Mobbing und Bossing?

9. Oktober 2006 Thema abonnieren
 Von 
GräfinR
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 27x hilfreich)
Mobbing und Bossing?

Ich bin der Meinung das meine Vorgesetzen mich mobben, und meine mir unterstellten Mitarbeiter mit mir Bossing veranstalten.
Zum besseren Verständnis muss ich ein bisschen weiter ausholen:
Bin seit 16 Jahren in einer Einrichtung (eingetr. Verein, öffentlicher Kostenträger) beschäftigt, habe eine Vorgesetzte (Leiterin der Einrichtung) und die ganz großen Chefs sind 4 gewählte Vorstandsmitglieder (ehrenamtliche). Nach 3 Jahren mein Aufstieg zur Hausleiterin mit 4-5 nachgeordneten Mitarbeitern (MA). Wir bildeten zusammen ein Super-Team.
Eine nahe Verwandte war bis 2005 diese Leiterin (dabei seit 27 Jahren), dann wurde sie dem Vorstand etwas unbequem, weil sie es gewagt hatte, offen auszusprechen, wenn sie mit deren Vorhaben mal nicht unbedingt konform ging. Aufgrund dessen das sie unkündbar war, ließ sich der Vorstand etwas einfallen, so das eine fristlose Kündigung möglich war und im Nov.05 ausgesprochen wurde. Kurz: sie hat den Prozess im Sept.06 gewonnen, wollte aber hier nicht mehr arbeiten.
Vorab noch eine Info: solange die Verwandte meine Vorgesetzte war, achtete ich darauf, dass ich mindestens doppelt so korrekt und fleißig wie meine gleichgestellten Kollegen war, damit nie jemand sagen konnte, das ich durch die Verwandschaft bessere Karten habe. Wir konnten das private und dienstliche stets sehr gut trennen.
Ende Jan.06 6wöchige Kur,anschl. Urlaub. 2 Tage vor Dienstbeginn schriftl. Einladung vom AG mit Thema personelle Veränderung. Mitteilung, dass mein komplettes Team versetzt wurde (meine Kollegen erhielten die Information 2 Tage vor der Versetzung, waren total unglücklich und entsetzt)und das ein Kollege (nennen wir ihn Herrn S.)
ab sofort die Leitung der Aussenstelle mit mir zusammen übernimmt. (Der Kollege war früher mir unterstellt, wechselte dann aber in ein anderes Haus).Begründung hierfür: neue gesetzl. Vorgaben für Einsatz Fachpersonal und Aussage dass in allen anderen Aussenstellen diese Umstellungen ebenfalls erfolgen soll. Mitteilung, welche Aufgaben ich nun nicht mehr erledigen sollte: Dienstplanerstellung, Einberufung und Führung von Dienstbesprechungen und der Kollege erhielt Weisungsbefugnis für die nachgeordneten Mitarbeiter.
Meine Forderung nach entspr.Abänderung meiner Stellenbeschreibung wurde zugesagt, aber bis jetzt habe ich immer noch keine.Der Betriebsrat wurde über diese Veränderung nicht unterrichtet, das habe ich jetzt nachgeholt.
Neue Kollegen/innen wurden während meiner Kur von Herrn S. eingearbeitet.
Keine weiteren Informationen über evtl. veränderte Arbeitsabläufe oder veränderte Richtlinien, obwohl ich danach fragte. Antwort: wird sich einspielen.
Aufgrund des Dienstplanes kaum Möglichkeiten die anderen Kollegen mal persönich zu sprechen, das war meistens nur über Dienstbucheinträge möglich. Meine Arbeitsausführungen vorerst nach bekannten Richtlinien, da keine andere Order vorlag.
Fast täglicher schriftlicher Hinweis von Kollegen: das machen wir aber jetzt nicht mehr so.
Zwischendurch Kampf mit der Verwaltung aufgrund falsch berechneter Lohnfortzahlung während Kur und Urlaub (Berechn. Zuschlagszahlungen). Nach 4 Monaten der Nichtbeantwortung meiner Anfragen, Einschaltung eines Anwaltes, Im Aug. 06 Sache gewonnen, AG musste für 3 Jahre nachberechnen und auszahlen, galt dann für alle Mitarbeiter. (Die lieben mich nicht mehr)

Erfolglose Beschwerde von mir, bzgl. der zu geringen Informationen und auch bzgl. der zu wenigen persönlichen Kontakte zu den MA.
>Ausschluss von Teilnahme an Versammlung mit Angehörigen,
>keine Berücksichtigung bzgl. der Teilnahme Erste Hilfe Kurs (vergessen), auch nach schriftlichem Hinweis keine Raktion,
>Verweigerung den Dienstplan so zu gestalten, damit ich -wie die anderen- an einem Coaching-Lehrgang teilenehmen kann.
>Kontakt zur Heimleitung nur nach Beschwerdeführung durch Herrn S. über mich
>Aufträge von mir an Kollegen werden "vergessen"
> Im Juli neue Kollegin, Dienstplan so gestaltet, dass ich nur 2 Tage Kontakt mit ihr hatte (als Hausleitung)
>von mir getätigte Absprachen mit Dritten werden verworfen und anders abgesprochen
>wiederum Verweigerung von korrekter Gehaltszahlung, wieder Kampf.(gewonnen)
>unnötiger Einsatz in geteilten Dienst 10-12 u. 16-21 Uhr
> im Monat Oktober fast nur noch Frühdienste, keine Kontakte mehr.
> Einzug meines Std.-Buches ohne Begründung, Verweigerung der Herausgabe
und und und.......
Mittlerweile habe ich Magenschmerzen.
Nachdem ich festgestellt habe, dass die Maßnahmen in den anderen Außenstellen nicht durchgeführt wurden, bin ich der Meinung, dass das Alles nur gestartet wurde und wird, um mich auf diese Weise ebenfalls loszuwerden.
Ich werde meinen Arbeitgeber nun auffordern mir meine vormaligen Kompetenzen zurück zu geben, weil die Begründung dafür nachweislich haltlos ist.
Ist das Mobbing?????

-- Editiert von GräfinR am 10.10.2006 01:37:31

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
avalon2006
Status:
Praktikant
(801 Beiträge, 100x hilfreich)

Hallo Gräfin, zunächst spricht hier doch einiges für Mobbing. Dies nachzuweisen, wird allerdings schwer werden. Ich würde Dir empfehlen, Dich umgehen mit dem Betriebsrat in Verbindung zusetzen, und hier um Abhilfe bitten.

Sollte der Betriebsrat nichts machen können, bleibt leider nur der Gang zum Anwalt.

Gruß
avalon 2006


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"Das Leben ist eines der Härtesten."

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#2
 Von 
GräfinR
Status:
Beginner
(77 Beiträge, 27x hilfreich)

Hi,avalon2006, Du Nachtmensch
klar doch, den Betriebsrat habe ich informiert, aber der ist recht neu in der Besetzung und total überfordert. Natürlich habe ich einige schriftliche Beweise was da so läuft. Ich weiß, dass der AG den Betriebsrat hätte informieren müssen und der sogar ein Mitspracherecht über die Stellenveränderung gehabt hätte, aber das ist ja nicht geschehen. Ich bin aber inzwischen soweit, dass ich mir das Spielchen nicht weiter mit Magenschmerzen anschauen will, und werde nun meine Stellung als Hausleitung wieder ein bischen mehr ausüben. D.h. meine Kollegen werden nun z.b. von mir Ermahnungen erhalten, wenn wieder mal was vergessen wird und wieder mehr Anordnungen erteilen (wurde mir ja (noch) nicht untersagt). Das wird kein schönes arbeiten mehr, aber nur noch still beobachten ist vorbei.
Ich denke dann kommen noch mehr Einschränkungen, also noch mehr Mobbing, aber da muss ich dann wohl erstmal durch.:(
Gruß

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
blaubär49
Status:
Schlichter
(7434 Beiträge, 2005x hilfreich)

.. und wieder einmal der hinweis: es gibt mobbingberatungsstellen.
im übrigen - ich habe die aufstellung eher 'didagonal' gelesen - scheinen mir eine reihe von beschwerden schlichtungsfähig (wenn der betrieb bei diakonie oder cariatas angesiedelt wäre). z.b die schichtplangestaltung. überhaupt empfehle ichs ehr, große probleme auf kleinere runterzubrechen, damit sie handhabbar bleiben. manche unstimmigkeiten - z.b. lohnberechnung - können auch 'einfach so' passieren und wirken dann im kontext der anderren vorfälle als zusätzliche gemeinheit.

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