Teilzeit in Elternzeit, AG will die Teilzeit nicht auf EZ befristen, sondern unbefristet

15. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
Mops86
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Teilzeit in Elternzeit, AG will die Teilzeit nicht auf EZ befristen, sondern unbefristet

Hallo zusammen,

ich hoffe, hier kann mir jemand weiterhelfen. Nach meiner 2 jährigen Elternzeit, möchte ich nun wieder in Teilzeit (weiterhin in Elternzeit) arbeiten. Ich bin davon ausgegangen, dass die TZ also auf die EZ befristet wird. D.h. danach wäre mein normaler VZ-Arbeitsvertrag wieder gültig.

Nun wurde mir aber ein neuer Arbeitsvertrag mit einer unbefristeten TZ-Stelle angeboten, da dies besser planbar wäre.

Für mich hat das aber zahlreiche Nachteile, da ich z.B. nach der EZ keinen Anspruch auf mehr als 20 Std. Habe, ich meine Stunden nicht nochmal anpassen kann usw. Das Gehalt bei 20 Std. Reicht uns auf Dauer leider bei weitem nicht. Auch das Mutterschaftsgeld bei einer evtl. Weiteren Schwangerschaft würde geringer ausfallen.

Leider habe ich erst ein paar Tage nach meinem 1. Arbeitstag die Möglichkeit mit meinem Vorgesetzten zu sprechen und möchte den Vertrag vorher nicht unterschreiben. Kann man mich dazu "zwingen" bzw. Welche Folgen könnte das haben, wenn ich bereits arbeite, aber den neuen Vertrag noch nicht unterschrieben habe?

Wie sieht das generell aus? Was ist, wenn ich auf die Befristung der TZ während der EZ "bestehe"? Ich komme eigentlich sehr gut mit meinen Vorgesetzten klar und bin null auf Stress aus, aber kann ja auch nicht etwas unterschreiben, das nur Nachteile für mich hat?!

Freue mich sehr über eure Meinungen und Tipps!

Seid gegrüßt!

Moni

-- Editiert von User am 15. Oktober 2023 21:45

-- Editiert von User am 15. Oktober 2023 22:15

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Holperik
Status:
Schüler
(466 Beiträge, 152x hilfreich)

Zitat (von Mops86):
Nach meiner 2 jährigen Elternzeit, möchte ich nun wieder in Teilzeit (weiterhin in Elternzeit) arbeiten.

Ist hier nicht schon vielleicht das erste Missverständnis? Sind sie also noch im 3. Jahr in Elternzeit und möchten in diesem 3. Jahr in (Eltern-)teilzeit bei ihrem AG arbeiten?
Was haben Sie denn genau beantragt?


Zitat (von Mops86):
Leider habe ich erst ein paar Tage nach meinem 1. Arbeitstag die Möglichkeit mit meinem Vorgesetzten zu sprechen

Aber Sie können doch schreiben, oder? Wie wäre es mit einer freundlichen Nachricht, vielleicht mit Verweis auf das, was sie eigentlich beantragt haben?

Rechtlich haben Sie ja bekanntlich mehrere Möglichkeiten, Teilzeit zu arbeiten. In Betracht kommen 8, 9a TzBfG
und § 15 BEEG, wobei § 15 BEEG IV hier die eigentliche Norm für die Elternzeit ist. Dieser Anspruch auf Arbeit während der Elternzeit ist gesetzlich auf den Zeitraum der Elternzeit begrenzt.
§ 15 BEEG sieht ein zweistufiges Verfahren, und zwar ein 4 wöchige "Verhandlungrunde" (§ 15 V BEEG) und -wenn es keine Einigung gibt- ggf. auch den einseitigen Anspruch auf Teilzeit in Elternzeit verbunden mit der gerichtlichen Durchsetzung, § 15 VII BEEG.
§ 15 VII BEEG hält einige Voraussetzungen bereit, die eingehalten werden müssen, dann hat der AN eine Anspruch auf Arbeit in der Elternzeit. Der AG kann dies nur aus betrieblichen Gründen ablehnen, z.B. wenn bereits ein Ersatzkraft arbeitet, allerdings ist "Planbarkeit" keine solche Voraussetzung.

Aus meiner Sicht würde ich es erstmal (bis zur Klärung) vermeiden, den Teilzeitvertrag anzutreten.
Sie kommen zumindest argumentativ in eine schwierige Lage, denn durch das vorbehaltlose Antreten der Arbeit geben Sie zu erkennen, dass sie das geänderte Vertragsangebot (also die unbefristete Teilzeit) annehmen. Und ein Vertragsänderung muss nicht zwingend schriftlich erfolgen, sie kann auch mündlich erfolgen.
Und wenn SIe dann noch in Ihrem Antrag auf Teilzeit nicht zwischen den einzelnen Anspruchsgrundlagen getrennt haben...tja.

Zitat (von Mops86):
Wie sieht das generell aus? Was ist, wenn ich auf die Befristung der TZ während der EZ "bestehe"? Ich komme eigentlich sehr gut mit meinen Vorgesetzten klar und bin null auf Stress aus, aber kann ja auch nicht etwas unterschreiben, das nur Nachteile für mich hat?!


Wenn Sie auf etwa "bestehen", müssen Sie immer damit rechnen, dass der anderen dem entgegentritt und es Stress gibt. So ist das Leben. Selbstverständlich sollten Sie nichts unterschreiben, was Sie nicht wollen.
Deswegen würde ich an den Vorgesetzten (wenn es ein Personalabteilung gibt auch an die) schreiben, erläutern dass das Vertragsangebot nicht dem entspricht was gewollt und daher nicht unterschrieben werden kann. Dann würde ich nochmals erwähnen, dass Sie einen Antrag nach § 15 BEEG gestellt haben (oder stellen wollten) und ggf. jetzt einseitig nach § 15 VII BEEG Elternteilzeit wünschen.

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#2
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17223 Beiträge, 6427x hilfreich)

Zitat (von Mops86):
Nach meiner 2 jährigen Elternzeit, möchte ich nun wieder in Teilzeit (weiterhin in Elternzeit) arbeiten.

Den Satz verstehe ich nicht; außer, er beinhaltet, dass du die Elternzeit verlängert hast.
Zitat (von Mops86):
Ich bin davon ausgegangen, dass die TZ also auf die EZ befristet wird.

Das ist im Prinzip auch wohl richtig - allerdings hat dein AG andere Vorstellungen oder Pläne. Darauf musst du dich nicht einlassen. Aus deiner Sicht und aus deinem Interesse steht derzeit an die Frage nach TZ in der Elternvertretung und derzeit nicht eine generelle Beschäftigung in Teilzeit; ein Nachgeben um des 'lieben Friedens willen' oder aus Konfliktscheue heraus wäre wirklich nicht in deinem Sinn.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Mops86
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo und vielen Dank schon mal für die schnellen Antworten!

Ich erkläre jetzt noch einmal etwas genauer:
Vor meiner EZ hatte ich einen unbefristeten VZ-Vertrag. Vor 2 Jahren beantragt ich dann vorerst 2 Jahre EZ mit dem Hinweis, ich könne mir schon eher eine TZ-Tätigkeit vorstellen.

Telefonisch einigten wir uns vor ein paar Monaten auf den baldigen Einstieg in TZ und besprachen meine Aufgaben. Als ich fragte, ob die TZ dann automatisch in EZ wäre, hieß es, wenn ich noch in EZ bin, ist die TZ automatisch in EZ (also z.B. auf den Kündigungsschutz bezogen).
Ich verlängerte daraufhin also schriftlich meine EZ für das 3. Jahr und beantragte hier noch einmal offiziell die TZ (befristet auf die EZ!).

Daraufhin wurde mir ein neuer Arbeitsvertrag in UNBEFRISTETER TZ geschickt mit der Begründung, dass es für das UN (>15 MA) besser zu planen wäre und man ja zukünftig immer sprechen könne, wenn ich "irgendwann mal mehr arbeiten" möchte. Gleichzeitig teilte er mir mit, dass er nun nicht mehr in seine Mails schauen wird bis zum Ende des Urlaubs. Leider hatte ich vor seinem Urlaub den Vertrag weder gesehen, noch hatten wir über diese UNBEFRISTETE TZ gesprochen. Das war mir völlig neu. Leider hatte ich daher seitdem keine Möglichkeit das Problem weiter mit ihm zu besprechen und es ist erst nach meinem Wiedereinstig wieder im Haus.

D.h. ich werde die Arbeit nun leider bereits antreten müssen bevor das Thema geklärt ist.

Mein Problem ist nun, dass ich ja somit komplett den Anspruch auf eine höhere Std.zahl verwirke, wenn ich den Vertrag unterschreibe. Die gewünschte Std.zahl hatte nur für die EZ gewollt. Hätte ich gewusst, dass das direkt unbefristet sein wird, hätte ich direkt mehr gesagt z.B. Und ich finde es sehr schade, dass man vorher nicht mit mir über dieses Thema gesprochen hat. So wurde ich vor vollendete Tatsachen gestellt und eine Klärung vor Antritt nicht mehr möglich.

Ich habe gelesen, dass bei TZ in EZ man die Möglichkeit hat noch ein weiteres mal seine Std. anzupassen. Das habe ich ja dann damit nicht, richtig? Zudem würde ich bei einer erneuten Schwangerschaft (falls im Zeitraum der jetzigen Elternzeit) ein deutlich geringeres Mutterschaftsgeld bekommen, als mit der unbefristeten TZ. Nur ist das ja z.B. kein Grund, den man dem AG vorlegt. Ist ja auch nichts in Planung, aber ausschließen möchte ich das auch nicht (es geht ja hier um ein paar tausend € im Fall der Fälle).

Nun weiß ich gar nicht wie ich vorgehen soll. Zum Einen weil ich den Vertrag so nicht unterschreiben möchte, bevor ich mit meinem Chef gesprochen habe. Trotzdem muss ich morgen bereits anfangen zu arbeiten.

Zum anderen weiß ich nicht wie ich ihn überzeugen kann, die TZ auf die EZ zu befristen?
Und weiter möchte ich nicht direkt "anecken" und mich quer stellen. Andererseits kann ich ja auch nicht auf jedes Recht, das ich habe, des Friedenwillens verzichten?!

Und was ist, wenn ich den neuen Vertrag nicht unterschreibe und mir keine Alternative angeboten wird? Dann habe ich ja schon ein paar Tage lang gearbeitet.

Ich hatte mich schon wieder sehr auf die Arbeit und die Kollegen gefreut, aber das trübt gerade alles total :( .
Ich hoffe, nun kann man das ein wenig besser verstehen.

Grützi

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