Rechtskräftige Kündigung auch mit kürzere Kündigungsfrist

7. August 2019 Thema abonnieren
 Von 
heiko67
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Rechtskräftige Kündigung auch mit kürzere Kündigungsfrist

Hallo,

ich habe folgendes Problem:

Ich möchte bei meinem derzeitigen Arbeitgeber kündigen und bin von einer Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Quartalsende ausgegangen, so dass ich am 01.10. eine neue Stelle anfangen kann. Mein Plan war es nächste Woche fristgerecht zu kündigen. Beim Schreiben der Kündigung habe ich mir ein paar Daten aus meinem Arbeitsvertrag rausgesucht und ich habe beim Durchgelesen festgestellt, dass ich aufgrund einer längeren Firmenzugehörigkeit seit Juli eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Quartalsende habe.
Daher folgende Frage:

Ich habe demnächst ein Termin bei meinem Chef und wollte ihm meine Kündigung überreichen. Ist die Kündigung auch mit einer kürzeren Kündigungsfrist rechtskräftig, wenn ich ein Feld auf der Kündigung einfüge unter dem steht „Kündigung erhalten und akzeptiert" und meinen Chef darin unterschreiben lasse?

Alternativ bliebe mir noch immer ein Aufhebungsvertrag mit der Firma zu machen, aber ich gehe nicht davon aus, dass mein Chef so begeistert sein wird und eventuell nicht zustimmen wird, da ich ja jeden Monat aktiv Geld für die Firma verdiene. Bei meiner Einstellung mussten zwei Geschäftsführer meinen Arbeitsvertrag unterzeichnen. Reicht es bei dem Aufhebungsvertrag, wenn nur mein eigentlicher für mich zuständiger Geschäftsführer unterschreibt?

Grüße und schonmal vielen Dank für die Antworten.

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7422 Beiträge, 3087x hilfreich)

Zitat (von heiko67):
Ist die Kündigung auch mit einer kürzeren Kündigungsfrist rechtskräftig, wenn ich ein Feld auf der Kündigung einfüge unter dem steht „Kündigung erhalten und akzeptiert" und meinen Chef darin unterschreiben lasse?
Eher nicht. Wird eine zu kurze Frist gesetzt, verlängert sich diese eigentlich automatisch auf die korrekte Frist. Wenn, dann sollten Sie Ihren Chef ausdrücklich die kürzere Kündigungsfrist (mit Datumsangabe) bestätigen.

Sie müssten dann schon eher zu Variante 2 greifen:
Zitat (von heiko67):
ein Aufhebungsvertrag mit der Firma zu machen,
. Da kann man dann quasi nur verhandeln.

Oder Sie bleiben einfach weg und riskieren Schadensersatz zahlen zu müssen.

Signatur:

"Valar Morghulis"

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#2
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17263 Beiträge, 6440x hilfreich)

Die Kündigung als solche, also als Willenserklärung ist auf alle Fälle gültig. Nur eben nicht mit der Frist, die dir vorschwebt. Fristgerecht kannst du also erst zum Jahresende kündigen.
Jetzt hast du die nette Idee, deinen Chef unterschreiben zu lassen mit 'Kündigung erhalten und akzeptiert' - das klingt ein wenig danach, als wolltest du ihm den nicht fristgerechten Termin quasi unterjubeln. - wenn das der Hintergedanke gewesen sein sollte, rate ich dringend ab und das könnte auch gewaltig in die Hosen gehen.
Mein Rat: mit offenen Karten spielen und um einen Aufhebungsvertrag bitten.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
so475670-44
Status:
Praktikant
(532 Beiträge, 195x hilfreich)

Ich stimme Blaubär zu. Dein Handeln könnte nämlich auch als Täuschung gewertet werden, damit wäre der Aufhebungsvertrag (den du ja eigentlich willst) nichtig. Übrigens auch deine Kündigung wäre damit nichtig - und dein AG könnte dir sogar fristlos kündigen. Das solltest du also lassen.

Sag lieber deutlich, was du willst, nämlich eine Aufhebung des Arbeitsverhältnisses. Den Aufhebungsvertrag kannst du ja auch selbst formulieren (so habe ich das mal gemacht), dem AG einen Entwurf vorlegen und ihn fragen, was er daran ändern möchte. Dann solltest du allerdings deine Maximalforderungen hineinschreiben hinsichtlich Abfindung, Zeugnis, Provisionsanspruch, Zielerreichung usw. Das musst du auch nicht morgen oder übermorgen machen, allerdings wäre es fair dem AG gegenüber, das etwa einen Monat vor dem Beendigungstermin um den 1.9.19 herum zu tun.

In meinem Fall sind wir dann schiedlich-friedlich auseinandergegangen, weil ich seine (für mich schmerzlosen) Änderungen unwidersprochen hingenommen habe. Noch heute habe ich ein gutes Verhältnis zu meinem Ex-AG.

Also: Verhandle, und versteife dich nicht in einer Position, die du ohnehin nicht halten kannst.

Viel Erfolg! (oder, wie die Vulkanier sagen: Wohlergehen und langes Leben!)


-- Editiert von so475670-44 am 08.08.2019 01:57

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