Teilzeitvertrag geschlossen, dann doch nicht..?

4. Dezember 2014 Thema abonnieren
 Von 
Restart
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Teilzeitvertrag geschlossen, dann doch nicht..?

Hallo!

Ich stehe vor folgendem Problem:
Seit August 2013 arbeite ich auf Minijob-Basis bei Arbeitgeber A (Kleinbetrieb: 2 Vollzeitangestellte, 5 Mini-Jobber), dafür habe ich keinen schriftlichen Vertrag erhalten, wohl aber alle Abrechnungen vorliegen. Ab Dezember 2014 wurde mir ein Teilzeitvertrag angeboten. Das Angebot nahm ich an und bat Ende November um einen schriftlichen Vertrag, der mir zugesendet werden sollte (bis heute nicht erhalten) und man versicherte mir ich sei bereits ab 01.12.14 als Teilzeitkraft angemeldet (beim Steuerberater und Versicherung etc.).

Heute wurde mir mitgeteilt, dass ich entweder wieder auf 450€-Basis weiterarbeiten könnte oder kündigen. Eine Kündigung sei beiderseits sofortig, weil Kündigungsfrist nicht bestehen würde. Mir wurden 3 Tage "Bedenkzeit" eingeräumt. Wie gehe ich am besten vor?
Ich möchte natürlich ungern auf die Vorzüge einer Teilzeitstelle verzichten, aber auch nicht fristlos kündigen/gekündigt werden. Verwiesen wurde ich auf Probezeit, allerdings habe ich ja bereits vorher die gleiche Tätigkeit über ein Jahr ausgeführt. Außerdem sagte man mir der Teilzeitvertrag wäre erst in Kraft getreten, wenn ich einen Monat lang in Teilzeit gearbeitet hätte.

Was kann ich tun? Wie geht man am besten vor? Wie finde ich heraus ob mein Arbeitgeber mich überhaupt als Teilzeit gemelet hatte? Was wenn nicht? Soll ich trotzdem fordern, dass der Vertrag mir noch zugestellt wird bzw. wie gehe ich bei Verweigerung dessen vor?

Ich bin für jeden Rat dankbar!

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1263x hilfreich)

Immer wieder: auch ein mündlicher Arbeitsvertrag gilt.
Und natürlich gelten Kündigungsfristen auch bei einem mündlichen Vertrag, die gesetzlichen > § 622 BGB (oder googel gesetzliche Kündigungsfristen).
Fristlose Kündigung ist schon gar nicht drin - dafür bedürfte es eines außerordentlich wichtigen Grundes.
Probezeit iss auch nich - sie müsste ausdrücklich vereinbart worden sein und kommt in deinem Fall überhaupt nicht infrage; und nachträglich geht auch nicht.
Auf den schriftlichen Vertrag zu pochen, scheint mir wenig aussichtsreich. Vor allem kommst du mit einem mündlichen Vertrag ganz gut weg, weil dann auf jeden Fall die für alle geltenden Gesetze gelten. und der Hauptvorteil liegt gegebenenfalls darin, dass die Obergrenze nicht zum Tragen kommt.
Wenn dir so an dem Job liegt, sag deinem Chef, dass dir an der schriftlichen Ausfertigung nicht länger gelegen ist.
Ob du im Minijob angemeldet bist, erfährst du über die Knappschaft, sollte es dein Chef dir nicht belegen wollen. Entsprechend googeln.
Auch der Minijob ist ein TZ-Job mit dem Unterschied, dass für 450-Euro-Jobber bestimmte Abgabenregeln gelten; wenn der AG die Abgaben trägt, kommt ihn das durchaus teurer, als einen TZ-Job regulär abzurechnen,

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#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(17802 Beiträge, 8067x hilfreich)

Eine fristlose Kündigung wäre nur möglich, wenn Sie sich so verhalten hätten, dass die Fortsetzung des Arbeitsvertrags für den Arbeitgeber unzumutbar wäre. Die Probezeit ist ja nu schon lang vorbei! Bei Änderung des Arbeitsvertrags läuft ja nicht jedesmal eine neue Probezeit.
Es gilt dann die gesetzliche Kündigungsfrist, soweit kein Tarifvertrag greift.

Und Teilzeitverträge treten mit Vereinbarung in Kraft, nicht erst wenn man einen Monat in Teilzeit gearbeitet hat.

Das Problem: Es besteht kein Kündigungsschutz, außer dass man z.B. auf Einhaltung der Kündigungsfrist bestehen kann, d.h. wenn der AG Sie nicht weiter beschäftigen will, dann kündigt er halt unter Einhaltung der Frist und Sie sind raus. Bleibt hier der Minijob. Der Wille des Arbeitgebers ist nicht, Sie in Teilzeit zu beschäftigen, deshalb wird es wohl keinen Vertrag geben, auch wenn Sie darauf beharren. Und rechtlich ist halt kaum was zu holen bei einem Kleinbetrieb.

Die KK müßte wissen, ob Ihr AG eine Teilzeitbeschäftigung gemeldet hat.

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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Restart
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für eure Antworten!

Zunächst geht es mir gar nicht darum den Job auf Teufel komm raus zu behalten - Verhältnis zum AG ist nach dem "groben Schnitzer" sowieso dahin. Ich möchte nur nicht bedingungslos einer Weiterarbeit auf 450€-Basis zustimmen, aber auch nicht von einem Tag auf den anderen Joblos sein.

Das ein mündlicher Vertrag bestanden hat ist mir ja durchaus bewusst, nur wie beweise ich das (insbesondere dann, wenn mir die Krankenkasse sagt, dass ich nicht über den AG versichert bin)? Wie gehe ich vor? Dem AG zunächst selbst einen Brief schreiben, in dem ich die Üngültigkeit der sofortigen Kündigung fordere? Oder zum Anwalt?

Wie komme ich auf kürzestem Weg zu meinem Recht (auch wenn das eben "nur" der Kündigung mit entsprechender Frist entspricht)?

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2472 Beiträge, 1263x hilfreich)

Dass du dort gearbeitet hast, lässt sich durch die Gehaltszahlungen belegen.
Bei einem 450-Euro-Job bist du auch nicht automatisch krankenversichert, die Frage musst du anderweitig klären.
Aber wenn der AG dich als Minijobber gemeldet hat, hat er auch eine Betriebsnummer - danach kannst du ihn fragen, ansonsten sollte auch die Knappschaft Auskunft geben - da musst du ein wenig googeln.
(Angemerkt: Wenn ich mich recht erinnere, unterschreibt der AN bei der Anmeldung auch eines der Formulare und sollte seinerseits irgendeine Unterlage darüber haben. - Wenn du also rein nichts in Händen hast, bist du wahrscheinlich auch nicht gemeldet; das kann fü den AG sehr unangenehm werden. Stw. Abgabenhinterziehung).

Und wieso "fristlose Kündigung" - bis dahin heißt es nur, dass du kündigen sollst, wenn du auf dem AV in Schriftform bestehst. Und für die "fristlose" besteht schon gar kein Anlass. Die Kündigung kann nur - so oder so - schriftlich erfolgen. Erst einmal also bist du nicht gekündigt.

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-- Editiert :blaubär: am 06.12.2014 11:17

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#5
 Von 
Restart
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Bisher wurde immer so verfahren, dass die 450€-Kräfte im Bedarfsfall fristlos gekündigt wurden - egal aus welchem Grund! Daher dachte ich, das wäre das rechtlich "richtige" Verfahren.
Jetzt lese ich aber gerade, dass es keine Rolle für meine Kündigungsfrist spielt ob ich als Teilzeit- oder 450€-Kraft angemeldet bin.

Ich habe also auch als 450€-Jobber in jedem Fall auf eine schriftliche Kündigung mit Frist von 4 Wochen zum 1. oder 15. zu bestehen? Und auch als 450€-Jobber, nicht über meinen AG versichert, Anrecht auf anteiligen bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?? Oder habe ich mich da bei Tante Google vertan?

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1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32698 Beiträge, 17211x hilfreich)

Und auch als 450€-Jobber, nicht über meinen AG versichert, Anrecht auf anteiligen bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall?? Oder habe ich mich da bei Tante Google vertan? Nö, haben Sie nicht. Aber es ist halt nicht sehr bekannt, daß Minijobber diese Rechte haben - daher wird das vielfältig unterlaufen, z. T. sogar mangels besserem Wissen.

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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