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Recht auf Festeinstellung nach Ausbildung und befristeter Tätigkeit?

 Von 
fb505035-28
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Recht auf Festeinstellung nach Ausbildung und befristeter Tätigkeit?

Guten Tag,

ich habe derzeit leider folgendes Problem:
Bis zum Januar 2015 habe ich eine Ausbildung in einem Unternehmen absolviert. Anschließend habe ich weitere 6 Monate in diesem Betrieb gearbeitet. Danach habe ich eine Auslandsreise gemacht und ein Studium begonnen, das nach wie vor andauert. Um mir jetzt ein wenig Geld zu verdienen, würde ich gerne erneut bei dem Unternehmen arbeiten. Die Personalabteilung möchte allerdings kein grünes Licht für eine dreimonatige Anstellung als Werkstudent geben, da sie befürchtet ich hätte Ansprüche auf eine Festanstellung. Ist dieser Anspruch überhaupt gegeben? Falls ja, wissen Sie ob es einen Möglichkeit gibt diesen zu umgehen?

Vielen Dank im Voraus!

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Unternehmen Tag Anspruch


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Richter
(8268 Beiträge, 3830x hilfreich)

Dein AG fürchtet die Bestimmung aus § 14 TzBfG
"(2) Die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig; bis zu dieser Gesamtdauer von zwei Jahren ist auch die höchstens dreimalige Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig. Eine Befristung nach Satz 1 ist nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat."
'Umgehen' lässt sich das derzeit nur durch eine Befristung mit Sachgrund.

Als Befristungsgründe führt §14 Abs. 1 nicht abschließend auf:

" (1) Die Befristung eines Arbeitsvertrages ist zulässig, wenn sie durch einen sachlichen Grund gerechtfertigt ist. Ein sachlicher Grund liegt insbesondere vor, wenn
1. der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht,
2. die Befristung im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium erfolgt, um den Übergang des Arbeitnehmers in eine Anschlussbeschäftigung zu erleichtern,
3. der Arbeitnehmer zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers beschäftigt wird,
4. die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt,
5. die Befristung zur Erprobung erfolgt,
6. in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen,
7. der Arbeitnehmer aus Haushaltsmitteln vergütet wird, die haushaltsrechtlich für eine befristete Beschäftigung bestimmt sind, und er entsprechend beschäftigt wird oder
8. die Befristung auf einem gerichtlichen Vergleich beruht.

Für deine Situation scheint mir Punkt 6 besonders interessant. Da müsste man aber Mal die Kommentare zum Gesetzt nachlesen; dazu habe ich gefunden:

https://www.arbeitsrecht-weltweit.de/2017/08/09/ja-ich-will-zur-befristung-auf-wunsch-des-arbeitnehmers/

http://www.ritter-gent.de/fileadmin/AWK_Aktuelles/2005/05-07-28_Der_befristete_Arbeitsvertrag_unter_besonderer_Ber%FCcksichtigung_des_TzBfG.pdf

-- Editiert von blaubär+ am 07.12.2018 11:35

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#2
 Von 
fb505035-28
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Super, das ist ganz genau das was ich brauche! Vielen Dank für deine Mühe :)

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
blaubär+
Status:
Richter
(8268 Beiträge, 3830x hilfreich)

Gerne geschehen. Ich wundere mich bloß, dass die Personalabteilung der FA nicht alleine auf sowas kommt.

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