Minusstunden ab Vertragsbeginn

9. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Ma.lo
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Minusstunden ab Vertragsbeginn

Hallo :)
Ich habe in einem Internat eines SBBZ mein Anerkennungsjahr als Heilerziehungspflegerin begonnen.
Meine Arbeitswoche ist von Mo-Fr recht intensiv, ich arbeite unter der Woche ca 43-45 Stunden. Und hätte eigentlich sogar schon ein paar Überstunden gesammelt.
Allerdings ist es so, dass ich ab Arbeitsstart im Oktober mit 30 Minusstunden gestartet bin. Mir wurde auf Nachfrage nur gesagt "das ist halt so". Ich dachte vielleicht kommt das daher, dass das Schuljahr im September beginnt und ich in dem Monat ja nicht da war, aber mein Vertrag gilt, wie schon gesagt, erst ab Oktober. Im Internet konnte ich nur nachlesen dass Minusstunden nur rechtens sind, wenn diese vom Arbeitnehmer verschuldet sind, aber von Tag 1 mit 30 Minusstunden zu starten ist ja nicht meine Schuld. Durch die eh schon lange Arbeitswoche ist es ziemlich schwierig die Stunden abzubauen. Kann mir jemand sagen wie das begründet sein kann?
Und vor allem wie ich dagegen vorgehen kann?
Danke! :)

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Holperik
Status:
Schüler
(485 Beiträge, 161x hilfreich)

Zitat (von Ma.lo):
Kann mir jemand sagen wie das begründet sein kann?
Und vor allem wie ich dagegen vorgehen kann?

Also einen guten Grund sehe ich da so nicht. Manchmal ist es so, dass Arbeitszeitserfsassungsysteme die Sollzeit zum Monatsanfang abziehen, sodass man gegen ein Defizit anarbeitet. Aber hier scheint es ja so zu sein, dass es echte Minusstunden sind. Steht irgendwas dazu in ihrem Vertrag oder in einer TV/BV?
Ich würde an Ihrer Stelle nochmal das Gespräch mit der Leitung suchen. Parallel sollten Sie Ihre Stunden, die sie geleistet haben, in jedem Fall dokumentieren. Wenn es kein positives Ergebnis aus dem Gespräch haben, wird Ihnen wohl nichts anderes übrigbleiben, ausgehend von den erarbeiteten Stunden und den Sollstunden eine Bezahlung zunächst schriftlich, sodann gerichtlich einzufordern.

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#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31696 Beiträge, 5594x hilfreich)

Zitat (von Ma.lo):
Durch die eh schon lange Arbeitswoche ist es ziemlich schwierig die Stunden abzubauen.
Verlangt das jetzt schon jemand von dir?
Zitat (von Ma.lo):
Kann mir jemand sagen wie das begründet sein kann?
Vielleicht findet sich das im Vertrag unter *Arbeitszeitkonto/Mehrarbeit*?
Zitat (von Ma.lo):
Und vor allem wie ich dagegen vorgehen kann?
Da du erst seit Oktober dort beschäftigt bist, sehe ich noch keinen Grund, dagegen vorzugehen.
Aber eine Erklärung, die mehr aussagt, als es ist halt so--- sollte man dir schon geben können.
Wieso ---hättest du eigentlich--- schon Überstunden? Wie dokumentierst du deine Arbeitszeit?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#3
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1513 Beiträge, 667x hilfreich)

Zitat (von Ma.lo):
Ich arbeite in einem Internat eines SBBZ als Heilerziehungspflegerin


Ist irgendein Tarifvertrag auf das Beschäftigungsverhältnis anwendbar, oder ist im Arbeitsvertrag die Geltung irgendwelcher Arbeitsvertraglicher Richtlinien vereinbart?

Was ist zum ( wöchentlichen ) Umfang der Arbeitszeit vereinbart, und was zur Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage?

Richten sich Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit nach betriebsüblicher Arbeitszeit, oder ist dienstplanmäßige Arbeit zu leisten?

Zitat (von Ma.lo):
Meine Arbeitswoche ist von Mo-Fr, ca 43-45 Stunden.


Zitat (von Ma.lo):
ab Arbeitsstart im Oktober bin ich mit 30 Minusstunden gestartet


?
Es sollte dienstplanmäßige Arbeit geleistet werden, und die für den Planungszeitraum "eigentlich" ( per Tarif / AVR / Arbeitsvertrag ) vorgesehene Soll-Arbeitszeit wurde im Dienstplan um 30 Stunden unterschritten?

Die gesetzliche Regelung lautet: eine vereinbarte ( monatliche ) Vergütung muß auch dann weitergezahlt werden, wenn der Arbeitgeber angebotene Arbeitsleistung nicht abrufen will ( Annahmeverzug ); eine Nachholung der "Minusstunden" kann nicht verlangt werden.

ABER: es können von dieser gesetzlichen Regelung abweichende Bestimmungen vereinbart werden, etwa in tariflichen Regelungen zur Arbeitszeitflexibilisierung. Häufig durch Vereinbarung sogenannter Arbeitszeitkonten -Regelungen, z.B. durch die Umwandlung von Zeitzuschlägen für Überstunden usw. in Zeitguthaben und deren Gutschrift auf Zeitguthabenkonten, sowie Regelungen, wonach vom Arbeitgeber nicht abverlangte Arbeitszeit ("Minusstunden") nicht verfällt, sondern mit Zeitguthaben verrechnet werden dürfen, innerhalb vereinbarter Grenzen im Planungszeitraum ( z.B. höchsten 10 Minusstunden und 25 Plusstunden pro Dienstplanturnus ) und im Ausgleichszeitraum ( z.B. je 8-Monatszeitraum höchstens 40 Minusstunden und 140 Plusstunden ).

Zitat (von Ma.lo):
hätte eigentlich sogar schon ein paar Überstunden gesammelt.


(Tarif-)Vertraglich kann arbeitszeitflexibilisierend vereinbart sein, was (schon) als zeitzuschlagspflichtige Überstunde gelten soll, und was (zunächst erst) als Zeitguthaben ( "Plusstunde" ) einem Arbeitszeitkonto gutzuschreiben wäre und ggf. mit "Minusstunden" verrechnet werden dürfte.

Zitat (von Ma.lo):
auf Nachfrage nur gesagt "das ist halt so".


Im Gegenteil ist eine Dienstplanung nicht nach Belieben des Arbeitgebers möglich, sondern nur mitbestimmte Dienstpläne können wirksam angeordnet werden - insbesondere können keine "vorbeugenden Unterplanungen" einseitig und entgegen der Mitarbeitervertretung bestimmt werden.

RK

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