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Minijob - Auskunft zu geleisteten oder nicht geleisteten Lohnsteuer- und Sozialbeitragzahlung?

15.4.2019 Thema abonnieren
 Von 
Wollsocke
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 6x hilfreich)
Minijob - Auskunft zu geleisteten oder nicht geleisteten Lohnsteuer- und Sozialbeitragzahlung?

Hallo!
Frau X war geringfügig beschäftigt, aus wirtschaftlichen Gründen wurde ihr kürzlich gekündigt. Bereits seit September 2018 hat sie kein Gehalt mehr erhalten, wurde vom Arbeitgeber, zu dem bis vor kurzem ein gutes Verhältnis herrschte, immer wieder vertröstet. Jetzt allerdings ist der Kontakt abgebrochen.

Wie bzw. bei welcher Stelle kann Frau X in Erfahrung bringen ob wenigstens die Sozialbeiträge und die Lohnsteuer für sie abgeführt worden sind? Die Minijob-Zentrale gibt hierzu leider keine Auskunft.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Praktikant
(640 Beiträge, 131x hilfreich)

Welches Interesse haben Sie denn an der Information, ob die pauschalisierten Abgaben geleistet worden sind oder nicht? Oder haben Sie sich nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

Ihr Augenmerk sollte - wenn keine Ausschlussfristen greifen - eher darauf liegen, die ausstehenden Gehälter einzuklagen.

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#2
 Von 
Wollsocke
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 6x hilfreich)

Zum Einen:
Eine Befreiung von der Renetenversicherungspflicht hat nicht stattgefunden.
Zum Anderen:
Und genau darum geht es: was genau sollte eingeklagt werden? Der Bruttolohn? Schön und gut, doch was, wenn der Arbeitgeber trotz finanzieller Engpässe die Lohnsteuer und Sozialabgaben gezahlt hat? Dann unterliegt Frau X zum Teil mit ihrer Klage und muss auch noch zT. für Verfahrenskosten aufkommen?

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#3
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Praktikant
(640 Beiträge, 131x hilfreich)

Zitat (von Wollsocke):
was genau sollte eingeklagt werden? Der Bruttolohn?

Ohne Entgeltabrechnung sollte Frau X immer das Bruttogehalt einklagen.

Zitat (von Wollsocke):
Der Bruttolohn? Schön und gut, doch was, wenn der Arbeitgeber trotz finanzieller Engpässe die Lohnsteuer und Sozialabgaben gezahlt hat?

Bei einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit fällt keine Lohnsteuer an.

Zitat (von Wollsocke):
Dann unterliegt Frau X zum Teil mit ihrer Klage und muss auch noch zT. für Verfahrenskosten aufkommen?

Nein, Frau X würde nur teilweise unterliegen und die Verfahrenskosten auch nur anteilig tragen müssen.

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#4
 Von 
Wollsocke
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 6x hilfreich)

Zitat (von Ratsuchender):
Bei einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit fällt keine Lohnsteuer an.

Dann verstehe ich das hier nicht:
https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/03_infos_fuer_arbeitgeber_und_entgeltabrechner/07_was_steuerlich_beachten/01_besteuerung_450/node.html

Zitat (von Wollsocke):
Dann unterliegt Frau X zum Teil mit ihrer Klage und muss auch noch zT. für Verfahrenskosten aufkommen?

Zitat (von Ratsuchender):
Nein, Frau X würde nur teilweise unterliegen und die Verfahrenskosten auch nur anteilig tragen müssen.

Das habe ich doch geschrieben. Und das geht es tunlichst zu vermeiden, daher ja meine Frage, wo Frau X wohl Auskunft erhalten kann.

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(27239 Beiträge, 11476x hilfreich)

Es fällt für Dich keine Steuer an. Wenn dein früherer Arbeitgeber Dich ordnungsgemäß angemeldet hat, dann kannst Du eigentlich davon ausgehen, dass auch gezahlt worden ist. Denn die Sozialbehörden sind ja eigentlich sehr flott mit der Vollstreckung. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, dann werden diese Beiträge an die Knappschaft abgeführt. Vielleicht mal da anfragen?

wirdwerden

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#6
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Praktikant
(640 Beiträge, 131x hilfreich)

Zitat (von Wollsocke):
Dann verstehe ich das hier nicht:
https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/03_infos_fuer_arbeitgeber_und_entgeltabrechner/07_was_steuerlich_beachten/01_besteuerung_450/node.html

Es handelt sich hier um eine pauschalisierte Steuer, die der Arbeitgeber zu tragen hat, nicht aber um eine Lohnsteuer.

Zitat (von Wollsocke):
Dann unterliegt Frau X zum Teil mit ihrer Klage und muss auch noch zT. für Verfahrenskosten aufkommen?

Zitat (von Ratsuchender@123net):
Nein, Frau X würde nur teilweise unterliegen und die Verfahrenskosten auch nur anteilig tragen müssen.

Zunächst ist es unwahrscheinlich, dass der Arbeitgeber weiterhin die Beiträge zur Rentenversicherung für Frau X zahlt. Aber selbst wenn es so ist, sie brutto einklagt und deswegen anteilig unterliegt, wird sie das sicherlich verschmerzen können.

Beispiel:

Bei einem Streitwert von 3.150 EUR (450,00 EUR * 7 Monate) fallen Gerichtskosten 254,00 EUR an. Wenn Sie nun - wider Erwarten - anteilig wegen doch abgeführter Rentenversicherungsbeiträge unterliegt, hätte Frau X - wenn überhaupt - theoretisch anteilige Gerichtskosten von 3,6 % zu tragen, mithin 9,14 EUR. Vergleicht man sich, fallen gar keine Gerichtskosten an.

Wenn allerdings - was sehr unvernünftig wäre - die Frage, ob Rentenversicherungsbeiträge doch abgeführt wurden, umtreibt, kann Frau X auch eine Renteninformation bei ihrer Rentenversicherung einholen.

Eine Frage ist aber noch unbeantwortet geblieben: Ist eine Ausschlussfrist zu beachten?

-- Editiert von Ratsuchender@123net am 16.04.2019 09:21

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#7
 Von 
Wollsocke
Status:
Beginner
(64 Beiträge, 6x hilfreich)

Vielen Dank, wirdwerden und Ratsuchender, das sind hilfreiche Antworten/Hinweise!

Knappschaft ist korrekt, steht auf den Abrechnungen, die noch bis einschließlich Sept. '18 erfolgt sind. Mal sehen, ob die am Telefon Auskunft erteilen. Einen Versuch ist es wert, kostet ja nichts.

Sehr hilfreich ist die Berechnung der Gerichtskosten. Beim Arbeitsgericht gibt es diesbezügl. ja Besonderheiten, wie soll ein Laie da das Kostenrisiko errechnen? Wenn es man gerade um EUR 10 geht, dann ist das Risiko wirklich überschaubar. Ohnehin ist es eine Sache einen Titel zu erwirken, eine andere ist die Vollstreckung :-(

Zur Ausschlußfrist: Der Arbeitsvertrag wurde nur mündlich geschlossen, man hatte sich bestens verstanden, war mineinander befreundet. Arbeitgeberin war eine private Arbeitsvermittlung, es handelte sich um einen Bürojob, da sollte es keinen Tarifvertrag geben. Wenn ich die Goggle-Ergebnisse richtig verstehe, können sich Ausschußfristen nur hieraus ergeben, einmal von der normalen Verjährung abgesehen.

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#8
 Von 
Ratsuchender@123net
Status:
Praktikant
(640 Beiträge, 131x hilfreich)

Ausschlussfristen sind auch in (allgemeinverbindlichen) Tarifverträgen enthalten.

Frau X sollte sich hierüber mehr Gedanken machen als über die zu vernachlässigen Beiträge zur Rentenversicherung!

-- Editiert von Ratsuchender@123net am 16.04.2019 11:01

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