Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
542.103
Registrierte
Nutzer

Minijob während der Arbeitszeit des Vollzeitjobs

13.2.2020 Thema abonnieren
 Von 
ichweißesnicht123
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Minijob während der Arbeitszeit des Vollzeitjobs

Hallo, ich bin mir mir etwas unsicher was die Regelung meines Chefs bzgl. meines Jobs angeht.

Ich arbeite Vollzeit 40 Stunden die Woche in einer Firma. Gleichzeitig übe ich während dieser Tätigkeit Arbeiten für eine weitere Firma meines Chefs aus. Insgesamt bleibt es aber bei 40 Stunden die Woche.

Nachdem ich bei meinem Chef nach mehr Gehalt gefragt habe, hat er gesagt, wenn dann nur indem er mich bei der zweiten Firma, für die ich ja sowieso schon Arbeiten tätige als Minijobber (pauschal besteuert) anstellt.

Für den Minijob muß ich meine Arbeitszeit täglich erfassen. Im Vertrag steht, ich muß für den Minijob 16 Monatsstunden leisten. Diese Stunden leiste ich während der 40 Stundenwoche des Vollzeitjobs.

Ist das alles so rechtens? Kann mir da einer einen Strick draus drehen? Gibt das irgendwelche Probleme?

Verstoß melden



12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(10756 Beiträge, 4587x hilfreich)

Bis jetzt, verstehe ich, arbeitest du 40 Wochenstunden, wobei der Lohn voll von A kommt, deine AZ aber zum Teil und bis dato unentgeltlich auch Arbeit für B beinhaltet.
Ändern soll sich, dass nun auch die Arbeit für B via Minijob bezahlt werden soll, während sich bei dem Gehalt von A nix ändert und auch nichts dabei, dass die B-Stunden in deiner Hauptarbeit geleistet werden.. Da du - zumindest nach Vertrag - 16 h für B arbeitest und dafür 450€ extra bekommst, sich an der Gesamt-Wochenarbeitszeit nicht verändert, schaffst du also 24 Wochenstunden für A bei unverändertem Gehalt. Nicht schlecht, Herr Specht, wenn das 'sehenden Auges' so gewollt ist.. So ist es jedenfalls eine Lohnerhöhung.
Und wenn dein Chef das auch so sieht und will, ist auch nix dagegen einzuwenden, will mir scheinen.

Andersherum: Wenn es so liefe, dass die Arbeit für B jetzt zusätzlich zu leisten wären und außerhalb des normalen Jobs, wäre es ein Zusatzjob und zusätzliche Arbeit, aber keine Lohnerhöhung.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
ichweißesnicht123
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank, du hast recht, es fällt keine Mehrarbeit an, es bleibt bei 40 Wochenstunden.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(75365 Beiträge, 33051x hilfreich)

Zitat (von ichweißesnicht123):
Ist das alles so rechtens?

Nein, das ist Sozialbetrug und Steuerhinterziehung.



Zitat (von ichweißesnicht123):
Kann mir da einer einen Strick draus drehen? Gibt das irgendwelche Probleme?

Vorgenannten kann zur Bekanntschaft mit Steuerfahndung und Zoll führen, sowie Staastanwaltschaft und Gerichte auf den Plan rufen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
radfahrer999
Status:
Schlichter
(7788 Beiträge, 4528x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
das ist Sozialbetrug und Steuerhinterziehung.
Jupp, genau so und nicht anders!

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
ichweißesnicht123
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von ichweißesnicht123):
Ist das alles so rechtens?

Nein, das ist Sozialbetrug und Steuerhinterziehung.



Zitat (von ichweißesnicht123):
Kann mir da einer einen Strick draus drehen? Gibt das irgendwelche Probleme?

Vorgenannten kann zur Bekanntschaft mit Steuerfahndung und Zoll führen, sowie Staastanwaltschaft und Gerichte auf den Plan rufen.


Und was soll ich jetzt machen? Ich kann ja schlecht zu meinem Chef gehen und sagen ich zeig dich an! Wie soll ich denn jetzt vorgehen und wo kann ich da Gesetzesgrundlagen zu nachlesen damit ich da nicht nur blöd vor ihm rumstammel?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
ichweißesnicht123
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von radfahrer999):
Zitat (von Harry van Sell):
das ist Sozialbetrug und Steuerhinterziehung.
Jupp, genau so und nicht anders!

Und was soll ich jetzt machen? Ich kann ja schlecht zu meinem Chef gehen und sagen ich zeig dich an! Wie soll ich denn jetzt vorgehen und wo kann ich da Gesetzesgrundlagen zu nachlesen damit ich da nicht nur blöd vor ihm rumstammel?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
ichweißesnicht123
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Update, ich war erneut in Gehaltsverhandlung, hab um 2% mehr aufgrund Inflation usw. gebeten. Mein Chef schlug mir vor mein Grundgehalt beim Vollzeitjob nicht anzufassen und dafür das Gehalt beim Minijob zu erhöhen. :-(

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
spatenklopper
Status:
Schlichter
(7546 Beiträge, 3434x hilfreich)

Zitat (von ichweißesnicht123):
Mein Chef schlug mir vor mein Grundgehalt beim Vollzeitjob nicht anzufassen und dafür das Gehalt beim Minijob zu erhöhen. :-(

Das ändert nichts an der Aussage von Harry und bei einer Außenprüfung durch das Finanzamt, oder einer sozialversicherungsrechtlichen Betriebsprüfung durch die Träger der Rentenversicherung, welche irgendwann so sicher kommen werden wie das Amen in der Kirche, wird es für den AG und Dich sehr ungemütlich und teuer.

Dein AG sollte sich dringend den Rat eines Steuerberaters einholen, dass könntest Du versuchen ihm durch die Blume beizubringen....

-- Editiert von spatenklopper am 13.02.2020 14:36

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(10756 Beiträge, 4587x hilfreich)

Das ist der Haken bei Harrys Kurzkommentaren, dass nichts klar wird dadurch:

Zitat:
Also wieso Steuerhinterziehung, wieso Sozialbetrug?

Das Gehalt bei A wird voll versteuert, das bei B entsprechend den Minijob-Regeln.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
spatenklopper
Status:
Schlichter
(7546 Beiträge, 3434x hilfreich)

Ich muss meine obige Aussage mal relativieren.

Zitat (von blaubär+):
Das Gehalt bei A wird voll versteuert, das bei B entsprechend den Minijob-Regeln.

Genau das könnte aber funktionieren, weil es eben nicht der selbe Arbeitgeber ist, auch wenn der Inhaber beider Firmen identisch ist...
Oder wo habe ich den Denkfehler?

-- Editiert von spatenklopper am 13.02.2020 14:46

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
ichweißesnicht123
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Zitat (von ichweißesnicht123):
Mein Chef schlug mir vor mein Grundgehalt beim Vollzeitjob nicht anzufassen und dafür das Gehalt beim Minijob zu erhöhen. :-(

Das ändert nichts an der Aussage von Harry und bei einer Außenprüfung durch das Finanzamt, oder einer sozialversicherungsrechtlichen Betriebsprüfung durch die Träger der Rentenversicherung, welche irgendwann so sicher kommen werden wie das Amen in der Kirche, wird es für den AG und Dich sehr ungemütlich und teuer.

Dein AG sollte sich dringend den Rat eines Steuerberaters einholen, dass könntest Du versuchen ihm durch die Blume beizubringen....

-- Editiert von spatenklopper am 13.02.2020 14:36

Das ganze ist zusammen mit dem Steuerberater zusammen verhackstückt worden und diese hat mich auch das letzte Jahr abgerechnet.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
Stofferl
Status:
Schüler
(277 Beiträge, 69x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
schaffst du also 24 Wochenstunden für A bei unverändertem Gehalt.

Na, ganz so großzügig ist der AG dann doch nicht. Es handelt sich um 16 Monatsstunden im Minijob.
Bei 16 Wochenstunden wäre auch der Mindestlohn unterschritten, da gäbe es also in jedem Fall Ärger :grins:

Der Steuerberater, der sich das ausgedacht hat, sollte sich auf diesem Gebiet dringend weiterbilden.

https://www.iww.de/esa/archiv/lohnsteuer-einheitliches-beschaeftigungsverhaeltnis-bei-paralleler-geringfuegiger-beschaeftigung-und-festanstellung-n111366

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 189.101 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
79.690 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.