Schriftlicher Arbeitsvertrag weicht von mündlich beschlossenem ab (4 Tage Woche, Urlaubsregelung)

14. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
PeterKarl
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Schriftlicher Arbeitsvertrag weicht von mündlich beschlossenem ab (4 Tage Woche, Urlaubsregelung)

Hallo liebe Leute!

Ich bitte um ein paar Meinungen zu folgender theoretischer Situation:
Bei einem Bewerbungsgespräch einigen sich ein neuer Arbeitgeber und ein Arbeitnehmer auf ein Arbeitsverhältnis. Dabei wird neben Gehalt und Unbefristung auch besprochen, dass es eine wörtl. "4-Tage Woche" gibt, die meisten AN Montag bis Donnerstag da sind und Urlaubstage daher ohne Freitag genommen werden können. Dem Arbeitsvertrag wurde mündlich zugestimmt. Der Beginn des Arbeitsvertrages ist in der Zukunft. Der AN hat für diese mündlichen Vereinbarungen keinen Zeugen.

Im schriftlichen Vertrag, der nun folgt, werden Arbeitszeiten von 39 Wochenstunden festgeschrieben. Der Freitag ist ein normaler Arbeitstag und für diesen muss auch Urlaub beantragt werden. Es gibt eine Klausel welche besagt, dass der Arbeitsvertrag nicht vor Arbeitsbeginn gekündigt werden darf.

Wie bewertet ihr die Gültigkeit der mündlichen Zusage und ist das rechtlich okay, dass solche Diskrepanzen zwischen mündlichen und schriftlichen Vereinbarungen bestehen dürfen? Kann der Arbeitnehmer von seiner mndl. Zusage zurücktreten?

Vielen Dank für eure Antworten!
LG

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17228 Beiträge, 6429x hilfreich)

Zitat (von PeterKarl):
Im schriftlichen Vertrag, der nun folgt,

Erst einmal handelt handelt es sich um ein Vertragsangebot, und wenn mündliche Vereinbarungen und schriftliche Niederlegung auseinander fallen erst recht. Zum Vertrag wird das Angebot durch deine Unterschrift, eigentlich ist schon der Vertrag durch das beidseitige Ja der Verhandlungspartner zustande gekommen und der Schriftkram sollte exakt den Stand wiedergeben - mündliche Verträge gelten durchaus im Arbeitsleben, wenn es auch das Problem der Beweisbarkeit gibt.
Also folgt konsequenterweise Zurückweisung des Angebots mit der Bitte, die Dinge so festzuhalten, wie sie ausgemacht sind.
Wenn das nicht geschieht, ist kein Vertrag zustande gekommen, weil es eben fehlt an einer Übereinkunft über wesentliche Punkte - die Übereinkunft beider Parteien ist das Wesen eines Vertrags.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
PeterKarl
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort blaubär!!

Zitat:
Also folgt konsequenterweise Zurückweisung des Angebots mit der Bitte, die Dinge so festzuhalten, wie sie ausgemacht sind.

Ist es auch möglich dem Arbeitgeber komplett abzusagen, da das Vertrauen überhaupt nicht mehr besteht?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(69 Beiträge, 2x hilfreich)

Evtl. sollte man, wenn noch nicht geschehen, das versuchen zu klären?
Kann ja sein, dass es einfach ein Missverständnis ist?

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6902 Beiträge, 1458x hilfreich)

Zitat (von PeterKarl):
Ist es auch möglich dem Arbeitgeber komplett abzusagen, da das Vertrauen überhaupt nicht mehr besteht?


Das kommt doch wohl auf den Ausgang der von blaubär aufgezeigten Herangehensweise an. Wenn der zukünftige Arbeitgeber plötzlich nichts mehr von den mündlichen Dingen wissen will und man nicht unterschreibt...

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17228 Beiträge, 6429x hilfreich)

Zitat (von PeterKarl):
Ist es auch möglich dem Arbeitgeber komplett abzusagen, da das Vertrauen überhaupt nicht mehr besteht?

Du lieber Himmel - im Prinzip durchaus. Aussage dann: Vertragsangebot entspricht nicht dem, was mit mir vereinbart ist - kein Interesse mehr.
Aber Vertrauensverlust, weil die Personalabteilung einen Standard-Vertrag schickt? - Scheint mir arg überzogen und deutet eher auf etwas Anderes.

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