Muss ich mir als mitarbeitender Gesellschafter alles gefallen lassen?

29. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Muss ich mir als mitarbeitender Gesellschafter alles gefallen lassen?

Hallo.

Ich arbeite seit 8 Jahren in einem Gastrobetrieb. Anfangs war ich dort angestellt, dann wollte der Inhaber eine GmbH gründen und bot mir und einem Kollegen an, Teilhaber zu werden. Die Anteile wurden verteilt auf 54% Inhaber, jeweils 23% der Kollege und ich.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich damals ohne groß nachzudenken ja gesagt habe und anfangs lief auch alles gut. Mit den Jahren gibt es aber immer öfter Streit und Meinungsverschiedenheiten. Auch rechtlich gesehen denke ich, ist so einiges nicht in Ordnung.

Vor 2 Jahren gab es eine Kapitalerhöhung, das Kapital wurde verdreifacht. Dazu wurden 2 weitere Gesellschafter in die GmbH geholt und jeder zahlte nochmal Anteile ein. Bei der Kapitalerhöhung konnte und wollte ich mich nicht beteiligen, so dass meine Anzeile von 23% auf ~6% gesungen sind.

Mit 6% Anteilen habe ich in der GmbH eigentlich überhaupt kein Mitspracherecht mehr. Auch ist die Frage wie das arbeitsrechtlich gesehen wird, da ich zwar Anteile an der GmbH habe, aber letzendlich nur Mitarbeitender Gesellschafter bin. Behandelt werde ich vom Geschäftsführer wie ein normaler Angestellter. Also ich bekomme Lohn und bin gesetzlich versichert.

Die Tatsache, dass ich auch Teilhaber der GmbH bin nimmt der Geschäftsfüher zu Anlass zu Meinen, dass ich immer und überall für Ihn zur Verfügung sein muss. Arbeitszeiten von bis zu 14 Stunden am Tag bei einer 6 Tage Woche, weil ständig andere krank sind, Überstunden werden nicht gezahlt, Urlaub hatte ich dieses Jahr als einziger von über 30 Mitarbeitern auch noch nicht (Alle anderen Gesellschafter der GmbH schon). Dann kommen noch ständig Anrufe an meinen "freien" Tagen ob ich mal was am PC machen könnte, ob ich mal da was reparieren könnte, usw.
Meine Arbeitszeiten bekomme ich seit Monaten nur noch sehr kurzfristig gesagt, teilweise 2 Stunden bevor ich arbeiten soll usw.

Oft kommt es auch vor, dass dem Geschäftsführer einfällt, dass er irgendwas wichtiges besprechen muss und dann bekomme ich in meiner Spät- / Nachtschicht die in der Regel um 3:00 morgens endet eine SMS, dass er sich morgens um 9 Uhr mit uns treffen will. Das bedeutet für mich dann ungefähr 3 bis 4 Stunden Schlaf.

Die Frage die ich mir schon lange stelle ist, ob ich mir das alles gefallen lassen muss und welches Recht gilt für mich? Gilt für mich auch das Arbeitsschutzgesetz oder nicht.

Ich überlege außerdem auch aus der GmbH auszusteigen. Würde ich dann eine Abfindung bekommen?

-- Editiert von Moderator topic am 29. November 2023 16:41

-- Thema wurde verschoben am 29. November 2023 16:41

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17 Antworten
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#1
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(851 Beiträge, 132x hilfreich)

Zitat (von 79koema):
Die Frage die ich mir schon lange stelle ist, ob ich mir das alles gefallen lassen muss und welches Recht gilt für mich? Gilt für mich auch das Arbeitsschutzgesetz oder nicht.
Alle Rechte eines Arbeitnehmers.
Zitat (von 79koema):
Ich überlege außerdem auch aus der GmbH auszusteigen. Würde ich dann eine Abfindung bekommen?
Abfindung ist hier der falsche Begriff. Du kannst Deine Anteile verkaufen, dazu lese man den Gesellschaftsvertrag.

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#2
 Von 
Moderator9
Status:
Praktikant
(662 Beiträge, 452x hilfreich)

Da es sich offenbar überwiegend um Arbeitsrecht handelt, verschiebe ich das dann mal dahin.

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17247 Beiträge, 6431x hilfreich)

Zitat (von 79koema):
Behandelt werde ich vom Geschäftsführer wie ein normaler Angestellter.

Das passt nicht zu dem, was du später schreibst, wobei ich 'normaler A' verstehe als behandelt nach Recht und Gesetz. Mit deinen mickrigen 6% Anteilen musst du keineswegs
- 14 h am Tag arbeiten
- morgens um 3 Uhr eine SMS checken
- jederzeit erreichbar sein
- auf Kommando und praktisch ohne Vorlauf Arbeit
- Auch für dich gilt die Ruhepausenregelung von 11 Stunden
--- usw, usw.

Mit anderen Worten: Neinsagen lernen, Handy im Frei abschalten

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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32729 Beiträge, 17219x hilfreich)

Für den Anfang empfehle ich die Lektüre des Arbeitszeitgesetzes. Allerdings muss man seine Rechte nicht bloss kennen, sondern durchsetzen.
Mit anderen Worten: Neinsagen lernen, Handy im Frei abschalten So ist es.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#5
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Abfindung ist hier der falsche Begriff. Du kannst Deine Anteile verkaufen, dazu lese man den Gesellschaftsvertrag.


Ich frage deswegen, weil ich vor einiger Zeit mit dem Geschäftsführer ein Gespräch hatte. Ich hatte so einige Dinge bemängelt die meiner Meinung nach in der Firma nicht richtig funktionieren. Anstatt aber mal Kritik anzunehmen kam es zu dem Gespräch, wo mir gesagt wurde, dass ich mir überlegen soll ob ich überhaupt noch in der Firma arbeiten will. Ich hätte bis Ende des Monats Zeit es mir zu überlegen. Er würde mir dann 4.000 € Abfindung zahlen.

Ich habe mich aber schon dahingegen schlau gemacht, dass die 4.000 € wohl ein bisschen wenig sind.

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#6
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Das passt nicht zu dem, was du später schreibst, wobei ich 'normaler A' verstehe als behandelt nach Recht und Gesetz.


Ich meine das so, dass ich vom Geschäftsfüher in der Regel nicht wie ein Gesellschafter behandelt werde. Für ihn bin ich in der Regel sein Angestellter. Ich bin nur dann plötzlich Teilhaber der Firma, wenn es darum geht, dass z.B. Überstunden gemacht werden müssen, oder wenn Aufgaben anfallen, die sonst keiner machen will. Dann bin ich dann plötzlich wieder auch Firmeninhaber und da kann man ja auch mal ein bisschen mehr machen usw.

Ich muss noch erwähnen, dass wir Anfangs gut befreundet waren und als wir die GmbH zu Dritt gründeten, gab es die Vereinbarung, dass wir alles gemeinsam besprechen und es quasi zwischen uns Drei keinen Chef gibt. Das war auch meine Forderung, sonst wäre ich die Geschäftsbeziehung überhaupt nicht eingegangen.

Das ganze ist aber ein sehr komplexes Thema und es gibt da auch eine Vorgeschichte. Die schreibe ich gerne Privat bei Interesse.

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#7
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(851 Beiträge, 132x hilfreich)

Zitat (von 79koema):
Ich hätte bis Ende des Monats Zeit es mir zu überlegen. Er würde mir dann 4.000 € Abfindung zahlen.

Ich habe mich aber schon dahingegen schlau gemacht, dass die 4.000 € wohl ein bisschen wenig sind.
Wieso? Dabei geht es doch nur um die Anstellung. Nimm die 4.000 Euro, verlasse das Unternehmen, aber Deine Gesellschaftsanteile behältst Du.

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#8
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Nimm die 4.000 Euro, verlasse das Unternehmen, aber Deine Gesellschaftsanteile behältst Du.


Ich war ja anfangs bei dem Betrieb nur Angestellter. Der Chef hatte damals eine GbR mit einem anderen Chef. Die beiden hatten sich gestritten und dann wurde die GbR aufgelöst und der eine Chef hatte dann das Unternehmen zunächst als Einzelunternehmer weitergeführt.
Problem bei der Sache war, dass beide damaligen Chefs von Gastronomie nicht so richtig Ahnung hatten. Die kamen beide von ganz anderen Berufen. Und der Gastrobetrieb war schon sehr runtergewirtschaftet. Die Ahnung von Gastronomie kam dann von mir, was ja auch der Grund war, warum ich gefragt wurde ob ich Gesellschafter werden will.

Wenn man es genau nimmt, dann ist sehr vieles was den Betrieb ausmacht aus meinen Ideen und Vorschlägen entstanden.

Und da finde ich 4.000€ schon ein bisschen wenig.

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#9
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17247 Beiträge, 6431x hilfreich)

Nun - deine konkrete Anfrage eingangs geht über in eine Erörterung allgemeiner Natur: Enttäuschung über die Entwicklung vermeintlicher Freundschaft, Wahrnehmung, dass deine Expertise zunächst benötigt wurde, nun aber offenbar entbehrlich geworden ist ...
Jedenfalls alles keine Rechtsfragen und schon gar nicht Arbeitsrecht.
Dass dir diese Abfindung gering erscheint, kann ich verstehen - ob mehr drin ist, kann dir niemand sagen; ein allg. Recht auf Abfindung gibt es jedenfalls nicht.
Der Rat von vacantum ist ein Weg, ein anderer könnte sein, dass du akzeptierst, AN zu sein, und die eingangs geschilderten Schieflagen peu a peu eliminierst. Der Rest ist Geldanlage und hoffentlich rentierlich.

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#10
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(851 Beiträge, 132x hilfreich)

Zitat (von 79koema):
Und da finde ich 4.000€ schon ein bisschen wenig.
Du scheinst ein Verständnisproblem zu haben. Die 4.000 Euro nimmst Du uns bist kein Angestellter mehr. Die Gesellschaftsanteile von ca. 6 % behältst Du aber.

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#11
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Nimm die 4.000 Euro, verlasse das Unternehmen, aber Deine Gesellschaftsanteile behältst Du


Wegen den Geschäftsanteilen noch eine Frage. Die 5750€, die ich damals bar eingezahlt habe wurden mir vom Geschäftsführer gegeben. Das Geld kam von ihm und nicht von meinem Konto.
Im Gegenzug habe ich dafür 4 Jahre lang das Unternehmen mit aufgebaut, anfangs noch als normaler Angestellter. Da mir anfangs schon Geschäftsanteile versprochen wurden habe ich natürlich richtig Zeit und Ideen in die Firma gesteckt. Überstunden wurden nie bezahlt und das waren einige. Da gegen sind die 5750€ ein Witz.

Jetzt vermute ich aber, dass der Geschäftsführer sich weigern wird meine Geschäftsanteile auszuzahlen, da er meint es sei ja sein Geld gewesen. Wie ist da die Lage?

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#12
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17247 Beiträge, 6431x hilfreich)

Arbeitsrecht ist das nicht mehr.

Zitat (von 79koema):
Die 5750€, die ich damals bar eingezahlt habe wurden mir vom Geschäftsführer gegeben

Ich sehe zwei Möglichkeiten
a) das war/ist ein Darlehen - darüber sollte es eine Vereinbarung geben
b) du hast als Strohmann gedient und bist nie wirklich Gesellschafter gewesen. (- ob das so rechtens war ? -)

Seltsame Idee, dass du etwas ausbezahlt bekommen könntest, was niemals deins war.
Und was ist mit einem Gesellschaftervertrag?

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#13
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(851 Beiträge, 132x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Seltsame Idee, dass du etwas ausbezahlt bekommen könntest, was niemals deins war.
Natürlich war es das Geld des TE. Entweder war es ein Darlehen des anderen Gesellschafters oder eine Schenkung.
Zitat (von 79koema):
Da gegen sind die 5750€ ein Witz.
Wenn das Unternehmen gut läuft, sind die Gesellschaftsanteile wesentlich mehr wert. Es ist eine Unternehmensbewertung erforderlich, die man als Basis einer Kaufpreisverhandlung für die ca. 6 % Anteile nutzen soll.

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#14
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Ich sehe zwei Möglichkeiten
a) das war/ist ein Darlehen - darüber sollte es eine Vereinbarung geben
b) du hast als Strohmann gedient und bist nie wirklich Gesellschafter gewesen. (- ob das so rechtens war ? -)


Ein Darlehen ist es nicht.

Und es gibt einen Gesellschaftervertrag und alles ging über den Notar.

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#15
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Natürlich war es das Geld des TE. Entweder war es ein Darlehen des anderen Gesellschafters oder eine Schenkung.


Es war eine Schenkung. Der Geschäftsführer hatte sich ja von seinem Partner (Gbr) getrennt und hatte eigentlich anfangs überhaupt keine Lust mehr weiter zu machen. Er hatte mich gefragt, ob ich die Gastronomie alleine übernehmen will. Ich hatte aber kein Geld und wollte es auch nicht alleine machen. Also habe ich als Dank dafür, dass es heute eines der beliebtesten Restaurants in der Stadt und im Umkreis ist das Geld für die Einlage in die GmbH bekommen.
Das ich maßgeblich am Aufbau des Unternehmens beteiligt wer, können auch viele Gäste bestätigen, weil das der Geschäftsführer denen selber erzählt hat. Er war ja lange Zeit sehr begeistert von mir und hat vielen auch erzählt was ich für ihn gemacht habe.
Als wir dann die GmbH gründeten, anfangs hatte ich ja noch 23% Anteile, schlug mir der Geschäftsführer vor, dass ich über die GmbH auch Angetellter sein kann, das hätte die Vorteile, dass ich dann auch Sozialversichert bin. Wir einigten uns aber darauf, dass von uns drei keiner der Chef ist, sondern wir alles gemeinsam besprechen.

Die ersten Jahre lief das auch alles gut. Ich konnte frei arbeiten, meine Ideen einbringen, Produkte entwickeln, usw.

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#16
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17247 Beiträge, 6431x hilfreich)

.. nett, dass du das alles so freimütig erzählst. Geschichten aus einer besseren Zeit, oder aber davon, wie einer deine Expertise für sich eingespannt und dich peu a peu ausgebootet hat.
Die Möglichkeiten des Forums sehe ich als erschöpft und Arbeitsrecht ist es nicht mehr.
Du kannst deinen Thread dichtmachen.

1x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
guest-12303.12.2023 05:16:33
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

(Pampigkeiten editiert)

-- Editiert von Moderator am 2. Dezember 2023 15:05

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