Hallo Leute ,
Ich hatte ja Anfang des Jahres schon mal geschrieben und von den Problemen mit unserem Betriebsrat geschildert jetzt ist es endlich soweit.
Bei uns stehen im Januar die Wahlen an. Logistikunternehmen mit zurzeit ca. 700 Beschäftigten. Weiss jemand wie viele dann in den Betriebsrat kommen? Aktuell sind es 11 Mitglieder. Die letzten Wahlen waren vor 2 Jahren, da waren es aber noch weniger Mitarbeiter. Der Großteil der Belegschaft ist mit dem jetzigen Betriebsrat überhaupt nicht zufrieden da sowohl der Betriebsratsvorsitzende als auch die Mitglieder eher arbeitgeberfreundlich sind. Das liegt auch daran, dass sehr viele Führungskräfte Gruppenleiter Schichtleiter Area Manager im Betriebsrat sind die gefühlt so gar nichts für die Mitarbeiter tun. Uns ist bewusst dass ein Betriebsrat auch viel im Hintergrund agiert aber von diesem kommt leider viel zu wenig. Bei den letzten Wahlen kamen einige neue Mitglieder hinzu die gebeten haben an einer Schulung teilzunehmen da hat der Betriebsratsvorsitzende gesagt nein Schulung braucht man nicht und das kostet die Firma auch zu viel. Jetzt haben sich zwei Kollegen zusammengetan und überlegt da ja listenwahlen sind so viele Interessierte wie möglich auf eine separate Logistik Liste zu bekommen. Aktuell haben sie ca 60 interessierte. ist das überhaupt zulässig? Oder gibt es eine Beschränkung für die Liste? Viele gehen auch davon aus dass bei der letzten Wahl manipuliert wurde hat man denn die Möglichkeit jemanden von der Gewerkschaft dazu zu bekommen bei den Wahlen dabei zu sein um dem auszählen beizuwohnen ? Inwieweit darf man z.b.Wahlwerbung in der Firma für seine eigene Liste betreiben? Oder hat generell jemand vielleicht einige Tipps und Tricks für uns zur Betriebsratswahl vielen Dank und ein schönes Wochenende Lg
Neuwahlen Betriebsrat
Zitat :Oder hat generell jemand vielleicht einige Tipps und Tricks für uns zur Betriebsratswahl
Die Gewerkschaft fragen, die sind da doch immer sehr aktiv ...
Lies Mal in aller Ruhe und in einer stillen Stunde das BetrVerfG - das ist die Arbeitsgrundlage für einen BR und die Sachfragen dürften sich daraus schon großenteils beantworten. Das ist kein Text, der einem flüssig runtergeht, aber ein lohnender.
Wenn ich lese "... der Betriebsratsvorsitzende (hat) gesagt nein Schulung braucht man nicht und das kostet die Firma auch zu viel", kriege ich schon Stehhaare - dieser Satz alleine beweist schon, wie dringend dieser BR Schulungen nötig hat.
Und schon davor "Mitglieder (haben) gebeten"! GEBETEN? Man beantragt als Mitglied, diese oder jene Schulung zu besuchen, aber man bittet doch nicht darum! Mitglieder haben ein Recht auf Schulung und die Kosten hat der AG zu tragen wie auch eine gewisse Ausstattung des BR-Büros mit Fachliteratur und Kommentaren zum BetrVerfG.
Gegen den Verdacht der Manipulation hilft Kontrolle: Wieso z.B. warst nicht du bei der Auszählung der Stimmen dabei?
Wieso löchert ihr den BR nicht bei der jährlichen Betriebsversammlung? Da hat der BR Rechenschaft abzulegen.
usw. usf.
Ansonsten gilt wohl nach wie vor, dass der BR schon den Betrieb widerspiegelt; wenn bei euch zu viele arbeitgebernahe Leute im BR sind: Wer hat die denn gewählt? Und wieso kandidieren nicht mehr Leute wie du?
Sich bei der Gewerkschaft über Sach- und Organisationsfragen schlau zu machen, ist schon der richtige Rat; das setzt in aller Regel voraus, dass man Mitglied ist. Und: die Gewerkschaft kann von außen das Eigeninteresse und -engagement der MA des Betriebs nicht ersetzen oder kompensieren.
Anbei: schon im Internet wirst du eine Menge Antworten auf Fragen zum BR finden, es gibt etliche einschlägige Portale.
BR- oder BetrVerfG-Themen gehören nicht wirklich zum Themenspektrum dieses Forums Arbeitsrecht.
-- Editiert von blaubär+ am 26.09.2021 09:43
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Man sollte zunächst einmal die gesetzlichen Bestimmungen lesen. Das ist ein guter Einstieg zum Verstehen der Problematik. Dann sollte man schauen, ob einer der Kandidaten auch Gewerkschaftsmitglied ist. Denn in einem sind die Gewerkschaften fit: Organisationen von Betriebsratswahlen. Damit da alles ordnungsgemäß abläuft. Die Beratung insoweit in Anspruch nehmen. Die Gewerkschaften haben auch meist gute Literatur. Denn ein Erarbeiten der Problematik kann man niemandem ersparen.
Ansonsten, welche Gewerkschaft soll welche Rechte als Oberaufsicht bei den Wahlen haben? Bei der Bahn, ist ja noch nicht so lange her, hatten sich zwei konkurrierende Gewerkschaften in den Haaren. Ich musste in meiner Zeit als Personalerin immer mit vier verschiedenen Gewerkschaften verhandeln. Und die mochten sich keineswegs. Und - nicht jedes Betriebsratsmitglied geht mit den Gewerkschaften konform.
Du merkst schon, ohne Sach- und Fachkenntnis kann man da nicht reingehen.
wirdwerden
Neben den genannten Gewerkschaften sind auch die Arbeitskammern Ansprechpartner für das Thema. Da ist man auf jeden Fall Mitglied
Zitat :Neben den genannten Gewerkschaften sind auch die Arbeitskammern Ansprechpartner für das Thema.
Wenn es denn eine solche gibt
Zitat :Da ist man auf jeden Fall Mitglied
Nein, ist man nicht.
Zitat :Wenn es denn eine solche gibt
Tatsächlich gibt es das (fast) nirgendwo....
Ich muss mich insoweit korrigieren (lassen).
Zitat :Viele gehen auch davon aus dass bei der letzten Wahl manipuliert wurde hat man denn die Möglichkeit jemanden von der Gewerkschaft dazu zu bekommen bei den Wahlen dabei zu sein um dem auszählen beizuwohnen ?
Erstens gibt es für Betriebsratswahlen einen Wahlausschuss, dem keine Betriebsratsmitglieder und keine Betriebsratskandidaten angehören dürfen. Und zweitens ist die Auszählung der Stimmen (genau wie bei einer Bundestagswahl, Landtagswahl, Kommunalwahl usw.) öffentlich.
Man kann sich also daneben stellen und zugucken.
Zitat :Erstens gibt es für Betriebsratswahlen einen Wahlausschuss, dem keine Betriebsratsmitglieder und keine Betriebsratskandidaten angehören dürfen.
Das ist nicht korrekt.
Der amtierende BR bestellt mind. 10 Wochen vor Ablauf seiner Amtszeit einen Wahlvorstand. Voraussetzung ist nur das man Wahlberechtigt ist. Ob man im amtierenden BR ist oder sich als Wahlkandidat aufstellen lassen will spielt keine Rolle.
(§ 16 BetrVG)
Bei bis 700 MA besteht der BR aus 11 Mitglieder
Bei 701 bis 1000 MA aus 13 Mitgliedern.
Eine Liste mit 60 Bewerbern ist imho Quatsch, da wenn nur 13 BRM gewählt werden - und wenn man dann noch ein paar E-BRM zurechnet, man spätestens ab Listenplatz > 20 NIE BRM oder als E-BRM zum Einsatz kommt.
Da kann man besser 2 oder 3 Listen mit je 10 - 15 Wahl Kandidaten aufstellen.
Zitat :Eine Liste mit 60 Bewerbern ist imho Quatsch, da wenn nur 13 BRM gewählt werden - und wenn man dann noch ein paar E-BRM zurechnet, man spätestens ab Listenplatz > 20 NIE BRM oder als E-BRM zum Einsatz kommt.
Da kann man besser 2 oder 3 Listen mit je 10 - 15 Wahl Kandidaten aufstellen.
Das ist totaler Quatsch, bei nur einer Liste findet eine Personenwahl statt, d.h. man kann genau den Kandidaten eine Stimme geben die man wählen will, da dort soviele Stimmen abgegeben werden wie BR-Stellen zu besetzen sind ! Egal auf welcher Position die Bewerber stehen. Dies ist die demokratischste Form der Wahl. Bei mehreren Listen ist erst die Platzierung auf dem Stimmzettel entscheidend da dann nur die Liste gewählt wird. Mehrere Listen werden gerne auf den letzten Drücker von Arbeitgeberfreunden platziert auch oft mit Namen auf der Liste an einer Position die in diesem Fall keine Chance hat ins Gremium einzuziehen aber dadurch Stimmen der 1. Liste abnehmen.
-- Editiert von lemonshaker am 02.10.2021 14:11
Und jetzt?
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