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Tarifvertrag 75% bezahlt aber 100% arbeiten

31.1.2020 Thema abonnieren Zum Thema: Tag Jahr
 Von 
Neuling5678
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Tarifvertrag 75% bezahlt aber 100% arbeiten

Guten Tag,

Ich habe vor 1 Jahr einen Job im Krankenwesen mit 75% Bezahlung des Tarifvertrages angenommen. Jedoch wurde mir sofort gesagt, dass ich 100% arbeite und keine Überstunden einreichen darf. Die sind natürlich eigentlich sonst auch im Tarifvertrag geregelt. Ist das rechtens? Weiß jemand wie das so Betriebsräte sehen?
Vielen Dank!

-- Editiert von Neuling5678 am 31.01.2020 19:33

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Tag Jahr


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(10747 Beiträge, 4586x hilfreich)

//// ... Jedoch wurde mir sofort gesagt,

Was aber steht in deinem Arbeitsvertrag zum Thema Tarifbindung, zu Arbeitszeit und Vergütung?

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#2
 Von 
Neuling5678
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Tag,

Es steht folgendes: "In der Arbeitsrechtlichen Vereinigung XY gilt
dieser Tarifvertrag nur für * meine Stellung*, die bei den Mitgliedern *einige Firmen+ mein Arbeitgeber* beschäftigt sind.

Somit ist mein Arbeitgeber sogar schriftlich benannt im Tarifvertrag. Dies ist dann verbindlich?

Außerdem gibt es eine Vollzeit- Entgeldtabelle. Bei mir im Arbeitsvertrag stehen 30 anstatt die gearbeiteten 40 Stunden.

Vielen Dank für die Schnelle Antwort!

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Gelehrter
(10747 Beiträge, 4586x hilfreich)

Dann sind 30 Wochenstunden auch verbindlich und es ist nicht rechtens, von dir 40 h zu fordern.
AVR klingt sehr nach Caritas - die Leute dort sollten eigentlich wissen, dass das Mindeste, was einem Menschen zusteht, das Recht ist.

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#4
 Von 
Anami
Status:
Gelehrter
(10843 Beiträge, 1739x hilfreich)

Zitat (von Neuling5678):
Bei mir im Arbeitsvertrag stehen 30 anstatt die gearbeiteten 40 Stunden.
Ich meine, du arbeitest im *Gesundheitswesen*. Und eben 30 Wochenstunden (evtl. nach Dienstplan). Du hast keine Mehrarbeit und keine Überstunden zu leisten, wenn dein Vertrag dazu nichts enthält.
Und wirst nach TV bezahlt. Du bist ein Teilzeit-Mitarbeiter. Du wirst für 30 Wochenstunden bezahlt.
Die % haben hier nichts verloren.

Steht in deinem Vertrag nicht doch etwas zu Mehrarbeit/Überstunden?

Zitat (von Neuling5678):
Weiß jemand wie das so Betriebsräte sehen?
Fragt man die, werden die deinen Arbeitsvertrag lesen und auch nirgends finden, dass 100% =40 Wo-std. Arbeit bedeutet.

War im Gespräch vor einem Jahr evtl. mit 100%--- die volle Arbeitsleistung --- in 30 Wochenstunden gemeint? :???:

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#5
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Praktikant
(749 Beiträge, 527x hilfreich)

Zitat (von Neuling5678):
Ich habe vor 1 Jahr einen Job im Krankenwesen mit 75% Bezahlung des Tarifvertrages angenommen.

Zitat (von Neuling5678):
Es steht folgendes: "In der Arbeitsrechtlichen Vereinigung XY gilt
dieser Tarifvertrag nur für * meine Stellung*, die bei den Mitgliedern *einige Firmen+ mein Arbeitgeber* beschäftigt sind.

Vermutlich gilt hier ein "Tarifvertrag für die Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg e.V." mit dem "Besonderen Teil Krankenhäuser - (BT-K)"

https://av-hamburg.de/avh/upload/tarifvertraege/01_TV-AVH__i.d.F.__d._AeTV_v._27.09.2018.pdf



Hier scheint eine Teilzeitbeschäftigungsverhältnis vereinbart worden zu sein ( 30h/Woche ). Möglicherweise ist tarifvertraglich vereinbart, dass Teilzeitbeschäftigten keine Mehrarbeit/Überstunden angeordnet werden kann. Obige "40-Stunden-Absprache" könnte als Vereinbarung anzusehen sein, dass der Teilzeitmitarbeiter mit Überstunden einverstanden ist:

§ 6 Absatz 5 TV-AVH
"Die Beschäftigten sind im Rahmen begründeter betrieblicher/dienstlicher Notwendigkeiten zur Leistung von Sonntags-, Feiertags-, Nacht-, Wechselschicht-, Schichtarbeit sowie - bei Teilzeitbeschäftigung aufgrund arbeitsvertraglicher Regelung oder mit ihrer Zustimmung - zu Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft, Überstunden und Mehrarbeit verpflichtet."

Zitat (von Neuling5678):
Jedoch wurde mir sofort gesagt, dass ich keine Überstunden einreichen darf.


Das dürfte ein unwirksamer vertraglicher Verzicht auf tarifvertraglich zustehende Zuschläge sein. D.h., wenn die Überstunden(zuschläge) vom Arbeitnehmer geltend gemacht werden, kann sich der Arbeitgeber nicht auf die (unwirksame) Absprache berufen, es vereinbart worden, dass der Arbeitnehmer auf diese Zuschläge (fast) freiwillig verzichten wolle.

Und richtigerweise muß bei der Berechnung von Urlaubs-Entgelt bzw. Krankengeld von einer REGELMÄSSIGEN 40-Stundenwoche ausgegangen werden - und nicht (nur) von den vereinbarten 30 Wochenstunden (unter Nichtbeachtung etwaiger Überstunden. )

RK

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