Überstunden und Urlaub nach der Ausbildung verfallen?

30. August 2021 Thema abonnieren
 Von 
natalie1970
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Überstunden und Urlaub nach der Ausbildung verfallen?

Moin zusammen,

ich bräuchte Hilfe bei folgendem Problem, denn ich befürchte grad, ich war umsonst arbeiten.

Ich habe im Juli mein Examen als exam. Altenpflegerin bestanden und der Vertrag lief bis zum 31.07.21. Die Ausbildung lief als Umschulung über die Agentur für Arbeit und ich bekam in der Zeit Alg 1. Es bestand ein Dreiecksvertrag zwischen mir, der Schule und der Einrichtung, gefördert übers Amt.
In der Zeit der Ausbildung war ich also für die Einrichtung komplett kostenfrei, auch Zuschläge für Sonn- und Feiertage wurden nicht gewährt.

Da ich gerne dort bleiben wollte trotz vieler Widrigkeiten, unterschrieb ich einen Vertrag als Exe ab dem 01.08. Während der Umschulung standen mir 6 Wochen Urlaub im Jahr zu, davon hab ich 2021 bislang 15 Tage genommen gehabt. Überstunden sollten wir Schüler zwar nie machen, es kam aber immer wieder dazu. Zuletzt im Juli, da war ich eigentlich im Überstundenabbau, bin aber eingesprungen, so dass am 31.07. dort 44,15 Überstunden standen. Es hieß dann seitens der stellv. PDL und des Personalleiters, das ich ja eh bleibe und das mitgezogen würde in die Festanstellung.

Belegen kann ich das alles, da ich alle genehmigten Dienstpläne der kompletten Ausbildungszeit habe.

Nun kam es dazu, das ich in unser anderes Haus ab Mitte August sollte in einen völlig anderen Wohnbereich, das andere Haus ist eine psychosomatische Einrichtung und dort ist die Pflege eine ganz andere und die Klientel ebenfalls. Ich kommunizierte von Anfang an, das ich das nicht möchte, ich habe nicht mit 50 nochmal diese für mich dritte Ausbildung gemacht, um dann in einem Bereich zu arbeiten, wo ich nicht arbeiten möchte. Zumal auf allen Wohnbereichen Mangel herrscht-wie überall in der Pflege.

Lange Rede-kurzer Sinn...Geschäftsleitung ließ sich auf nix ein, ich hab Dienste in der Anderen Einrichtung gemacht, was mich in meinem Entschluss bestätigte-ist nicht meins und guten Willen gezeigt. Ich wurde krank und bat um einen Auflösungsvertrag zum 01.09., den ich auch erhielt.

Aber: Sie wollen mir die Überstunden nicht auszahlen, geschweige denn, den Resturlaubsanspruch. Dies sei im Rahmen der Umschulung entstanden und unabhängig vom Arbeitsvertrag ab dem 01.08.

Kann das wirklich rechtens sein? Das ich mehr als eine Woche quasi umsonst gearbeitet habe?
Schule sagt ja, ich hätte keine Überstunden haben dürfen und Urlaub vorher nehmen müssen.
Ich fühle mich ausgenutzt und verarscht.
Kann ich irgend etwas machen?

-- Editiert von natalie1970 am 30.08.2021 20:58

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17190 Beiträge, 6423x hilfreich)

Sicher ist, dass die Entwicklung der letzten Jahre dahin geht, dass Urlaub so leicht nicht verfällt bis dahin, dass der AG den AN darauf hinweisen muss, dass er noch Resturlaub hat und ihn nehmen sollte, bevor er verfällt. Von daher halte ich es für ziemlich sicher, dass das das Unwahrscheinlichste ist - wobei eine Unsicherheit daraus entsteht, dass die AA involviert ist.

Stutzig macht mich, dass du 6 Wochen Urlaubsanspruch gehabt haben willst. Das solltest du überprüfen, ob da wirklich von Urlaub die Rede ist. Und dann kann es sein, dass eine Umschulung von der AA tatsächlich ein anderes Verhältnis ist als ein Ausbildungsvertrag mit dem AG. Den müsste sich jemand genauer anschauen. Du solltest den Umschulungsvertrag auch darauf hin lesen, ob darin eine Ausschlussfrist vereinbart ist. Wenn die vorüber wäre, wären allerdings sämtliche Ansprüche den Bach runter.

Aber ganz pragmatisch: Da du ja ohnehin 'draußen' bist, kannst du den Urlaub bzw. auch das Entgelt dafür doch ganz easy per Arbeitsgericht einklagen oder klären lassen. Verlieren kannst du da nicht viel - schlimmstenfalls wird die Auffassung deines Ex-AG bestätigt.


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#2
 Von 
RrKOrtmann
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 667x hilfreich)

Zitat (von natalie1970):
Ich habe im Juli mein Examen als exam. Altenpflegerin bestanden und der Vertrag lief bis zum 31.07.21.


Dann wirst Du übergangsweise die Ausbildung nach dem inwischen außer Kraft getretenen Altenpflegegesetz absolviert haben:

"Das Krankenpflegegesetz und das Altenpflegegesetz sind zum 31. Dezember 2019 außer Kraft getreten. Übergangsweise können auf dieser Grundlage begonnene Ausbildungen noch bis zum 31. Dezember 2024 abgeschlossen werden."

§ 13 Altenpflegegesetz
Der Träger der praktischen Ausbildung, der eine Person zur Ausbildung nach diesem Gesetz einstellt, hat mit dieser einen schriftlichen Ausbildungsvertrag für die gesamte Dauer der Ausbildung nach Maßgabe der Vorschriften dieses Abschnitts zu schließen.

"Auf den Ausbildungsvertrag sind, soweit sich aus seinem Wesen und Zweck und aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt, die für Arbeitsverträge geltenden Rechtsvorschriften und Rechtsgrundsätze anzuwenden."

§ 17
Der Träger der praktischen Ausbildung hat der Schülerin oder dem Schüler für die gesamte Dauer der Ausbildung eine angemessene Ausbildungsvergütung zu zahlen, soweit nicht bei beruflicher Weiterbildung Ansprüche auf Arbeitslosengeld nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch, auf Arbeitslosengeld II nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch oder auf Übergangsgeld nach den für die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben geltenden Vorschriften bestehen.

(...)

Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist nur ausnahmsweise zulässig und besonders zu vergüten. ( Vergütungspflicht für "Überstunden" )

§ 21
Wird die Schülerin oder der Schüler im Anschluss an das Ausbildungsverhältnis beschäftigt, ohne dass hierüber ausdrücklich etwas vereinbart worden ist, so gilt ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit als begründet.

RK

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#3
 Von 
frannzwick
Status:
Schüler
(173 Beiträge, 36x hilfreich)

Im Auflösungvertrag wird doch geregelt sein, was mit gegenseitigen Ansprüchen aus dem Arbeitsverhältnis geschieht.

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