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Schlussformulierung Praktikumszeugnis

 Von 
WID8993
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Schlussformulierung Praktikumszeugnis

Hallo, ich habe ein insgesamt gutes Praktikumszeugnis ausgestellt bekommen. Hier meine Leistungsbeschreibung nach den Tätigkeiten, die ich als gut einschätze. Was mich nur sehr dabei wundert ist die Schlussformulierung:

"Frau XY verfügte stets über ein außerordentlich hohes Maß an Eigeninitiative, Selbstständigkeit und Leistungsbereitschaft und war jederzeit bereit, Verantwortung zu übernehmen. Frau XY hatte ein sicheres Gespür für das Wichtige und Wesentliche und arbeitete stets zielgerichtet, methodisch und sehr gewissenhaft.

Frau XY besitzt ein äußerst solides Fachwissen, das sie zur Lösung ihrer Aufgaben stets sehr sicher und erfolgreich einsetzte. Daher war Frau XY in unserem Hause eine allseits geschätzte Ansprechpartnerin bei allen fachlichen Problemstellungen. Sie realisierte ihre Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit und entsprach unseren Erwartungen in jeder Hinsicht optimal.

Auch höchstem Arbeitsaufwand und Termindruck war sie jederzeit gewachsen.

Von alle Vorgesetzten und Mitarbeitern wurde Frau XY aufgrund ihrer sympathischen Art, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit in höchstem Maße geschätzt. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war jederzeit stets vorbildlich.

Frau XY scheidet auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus. Wir bedauern diese Entscheidung außerordentlich, denn wir verlieren eine wertvolle Mitarbeiterin. Wir wünschen Frau XY auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg."


Was mich wirklich stutzig macht ist die Schlussformulierung. Ich habe mein Praktikum nicht gekündigt. In meinem Praktikantenvertrag stand nur, dass das Praktikum verlängert werden kann, das wollte ich aber nicht. Zudem wurde mir nicht für meine Mitarbeit gedankt. Für mich liegt es fast schon klar auf der Hand, aber ich frage an dieser Stelle trotzdem: Entwertet diese Schlussformel mein Zeugnis? Kann ich überhaupt was dagegen tun und wie macht sich das bei meiner Bewerbung für einen festen Job?

Dieses Zeugnis stammt eher aus einem kleineren Unternehmen und ich habe schon bessere Zeugnisse von großen Unternehmen erhalten.

Muss ich mir zudem Gedanken machen, dass dies ein Nachteil bei der Jobsuche wird? Ich finde es klingt als hätte ich mein Praktikum gekündigt! Das habe ich aber nicht.

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Job Frage Zeugnis Praktikum


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71154 Beiträge, 32388x hilfreich)

Das ist eher ein Arbeitszeugnis und kein Praktikumszeugnis. Also eigentlich wertlos ... zumindest bei uns ...

Ein Praktikant schaut zu und lernt, er übernimmt Verantwortung und ist auch kein Ansprechpartnerin bei allen fachlichen Problemstellungen. Denen dankt man auch nicht für die Mitarbeit, weil die nicht wirklich mitarbeiten wie echte Mitarbeiter.

So zumindest die Regel. Mag sein, das es hier eine spezielle Berufsgruppe ist, wo diese Regel nicht gilt, dann müsste man das neu bewerten.



Zitat (von WID8993):
Ich habe mein Praktikum nicht gekündigt.

Steht ja da auch nicht. Da steht "scheidet auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus."
Und das scheint ja zu stimmen:
Zitat (von WID8993):
In meinem Praktikantenvertrag stand nur, dass das Praktikum verlängert werden kann, das wollte ich aber nicht.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
WID8993
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Es war in einem Start-up und ich hatte tatsächlich viel Verantwortung schon als Praktikant.
Wieso ist es aus Ihrer Sicht wertlos? Würden Sie mir empfehlen, das Praktikum aufgrund des Zeugnisses nicht mit in den Lebenslauf mit aufzunehmen?

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#3
 Von 
Anami
Status:
Schlichter
(7809 Beiträge, 1382x hilfreich)

Ich meine, das Zeugnis ist sehr gut.
Man weiß zwar nicht, WAS du gemacht hast und WIE LANGE und eine Mitarbeiterin warst du sicher auch nicht.
Ein Zeugnisersteller eines Start up nimmt evtl. nicht mehr diese alten und abgedroschenen Floskeln, die sowieso noch jeder andere Leser wieder anders lesen kann. Ob da ewiger Dank auch noch reingehört?

Wenn im Zeugnis noch an anderer Stelle beschrieben wird, WAS du dort gemacht hast --- ich finde es gut bis sehr gut.
Dass man außerordentlich bedauert, dass du gehst---könnte auch gelesen werden als: Das ist jemand, den kann man schon als Praktikantin für alle möglichen Arbeiten so richtig ausnutzen/lässt sich alles aufbürden/kann schon alles.
Das Praktikum würde ich auf jeden Fall in den LL nehmen. Das Zeugnis auch.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71154 Beiträge, 32388x hilfreich)

Zitat (von WID8993):
Wieso ist es aus Ihrer Sicht wertlos?

Man weis nicht was gemacht wurde. Zwischen Hof fegen und nuklearmedizinischer Grudlagenforschung sind ja schon gewisse Unterschiede.

Dann ist das Zeugnis widersprüchlich - siehe oben - da das gerade keine typischen Beschreibungen von Praktikantentätgkeiten sind.

Zudem ist es erkennbar aus nichtssagenden Standardphrasen zusammengeklempnert.


Es gibt je nach ausgeschriebener Stelle eine Masse an Bewerbungen, da schaut man als erstes mal ob die Unterlagen passen und sortiert solches dann schon mal aus.



Zitat (von WID8993):
Es war in einem Start-up

Also wohl von jemandem geschrieben der sich mit Google auskennt aber nicht mit Zeugnissen...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
WID8993
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Tätigkeiten habe ich aus Anonymitätsgründen nicht mitgeschickt. Diese waren aber Stichpunktartig oberhalb der Bewertung aufgeführt.

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