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Unglaubliche Kündigung oder rechtens ?

10.1.2011 Thema abonnieren
 Von 
agnostiker78
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Unglaubliche Kündigung oder rechtens ?

Also es geht hier um meinen Arbeitskollegen der mich gestern verzweifelt angerufen hat! In seiner Post vom vergangenen Samstag erhielt er seine Kündigung. So zu den Details also:

Kündigung wurde zugestellt am 08.01.2011 per Einwurfeinschreiben, in der kündigung steht " fristgemäß zum 15.01.2011 " !

Ist das nicht ein wenig kurz als fristgemäße Kündigung ? Es handelt sich hier um das Speditionsgewerbe Mittelhessen nur nebenbei !

Desweiteren ist mein Arbeitskollege krank geschrieben gewesen bei Erhalt der Kündigung ! Ist das denn so alles rechtens ?

Kann mir da einer weiter helfen ?

Mit freundlichen Grüßen

Kai

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
xxsirodxx
Status:
Student
(2283 Beiträge, 1257x hilfreich)

Keinesfalls.
Einfach gesagt, bei einem Arbeiter beträgt die Kündigungszeit 14 Tage zum 15., oder zum 30. des Monats.
Bei einem Angestellten 1 Monat zum letzten des Folgemonats,
oder 6 Wochen zum Quatalsende.
Das richtet sich nach Tarif oder Arbeitsvertrag.
Irrtum vorbehalten.


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-- Editiert am 10.01.2011 11:26

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#2
 Von 
arbeits-zorro
Status:
Schüler
(304 Beiträge, 288x hilfreich)

Zitat:
Einfach gesagt, bei einem Arbeiter beträgt die Kündigungszeit 14 Tage zum 15., oder zum 30. des Monats.
Bei einem Angestellten 1 Monat zum letzten des Folgemonats,
oder 6 Wochen zum Quatalsende.


Bitte mal dringend über Kündigungsfristen informieren!

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__622.html


quote:
Keinesfalls.


Ganz so so absolut kann man diese Aussage nicht stehen lassen.

Es ist richtig, dass gesetzlich eine derart kurze arbeitsvertragliche Kü-Frist nicht vereinbart werden kann. (Ausnahme: Aushilfen die nicht länger als 3 Monate beschäftigt werden sollen)

Ein Tarifvertrag kann aber von der gesetzlichen Kü-Frist abweichen. Auch zum Nachteil des AN. Das hier aber eine so kurze KÜ-Frist im TV stehen soll, ist aber mehr als unwahrscheinlich, weshalb hier mit ziemlicher Sicherheit die ordentliche Kündigungsfrist nicht eingehalten wurde.

Leider kann man aus den spärlichen Informationen keine Aussagen dazu treffen, welche Kündigugsfrist gelten müsste.


Gruß
AZ

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-- Editiert am 10.01.2011 11:39

-- Editiert am 10.01.2011 11:41

-- Editiert am 10.01.2011 11:42

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#3
 Von 
arbeits-zorro
Status:
Schüler
(304 Beiträge, 288x hilfreich)

quote:
Desweiteren ist mein Arbeitskollege krank geschrieben gewesen bei Erhalt der Kündigung ! Ist das denn so alles rechtens ?


Arbeitsunfähigkeit schützt nicht vor Kündigung.

Die Kündigung könnte aber aus den verschiedensten Gründen unwirksam sein. Du könntest dem Kollegen ja mal empfehlen sich fachanwaltlich beraten zu lassen zum Thema "Kündigungsschutzklage".


Gruß
AZ

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-- Editiert am 10.01.2011 11:52

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#4
 Von 
kriegsrat
Status:
Praktikant
(540 Beiträge, 165x hilfreich)

also soviel kann man sagen :

ob der kollege krankgeschrieben war oder nicht spielt keine rolle

zu den kündigungsfristen müsste man wissen, wielange der kollege dort schon beschäftigt war (evtl.probezeit ?)
und ob ein tarifvertrag gilt oder man auf die gesetzlichen kündigungsfristen zurückgreifen müsste

ohne tarifvertrag, der andere fristen enthalten würde,
wäre die kündigungsfrist, die am tag nach dem erhalt der kündigung zu laufen beginnt, wie schon von meinen vorrednern erwähnt, zu kurz

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#5
 Von 
agnostiker78
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke euch schon mal alle für die tollen Antworten ! Also der Kollege ist 6 Monate dort beschäftigt und Probezeit war nur 3 Monate ! Ja es gilt der tarifvertrag Mittelhessen, jedoch finde ich den nicht im Netz um zu schauen ob da Kündigungsfristen abweichen !

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#6
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2439x hilfreich)

quote:
Also der Kollege ist 6 Monate dort beschäftigt und Probezeit war nur 3 Monate !

Die Probezeit ist also vorbei, demnach sollte die Kündigungsfrist um einiges länger sein. Aber da muss man wirklich im TV nachsehen.

Wenn der Betrieb mehr als 10AN in Vollzeit beschäftigt, dann wäre noch interessant, ob der Kollege bereits länger als 6 Monate dort beschäftigt ist. Denn nach 6 Monaten wäre die Wartezeit für die Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes abgelaufen.
Wann hat er denn genau angefangen?

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#7
 Von 
agnostiker78
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Also es handelt sich hier um einen größeren Betrieb mit mehr als 300 AN ! Er hat angefangen im August letzten jahres !



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#8
 Von 
arbeits-zorro
Status:
Schüler
(304 Beiträge, 288x hilfreich)

quote:
Er hat angefangen im August letzten jahres !


Dann bestand leider noch kein Kündigungsschutz. Er kann sich daher höchstwahrscheinlich lediglich gegen das Austrittsdatum der Kündigung wehren, nicht aber gegen die Kündigung selbst.


Gruß
AZ

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#9
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2439x hilfreich)

quote:
Er hat angefangen im August letzten jahres !

Dann wäre die Wartefrist noch nicht vorbei und der AG kann jederzeit fristgerecht ohne Begründung kündigen - leider.
Man müsste jetzt innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung vor dem Arbeitsgericht Klage erheben, damit auf die richtige Frist umgedeutet wird. Ansonsten wird nach dem verstreichen dieser 3-Wochen-frist die Kündigung zum falschen Termin wirksam.
Der Kollege muss also mal die Kündigungsfrist lt. TV in Erfahrung bringen.

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#10
 Von 
agnostiker78
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke euch für die schnelle Unterstützung !

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#11
 Von 
clollilolli
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 38x hilfreich)

also dass da kein Kündigungsschutz besteht geb ich auch recht, aber Krankenschein schützt schon vor Kündigung, ausser es ist vorhersehbar dass der AN für längere zeit Krankgeschrieben ist, also so ca. 6 monate oder so (glaub ich) ansonsten kann ich im Krankenschein nicht gekündigt werden.....


PS:selbst erfahrung gemacht!

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#12
 Von 
guest-12309.07.2016 16:31:25
Status:
Junior-Partner
(5012 Beiträge, 2439x hilfreich)

quote:
aber Krankenschein schützt schon vor Kündigung, ausser es ist vorhersehbar dass der AN für längere zeit Krankgeschrieben ist, also so ca. 6 monate oder so (glaub ich) ansonsten kann ich im Krankenschein nicht gekündigt werden.....

Gibt es auch eine rechtliche Grundlage für diese kuriose Sichtweise?

quote:
PS:selbst erfahrung gemacht!

Weil Sie krank waren, durfte Ihnen nicht gekündigt werden oder wie muss man das verstehen?

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#13
 Von 
arbeits-zorro
Status:
Schüler
(304 Beiträge, 288x hilfreich)

Hallo clollilolli

Leider stimmt das so nicht. In der DDR gab es meines wissens eine eine entsprechende Vorschrift. In der BRD gibt es sie aber sicher nicht.

Damit du dich nicht blind auf unser Wort verlassen musst, hier die Meinung eines Fachanwalts für Arbeitsrecht, zu genau dieser Frage:

http://www.rae-michael.de/index.php/2009/01/29/kundigung-wahrend-krankheit-des-arbeitnehmers-unzulassig/


Gruß
AZ

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-- Editiert am 11.01.2011 21:26

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