Rückgabe von Arbeitsmittel wird ignoriert

9. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
lutzbuerger
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Rückgabe von Arbeitsmittel wird ignoriert

Grüß Gott,

ich bin vor 6 Monaten aus meinem ehemaligen Betrieb ausgeschieden. Ich war 100% im Home Office und mein Arbeitgeber hat mir entsprechend einen Bürostuhl, Schreibtisch, zwei Monitore, Headset und weitere kleine Arbeitsmittel gestellt. Als ich dort angefangen habe zu arbeiten, wurde ich anfangs gefragt, was ich zum Arbeiten benötige und habe dies entsprechend nach Hause geliefert bekommen.

In meinem Arbeitsvertrag standen keine Klauseln bezüglich der Rückgabe, also fragte ich beim Ausscheiden nach, wie ich denn die Arbeitsmittel zurückgeben kann. Mir wurde damals mitgeteilt, dass ich alles so gut es gehen verpacken soll und mich dann melden soll zwecks Abholtermin. Das habe ich dann getan und plötzlich gab es darauf keinerlei Reaktion mehr. Das fand ich dann nach 14 Tagen ein wenig ungewöhnlich und schrieb erneut eine E-Mail. Darauf wieder keine Reaktion. Ich griff dann zum Hörer und rief in der Personalabteilung an und fragte nach, wo es denn hängen würde. Mir wurde hier dann mitgeteilt, dass einige krank sind, andere im Urlaub und das es hier zur Verzögerung bezüglich des Abholtermins kommt. Nun gut dachte ich mir, ich habe jetzt keinen direkten Nachteil.

Was dann irgendwann aber ziemlich unangenehm wurde, war das Thema Umzug und dessen Planung. Ich werde entsprechend Anfang nächsten Jahres umziehen und da sich der neue Wohnort 680 km weit weg befindet, habe ich mich dann gefragt was passieren würde, wenn niemand kommt. Das war am Anfang noch abwegig, wurde dann aber immer ernster. Ich bekam dann auf weitere E-Mails keine Antwort und habe mich dann anwaltlich beraten lassen. Mein Anwalt sagte dann auch das es ungewöhnlich ist, dass der Arbeitgeber die Sachen nicht zurück möchte, ich aber die Verantwortung über die Sachen trage, auch obwohl ich bereits ausgeschieden bin.

Was kann ich denn hier jetzt machen? Hatte jemand schon mal so einen Fall? Ich kann ja schlecht umziehen und alles hier lassen, denn mitnehmen möchte ich die Sachen sicherlich nicht. Das wäre ja auch für den AG nicht gerade sinnvoll, wenn er es noch einmal fast 700 km weiter weg abholen müsste.

Liebe Grüße
Lutz

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118717 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von lutzbuerger):
Was kann ich denn hier jetzt machen?

Erstaunlich, dass der Anwalt da keine Antwort wusste ...


A) man bringt es nach gerichtsfester Ankündigung vorbei
B) man klagt nach gerichtsfester Ankündigung die Abholung ein
C) nach gerichtsfester Ankündigung erfolgt die Verwertung durch Versteigerung


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(663 Beiträge, 83x hilfreich)

Zitat (von lutzbuerger):
Mein Anwalt sagte dann auch das es ungewöhnlich ist, dass der Arbeitgeber die Sachen nicht zurück möchte, ich aber die Verantwortung über die Sachen trage, auch obwohl ich bereits ausgeschieden bin.


Wundert mich überhaupt nicht. MIt dem HomeOffice-Trend unter Corona wurden vom AG Arbeitsmittel beschafft die direkt an die AN im HomeOffice ausgeliefert wurden und für die der AG keinerlei Verwendung in der Firma hat. Überdies wäre ein Abbau, Transport, Reinigung und Neu-Aufbau oftmals teurer als die Ware neu zu beschaffen, zumal es neuen Mitarbeitern ohnehin lieber ist neue Arbeitsmittel zu erhalten.
Kurz um, in der Firma gibt es keine etablierten Abläufe für diesen Fall und niemand in der Firma sieht sich offiziell in der Lage diese Gegenstände zu verschenken.

Was stand den zum Thema Ausschlussfristen im alten Arbeitsvertrag. Wenn Ausschlussfristen vereinbart wurden (dies ist häufig der Fall) dürften diese nach sechs Monaten oftmals abgelaufen sein und der AG könnte ohnehin keine Forderungen aus dem alten Arbeitsvertrag mehr einfordern.

In diesem Falle, behalte die Sachen und gut ist es, da wird sich niemand mehr melden und falls wider Erwarten doch hat er keinen Rückgabeanspruch mehr.

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#3
 Von 
lutzbuerger
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Was stand den zum Thema Ausschlussfristen im alten Arbeitsvertrag. Wenn Ausschlussfristen vereinbart wurden (dies ist häufig der Fall) dürften diese nach sechs Monaten oftmals abgelaufen sein und der AG könnte ohnehin keine Forderungen aus dem alten Arbeitsvertrag mehr einfordern.


Über Ausschlussfristen steht leider nichts drin. Es ist quasi ein simpler Standard-Arbeitsvertrag gewesen. Als ich mich anwaltlich hab beraten lassen, das war eine Stunde Beratung mit diversen Fragen und potenziellen Lösungen wurde mir noch mitgeteilt, dass die Herausgabeansprüche wohl gemäß § 197 BGB in 30 Jahren erst verjähren. Zumindest habe ich mir das so aufgeschrieben. Da habe ich auch erstmal geschluckt, denn falls das stimmt, ist das ja ein Unding. Wer bewahrt bitte 30 Jahre etwas auf, sodass die Gegenpartei immer kommen kann und etwas zurück verlangen kann, wann es ihr passt?

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#4
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(868 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von Gerd61):
Wenn Ausschlussfristen vereinbart wurden (dies ist häufig der Fall) dürften diese nach sechs Monaten oftmals abgelaufen sein und der AG könnte ohnehin keine Forderungen aus dem alten Arbeitsvertrag mehr einfordern.
Hat nur nichts mit Eigentum des Unternehmens zu tun.

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