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Minijob mit fester Arbeitszeit , Chefin verlangt Abrufbereitschaft

13.9.2021 Thema abonnieren
 Von 
purple123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Minijob mit fester Arbeitszeit , Chefin verlangt Abrufbereitschaft

Moin,
Ich brauche euren Rat .. ich hab einen 450,- Job im Einzelhandel . Vorweg: Es gab und gibt keinen Arbeitsvertrag. Mündlich wurden 4 Tage die Woche , mit 2-3 Stunden ( auch mal weniger)Vormittags vereinbart . Mittlerweile ist es so, das sich meine Chefin sich immer öfter ganz knapp vor Arbeitsantritt meldet , ich solle bitte Nachmittags kommen ( Was aufgrund meiner Behinderten Tochter nicht geht, das wusste sie von Anfang an) . Ich soll auch 24/7 zur Verfügung stehen. Es kann doch nicht sein, das ich immer auf Abruf sein muss, obwohl das nicht vereinbart war, und ich feste Tage habe.
Ich danke euch schon mal

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100066 Beiträge, 37019x hilfreich)

Zitat (von purple123):
Vorweg: Es gab und gibt keinen Arbeitsvertrag.

Aber sicher gibt es den ...



Zitat (von purple123):
Mittlerweile ist es so, das sich meine Chefin sich immer öfter ganz knapp vor Arbeitsantritt meldet

Einfach nicht ans Telefon gehen.



Zitat (von purple123):
Ich soll auch 24/7 zur Verfügung stehen.

Einfach nicht ans Telefon gehen...
Alternativ die Rufnummer der Chefin blocken.



Ich nehme man an, das es keinen Dienstplan vorab gibt? Und das Unternehmen auch nicht mehr als 10 Mitarbeiter hat?




-- Editiert von Harry van Sell am 13.09.2021 08:32

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14428 Beiträge, 5606x hilfreich)

Du hast einen mündlichen Arbeitsvertrag, und zwar einen unbefristeten.
Derart vage 'Abmachungen' können nur Stress machen. Und so kurzfristig geht gar nicht. Da kannst du dich auch weigern - das hilft bloß nicht viel, wenn du in einem Kleinbetrieb mit < 10 Leuten arbeitest.
Du solltest dich mit deiner Chefin darauf verständigen, dass wenigstens am WE ein Plan für die kommende Woche gemacht wird, wann du zur Arbeit zu kommen hast. In Sachen Vorankündigung gilt weithin, dass es mind. 4 Tage sein müssen. Das Recht ist da auf deiner Seite.
Ansonsten Harrys Rat: Niemand muss ans Telefon gehen, wenn die Firma anruft.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
purple123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal für deine Antwort .

Zitat (von Harry van Sell):
Ich nehme man an, das es keinen Dienstplan vorab gibt? Und das Unternehmen auch nicht mehr als 10 Mitarbeiter hat?


Es gibt einen Dienstplan , wo ich 4 Tage von 9:00-11:00 eingetragen bin ( +- 1 Überstunde) Der Betrieb hat ca 25 Mitarbeiter .

Zitat (von Harry van Sell):
Aber sicher gibt es den ...


Damit meinst den bestimmt den Mündlichen richtig? Den Schriftlich hab ich keinen.

Zitat (von Harry van Sell):
Einfach nicht ans Telefon gehen.


Danke, das sagt mir schonmal das es so nicht geht.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
purple123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Da kannst du dich auch weigern - das hilft bloß nicht viel, wenn du in einem Kleinbetrieb mit < 10 Leuten arbeitest.


Der Betrieb ist ca 25 Leute groß , vielleicht auch ein paar mehr .

Zitat (von blaubär+):
Du solltest dich mit deiner Chefin darauf verständigen, dass wenigstens am WE ein Plan für die kommende Woche gemacht wird, wann du zur Arbeit zu kommen hast.


Ist stehe 4 mal die Woche von 9:00-11:00 Uhr drin, was auch Mündlich vereinbart war .

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14428 Beiträge, 5606x hilfreich)

/// Dienstplan , wo ich 4 Tage von 9:00-11:00 eingetragen bin

Ein Dienstplan ist ein verbindliches Dokument, mit dem Dienstplan übt der AG sein Direktionsrecht aus.
Verbindlich heißt aber: auch für den AG verbindlich. Änderungen sind einseitig dann eher schwierig, in Absprache natürlich immer möglich. (Auch deswegen: daheim nicht erreichbar sein für den AG).

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100066 Beiträge, 37019x hilfreich)

Zitat (von purple123):
Es gibt einen Dienstplan , wo ich 4 Tage von 9:00-11:00 eingetragen bin ( +- 1 Überstunde)

Prima, dann hat man sogar was in Textform?
Auf jeden Fall die Pläne regelmäßig sichern und abspeichern.



Zitat (von purple123):
Danke, das sagt mir schonmal das es so nicht geht.

Richtig, so geht es nicht.
Erst mal der Chefin freundlich mitteilen, das man auf das vertraglich vereinbarte besteht und das die Telefonnummer ab sofort nicht mehr zur Verfügung steht.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
purple123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für deine Antwort, das hilft mir schon weiter.
Ich find es halt ärgerlich das es immer öfter passiert . Und da ich Nachmittags nicht kann, wird man auch mal komisch angeguckt .

Zitat (von blaubär+):
Ein Dienstplan ist ein verbindliches Dokument, mit dem Dienstplan übt der AG sein Direktionsrecht aus.
Verbindlich heißt aber: auch für den AG verbindlich. Änderungen sind einseitig dann eher schwierig, in Absprache natürlich immer möglich. (Auch deswegen: daheim nicht erreichbar sein für den AG).

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
purple123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für deine Antwort, das hilft mir schon weiter.
Ich find es halt ärgerlich das es immer öfter passiert . Und da ich Nachmittags nicht kann, wird man auch mal komisch angeguckt .

Zitat (von blaubär+):
Ein Dienstplan ist ein verbindliches Dokument, mit dem Dienstplan übt der AG sein Direktionsrecht aus.
Verbindlich heißt aber: auch für den AG verbindlich. Änderungen sind einseitig dann eher schwierig, in Absprache natürlich immer möglich. (Auch deswegen: daheim nicht erreichbar sein für den AG).

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
purple123
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Der hängt am Schwarzem Brett in der Firma . Den werd ich den regelmäßig Fotografieren.

Zitat (von Harry van Sell):
Prima, dann hat man sogar was in Textform?
Auf jeden Fall die Pläne regelmäßig sichern und abspeichern.
Zitat (von Harry van Sell):
Richtig, so geht es nicht.
Erst mal der Chefin freundlich mitteilen, das man auf das vertraglich vereinbarte besteht und das die Telefonnummer ab sofort nicht mehr zur Verfügung steht.


Das werde ich machen, vielen Dank

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1116 Beiträge, 607x hilfreich)

Zitat (von purple123):
Es gab und gibt keinen Arbeitsvertrag.


Die Chefin muss irgendetwas Schriftliches herausrücken.

§ 2 des Gesetzes über den Nachweis der für ein Arbeitsverhältnis geltenden wesentlichen Bedingungen

"Der Arbeitgeber hat spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen:

1. der Name und die Anschrift der Vertragsparteien,
2. der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses,
3. bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die vorhersehbare Dauer des Arbeitsverhältnisses,
4. der Arbeitsort oder, falls der Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein soll, ein Hinweis darauf, daß der Arbeitnehmer an verschiedenen Orten beschäftigt werden kann,
5. eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit,
6. die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts und deren Fälligkeit,
7. die vereinbarte Arbeitszeit,
8. die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs,
9. die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses,
10. ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das Arbeitsverhältnis anzuwenden sind.

Zitat (von purple123):
Es gibt einen Dienstplan , wo ich 4 Tage von 9:00-11:00 eingetragen bin.

meine Chefin [ ruft mich zuhause an und verhandelt mit mir über Änderungen meiner dienstplanmäßig festgelegten Arbeitszeit]


Dann handelt es sich bei diesem Gespräch über dienstliche Angelegenheiten eindeutig um Arbeitszeit. Jedenfalls hat dieses "Arbeiten" die gesetzliche Folge, dass eine Ruhepause von mindestens 11 Stunden eingehalten werden muss, bevor der Arbeitgeber die nächste Arbeitsphase abverlangen kann.

§ 5 Absatz 1 Arbeitszeitgesetz
"Die Arbeitnehmer müssen nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben."

Zitat (von purple123):
ich solle bitte Nachmittags kommen


Du darfst freiwillig fast alles tun; auch zu den unpassendsten Zeiten von 23 Uhr bis 2:00 zur Arbeit kommen, obwohl Du dazu garnicht verpflichtet bist.

Unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen kann vereinbart werden, dass "Arbeit auf Abruf" zu leisten sein soll. Ohne (wirksame) Vereinbarung löst ein von der Chefin mitgeteilter "Arbeits-Abruf" keine Arbeitspflicht aus.

Zitat:
Ich soll auch 24/7 zur Verfügung stehen.


Per einvernehmlicher Übereinkunft kann (fast) alles vereinbart werden - auch eine 24stündige "Rufbereitschaft" ( wodurch ein Anspruch auf Vergütung der "Rufbereitschaftszeit" entstehen würde, idealerweise in VEREINBARTER Höhe ).

Zitat (von Harry van Sell):
Einfach nicht ans Telefon gehen


Sinnvollerweise sollte man immer ans Telefon gehen, wenn der Arbeitgeber zwecks Verhandlungen über Änderungen verbindlich festgelegter Arbeitszeiten anruft. Man kann ehrlicherweise den Preis nennen ( 68,20€/Stunde, 95€ samstags ), zu dem man bereit sein würde, während seiner dienstplanmäßig verbindlich festgelegten kostbaren Freizeit arbeiten zu kommen, zu der ansonsten keine Arbeitspflicht besteht.

RK

-- Editiert von RrKOrtmann am 13.09.2021 12:48

2x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14428 Beiträge, 5606x hilfreich)

RKOrtmann "Sinnvollerweise sollte man immer ans Telefon gehen, ... "

Ein an sich reizvoller Vorschlag, der mit Sicherheit einige Verblüffung auslösen könnte.
Er dürfte an der Umsetzung scheitern, wenn purple123 Schwierigkeiten hat, der Aufdringlichkeit der Chefin Herr/in zu werden.
Nicht erreichbar zu sein, scheint mir doch der stressfreiere Weg zu sein ...

1x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100066 Beiträge, 37019x hilfreich)

Zitat (von RrKOrtmann):
Man kann ehrlicherweise den Preis nennen ( 68,20€/Stunde, 95€ samstags ), zu dem man bereit sein würde, während seiner dienstplanmäßig verbindlich festgelegten kostbaren Freizeit arbeiten zu kommen, zu der ansonsten keine Arbeitspflicht besteht.

Ja, das hat was ...


Signatur:

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