen Anträge mir noch 8 Tage mehr zugesteht


DU wusstest also davon. Sehr nett, dann den Fehler der Sekretärin auch dann noch auszunutzen, wenn diese ihn korrigiert.

Signatur:

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118535 Beiträge, 39586x hilfreich)

Zitat (von Ryuteshi):
dass sie noch einen Urlaubsantrag von mir gefunden hat

Irrelevant.
Einzig relevant wäre, wurde der Urlaub genommen.
Und das ist ja offensichtlich der Fall.



Zitat (von Ryuteshi):
Mir deswegen Betrug vorzuwerfen geht deutlich zu weit.

Selbstverständlich ist das Betrug und zwar auch noch vorsätzlich.
Als AG würde ich aufgrund der Straftat hier sogar fristlos kündigen und das Zeugnis entsprechend formulieren.



Zitat (von Ryuteshi):
Kann ich auf den 27.11. als letzten Arbeitstag unter voller Bezahlung bis 31.12. beharren,

Ja, kann man, denn beharren kann man ja immer.

Probleme gibt es meist erst beim „bekommen" bzw. „durchsetzen", denn da spielen eine Vielzahl von Faktoren (kann er, will er, darf er, ist er vertraglich verpflichtet, sind diese vertraglichen Verpflichtungen gültig, …) mit.

Falls dann - so wie hier - keine Rechtsgrundlage erkennbar ist, sondern im Gegenteil auch noch eine Straftat begangen wurde, tendieren die Erfolgsaussichten gegen 0.


Ich würde daher dem Ball ganz flach halten, kleine Brötchen backen und hoffen das man Betrug noch als "Versehen" verkauft bekommt.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17222 Beiträge, 6427x hilfreich)

Diese 'Lust' an unnötig harten Worten ...
Der Punkt ist der: du hast Anspruch auf eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen, die Frage lautet: Wie viel Urlaub steht mir noch zu und kann ich den Rest noch nehmen?

Jetzt trifft jemand eine falsche Aussage - und du möchtest den AG darauf festnageln. Der AG bzw. die Person, die diese falsche Auskunft gegeben hat, soll dafür haften.
Das ist im Arbeitsrecht aber eher nicht so - es geht in aller Regel um den Anspruch, den einer hat oder auch nicht.
Also kein Anspruch auf die erste, falsche Auskunft, Korrektur der Auskunft und des Termins für deinen letzten Arbeitstag.

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118535 Beiträge, 39586x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Diese 'Lust' an unnötig harten Worten ...

Das hat wenig mit Lust zu tun.
Wir sind in einem Rechtsforum - und Betrug ist nun mal Betrug, auch wenn es dem Frager nicht passt. Da hilft auch kein weichspülen und schönreden, so eine Kündigung wegen Straftaten zum Nachteil des Arbeitgebers haben ja durchaus weitreichende Folgen.


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#9
 Von 
throwaway_account
Status:
Schüler
(171 Beiträge, 19x hilfreich)

Aber dann sollte man es auch wieder genau nehmen.
mutmaßlich versuchter Betrug.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118535 Beiträge, 39586x hilfreich)

Zitat (von throwaway_account):
mutmaßlich versuchter Betrug.

Das "mutmaßlich" fällt mir angesichts des hier getätigten Geständnis schwer ...
Aber Du hast natürlich Recht, ohne rechtskräftiges Urteil ist es nur mutmaßlich / Verdacht auf.


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#11
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(644 Beiträge, 80x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das "mutmaßlich" fällt mir angesichts des hier getätigten Geständnis schwer ...
Aber Du hast natürlich Recht, ohne rechtskräftiges Urteil ist es nur mutmaßlich / Verdacht auf.


Hier gibt es weder einen mutmaßlichen, noch einen versuchten Betrug!
Der AG hat eine fehlerhafte Bestätigung erhalten und der AN fragt an ob aufgrund dieser Bestätigung ein zusätzlicher Urlaubsanspruch entsteht. Dem ist nicht so, mehr aber auch nicht.

Der AN kann auch zum Anwalt gehen (oder direkt zum Arbeitsgericht) um auf Basis dieser Bestätigung versuchen eine Urlaubsanspruch anzuklagen. Daraus entsteht kein Betrugsversuch! Einen Betrugsversuch könnte man erst unterstellen wenn der AN wider besseren Wissens unberechtigten Urlaub anmelden/nehmen.

-- Editiert von User am 2. November 2023 19:13

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#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118535 Beiträge, 39586x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Der AG hat eine fehlerhafte Bestätigung erhalten

Das ist schlicht falsch.



Zitat (von Gerd61):
Der AN kann auch zum Anwalt gehen (oder direkt zum Arbeitsgericht) um auf Basis dieser Bestätigung versuchen eine Urlaubsanspruch anzuklagen.

Nein, kann er mangels Befugnis und falschem Gericht nicht.
Er kann es höchstens versuchen vor dem Arbeitsgericht einzuklagen



Zitat (von Gerd61):
Einen Betrugsversuch könnte man erst unterstellen wenn der AN wider besseren Wissens unberechtigten Urlaub anmelden/nehmen.

Einfach mal mit dem Straftatbestand des Betruges beschäftigen.
Dann wird man recht schnell feststellen, das dies
Zitat (von Ryuteshi):
ich weiß sehr wohl wie viele Urlaubstage ich habe, sage aber natürlich nicht nein wenn man nach Durchsicht der offiziellen Anträge mir noch 8 Tage mehr zugesteht obwohl ich im Vorfeld immer von 9 Resturlaubstagen gesprochen habe.

durchaus darunter fällt ...


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(644 Beiträge, 80x hilfreich)

Nein, es bleibt dabei!

Der AG hat eine fehlerhafte Bestätigung erhalten und der AN fragt an ob aufgrund dieser AG-Bestätigung ein zusätzlicher Urlaubsanspruch entstanden ist. Dem ist nicht so, mehr aber auch nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118535 Beiträge, 39586x hilfreich)

Unfug wird weder durch stoische Wiederholung, noch durch Ausrufezeichen noch durch Festschrift richtiger ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(644 Beiträge, 80x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Unfug wird weder durch stoische Wiederholung, noch durch Ausrufezeichen noch durch Festschrift richtiger ...


Du sagst es!

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10565 Beiträge, 4182x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Dann wird man recht schnell feststellen, das dies durchaus darunter fällt...


Nein tut es nicht, denn ->

Zitat (von Ryuteshi):

ich weiß sehr wohl wie viele Urlaubstage ich habe, sage aber natürlich nicht nein wenn man nach Durchsicht der offiziellen Anträge mir noch 8 Tage mehr zugesteht obwohl ich im Vorfeld immer von 9 Resturlaubstagen gesprochen habe.


Der TE hat seinen Arbeitgeber also durchaus mehrfach darauf hingewiesen, dass er nur noch 9 Resturlaubstage hat und keine 17.
Einen Betrug, aus dem mehrfachen Hinweis des Arbeitnehmers auf die richtigen Resturlaubstage und der "Ignoranz" des Arbeitgebers basteln zu wollen, ist weder zielführend noch realistisch.

-- Editiert von User am 2. November 2023 21:23

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17222 Beiträge, 6427x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Einfach mal mit dem Straftatbestand des Betruges beschäftigen.

Wenn es denn der Klärung dient ...
Strafgesetzbuch (StGB) § 263 Betrug
Zitat:
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Das ist ja schon Mal der Punkt, dass hier so erbittert über eine Frage debattiert wird, die gar nicht ins Arbeitsrecht fällt.
Zum anderen ist es vollkommen unnötig, zur arbeitsrechtlichen Aufklärung der Anfrage das Strafrecht zu bemühen.

Ausgangsfrage:
Zitat (von Ryuteshi):
Kann ich auf den 27.11. als letzten Arbeitstag unter voller Bezahlung bis 31.12. beharren, da so vom AG bestätigt, oder muss ich die Änderung auf den 11.12. zulassen?

Die Antwort ist unisono 'Nein' - da gibt es keinen Dissens.

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