Minderjährig u. 6 Tage Woche - Ausbildung

13. August 2020 Thema abonnieren
 Von 
Johndoe1122
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)
Minderjährig u. 6 Tage Woche - Ausbildung

Hallo,

Meine Tochter hat eine Ausbildung zur PKA in der Apotheke angefangen. Sie ist 17 Jahre alt und soll nun Montag - Samstag arbeiten. 39,5 Stunden.
Gibt es da nicht das Jugendschutzgesetz, dass im §15 besagt, dass minderjährige nur 5 Tage arbeiten dürfen?

Die Chefin in der Apotheke weiß es nicht und bei der Landesapothekenkammer weiß es auch niemand so genau. Das Problem ist da dabei, dass die Apotheke Mittwochs und Samstags nur bis 12uhr offen ist. Somit würde Sie ja nicht auf Ihre Stunden kommen.

Wie ist die Sachlage?

Lg

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17773 Beiträge, 6587x hilfreich)
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#3
 Von 
Johndoe1122
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Naja die Chefin meinte, das wäre so von der Apothekenkammer abgesegnet. Sehr verwirrend.

0x Hilfreiche Antwort


#5
 Von 
Johndoe1122
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 0x hilfreich)

Jetzt soll sie diesen Samstag wieder arbeiten. Also wieder 6 Tage. Ich möchte nur wissen, ob es vom jugendarbeitsschutzgesetz irgendwelche Ausnahmen gibt bevor ich wieder mit ihrer Chefin rede

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#6
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17773 Beiträge, 6587x hilfreich)

Die Ausnahmen stehen in §16 JArbSchG

Zitat:
Gesetz zum Schutze der arbeitenden Jugend (Jugendarbeitsschutzgesetz - JArbSchG)
§ 16 Samstagsruhe
(1) An Samstagen dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden.
(2) Zulässig ist die Beschäftigung Jugendlicher an Samstagen nur
1. in Krankenanstalten sowie in Alten-, Pflege- und Kinderheimen,
2. in offenen Verkaufsstellen, in Betrieben mit offenen Verkaufsstellen, in Bäckereien und Konditoreien, im Friseurhandwerk und im Marktverkehr,
3. im Verkehrswesen,
4. in der Landwirtschaft und Tierhaltung,
5. im Familienhaushalt,
6. im Gaststätten- und Schaustellergewerbe,
7.bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen, bei Aufnahmen im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen), auf Ton- und Bildträger sowie bei Film- und Fotoaufnahmen,
8. bei außerbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen,
9. beim Sport,
10. im ärztlichen Notdienst,
11. in Reparaturwerkstätten für Kraftfahrzeuge.
Mindestens zwei Samstage im Monat sollen beschäftigungsfrei bleiben.
(3) Werden Jugendliche am Samstag beschäftigt, ist ihnen die Fünf-Tage-Woche (§ 15) durch Freistellung an einem anderen berufsschulfreien Arbeitstag derselben Woche sicherzustellen. In Betrieben mit einem Betriebsruhetag in der Woche kann die Freistellung auch an diesem Tag erfolgen, wenn die Jugendlichen an diesem Tag keinen Berufsschulunterricht haben.
(4) Können Jugendliche in den Fällen des Absatzes 2 Nr. 2 am Samstag nicht acht Stunden beschäftigt werden, kann der Unterschied zwischen der tatsächlichen und der nach § 8 Abs. 1 höchstzulässigen Arbeitszeit an dem Tag bis 13 Uhr ausgeglichen werden, an dem die Jugendlichen nach Absatz 3 Satz 1 freizustellen sind.

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#7
 Von 
Heiserkeit
Status:
Lehrling
(1510 Beiträge, 561x hilfreich)

Wann wird die Tochter volljährig u. möchte die Tochter über die Probezeit hinaus in der Apotheke arbeiten bzw. ihr Ausbildung machen?

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#8
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16966 Beiträge, 9444x hilfreich)

@blaubär

Ich fürchte, dass Absatz 4 des oben zitierten Paragraphen der entscheidende Pferdefuß ist.

Grundsätzlich ist Samstagsarbeit in Apotheken auch für Minderjährige zulässig, da offene Verkaufsstelle.

Der Regelfall ist, dass man dann an einem anderen Tag der Woche frei bekommt, um so eine 5-Tagewoche zu erreichen.

Jetzt kommt aber der Absatz 4:
Wenn am Samstag weniger als 8 Stunden gearbeitet wird, hat man keinen Anspruch mehr auf einen ganzen freien Tag während der Woche, sondern nur noch auf einen freien Nachmittag.

Wenn also Samstags nur vormittags gearbeitet wird, ist eine 6-Tagewoche zulässig, falls an einem anderen Werktag auch nur vormittags gearbeitet wird.

Meiner Meinung nach ist das hier vorliegende Arbeitszeitmodell (Mo, Di, Do, Fr ganztags; Mi, Sa nur vormittags) auch für minderjährige Azubis erlaubt.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#9
 Von 
Yogi1
Status:
Student
(2030 Beiträge, 935x hilfreich)

Ich sehe das a) wie drkabo.

Und b)... ob das der 17-jährigen Tochter in Ausbildung mal so hilft, wenn da direkt nach Ausbildungsbeginn die Mama dauernd anruft, um sich zu beschweren. Das ist doch kein Blag mehr. Wenn was nicht stimmt, sollte sie das selbst ansprechen.

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#10
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17773 Beiträge, 6587x hilfreich)

Ich stimme zu. Absatz 4 hatte ich nicht verstanden. Danke. Drkabo.
Wenn johndoe schon mit dem § 15 kommt, verstehe ich nicht recht, wieso er nicht weiter liest ....

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#11
 Von 
guest-12314.08.2020 22:54:59
Status:
Praktikant
(769 Beiträge, 114x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Ich stimme zu. Absatz 4 hatte ich nicht verstanden. Danke. Drkabo.
Wenn johndoe schon mit dem § 15 kommt, verstehe ich nicht recht, wieso er nicht weiter liest ....


Wie schreibst du selbst: "Ich stimme zu. Absatz 4 hatte ich nicht verstanden."
Warum sollte dann ein rechtsunerfahrener Fragesteller den Gesamttext lesen und vollständig verstehen können?

Und es verbleibt immer noch der Schlusssatz von Absatz 2: "Mindestens zwei Samstage im Monat sollen beschäftigungsfrei bleiben."

Wobei hier mit dem "sollen" wieder unendliche Interpretationsspielräume verbleiben.

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#12
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17773 Beiträge, 6587x hilfreich)

... also gut: die Langfassung. Vor dem Absatz 4 stehen drei weitere - alles zum Thema Samstagsdienst für Azubis. Johndoe hätte - bis er zum Abs. 4 gekommen wäre - also durchaus verstehen können, dass es jede Menge Ausnahmen gibt für die 5-Tage-Regel.

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