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Minusstunden bei Krankheit oder Uni

21.7.2021 Thema abonnieren
 Von 
maria.pt
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Minusstunden bei Krankheit oder Uni

Hallo, ich mache ein duales Studium. In meinem Ausbildungsvertrag ist festgehalten, dass ich im Betrieb eine wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden habe. In meinem Betrieb wird die Arbeitszeiterfassung mit Papershift festgehalten. Abwesenheiten aufgrund von Krankheit, aber auch Präsenzphasen meiner Uni (in denen ich nicht im Betrieb bin) werden mir immer mit Durchschnittsstunden von 5,83 h berechnet. Es ist aber so, dass ich grundsätzlich immer mindestens 8h/Tag im Betrieb arbeite, wenn ich eingeteilt bin. Das hat zur Folge, dass ich am Ende des Monats Minusstunden habe, weil mit 8h als Soll-Wert gerechnet wird, aber bei einer Abwesenheit nur die Durchschnittsstunden berechnet werden, obwohl ich an diesen Tagen ja 8h gearbeitet hätte (/8h mit der Uni verbringe). Bis jetzt waren die Gespräche mit meinem Vorgesetzten vergebens, ist das so rechtens?

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(14441 Beiträge, 5615x hilfreich)

Das Problem ist eben das Rechnen mit Durchschnitten. Du solltest darauf schauen, dass mit Ist-Zeiten gerechnet wird.
Weder bei Urlaub noch bei Krankheit kann/darf es zu Minusstunden kommen - AN ist so zu stellen, als habe er gearbeitet, betriebsüblich oder nach Einsatzplan.
Bei dir mag eine Rolle spielen, dass deine Zeiten unregelmäßiger sind - wobei du mit 35 Wochenstunden doch schon der Vollzeit nahekommst.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1117 Beiträge, 607x hilfreich)

Zitat (von maria.pt):
In meinem Ausbildungsvertrag ist festgehalten, dass ich im Betrieb eine wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden habe.


Korrekterweise wird im Ausbildungsvertrag eine wöchentliche AUSBILDUNGSZEIT vereinbart sein ...

Zitat (von maria.pt):
Arbeitszeiterfassung ... Minusstunden


Das hört sich an, als ob in dem Betrieb für Mitarbeiter Arbeitszeitkonten geführt werden. Die Berechtigung dazu bedarf grundsätzlich einer Vereinbarung, die im ARBEITS-Vertrag, in einem Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung getroffen worden sein kann. Diese Regelungen werden grundsätzlich nicht auf AUSBILDUNGSVERTRÄGE angewandt, sodaß für Auszubildende eine "Arbeits"zeitkontenführung einschließlich einer "Plus"- und "Minus"-Stunden-Erfassung mangels Vereinbarung unzulässig ist.

Gilt das Berufsbildungsgesetz?

"Bei der Frage des Anwendungsbereiches des BBiG kommt es auf die jeweilige Hochschulsatzung an, ob sie die Ausbildung als ein praxisintegriertes (dann nein) oder als ein ausbildungsintegriertes duales Studium dann ja) definieren."

§ 11 BBIG
"Ausbildende haben unverzüglich nach Abschluss des Berufsausbildungsvertrages... schriftlich niederzulegen. In die Niederschrift sind mindestens aufzunehmen
(...)
"Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit"

Zitat (von maria.pt):
In meinem Ausbildungsvertrag ist festgehalten, dass ich im Betrieb eine wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden habe.


Nach BBiG muß auch die "regelmäßige tägliche Ausbildungszeit" angeführt sein. ( Montag - Samstag täglich 5.83h )

Zitat (von maria.pt):
Es ist aber so, dass ich grundsätzlich immer mindestens 8h/Tag im Betrieb arbeite, wenn ich eingeteilt bin.


§ 17 Absatz 7 BBiG
"Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist besonders zu vergüten oder durch die Gewährung entsprechender Freizeit auszugleichen."

Wenn ( bei einer 6-Tage-Woche mit vereinbarter wöchentlicher Ausbildungszeit von 35 Stunden = vereinbarter regelmäßiger täglicher Ausbildungszeit von 5,83 Stunden ) am Montag 9 Stunden "ausgebildet" wird, sind nach BBiG 3,17 Stunden sofort besonders zu vergüten / durch Freizeit auszugleichen. Wenn am Dienstag eine Ausbildung von nur 4 Stunden Dauer erfolgt, dann "verfallen" die 1,83 "Minusstunden" und können nicht mit den 9 Stunden ( bzw. 3,17 "Überstunden" ) vom Montag saldiert werden.

Falls die Ausbildung unters BBiG fällt, können "Überstunden" täglich anfallen und sind dann entweder "besonders" zu vergüten oder in Freizeit auszugleichen.

( Ansonsten kann vereinbart sein, dass "Zuvielbeschäftigung" innerhalb eines Ausgleichszeitraums ( z.B. 2 Wochen ) ausgleichbar ist, und nur/erst bei Überschreiten der "regelmäßigen" Tages-/Wochenausbildungszeit im über den Ausglkeichszeitraum gebildeten Durchschnitt "Überstunden" anfallen können sollen, mit denen vereibarungsgemäß umzugehen sein soll. )

Zitat (von maria.pt):
ist das so rechtens?


Vielleicht ungefähr definitiv nein!

RK

1x Hilfreiche Antwort

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