Minusstunden einfordern

31. März 2020 Thema abonnieren
 Von 
RlBl
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 1x hilfreich)
Minusstunden einfordern

Hallo liebes Forum,
ich habe eine Frage, die vor ein paar Tagen schon mal so ähnlich gestellt worden ist. Es geht um Minusstunden, die ich als Logopäde in der „Corona-Krise" machen soll. Ich habe einen Festvertrag über 30 Stunden und in meinem Arbeitsvertrag ist folgenden Passus zur Arbeitszeit/Überstunden:

Zitat:
„Die Arbeitszeit richtet sich nach der betrieblichen Zeit und beträgt derzeit wöchentlich 30 Stunden ohne die Berücksichtigung von Pausen. Die tägliche Arbeitszeit wird individuell abgesprochen und richtet sich nach aktueller Terminplanung. Der Arbeitgeber ist berechtigt, aus dringenden betrieblichen Erfordernissen eine Änderung der Arbeitszeiteinteilung vorzunehmen sowie Überstunden anzuordnen. Überstunden kann der Arbeitnehmer nach Absprache mit dem Arbeitgeber durch Freizeit ausgeglichen oder sich vergüten lassen."


Kann der Arbeitgeber aufgrund diese Passus das Machen von Minusstunden anordnen bzw. einfordern?
Es steht aus meiner Sicht nichts drinnen, was das anordnen berechtigten würde.

Vielen Dank

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Wissender
(15246 Beiträge, 5858x hilfreich)

/// "Der Arbeitgeber ist berechtigt, aus dringenden betrieblichen Erfordernissen eine Änderung der Arbeitszeiteinteilung vorzunehmen ... "

Der Passus rechtfertigt m.E. nicht die Anordnung (!) von Minusstunden. Der Vertrag sieht 30 Wochenstunden vor und regelt eher die Anordnung von Mehrarbeit. Das ist ja wohl offenkundig, dass der Vertrag zu einer Zeit geschlossen wurde, als an Corona nicht zu denken war.
Gleichwohl wirst du die aktuelle Situation nicht außen vor lassen können, erst recht nicht, wenn die Alternative womöglich eine Kündigung wäre. "Einfordern" im Sinne von: auf eine situationsbezogene und vorübergehend abweichende Regelung drängen, ist eine andere Sache.
Dein AG hätte freilich auch die Möglichkeit, Kurzarbeit zu beantragen, wenn derzeit die Aufträge fehlen.

-- Editiert von blaubär+ am 31.03.2020 10:14

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#2
 Von 
RlBl
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke schon mal dazu.
Mein Arbeitgeber möchte keine Kurzarbeit mit der Begründung einführten, da die Mitarbeiter an den Osterferien sowie schon Urlaub hätten und Kurzarbeit kein Sinn macht. Bis dahin (und wahrscheinlich danach) gibt es weniger "Kunden" und man solle halt weniger Stunden arbeiten.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14317 Beiträge, 8621x hilfreich)

Zitat:
Kann der Arbeitgeber aufgrund diese Passus das Machen von Minusstunden anordnen bzw. einfordern?

Nein.

Zitat:
Es steht aus meiner Sicht nichts drinnen, was das anordnen berechtigten würde.

Sehe ich auch so.

Man darf aber nicht vergessen, dass die Alternative eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist.
Betriebsschließung / Auftragsmangel / Kundenrückgang war schon immer ein ausreichender Grund für eine betriebsbedingte Kündigung.
Da muss man sich halt überlegen, ob es taktisch geschickt ist, auf Einhaltung des Arbeitsvertrages zu bestehen, wenn man dadurch eine Kündigung provozieren könnte. Zumal man bei einer Kündigung keinen Anspruch auf Wiedereinstellung nach Ende der Krise hätte.
So lange man "nur" weniger Stunden machen soll (die man dann nach Ende der Krise wieder nacharbeitet), steht man doch noch auf der Sonnenseite des Lebens. Zigtausende Abeitnehmer, die gerade gekündigt werden oder Kurzarbeit erleben (= finanzielle Einbußen) wären neidisch.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
RlBl
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat:
Zigtausende Abeitnehmer, die gerade gekündigt werden oder Kurzarbeit erleben (= finanzielle Einbußen) wären neidisch.

Das stimmt natürlich.
Vielen dank für eure Anregungen.

0x Hilfreiche Antwort

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