Unerwartete Kündigung

4. Juli 2024 Thema abonnieren
 Von 
TomRob
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Unerwartete Kündigung

Hallo,
ich wurde am 28.06.2024 fristgerecht zum 31.07.2024 gekündigt.
Im Kündigungsschreiben steht kein Kündigungsgrund. Mir wurde gesagt, dass die Kündigung betriebsbedingt sei.
Die Kündigung kam für mich völlig überrschend. Es fand zuvor kein Gespäch statt. Es wurde mir keine Alternative angeboten.

Ich war seit 4 Jahren im Bereich Online-Marketing als Spezialist Online-Marketing und E-Commerce" unbefristet angestellt.
Zu meinen Hauptaufgaben gehörte die technsiche und inhaltliche Betreuung unseres Onlineshops.

Das Unternehmen hatte zu diesem Zeitpunkt 19 Mitarbeitende, davon 2 Werkstudenten, 2 Aushilfen und 3 Personen in Probezeit.
Mit mir wurden 4 weitere Mitarbeiterinnen aus den Bereichen Kundendienst, Marketing und eine Autorin gekündigt.

Mich interessiert, ob diese Kündigung so gerechtfertigt ist und ob ich vielleicht eine realistische Chance auf eine Entschädigung habe.

Gruß Tom

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 5x hilfreich)

Zitat (von TomRob):
Mich interessiert, ob diese Kündigung so gerechtfertigt ist


Das müsstest Du vor Gericht klären lassen

Zitat (von TomRob):
ob ich vielleicht eine realistische Chance auf eine Entschädigung habe.


Hängt davon ab, wie ein Gericht das sieht.

Du musst halt innerhalb von 3 Wochen Kündigungsschutzklage einreichen......

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33237 Beiträge, 5787x hilfreich)

Zitat (von TomRob):
Im Kündigungsschreiben steht kein Kündigungsgrund. Mir wurde gesagt, dass die Kündigung betriebsbedingt sei.
Das ist unüblich. Wenn AG aus betrieblichen Gründen kündigen, gibt es keinen Grund, das nicht auch in der Kündigung zu vermerken.
Zitat (von TomRob):
Die Kündigung kam für mich völlig überrschend. Es fand zuvor kein Gespäch statt.
Das könnte tatsächlich auf eine betriebsbedingte K. hinweisen. Auch, dass gleichzeitig mehrere Mitarbeiter gekündigt wurden.

Zitat (von TomRob):
Mich interessiert, ob diese Kündigung so gerechtfertigt ist und ob ich vielleicht eine realistische Chance auf eine Entschädigung habe.
Ob sie gerechtfertigt ist und ob du eine Chance auf Entschädigung/Abfindung hast, ergibt sich erst, wenn du innerhalb 3 Wochen Kündigungsschutzklage erhebst.
Das geht zB schnell und kostenlos bei der --Rechtsantragstelle-- des zuständigen Arbeitsgerichtes.
Dann würde das Gericht dazu entscheiden.

Selbst (außergerichtlich) mit dem AG zu verhandeln, bringt vermutlich nichts außer Schulterzucken.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17734 Beiträge, 6581x hilfreich)

Bei einer betriebsbedingten Kündigung stehen die Chancen eher schlecht auf Erhalt des Arbeitsplatzes - der AG hat eben 'unternehmerisch' entschieden, deine und andere Planstellen einzusparen. Sofern er dabei keine Fehler gemacht hat, sehe ich kaum Chancen auf 'Entschädigung' - wofür auch. Und am Ende käme auch bei einer Abfindung eher nicht viel rum.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
-Laie-
Status:
Weiser
(17228 Beiträge, 5931x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Das ist unüblich.
Das ist völlig normal.

Die Anzeichen für eine betriebsbedingte Kündigung sind vorhanden. Ich würde also auch eher zu schlechten Chancen tendieren.

Signatur:

Folgende Nutzer werden blockiert, ich kann deren Beiträge nicht lesen: AR377, Xipolis, Jule28

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#5
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6353 Beiträge, 1513x hilfreich)

Die Kündigung ist unwirksam.

Eine ordentliche Kündigung ohne Grund ist nur dann möglich, wenn das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet. Dies ist dann der Fall, wenn
- der Betrieb nicht mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt
- das Arbeitsverhältnis nicht mindestens sechs Monate ohne Unterbrechung besteht.

Beides ist hier nicht der Fall.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6353 Beiträge, 1513x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Die Anzeichen für eine betriebsbedingte Kündigung sind vorhanden.

Nein.

"Im Kündigungsschreiben steht kein Kündigungsgrund."

Und da muss der Kündigungsgrund stehen, denn nur die schriftliche Kündigung ist relevant. Weder "Anzeichen" oder "mündliche Zusätze" erfüllen die gesetzlichen Anforderungen.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 5x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Beides ist hier nicht der Fall.


Dann wird man halt vor Gericht die Begründung liefern..... Und wenn diese schlüssig ist, dann war`s das

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(33237 Beiträge, 5787x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Das ist völlig normal.
Warum sollte in einer betriebsbedingten Kündigung nicht ---betriebsbedingt-- drinstehen, zumal es vom AG auch so gesagt wurde und weitere 4 AN auch gekündigt wurden.
Ich sehe auch eher weniger gute Chancen, aber ganz ohne KS-Klage wird sie ganz einfach wirksam...

-- Editiert von User am 4. Juli 2024 15:39

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16901 Beiträge, 9419x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Die Kündigung ist unwirksam.

Aber nicht, weil im Kündigungsschreiben kein Kündigungsgrund steht.

Zitat:
Eine ordentliche Kündigung ohne Grund ist nur dann möglich, wenn das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet.

Das ist richtig.

Wenn das Kündigungsschutzgesetz Anwendung findet, braucht der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund.
Der Arbeitgeber ist aber nicht verpflichtet, den Kündigungsgrund direkt im Kündigungsschreiben zu nennen.
Deshalb führt die Nicht-Nennung eines Kündigungsgrundes auch nicht zu Unwirksamkeit der Kündigung.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Holperik
Status:
Praktikant
(569 Beiträge, 185x hilfreich)

„Und da muss der Kündigungsgrund stehen, denn nur die schriftliche Kündigung ist relevant."
Tut mir leid, aber das ist schlicht falsch. Bis auf wenige Ausnahmen, in denen Gesetze ausdrücklich eine Begründung anordnen, muss eine „normale" ordentliche Kündigung auch unter Anwendbarkeit des KSchG nicht im Kündigungsschreiben begründet werden. Der kluge AG tut das auch nicht.

Natürlich muss, sofern das KSchG anwendbar ist, ein anerkannter Grund zum Zeitpunkt des Ausspruchs der Kündigung vorliegen, er muss nur im Kündigungsschreiben nicht genannt werden.
Erst wenn der AN Klage vor dem Arbeitsgericht erhebt, muss der AG die Karten auf den Tisch legen.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1232 Beiträge, 216x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
"Im Kündigungsschreiben steht kein Kündigungsgrund."

Und da muss der Kündigungsgrund stehen, denn nur die schriftliche Kündigung ist relevant. Weder "Anzeichen" oder "mündliche Zusätze" erfüllen die gesetzlichen Anforderungen.
Das ist falsch.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122458 Beiträge, 40140x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Die Kündigung ist unwirksam.

Das ist schlicht falsch.



Zitat (von eh1960):
Eine ordentliche Kündigung ohne Grund ist nur dann möglich, wenn das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet.

Das ist sogar gleich 2fach falsch.
Zum einen fehlt es dafür an der Rechtsgrundlage, zum anderen hat eine Kündigung denknotwendigerweise immer einen Grund (auch wenn die Begründung des Öfteren eine andere sein wird).



Zitat (von eh1960):
Und da muss der Kündigungsgrund stehen

Und auch das ist schlicht falsch.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
TomRob
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten.
Ich interpretiere es nun so, dass der fehlende Kündigungsgrund in der Kündigung vielleicht eine Möglichkeit wäre die Kündigung anzufechten. Aber wenn der Arbeitgeber den Grund vor Gericht einfach nachreichen kann, dann habe ich ja auch nichts gewonnen.
Mit ein paar Tagen Abstand zur Kündigung bin ich nun eher froh aus dem Unternehmen raus zu sein.

Gruß Tom

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
neuhierangemeldet
Status:
Beginner
(139 Beiträge, 5x hilfreich)

Zitat (von TomRob):
Ich interpretiere es nun so, dass der fehlende Kündigungsgrund in der Kündigung vielleicht eine Möglichkeit wäre die Kündigung anzufechten.


Nein, sondern der Kündigungsgrund selber kann ein Grund zur Anfechtung sein..... Und den erfährst Du halt erst, wenn Du klagst. Wenn Du natürlich schon was anderes in Aussicht hast, ist das sicherlich egal.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(860 Beiträge, 104x hilfreich)

Zitat (von Holperik):
Der kluge AG tut das auch nicht.


Ob das immer so klug ist weiß ich nicht, insbesondere nicht bei betriebsbedingten Kündigungsgründen.
Letztendlich generiert das nur zusätzliche Kündigungsschutzklagen die auch für ein AG einen Aufwand bedeuten.

Aber wie gesagt, es genügt wenn die Gründe im Kündigungsschutzverfahren nachgeschoben werden.

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