Mehr Stunden als Minijob erlaubt

3. März 2020 Thema abonnieren
 Von 
gregorrecht123
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)
Mehr Stunden als Minijob erlaubt

Hallo,

wenn man mit einem Minijob nachts arbeitet und mehr Zeit benötigt als vorgesehen, also mit dem Mindestlohn + Nachtarbeitszuschlag und der Stundenanzahl über die 450€ kommen würde dann wäre man ja sozialversicherungspflichtig, wenn man das nur als Nebenjob macht, also noch einen Hauptberuf ausübt.

Gibt es denn Möglichkeiten diese Überstunden anderweitig auszahlen zu lassen? Sonst wäre die Alternative entweder zu versteuern, was dann gleich sehr viel weniger netto bedeuten würde oder man lässt es auf sich beruhen und hat halt faktisch einen niedrigeren Stundenlohn als erlaubt.

Da muss es doch irgendeine Möglichkeit geben. Gleitzeit kann nicht akzeptiert werden, nur manche Tage die Woche arbeiten funktioniert wohl auch nicht.

Besten Dank!
Gregor

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10 Antworten
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#1
 Von 
guest-12309.03.2020 10:55:15
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 16x hilfreich)

Hallo,
du arbeitest grundsätzlich monatl. X Stunden für 450,00 €. Wie gesagt über 450,00 € wird sozialversicherungspflichtig. Man könnte das in eine Gleitzone verwandeln. Ist aber nicht in deinem Sinne.
Wenn du einen festen Stundenlohn hast im AV, kann man nicht einfach den Stundenlohn herabsetzen. Bei einer Prüfung fällt das auf. Bei zwei sozialversicherungspflichtigen Jobs kommst du dann in Lstkl. VI(Mehrfachbeschäftigung).
Bei Abgabe der Stundennachweise ist es zunächst wichtig, dass die monatliche Stundenzahl nicht die 450,00 € übersteigt. Ich glaube, da geht nichts anderes. Abfeiern geht ja nicht.
Kommst du immer monatl. auf 450,00€? Wenn nicht, der eine und andere Monat kann man auch dann über die 450,00 € kommen. Auf das Jahr gesehen darf der Monatsschnitt nicht über 450,00 € liegen. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Sorry!

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#2
 Von 
gregorrecht123
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe gerechnet, dass ich im Februar auf 738,31€ gekommen bin. Das ist die Stundenanzahl mal 10% Nachtzuschlag mal Mindestlohn. Wäre natürlich ideal wenn man den Arbeitsvertrag ändern könnte und ich schon im Januar angefangen hätte.

Aktuell würde ich wohl so viele Stunden im aktuellen Monat arbeiten dass ich auf 617,4€ kommen würde.

Insgesamt ist das nicht besonders toll. Ich will schon die 450€ haben aber irgendwie verschenke ich entweder 167,4€ oder ich müsste es versteuern, dann würde ich noch mehr verlieren weil es ein Nebenjob ist.

Noch besonders schneller werde ich dabei nicht werden können außer zu rennen. Und das macht dann keine Freude mehr.

Auf der anderen Seite würde ich das schon weiter machen weil es sozusagen der entspannteste Teil meines Arbeitstages ist. Bezahlter Nachtspaziergang. Frische Luft, Bewegung, kein großes Nachdenken nötig und ich kann mir auch noch Videos anhören mit denen ich was lerne. Allein schon wegen den ersten Punkten freue ich mich schon immer auf die Zeit. Und der Regen der momentan fast jeden Tag ist stört mich überraschenderweise kaum.

Also ich werde das vermutlich schon behalten aber es wäre schon schön, wenn ich 450€ wenigstens mit dem Mindestlohn bekommen würde und nicht für weniger arbeite.

Besten Dank,
Gregor

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#3
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26692 Beiträge, 4962x hilfreich)

Zitat (von gregorrecht123):
Da muss es doch irgendeine Möglichkeit geben.
Ja. Die gibt es. Du trägst deine Zeitungen einfach etwas schneller aus.
Zitat (von gregorrecht123):
Ich habe gerechnet, dass ich im Februar auf 738,31€ gekommen bin.
Dein AG wird dir 450,- bezahlen. Maximal.
Zitat (von gregorrecht123):
Bezahlter Nachtspaziergang.
Das wird dein AG ganz anders sehen, wenn du ihm deine Rechnerei vorlegst.

Zum Spazierengehen braucht er keine Mitarbeiter--- wird er dir sagen.

Erkläre bitte mal: Gehst du spazieren oder rennst du schnell--- entscheide dich.
Zitat (von gregorrecht123):
aber es wäre schon schön, wenn ich 450€ wenigstens mit dem Mindestlohn bekommen würde
Das wirst du auch bekommen. Aber keinen Cent mehr, egal, wie viel Spaß dir das Zeitungsaustragen macht.

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#4
 Von 
guest-12309.03.2020 10:55:15
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 16x hilfreich)

Hallo,
wenn es ein Nebenjob ist, hast du hiermit zwei sozialversicherungspflichtige Jobs. Also Mehrfachbeschäftigung.
Da kommt die Lstkl. VI. Das sind viele Abzüge. Am besten als Gleitzone. Bei deiner Rechnung von 617,40 € / 9,35€(Mindestlohn) arbeitest du dafür ca. 66 Std. monatlich. In der Woche ca. 15 Std. Das ist deine Rechnung aufgrund deiner aufgebrachten Arbeitszeit. Die Zeit die du dafür benötigst, für deine Arbeit, ist alleine deine Angelegenheit. Die Nachtsaustragung für diesen Job ist so gerechnet, dass umgerechnet mit der aufzuwendenen Zeit (in Stunden) mal den MIndestlohn auf 450,00 € kommt. Du solltest für die Arbeit ca. 48 Std im Monat benötigen. Wenn du länger brauchst, ist das deine Angelegenheit. Leider! Den AV wird dein Chef hier
n i c h t abändern.

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#5
 Von 
gregorrecht123
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Hm, dann würde nur bleiben, dass ich evtl. ein passenderes Gebiet übernehme. Mal abgesehen davon, dass ich auf keinen Fall über die 450€ kommen will klingt es aber seltsam, dass ein Arbeitgeber die Zeit vorgeben könnte. Auf der Strecke schafft niemand die vorgegebene Zeit. Das würde doch heißen der Mindestlohn ist ausgehebelt.

Ich denke wenn es jemand drauf anlegt und es ihm egal ist, weil es z.B. sein Hauptjob ist, dann könnte derjenige seine Stundenzeiten aufschreiben und dagegen vorgehen. Genauso scheint es Urteile zu geben die in diesen Fällen Zuschläge von 25-30% zuschreiben. Ich denke die Firma und ihre Verträge stehen dann doch auf etwas unsicheren Füßen. Die werden sicher knapp kalkulieren müssen, wer lies heutzutage noch Printmedien, das verschwindet doch alles und umso mehr Strecke muss gelaufen werden für eine geringere Anzahl an Zeitungen.

@aman

Zitat (von Anami):
Erkläre bitte mal: Gehst du spazieren oder rennst du schnell--- entscheide dich.


Das würde ich so natürlich nicht demjenigen sagen. Und ich habe das Maximum schon erreicht. Da kann man nicht viel schneller sein. Mit diesen Wagen rennen macht keinen Sinn. Zügig laufen ist aber kein Problem.

Spazieren gehen klingt vielleicht falsch. Man kann trotzdem alles zügig erledigen. Nur ist die errechnete Zeit nicht machbar. Auch derjenige, der das vorher gemacht hat hat das nicht erreichen können. Im Prinzip ist er, mit seiner Bestzeit auch auf meine Bestzeit gekommen. Das hängt aber auch immer mit davon ab wie viele Zeitungen und wie viel Werbung darin ist.

Ich glaube auch, dass es ansonsten keinen Weg gibt die überschüssigen Stunden bezahlt zu bekommen ohne dann gleich alles besteuert zu bekommen. Einzig eine Strecke mit etwas geringerer Laufzeit bekommen wäre theoretisch eine Lösung.

Danke auf jeden Fall für alle eure Gedanken zum Thema!

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#6
 Von 
guest-12321.04.2020 21:07:37
Status:
Schüler
(325 Beiträge, 106x hilfreich)

Solange du nicht klar machst, dass die Route in der vorgegebenen Zeit nicht zu schaffen ist, wird sich für dich und deine Nachfolger an der Situation nichts ändern.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
gregorrecht123
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Stofferl):
Solange du nicht klar machst, dass die Route in der vorgegebenen Zeit nicht zu schaffen ist, wird sich für dich und deine Nachfolger an der Situation nichts ändern.


Ja, das ist schon bekannt. Allerdings ist der Chef der Firma nicht so flexibel wie ich mir das gewünscht hätte. Nachvollziehbar zwar aber trotzdem. Mit ihm geht kein Tricksen, keine Gleitzeit, gar nichts. Evtl. irgendwann eine kürzere Strecke.

Naja, für den Moment mach ich das erstmal so weiter und schau was sich ergibt.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest-12309.03.2020 10:55:15
Status:
Beginner
(84 Beiträge, 16x hilfreich)

"Allerdings besteht bei einer dauhaften Nachtarbeit einen Nachtarbeitszschlag von 30%".

-- Editiert von tro13 am 05.03.2020 12:23

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26692 Beiträge, 4962x hilfreich)

Zitat (von gregorrecht123):
klingt es aber seltsam, dass ein Arbeitgeber die Zeit vorgeben könnte
Was ist daran seltsam. Andere AG geben vor---30-Std-Woche oder 40-Std. Woche. Er muss aber trotzdem den ges. Mindestlohn 9,35€ beachten und die max. 450.-
Zitat (von gregorrecht123):
Auf der Strecke schafft niemand die vorgegebene Zeit
Hat also der AG doch die Zeit vorgegeben?
Zitat (von gregorrecht123):
Zügig laufen ist aber kein Problem.
O.K. Dann lauf zügig, oder entscheide dich für oder gegen den Job.
Einerseits sagst du, es ist ein netter Nachtspaziergang, andererseits schafft keiner das in der vorgegebenen Zeit... Sortiere dich doch bitte erstmal. ;)

Der AG will nur den Minijob bezahlen, du willst auch nur den Minijob. Der Mindestlohn darf nicht ausgehebelt werden. Ergo: Du rennst für 450,- schneller oder trägst weniger aus.

Zitat (von gregorrecht123):
ohne dann gleich alles besteuert zu bekommen.
Was soll der Quatsch? Dein AG wird dir keinen Job über 450,- anbieten. Punkt. Es wird also nichts *besteuert*. Dein AG zahlt eine Pauschalsteuer--- du kriegst trotzdem deine 450,- brutto=netto.

Wie kommst du auf Nachtzuschlag? Steht im AV, dass du vor 6 Uhr auszutragen hast?

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
gregorrecht123
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Zitat (von gregorrecht123):
klingt es aber seltsam, dass ein Arbeitgeber die Zeit vorgeben könnte
Was ist daran seltsam. Andere AG geben vor---30-Std-Woche oder 40-Std. Woche. Er muss aber trotzdem den ges. Mindestlohn 9,35€ beachten und die max. 450.-


Seltsam ist, dass die Sache mit dem Mindestlohn doch dafür sorgen soll, dass niemand mehr für weniger pro Stunde arbeiten muss. Wenn das aber so einfach umgehbar ist dann ist das Gesetz ja relativ wirkungslos.

All die Post- und Paketboten, die länger brauchen als vorgegeben arbeiten also effektiver für einen geringeren Stundenlohn. Im schlimmsten Fall hat sich für sie durch das Gesetz nichts gebessert.

Wobei ich aber annehme, dass ein Mitarbeiter, der selbst Buch führt und klagt, dann auch Recht bekommen würde. Nur wird das sicher kaum jemand machen, aus existentiellen Gründen.

Zitat (von Anami):

Zitat (von gregorrecht123):
Auf der Strecke schafft niemand die vorgegebene Zeit
Hat also der AG doch die Zeit vorgegeben?
Zitat (von gregorrecht123):
Zügig laufen ist aber kein Problem.
O.K. Dann lauf zügig, oder entscheide dich für oder gegen den Job.
Einerseits sagst du, es ist ein netter Nachtspaziergang, andererseits schafft keiner das in der vorgegebenen Zeit... Sortiere dich doch bitte erstmal. ;)


Ich laufe zügig und werde weiter machen. Hat halt schon seine Vorteile den Betrag nebenbei zu haben ohne dass die Steuer gleich mal den größten Teil nimmt.

Zitat (von Anami):
Der AG will nur den Minijob bezahlen, du willst auch nur den Minijob. Der Mindestlohn darf nicht ausgehebelt werden. Ergo: Du rennst für 450,- schneller oder trägst weniger aus.


Oder ich mach was geht und krieg halt die Pauschale. So hab ich mich jetzt damit erstmal arrangiert.

Zitat (von Anami):

Zitat (von gregorrecht123):
ohne dann gleich alles besteuert zu bekommen.
Was soll der Quatsch? Dein AG wird dir keinen Job über 450,- anbieten. Punkt. Es wird also nichts *besteuert*. Dein AG zahlt eine Pauschalsteuer--- du kriegst trotzdem deine 450,- brutto=netto.


Richtig, ich hätte allerdings wohl auch mehr arbeiten können, halt als richtigen Zusatzjob. Nur lohnt sich das ja wieder nicht wenn die Steuer voll zuschlägt. Der Hauptjob erhöht ja schon den Steuersatz.

Zitat (von Anami):
Wie kommst du auf Nachtzuschlag? Steht im AV, dass du vor 6 Uhr auszutragen hast?


Ja. Die Zeitungen liegen frühestens 2:35 Uhr da. Laut Vertrag muss bis spätestens 6:30 Uhr alles ausgeliefert sein.

PS: Vor ein paar Tagen habe ich gesehen wie einer eine Zeitung aus dem Stapel klaut. Ich war mir nicht sicher ob ich Mitleid haben oder lachen sollte. :D

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