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Mögliche Entlassung durch Vorgesetzten wegen Diskriminierung

14.3.2019 Thema abonnieren
 Von 
AnonymArbeitHilfe
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Mögliche Entlassung durch Vorgesetzten wegen Diskriminierung

Guten Tag alle zusammen,

ich hoffe dass, der gewählte Betreff mein Anliegen einigermaßen abdecken kann. Da ich mich zum ersten Mal auf solchen Forums befinde bitte ich ums Verständnis falls etwas nicht nach den Regeln des Forums ist.

Mein Anliegen ist folgender: ich arbeite nun seit ca. 9 Jahren bei einer Industriefirma für Autoteile.
Meine Beschäftigung besteht darin Autoteile auf die Dichtheit zu prüfen. Dabei gibt es verschiedene Maschinen und jede Funktioniert anders. Es gibt z.B. Maschinen die vollautomatisiert sind und man die Teile selbst nicht mit dem Hammer abklopfen muss damit das jeweilige Teil dann auch dicht ist. Jetzt ist es so dass leider in meiner Arbeit meine Vorgesetzten alle unter einer Decke stecken. (gehören alle der selben Nation an, will hier keinen diskriminieren deshalb bitte ich vorab um Entschuldigung)

Jetzt ist es so, dass ich Schichtarbeiter bin und bereits Abteilungen gewechselt habe, da in der vorherigen die Maschinen den Mitarbeitern zugeordnet wurden und ich laut den Vorgesetzten der vorherigen Abteilung die schwierigste Maschine übernehmen sollte (nennen wir man diese Maschine "X").

Leider habe ich in diesen 9 Jahren mir nun die Schulter verletzt und kann somit nun seit bereits ca. 2 Jahren schlecht dauerhaft an der X arbeiten.

Deshalb entschied ich mich die Abteilung zu wechseln, da dort die Einteilung der Maschinen auf der Basis der Abwechslung geschieht d.h. es kommt jeder mal dran.

Habe auch eine ärztliche Bescheinigung vom Arzt geholt und diese dem Betriebsrat und auch dem Chef abgegeben. Nun ist es auch so festgelegt dass ich nicht dauerhaft an dieser Maschine arbeiten kann. (Mir macht es nichts aus mal eine Woche aus z.B. 5 Wochen dort zu arbeiten bei 6 Mitarbeitern auch wenn ich dabei starke Schmerzen habe).

Vor ca. 4 Monaten war ich im Urlaub und als ich wieder Schicht hatte, erfuhr ich dass genau am nächsten Tag als ich in den Urlaub gegangen bin, die Vorgesetzten sich zusammen gesetzt hatten und entschieden, dass es nun doch keine Abwechslung gibt und ich die Maschine X dauerhaft bedienen soll.

Ich habe natürlich gleich gesagt dass ich es nicht dauerhaft machen kann und es mir nichts ausmacht wenn ich dann dennoch mal eine Woche an die Maschinen X gehen müsste.


Es hat sich auch einer freiwillig gemeldet, um auf dieser Maschine X dauerhaft zu arbeiten. Diese Person aber telefoniert ständig oder macht irgendwas anderes und die Maschine X ist somit immer ständig voll mit Autoteilen.
Die erste Ansprechperson die sich der Vorgesetzter dann immer sucht bin ich, der die Maschine X dann übernehmen soll. Und die Person, die ständig telefoniert, wird dann als Helfer des Vorgesetzten von Vorgesetzten selbst bezeichnet. Auch Leiharbeiter die momentan bei uns sind werden auf andere Maschinen gestellt (Leiharbeiter, Vorgesetzter und Person die ständig telefoniert gehören alle der selben Nation an)

Ich weiß wirklich nicht was ich in der neuen Abteilung falsch gemacht habe, aber der Vorgesetzte versucht mich immer wieder an diese Maschine X zu stellen, obwohl er weiß dass ich es einfach gesundheitlich nicht schaffe. (Es gibt genug andere Mitarbeiter dennoch soll ich jeden Tag an die Maschine X)
Das einzige was ich mir vorstellen könnte wäre, dass ein Freund von dem Vorgesetzten in der vorherigen Abteilung noch arbeitet und der Vorgesetzte mich wieder zurück dorthin schicken möchte damit Platz für seinen Freund entsteht. (Der Vorgesetzte hat mich paar mal auch gefragt ob ich wieder zurück möchte)
(Obwohl ich versuche den Leuten und auch dem Vorgesetzten immer entgegen zu kommen wie z.B. Gratis Zigaretten)

Jetzt ist das Problem, dass es leider nicht aufhört, dass ich an die Maschine X geschickt werde und ich mich ständig krank melden muss, da es gesundheitlich einfach nicht geht. (Ich kann jede andere Maschine übernehmen aber Hauptsache ich muss meine Schulter nicht belasten, was an den anderen Maschinen nicht der Fall ist)

Ich war auch vor paar Tagen bei dem Betriebsrat und dreimal dürft Ihr raten wenn ich da dann zugeteilt bekommen hatte, es war der Bruder der Person die ständig telefoniert.

Ich weiß leider wirklich nicht was ich nun machen soll, ich denke Geduld zeigen und abwarten wäre falsch.
Ich habe Angst auch irgendwelche Schritte einzuleiten weil ich wie erwähnt den Job gerne behalten würde und leider mich auf den Betriebsrat nicht verlassen kann)


Mir ist bewusst, dass der Chef es nicht lange ertragen wird und mir dann irgendwann eine Kündigung schreiben wird, weil ich nunmal alle Tätigkeiten die im Vertrag stehen, auch erfüllen muss.
Jedoch will ich ungern von dort weg, da ich erstens dort sehr gut verdiene und leider Schulden habe, die ich bis noch 2021 begleichen muss und vor allem möchte ich, dass meine Kinder sich keine finanziellen Sorgen machen müssen.
Ich habe leider keine Ausbildung, da ich Schweißer in Land Y gelernt hatte und es in Deutschland erstens ungern ausüben möchte und zweitens mir diese auch nicht anerkannt wird.

Ich hoffe mein Anliegen habe ich genügend detailliert verfasst und bitte um Tipps bzw. Hilfe bei der Vorgehensweiße.


Danke im Vorraus für die Antwort/en







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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Unparteiischer
(9007 Beiträge, 4080x hilfreich)

/// .. Angst auch irgendwelche Schritte Angst einzuleiten ...

Nunja - einerseits deine Angst, andererseits scheint Abwarten auch nicht die Lösung zu sein - diese Angst wirst du wohl irgendwie überwinden müssen, sonst bist du handlungsunfähig.
Du sprichst in der Überschrift von 'Diskriminierung' und stellst in den Raum, dass die 'nationale Zugehörigkeit' eine Rolle spielt. Kann sein oder auch nicht - jedenfalls, solange nicht weitere Indizien das untermauern, zu wenig handfest, um darauf zu bauen. Vorerst heißt es vor allem, dass du den Zusammenhang herstellst.
Du meinst, dich nicht auf den BR verlassen zu können, weil der BR dir den Bruder des Kollegen zugeteilt habe - das kann zumindest eine voreilige Schlussfolgerung sein. Wie die Brüder zueinander stehen, ist ja keineswegs von Vornherein ausgemacht - du solltest deine Bedenken mit ihm offen bereden. Außerdem: was heißt 'zugeteilt'? Wenn's mit dem einen nicht so prickelnd ist - es gibt noch mehr BR-Mitglieder. Der BR scheint mir im Betrieb tatsächlich deine beste Option zu sein - du solltest dessen Unterstützung testen und einfordern.
Rechtlich ist derzeit wohl zu wenig dran, als dass daraus was zu machen wäre.

Und am Rande: Mit Schmerzen in die Arbeit zu gehen, kann auf die Dauer nicht wirklich eine Option sein.

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#2
 Von 
AnonymArbeitHilfe
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen vielen Dank für deine Antwort, ich werde es wohl paar mal ausprobieren den BR zu kontaktieren.

Gibt es zum Betriebsrat und rechtlichen Schritten vielleicht noch weitere Möglichkeiten wie man seinen Arbeitsplatz behält und es vermieden wird, dass man auf der Maschine X arbeitet?

Kann/Darf der Chef mich dafür kündigen, wenn ich die Maschine X aus gesundheitlichen Gründen nicht bedienen kann? Obwohl es im Vertrag aufgelistet ist!

Das Problem ist leider das die Vorgesetzten die BR-Mitglieder kennen und sehr viele der selben Nation angehören und dass ich mal auf den einen stoße der neutral ist, ist soweit wie ich es mitbekommen habe, sehr gering.


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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Unparteiischer
(9007 Beiträge, 4080x hilfreich)

Eine der Hauptsäulen der BR-Arbeit ist es, sich für die Belange von MA einzusetzen. 'Neutralität' ist da nicht geboten, eher ein durchaus kollegenorientiertes wie sachbezogenes Engagement. Das Recht setzt wohl den Rahmen, darunter gibt es aber durchaus informelle Möglichkeiten, tätig zu werden.
Mit den Attesten ist es so eine Sache - sie können AG auch vor unlösbare Aufgaben stellen und dann kann man sich mit Attesten wahrlich auch um seine Arbeit bringen. Hier, in deinem Fall, sollte es aber durchaus Lösungsmöglichkeiten geben; Problem ist ja nach deiner Schilderung nicht unbedingt, dass du nicht an dieser speziellen Maschine arbeiten kannst, sondern dass der Kollege, der sich bereit erklärt hat, offenbar ständig was anderes macht - hier wäre Leitung gefragt. Zurück in die alte Abteilung scheint ja auch noch eine Alternative zu sein.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(66973 Beiträge, 31562x hilfreich)

Zitat (von AnonymArbeitHilfe):
Mögliche Entlassung durch Vorgesetzten wegen Diskriminierung

Ich kann der Schilderung keine Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität entnehmen.



Zitat (von AnonymArbeitHilfe):
Kann/Darf der Chef mich dafür kündigen, wenn ich die Maschine X aus gesundheitlichen Gründen nicht bedienen kann? Obwohl es im Vertrag aufgelistet ist!

Klar. Wenn man seine Arbeit nicht mehr machen kann, wäre auch das möglich.
Aber das ist kein Selbstläufer.


Dem Arbeitgeber hat man die gesundheitliche Einschränkung wie und wann genau mitgeteilt? Belegt durch was genau?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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