Rückstufung der Entgeldgruppe bei weniger Arbeitszeit möglich?

23. Februar 2023 Thema abonnieren
 Von 
embargo2020
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Rückstufung der Entgeldgruppe bei weniger Arbeitszeit möglich?

Hallo allerseits,

ich habe eine Frage bezüglich meiner Entgeldstufe. Ich bin momentan mit 90% Arbeitsstunden eingestuft. 100% wären 41Std. Arbeitszeit die Woche, 90% sind 10% weniger. Nun wurde ich bei meiner Einstellung vor 15Jahren in Engeltstufe 8 eingestuft, damals hatte ich eine leitende Funktion und dem entsprechend EG8. Vor 10Jahren wechselte ich dann Betriebsintern in eine ähnliche Stelle, allerdings nicht mehr in leitender Funktion. Bei uns im Betrieb erhält man EG7 bei nichtleitender Funktion. Bei meinem wechsel damals wurde ich allerdings trotz der nicht leitenden Funktion nicht in der Entgeltstufe zurück gestuft. Heißt, ich bekomme für meine Tätigkeit nach wie vor EG8, obwohl die Tätigkeit EG7 entspricht. Ich glaube, bitte mich hierbei korrigieren wenn ich falsch liege, das lag daran das die Absprache bei meiner Einstellung EG8 war, dies bindend für den Arbeitgeber ist und er mich trotz internen Wechsel in eine andere Tätigkeit wegen der Absprache bei Einstellung nicht zurück stufen darf. Dies auch wenn die Tätigkeit normalerweise EG7 entspricht. Soweit ich das verstanden habe geht ein Rückstufung meiner Gehaltsklasse nur wenn ich dem zustimme.

Nun meine Frage, ich möchte meine Arbeitsstunden reduzieren, von 90% auf 80%.... mein Arbeitgeber ist dafür offen. Nun habe ich aber die Sorge das mein Arbeitgeber mit der Reduzierung auf 80% auch einfach meine Entgeldstufe von EG8 auf EG7 ändert. Darf mein Arbeitgeber dies? Für fachkundige Antworten wären ich sehr dankbar.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Holperik
Status:
Schüler
(478 Beiträge, 156x hilfreich)

Zitat (von embargo2020):
Nun meine Frage, ich möchte meine Arbeitsstunden reduzieren, von 90% auf 80%.... mein Arbeitgeber ist dafür offen. Nun habe ich aber die Sorge das mein Arbeitgeber mit der Reduzierung auf 80% auch einfach meine Entgeldstufe von EG8 auf EG7 ändert. Darf mein Arbeitgeber dies? Für fachkundige Antworten wären ich sehr dankbar.


Die EInstufung in eine Entgeltgruppe erfolgt doch in der Regel nach dem Tätigkeitsgebiet und/oder der Qualifikation. Die reine Verringerung der Arbeitszeit führt ja nicht zu einer Änderung des Tätigkeitsgebiet. Zwar wird natürlich ihr Gehalt auf Grund der geringen Arbeitzeit linear sinken, aber mit der Entgeltstufe hat das erstmal nichts zu tun, aus meiner Sicht. Und deswegen darf der AG das auch nicht einfach mal ändern.
Sie müssten mal diese Regelungen zur Einstufung lesen, eventuell ergibt es sich schon daraus. Sie könne die auch hier posten bzw. sagen, welcher Tarifvertrag (schein es ja wohl zu sein) Anwendung findet.

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#2
 Von 
guest-12324.04.2023 06:27:18
Status:
Lehrling
(1448 Beiträge, 232x hilfreich)

Ich würde hier einen Antrag nach §8 TzBfG ("Recht auf Teilzeit") beim AG stellen.

Hier geht es ausschließlich darum, die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit zu verringern.

Hier gäbe es keine Vertragskündigung/-neugestaltung oder ähnliches. Auch wäre m.E. eine Bedingung "machen wir, aber nur wenn wir den Stundenlohn reduzieren" rechtswidrig.

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17260 Beiträge, 6438x hilfreich)

Auf welcher Grundlage sollte denn die Reduzierung der wöchentlichen AZ verbunden sein mit einer Gehaltsreduzierung? Die Absprache beim ersten Wechsel, dich weiterhin nach EG8 zu bezahlen, besteht m.E. weiter und ist prima vista nicht gekoppelt an einen Protzentsatz von Teilzeitarbeit zu Vollzeit.
Anderes wäre m.E. nur denkbar, wenn deine Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt wäre aus Gründen, die in deiner Person liegen, also etwa durch Schlaganfall oder sonst etwas von dem Kaliber.

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#4
 Von 
embargo2020
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Wechsel von 90% auf 85% ist mein Wunsch bzw kommt von mir, nicht vom Arbeitgeber. Dies nicht aus gesundheitlichen Gründen oder weil ich die Tätigkeit nicht ausführen könnte, sondern einfach aus dem simplen Grund dadurch mehr Lebensqualiät zu haben. Mein Arbeitgeber steht dem offen gegenüber.

Der Tarif ist AVR Dwekd, dort konnte ich dazu aber nicht wirkliche Aussagen finden.

Letztendlich würde durch die Reduzierung der Prozente alles bleiben wie es ist, ich würde lediglich morgens später anfangen zu arbeiten, was dann letztendlich sogar meine eigentliche Arbeitszeit wäre, wegen den 90% muss ich immer wieder kurze Zeit morgens in einer anderen Gruppe arbeiten, mit der ich eigentlich nichts zutun habe... bedingt durch die momentanen Mehrprozente aber muss um auf meine Std zu kommen.

Soweit ichs jetzt hier verstanden habe, hat meine Arbeitsstundenteduzierung nichts mit meiner Einstufung zu tun, hierzu ist auch keine Vertragskündigung bzw ein neuer Arbeitsvertrag notwendig. Wie verfährt ein Arbeitgeber aber dann, wird der Vertrag mit einem Zusatz einfach dahingehend erweitert?

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#5
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17260 Beiträge, 6438x hilfreich)

Genau - es reicht völlig eine Vertragsergänzung des Inhalts: als Wochenarbeitszeit ab #datum wird einvernehmlich neu vereinbart x Wochenstunden, zuvor y; die Bezüge werden entsprechend angepasst.

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#6
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(980 Beiträge, 108x hilfreich)

Zitat (von embargo2020):
Ich glaube, bitte mich hierbei korrigieren wenn ich falsch liege, das lag daran das die Absprache bei meiner Einstellung EG8 war, dies bindend für den Arbeitgeber ist und er mich trotz internen Wechsel in eine andere Tätigkeit wegen der Absprache bei Einstellung nicht zurück stufen darf. Dies auch wenn die Tätigkeit normalerweise EG7 entspricht. Soweit ich das verstanden habe geht ein Rückstufung meiner Gehaltsklasse nur wenn ich dem zustimme.


M.E. liegst du falsch.

Wenn du auf eine Stelle gewechselt hast (auf diese hast du dich doch vermutlich beworben?), die niedriger bewertet ist, hättest du normalerweise entsprechend zurückgestuft werden müssen.

Eine Reduzierung der Wochenarbeitsstunden hingegen würde imho keine Rückstufung rechtfertigen.

-- Editiert von User am 23. Februar 2023 21:25

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#7
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(980 Beiträge, 108x hilfreich)

Zitat (von embargo2020):
Bei uns im Betrieb erhält man EG7 bei nichtleitender Funktion. Bei meinem wechsel damals wurde ich allerdings trotz der nicht leitenden Funktion nicht in der Entgeltstufe zurück gestuft. Heißt, ich bekomme für meine Tätigkeit nach wie vor EG8, obwohl die Tätigkeit EG7 entspricht.


Das ist meiner Meinung nach nicht korrekt gelaufen.

-- Editiert von User am 23. Februar 2023 21:28

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

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#8
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17260 Beiträge, 6438x hilfreich)

Zitat (von Nana71):
... hättest du normalerweise entsprechend zurückgestuft werden müssen.

Das ist vielfach auch so, wenn AN sich auf eine niedriger bewertete Stelle bewerben. Aber eben nicht zwingend: ich kenne es durchaus so, dass AG das höhere Gehalt weiter zahlen, wenn der Wechsel (auch) im Interesse des AG liegt. Dann ist es eine individuelle Abmachung. Daran muss man nicht rütteln.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1510 Beiträge, 667x hilfreich)

Zitat (von embargo2020):
Der Tarif ist AVR Dwekd


Die AVR sind kein Tarif, sonder gelten als gewöhnliche Allgemeine Vertragsbestimmungen ( AGB ). In exakt welcher (Landes-)Fassung hatte Dir Dein Arbeitgeber Dein Einverständnis mit der Einbeziehung der "AVR des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche Deutschlands" in euren Arbeitsvertrag zur Bedingung gemacht?

Beispielsweise vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer über eine Einbeziehung von "AVR DW EKD, Fassung Sachsen - Stand 1. Januar 2015" über die Bestimmung in § 12:

"Der Mitarbeiter ist nach den Merkmalen der übertragenen Tätigkeiten in die Entgeltgruppen gemäß der Anlage 1 oder Anlage 1.1 (Eingruppierungs- katalog für Lehrkräfte) eingruppiert."

Die Eingruppierung durch den Arbeitgeber unterliegt der eingeschränkten Mitbestimmung der Mitarbeitervertretung ( "Die Mitarbeitervertretung darf ... ihre Zustimmung nur verweigern, wenn die Maßnahme gegen eine Rechtsvorschrift, eine Vertragsbestimmung, eine Dienstvereinbarung, eine Verwaltungsanordnung, eine andere bindende Bestimmung oder eine rechtskräftige gerichtliche Entscheidung verstößt ..." )

Zitat (von embargo2020):
Nun habe ich aber die Sorge das mein Arbeitgeber mit der Reduzierung auf 80% auch einfach meine Entgeldstufe von EG8 auf EG7 ändert. Darf mein Arbeitgeber dies?


Jedenfalls hätte die MAV bei der Eingruppierung ein Zustimmungsverweigerungsrecht bei "rechtswidriger Einstufung". Aber auch dann, wenn durch die Rück-Gruppierung eine

"durch Tatsachen begründete Besorgnis besteht, dass der durch die Maßnahme betroffene oder andere Mitarbeiter benachteiligt werden, ohne dass dies aus dienstlichen oder persönlichen Gründen gerechtfertigt ist", § 42 MVG.EKD

RK

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