Urlaub mitnehmen zum neuen Arbeitgeber

5. März 2017 Thema abonnieren
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Urlaub mitnehmen zum neuen Arbeitgeber

Hey Leute :)

Also es geht aktuell um folgendes:
Ich werde zum 15.03. bei meinem aktuellen Arbeitgeber kündigen und am 16.04. beim neuen Arbeitgeber anfangen.
Ich habe bei beiden Arbeitgebern 30 Tage Urlaub und arbeite von Mo-Fr, 40 Stunden.
Im aktuellen Jahr habe ich bereits 3 Tage Urlaub genommen.

Wie verhält sich das nun, mit meinem Urlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber.
Ich würde die Urlaubstage gerne "mitnehmen".
Ist dies möglich? Worauf muss ich achten?

Liebe Grüße

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20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17428 Beiträge, 6485x hilfreich)

Dein jetziger AG stellt dir eine Bescheinigung über genommenen Urlaub aus.

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#2
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Dein jetziger AG stellt dir eine Bescheinigung über genommenen Urlaub aus.


Also Anteilig wären das 3/12 meines Jahresurlaubs, den ich bis Arbeitsbeginn beim neuen Arbeitgeber "angesammelt" habe.
Sprich: 7,5 Tage.
Also hätte ich dann theoretisch ab dem 16.04. beim neuen Arbeitgeber sofort Anspruch auf 7,5 Tage Urlaub?

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#3
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17428 Beiträge, 6485x hilfreich)

Wie kommst du auf die Idee, dass dir der Urlaub dann sofort zustünde?

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
Wie kommst du auf die Idee, dass dir der Urlaub dann sofort zustünde?


Naja wenn ich den Urlaub doch "mitnehme", dann müsste er mir doch vom Namen her sofort zur Verfügung stehen oder nicht?
Ansonsten darfst du mich gerne aufklären über die Fakten.

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#5
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38437 Beiträge, 14002x hilfreich)

Wer sagt denn, dass Du den Urlaub überhaupt mitnehmen kannst?

wirdwerden

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#6
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Wer sagt denn, dass Du den Urlaub überhaupt mitnehmen kannst?

wirdwerden


Naja: Niemand.
Genau deswegen habe ich diesen Thread ja erstellt.
Damit mir jemand sagt, ob das möglich ist und wie ich das entsprechend mit dem aktuellen Arbeitgeber kommuniziere.

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38437 Beiträge, 14002x hilfreich)

Nun ja, die Option gibt es, aber nicht uneingeschränkt. Wie wärs, den Urlaub noch beim alten Arbeitgeber zu nehmen? Oder glaubst Du ernsthaft, dass Du bei dieser Art der der Kommunikation beruflich beim neuen Arbeitgeber dauerhaft ein Bein auf den Boden bekommst? Und selbst wenn, der Urlaub steht mit Sicherheit nicht sofort zur Verfügung.

wirdwerden

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#8
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Nun ja, die Option gibt es, aber nicht uneingeschränkt. Wie wärs, den Urlaub noch beim alten Arbeitgeber zu nehmen? Oder glaubst Du ernsthaft, dass Du bei dieser Art der der Kommunikation beruflich beim neuen Arbeitgeber dauerhaft ein Bein auf den Boden bekommst? Und selbst wenn, der Urlaub steht mit Sicherheit nicht sofort zur Verfügung.

wirdwerden


Magst du mich denn genauer aufklären, inwieweit die Option verfügbar ist?

Ich möchte den Urlaub ungern beim aktuellen Arbeitgeber nehmen, weil ich Ihn halt einfach nicht brauche. Ich würde ihn lieber beim neuen Arbeitgeber nehmen, an Tagen, die ich selber bestimme.

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#9
 Von 
ratlose mama
Status:
Lehrling
(1349 Beiträge, 510x hilfreich)

Es bestünde wahrscheinlich auch die Möglichkeit sich den Urlaubsanspruch beim alten Arbeitgeber auszahlen zu lassen.

Ich glaube kaum ,dass ein AG begeistert ist die finanzielle Last eines Urlaubstages zu tragen, der nicht im eigenen Betrieb angefallen ist.


U.U. kann man auch beim neuen AG nicht alle Tage so nehmen, wie man es möchte. Z.B., weil Urlaub während der Probezeit ausgeschlossen wurde, weil es x Tage Betriebsferien/ruhe gibt oder nicht alle zu bestimmten Zeiten in den Urlaub können und der AG eine Auswahl treffen muss (z.B: AN mit schulpflichtigen Kindern können nur in den Ferienzeiten weg)

Zitat (von https://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/urlaub/arbeitgeberwechsel-was-ist-mit-den-urlaubsanspruechen/):
Im Bundesurlaubsgesetz steht zwar, dass Sie einen Anspruch auf 24 Werktage Urlaub haben. Es gibt aber zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses besondere Regelungen. In § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz steht, dass Urlaub, der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht genommen werden konnte, abzugelten ist. Sie haben also den Anspruch gegen Ihren ehemaligen Arbeitgeber, sich den Urlaub ausbezahlen zu lassen.

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#10
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17428 Beiträge, 6485x hilfreich)

Einschlägig sind die Paragraph 4 und 6 des Bundesurlaubsgesetzes.

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#11
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Also was ich aktuell noch dazu beisteuern kann:
In meinem neuen Vertrag stehen keine besonderen Regelungen zum Urlaub, sowie auch nicht bezüglich der Probezeit.
Sprich: Keine Klausel, dass Urlaub während der Probezeit ausgeschlossen ist.

Mir wurden bei Vertragsabschluss auch schon 10 Tage Urlaub gewährt, die nur knapp 6 Wochen nach Arbeitsantritt beim neuen Arbeitgeber liegen.

Sofern mein aktueller AG sich darauf einlässt, den Urlaub "mitzunehmen", müsste ich dann beim NEUEN AG klären, ob diese mitgenommenen Tage dort angerechnet werden?

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#12
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2271 Beiträge, 713x hilfreich)

Zitat (von Schparkie):
Ich werde zum 15.03. bei meinem aktuellen Arbeitgeber kündigen

Zitat (von Schparkie):
Also Anteilig wären das 3/12 meines Jahresurlaubs, den ich bis Arbeitsbeginn beim neuen Arbeitgeber "angesammelt" habe.
Sprich: 7,5 Tage.


Bei Kündigung zum 15.03. beträgt der Urlaubsanspruch hier 5 Tage.
Bei Kündigung zum 15.04. 8 Tage.

Zitat (von Schparkie):
am 16.04. beim neuen Arbeitgeber anfangen.


Beim neuen Arbeitgeber beträgt der Urlaubsanspruch 20 Tage.


Zitat (von Schparkie):
Sofern mein aktueller AG sich darauf einlässt, den Urlaub "mitzunehmen", müsste ich dann beim NEUEN AG klären, ob diese mitgenommenen Tage dort angerechnet werden?


Warum sich ein neuer Arbeitgeber dazu bereit erklären sollte, weiß ich nicht.

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#13
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17428 Beiträge, 6485x hilfreich)

/// Keine Klausel, dass Urlaub während der Probezeit ausgeschlossen ist.

Das ist Gesetzeslage.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Retels):

Beim neuen Arbeitgeber beträgt der Urlaubsanspruch 20 Tage.


Aber gehen mir dann nicht 5 Tage verloren?
Ich denke mal, dass du mit den 5 Tagen, die 2,5 für Januar und 2,5 für Februar meinst.
Und was ist mit den Tagen im März?

-- Editiert von Schparkie am 06.03.2017 08:49

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#15
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2271 Beiträge, 713x hilfreich)

Zitat (von Schparkie):
Und was ist mit den Tagen im März?


§5 BUrlG
Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer [...]

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#16
 Von 
Schparkie
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Retels):
Zitat (von Schparkie):
Und was ist mit den Tagen im März?


§5 BUrlG
Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer [...]


Soweit so gut, allerdings bin ich ja den kompletten März noch im aktuellen Betrieb tätig.
Die Kündigung ist zum 15.03., das Verhältnis endet aber ja erst am 15.04..
Dementsprechend würden mir nur die 2,5 Tage des Aprils verloren gehen.

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#17
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

Du kannst keinen Urlaubsanspruch vom alten Arbeitgeber zum neuen mitnehmen. Es laeuft genau umgekehrt. Die vom alten Arbeitgeber bereits gewaehrten oder abgegoltenen Urlaubstage werden auf den Urlaubsanspruch beim neuen Arbeitgeber dann angerechnet, wenn dort erstmals der Anspruch auf den vollen Jahresurlaub entsteht.

Wenn du am 16.4. beim neuen Arbeitgeber anfaengst, entsteht dort erst einmal nur ein Teilanspruch von 1 Zwoelftel des Jahresurlaubs pro vollen Monat. Nach 6 Monaten, bei dir als mit Ablauf des 15.10., entsteht dann beim neuen Arbeitgeber ein Anspruch auf den vollen Jahresurlaub, auf den dann aber die vom vorherigen Arbeitgeber bereits fuer das laufende Jahr geaehrte oder abgegoltene Urlaubstage angerechnet werden.

Wenn du also beim neuen Arbeitgeber einen Urlaubsanspruch von 30 Tagen/Jahr haben wirst (und diese auch nicht arbeits- oder ggf. tarifvertraglich im Eintrittsjahr auf den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Werktagen reduziert werden), wirst du ab dem 16.10. einen Anspruch auf 30 Urlaubstage erworben haben, von denen dann aber die 3 vom alten Arbeitgeber bereits gewaehrten Tage abgezogen werden. So ist die gesetzliche Regelung.

Verstaendlicherweise erwarten aber viele Arbeitgeber, dass man beim vorherigen Arbeitgeber erworbene Urlaubsansprueche auch dort geltend macht, bevor man die neue Arbeitsstelle antritt (also kompletten Urlaubsanspruch beim alten Arbeitgeber entweder als Urlaub nehmen oder abgelten lassen). Die haben es natuerlich nicht so gern, wenn sie Urlaubstage gewaehren muessen, die sich ihr Arbeitnehmer eigentlich schon beim alten Arbeitgeber haette holen koennen.

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#18
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

Zitat (von Retels):

Beim neuen Arbeitgeber beträgt der Urlaubsanspruch 20 Tage.


Schparkie schreibt aber doch, es seien 30 Tage Jahresurlaub vereinbart. Gem. BUrlG § 4 entsteht somit nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit (hier mit Ablauf des 15.10.) ein Anspruch auf den VOLLEN Jahresurlaub. Gem. BUrlG § 6 Abs. 1 sind aber die vom vorherigen Arbeitgeber fuer das laufende Jahr bereits gewaehrte Urlaubstage hierauf anzurechnen. Eine der in BUrlG § 5 Abs. 1 abschliessend aufgefuehrten Voraussetzungen fuer lediglich einen Teilanspruch kann ab dem 16.10. nicht mehr erfuellt sein.

Wieso denkst du, dass hier dennoch nur ein Teilanspruch von 8 Zwoelfteln entstehen soll?

Sofern arbeits- oder ggf. tarifvertraglich keine anderslautende Regelung fuer einen unterjaehrigen Eintritt getroffen wurde, entsteht beim neuen Arbeitgeber am 16.10. ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen abzueglich der vom alten Arbeitgeber bereits gewaehrten 3 Tage.

1x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
CAM
Status:
Lehrling
(1242 Beiträge, 322x hilfreich)

Zitat (von blaubär+):
/// Keine Klausel, dass Urlaub während der Probezeit ausgeschlossen ist.

Das ist Gesetzeslage.


Leitest du das aus BUrlG § 7 Abs. 2 ab? Das waere schon sehr abenteuerlich.

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2271 Beiträge, 713x hilfreich)

Zitat (von CAM):
Sofern arbeits- oder ggf. tarifvertraglich keine anderslautende Regelung fuer einen unterjaehrigen Eintritt getroffen wurde, entsteht beim neuen Arbeitgeber am 16.10. ein Urlaubsanspruch von 30 Tagen abzueglich der vom alten Arbeitgeber bereits gewaehrten 3 Tage.


Richtig, nur in einem Tarifvertrag kann es anders sein. Hab ich übersehen.

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