Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
511.223
Registrierte
Nutzer

Mitlesen Email Vorgesetzter erlaubt?

 Von 
teslamonster
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 0x hilfreich)
Mitlesen Email Vorgesetzter erlaubt?

Arbeitsvertrag verbietet eine private Benutzung und das private Surfen. Arbeitsvertrag : "Der Arbeitgeber hat das Recht, den Internetverkehr zu erfassen und zu protokollieren, um beispielsweise den Geschäftsbetrieb nicht zu gefährden oder der Leistung des Internetverkehrs weiter zu optimieren" und weiter "der Arbeitgeber weist darauf hin, dass die Emails entsprechend der gesetzlichen Regelungen archiviert werden und Einsicht in diese besteht"

Frage 1: ist mit "Arbeitgeber" hier jeder Vorgesetzter gemeint? Oder ist die "Erfassung/Protokollierung" eine Aufgabe die ausschließlich der Geschäftsführung vorbehalten ist?

Frage 2
Ist das "immer mitlesen und überwachen von das geschäftliche Postfach ohne das der Mitarbeiter darüber in Kenntnis gesetzt wird erlaubt bzw zulässig? Oder bietet die Formulierung im Arbeitsvertrag dafür genug um das zu machen?

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Mitarbeiter recht Formulierung Arbeitgeber


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16958 Beiträge, 7423x hilfreich)

Im ersten Schritt sollte an der Stelle der Datenschutzbeauftragte vor Ort gefragt werden, wie das in dem Unternehmen geregelt ist.
Die GF darf selbstverständlich derartige Aufgaben delegieren.
Ich lese nirgendwo, dass immer Mitgelesen wird. Es besteht nur jederzeit die Möglichkeit, dass Einblick genommen wird. Das ist zulässig, wenn der Account wie hier nicht privat genutzt werden darf.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65327 Beiträge, 31224x hilfreich)

Zitat (von teslamonster):
ist mit "Arbeitgeber" hier jeder Vorgesetzter gemeint? Oder ist die "Erfassung/Protokollierung" eine Aufgabe die ausschließlich der Geschäftsführung vorbehalten ist?

Die "Erfassung/Protokollierung" ist etwas das in der Regel eine Software macht.
Und ob mit "Arbeitgeber" hier jeder Vorgesetzter gemeint ist oder nur bestimmte, das hängt von der jeweiligen Firmenstrucktur ab.



Zitat (von teslamonster):
"immer mitlesen und überwachen von das geschäftliche Postfach ohne das der Mitarbeiter darüber in Kenntnis gesetzt wird erlaubt bzw zulässig?

Kommt darauf an. Streng genommen mach das ja schon die Firewall und andere Sicherheitssoftware, da wäre das laut DSGVO aber durchaus erlaubt.
Aber hier wurde der Mitarbeiter ja darüber in Kenntnis gesetzt.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
drkabo
Status:
Unparteiischer
(9877 Beiträge, 7229x hilfreich)

Zitat:
Ist das "immer mitlesen und überwachen von das geschäftliche Postfach ohne das der Mitarbeiter darüber in Kenntnis gesetzt wird erlaubt bzw zulässig?

Ja, wenn im geschäftlichen Postfach nur geschäftliche Mails enthalten sind, darf der Arbeitgeber mitlesen. Denn geschäftliche Mails sind quasi "Firmeneigentum". Und nicht-geschäftliche Mails darf es in dem Postfach ja nicht geben.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(27002 Beiträge, 11412x hilfreich)

Ich versuche mal, es so zu erklären: früher war es üblich, Akten zu führen, in Ordnern und viel Papier. Über Telefonate gab es Notizen, die dann abgeheftet wurden. Niemand wäre auf die Idee gekommen, dass es dem Vorgesetzten oder wem auch immer nicht erlaubt sei, auf dieses Firmenmaterial zuzugreifen. Und jetzt sind diese Akten in vielen Betrieben eben durch elektronische Postfächer ersetzt. Auf Berechtigungen hat das keinen Einfluß. Insoweit besteht kein Unterschied.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(65327 Beiträge, 31224x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Auf Berechtigungen hat das keinen Einfluß.

Doch.
Denn früher wäre wohl keiner auf die Idee gekommen sich seine privaten Briefe in die Firma senden zu lassen.
Es wäre auch keiner auf die Idee gekommen seine privaten Briefe in die Ordner zwischen die Geschäftspost zu heften oder im Archtiv der Firma seine Privatpost zu lagern.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(27002 Beiträge, 11412x hilfreich)

Harry, es war doch hier ausdrücklich geschrieben, dass es keine private Post gibt. Die Anfrage ging ausdrücklich auf dienstliche Emails.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
AltesHaus
Status:
Unparteiischer
(9668 Beiträge, 2640x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Harry, es war doch hier ausdrücklich geschrieben, dass es keine private Post gibt. Die Anfrage ging ausdrücklich auf dienstliche Emails.

wirdwerden

Eigentlich steht das nicht da. Es steht nur, das Postfach rein geschäftlich zu halten ist und private Dinge nicht erlaubt sind.

Zitat (von teslamonster):
Arbeitsvertrag verbietet eine private Benutzung und das private Surfen.

Allerdings ist die Frage:

Zitat (von teslamonster):
Ist das "immer mitlesen und überwachen von das geschäftliche Postfach ohne das der Mitarbeiter darüber in Kenntnis gesetzt wird erlaubt bzw zulässig? Oder bietet die Formulierung im Arbeitsvertrag dafür genug um das zu machen?

von wirdwerden richtig beantwortet. Natürlich darf der AG seine Post lesen, ob das nun zeitgleich mit dem Mitarbeiter geschieht oder zeitversetzt ist unerheblich. Es ist das Postfach des Arbeitgebers, die Post ist ausschließlich an ihn (die Firma, oder einen Mitarbeiter in Vertretung der Firma) gerichtet.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen