Lohnfortzahlung nach sechs Wochen

13. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Salesjob
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Lohnfortzahlung nach sechs Wochen

Hallo Zusammen, mein Mitarbeiter ist jetzt seit sechs Wochen krank geschrieben, allerdings immer nur wöchentlich von Montag bis Freitag. Montags kommt dann immer für die nächsten fünf Tage eine Krankmeldung.
Wir wissen nicht was er hat und haben daher auch keine Ahnung, wann er plant wieder zu kommen. Auf Nachfragen, wie lange die Krankheit wohl dauern wird kommen keine Antworten.
Da die Krankheit ja nicht durchgängig ist, an den Wochenenden gesundet er ja immer, gilt dann trotzdem die sechswöchige Lohnfortzahlung, oder kann er das in der Art beliebig so weiter handhaben?

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38159 Beiträge, 13931x hilfreich)

Ist nicht so mein Ding, ich versuche es trotzdem mal, da hat sich ja in den vergangenen Jahren einiges zu Gunsten der Arbeitgeber geändert. Liegt zwischen zwei Krankheiten nur ein oder zwei Tage der Unterbrechung (Wochenende), dann ist das unerheblich, die 6-Wochenregel greift. Das wäre also jetzt Dein Fall.

Du hast keinen Anspruch auf Auskunft über die Art der Erkrankung, die sich ja auch ändern kann. Du musst aber durchaus in der Lage sein, die Abwicklung der Arbeit zu planen. Trotz Erkrankung muss der Arbeitnehmer da mitarbeiten, also erklären, wie lange er voraussichtlich von Mo-Fr noch arbeitsunfähig ist. Wenn es der Arbeitsvertrag hergibt, könnte man ihn ja auch mal für Samstag einbestellen, und dann mal schauen, was passiert?

wirdwerden

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Du hast keinen Anspruch auf Auskunft über die Art der Erkrankung, die sich ja auch ändern kann.


Richtig, aber der AG darf in so einem Fall davon ausgehen, dass es sich immer um die gleiche Krankheit handelt und somit die Lohnfortzahlung einstellen. Der AN wäre dann in der Pflicht, das Gegenteil darzulegen.

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#3
 Von 
Salesjob
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Du hast keinen Anspruch auf Auskunft über die Art der Erkrankung, die sich ja auch ändern kann. Du musst aber durchaus in der Lage sein, die Abwicklung der Arbeit zu planen. Trotz Erkrankung muss der Arbeitnehmer da mitarbeiten, also erklären, wie lange er voraussichtlich von Mo-Fr noch arbeitsunfähig ist. Wenn es der Arbeitsvertrag hergibt, könnte man ihn ja auch mal für Samstag einbestellen, und dann mal schauen, was passiert?


Dankeschön, d.h. für die Lohnfortzahlung ist es unerheblich, dass er Sa So eigentlich immer wieder gesund ist. Im Sales muss man ja für Veranstaltungen immer mal wieder auch am Wochenende los fahren. Das wäre in der Tat mal einen Test wert. Ansonsten sind wir ja dann aus der Lohnfortzahlung raus nach 6 Wochen, bis er sich entsprechend gegenteilig melden würde.

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#4
 Von 
Holperik
Status:
Schüler
(472 Beiträge, 153x hilfreich)

Das ist ein klassischer Fall von "aus der Komfortzone holen".
Momentan läuft es für den Mitarbeiter ja sehr gut, er bekommt sein Geld und ist immer weiter krank - wenn Sie nichts unternehmen, kann das noch sehr lange dauern. Sie sollten sich mit der Krankenkasse in Verbindung setzen und ggf. Untersuchung durch MDK fordern. In der Regel machen die zwar erstmal nur eine Prüfung der Akten, aber es kommt Bewegung in die Sache. Wenn 6 Wochen rum sind, laden Sie den Mitarbeiter zu einem BEM ein - formgerecht versteht sich. Dann muss der Mitarbeiter sich schon mal irgendwie äußern.

Und außerdem:
zweifeln Sie doch einfach die Krankheit an und stellen die Zahlung ein. Was soll denn passieren? Selbst wenn Sie verklagt werden und Sie zahlen am Ende die Zeit nach, haben Sie immerhin dafür gesorgt, dass der Mitarbeiter mit seinem Hintern hoch kommt - wenn er nämlich kein Geld mehr bekommt, muss er sich was überlegen.
Außerdem muss er in solchen Fällen offenlegen, welche Erkrankungen er hat. Dieses Wissen kann Ihnen später helfen, die negative Gesundheitsprognose, die gerade bei Kündigung wegen häufiger Kurzerkrankungen zwingend erforderlich (aber schwierig ist) zu untermauern.

Ihnen bleibt im Übrigen in solchen Fällen nichts anderers übrig, als selbst immer wieder Druck in der Angelegenheit aufzubauen. Wenn Sie die Sache schleifen lassen, wird der Mitarbeiter ganz schnell wieder in seiner Hängematte liegen.

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38159 Beiträge, 13931x hilfreich)

Holperik, das mit der Komfortzone hast Du sehr schön umrissen.

Ich würde das alles stufenweise wie folgt angehen: Zunächst für eine Samstags-Arbeit einteilen, mitteilen, dass an dem Tag auch das BEM-Gespräch geführt wird. Denn das muss der AN ja nicht während seiner AU-Zeit führen. Wenn dann der gelbe Zettel auch für Samstag kommt, sind wir an dem Punkt angekommen, dass es um die Planung der Zukunft geht. Du musst als AG so mit einigermaßener Sicherheit eben den Einsatz der Mitarbeiter planen können. Insoweit muss der AN mitarbeiten; hol Dir insoweit die Krankenkasse ins Boot. MDK ist eine Option, wohl auch die gängigste. Darüber hinaus teilst Du dem AN schriftlich (bitte gerichtsfest durch Boten) mit, dass Du die Lohnfortzahlung nach Ablauf der 6 Wochen einstellst.

So würde ich das jetzt starten.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47286 Beiträge, 16752x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Darüber hinaus teilst Du dem AN schriftlich (bitte gerichtsfest durch Boten) mit, dass Du die Lohnfortzahlung nach Ablauf der 6 Wochen einstellst.


Warum sollte der AG das machen? Das bemerkt der AN dann schon bei der nächsten Gehaltsabrechnung.

Vielmehr ist der AG verpflichtet, die Daten zur Berechnung des Krankengeldes der Krankenkasse unaufgefordert mitzuteilen, sobald abzusehen ist, dass der AN über die Entgeltfortzahlung hinaus arbeitsunfähig sein wird.

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38159 Beiträge, 13931x hilfreich)

hh, das eine schließt ja das andere nicht aus. Weil es da vor einiger Zeit mal durch höchstrichterliche Rechtsprechung eine Änderung in der Bewertung dieser Form des arbeitsunfähig seins gab, ist es für mich eine Frage der Fairness, das auch dem AN mitzuteilen.

wirdwerden

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