Urlaub oder Homeoffice statt AU: Darf der Chef das verlangen?

4. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
brunf
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Urlaub oder Homeoffice statt AU: Darf der Chef das verlangen?

Guten Tag,
bei uns im Konzern werden Mitarbeiter dazu genötigt Urlaub zu nehmen statt eine AU einzureichen, wenn sie krank sind. Ist das zulässig? Soweit ich informiert bin dient Urlaub der Erholung und eine AU der Genesung. Wenn ich im Urlaub krank geworden bin, habe ich die AU beim meinem früheren AG reingereicht und den Urlaub entsprechend wieder gutgeschrieben bekommen. Ist das nur gut gemeint vom AG oder muss das so sein?

Beispiele, wie es bei uns hier gemacht wird:
Arbeiter prellt sich eine Rippe, weil er aus Reflex einen herunterfallenden Gegenstand auffangen will. Krankenwagen wird gerufen. Noch während er untersucht wird ruft der Chef an und fordert den MA eindringlich dazu auf, sich keine AU geben zu lassen. Er solle nach der Untersuchung sofort zurückrufen. Der MA tut das auch und ihm wird gesagt, er soll zuhause bleiben und bekommt dafür bezahlten Sonderurlaub. Hauptsache es kommt nicht in die AU-Quote.

Anderer MA im Büro meldet sich krank. Chef fragt (wie immer) was er denn habe. MA sagt, dass müsse er nicht sagen. Chef meint aber, er müsste das wissen, damit er beurteilen kann, ob er ihm nicht einen alternativen Arbeitsplatz zuweisen kann, den er mit seiner Krankheit vorübergehend ausüben kann. Der MA lässt sich darauf ein und sagt das er eine Grippe hat. Daraufhin soll er dann im Homeoffice arbeiten. Ihm wird gesagt, er müsse nicht die ganzen 8 Std. arbeiten. Wenn es ihm schlecht geht, soll er sich ruhig zwischendurch mal für 15 Min. hinlegen.
Ist es nicht so, dass die UA hinfällig ist, sobald man sich wieder zur Arbeit einstempelt?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
blaubär+
Status:
Weiser
(17245 Beiträge, 6431x hilfreich)

Wie sagt Harry so gerne: Verlangen kann einer viel ....
Regelkonform jedenfalls ist es nicht, was der Chef da verlangt. Aber es gilt zu unterscheiden:
a) Rippenprellung - Idee: keine AU, aber Sonderurlaub (bezahlt, oder? - da hat AN keinen Schaden. Verräterisch der Satz: Hauptsache kein Fall für die AU-Quote. Da hat der Chef eine Vorgab, die AU-Quote zu senken, wie in deinem anderen Thread dargestellt. (Androhung von Kündigung)
b) Grippe: Es geht den Chef i.d.T nichts an, weswegen AN die AUB hat - Erst nach 6 Wochen muss der AG das BEM anbieten und da geht es dann u.a. darum, ggf. durch geeignete Maßnahmen eine erneute Erkrankung zu verhindern. Aber während der Dauer einer AU Arbeit zu verlangen, geht entschieden zu weit.
Hier ist es aber Sache des AN, sich auf solche Kungeleien nicht einzulassen.

-- Editiert von User am 4. Dezember 2023 15:11

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Gerd61
Status:
Praktikant
(651 Beiträge, 80x hilfreich)

Zitat (von brunf):
Der MA tut das auch und ihm wird gesagt, er soll zuhause bleiben und bekommt dafür bezahlten Sonderurlaub. Hauptsache es kommt nicht in die AU-Quote.


Geht es da wirklich um eine betriebsinterne AU-Quote oder nicht doch um die Meldung eines Arbeitsunfalls mit X Ausfalltagen?

Zitat (von brunf):
Der MA lässt sich darauf ein und sagt das er eine Grippe hat. Daraufhin soll er dann im Homeoffice arbeiten.


Wenn der Arzt eine AU bescheinigt hat muss sich der AN auf solche "Angebote" wie alternativer Arbeitsplatz oder HomeOffice nicht einlassen und sollte es auch nicht tun.

-- Editiert von User am 4. Dezember 2023 15:36

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2233 Beiträge, 348x hilfreich)

Zitat (von brunf):
Arbeiter prellt sich eine Rippe, weil er aus Reflex einen herunterfallenden Gegenstand auffangen will. Krankenwagen wird gerufen.


Wenn das auf der Arbeit passiert ist, dann war das ein Arbeitsunfall, für den nicht die eigene Krankenkasse sondern die Berufsgenossenschaft zuständig ist.
Ich kann mir vorstellen, dass zumindest in diesem Fall tatsächlich der Wind aus dieser Richtung weht.

Zitat (von brunf):
Chef meint aber, er müsste das wissen, damit er beurteilen kann, ob er ihm nicht einen alternativen Arbeitsplatz zuweisen kann

Da gibt es auch eine einfache Antwort drauf. "Ich leide an akuter genereller Arbeitsunfähigkeit, die von einem fachlich versierten Gutachter attestiert ist. Punkt.".

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
philosoph32
Status:
Lehrling
(1341 Beiträge, 153x hilfreich)

Zitat (von brunf):
Der MA tut das auch und ihm wird gesagt, er soll zuhause bleiben und bekommt dafür bezahlten Sonderurlaub.


Das kann man ja noch nachvollziehen, der MA bleibt zu Hause und bekommt dennoch ohne AU sein Geld.

Zitat (von brunf):
Anderer MA im Büro meldet sich krank. Chef fragt (wie immer) was er denn habe. MA sagt, dass müsse er nicht sagen. Chef meint aber, er müsste das wissen, damit er beurteilen kann, ob er ihm nicht einen alternativen Arbeitsplatz zuweisen kann, den er mit seiner Krankheit vorübergehend ausüben kann.


Gute Idee, aber sollte der MA AU sein, also arbeitsunfähig, dann gibt es keinen anderen Arbeitsplatz, denn er kann keine Arbeit verrichten.

Wäre u.U. eine Sache, wenn man sich als Bürokaufmann ein Bein gebrochen hat und von zu Hause aus seine Arbeit erledigen kann. Aber auch dann käme es auf die Freiwilligkeit beim Mitarbeiter an.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 264.977 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.224 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen